Am Wahlabend

16. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Noch zweimal schlafen und dann mein Freund, haben wir die Bescherung.
Am Wahlabend werde ich mir aber die Freudentänze der Sieger, die belämmertern Gesichter der Verlierer und die beiderseitigen dümmlichen Argumentationen über das „Warum und Wieso“ verbunden mit den Hinweisen, dass man das Wahlergebnis, das Wahlverhalten und die Wählerströme erst „analysieren“ müsse, nicht antun.

Mir ging das Wahltheater in den letzten Wochen und Monaten, seit der Bundeskasper nach der verlorenen Wahl in NRW die beleidigte Leberwurst spielte, echt auf die männlichen Weichteile.
Ich habe die Diskussionsrunden, Duelle und Streitgespräche mit den ewig gleichen Pappnasen und den ewig gleichen tumben Sprüchen einfach satt. Letztendlich schien die Nation vollständig verdrängt zu haben, warum Neuwahlen als letzte Möglichkeit zum Machterhalt und Ausweg aus einem politischen und wirtschaftlichen Desaster erscheinen.
Über „verlorene Mehrheiten verursacht durch eine verfehlte Politik und verlorenes Vertrauen in der Bevölkerung“ habe ich die Regierungsparteien nie reden hören. Statt dessen immer nur die Diffamierung des politischen Gegners, der sich mit seinem rasch zusammengekratzten Kompetenzteam auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert und keine echte Alternative und Neubeginn für dieses geplagte Land darstellt.
Was man der Angela, der Jungfrau aus der Uckermarck, die zur Rettung des Vaterlandes angetreten ist, mit ein bisschen Naivität vielleicht noch abnehmen kann, sofern man den Glauben an das Gute im Menschen noch nicht ganz verloren hat, das geht schon bei dem ergrauten Provinzfürsten aus der bayrischen Amigoszene schief. Bis auf ein neues Gesicht, über das sich der politische Gegner dann auch gleich heftig das Maul zerrissen hat, besteht die Mannschaft des schwarzen Teams überwiegend aus abgebrühten Wiederholungstätern.

Team Gelb, bei der letzten Wahl noch im Guidomobil unterwegs und zu etlichen Späßen und Streichen aufgelegt, gibt sich diesmal kämpferisch bereit zur Machtübernahme und wird doch wieder nur den Waagscheißer für die anderen Parteien spielen. Hauptsache ist doch, dass man sich im Wahlkampf durch markige Reden in Szene setzen kann um dann wieder vier Jahre lang ins politische Koma zu fallen und sich in der Bedeutungslosigkeit einzurichten.

Team Rot-Grün hat ja gleich zu Beginn des Wahltheaters betont, dass es sich an der Agenda2010 festhalten will, wie Schiffbrüchige an den letzten Wrackteilen ihrer Sklavengaleere. Allen voran „Ihre Gottheit Gerhard von Schredder, lernresistenter Meister der Selbstbeweihräucherung und der fehlenden Selbstkritik.
Sein allseits gefürchtetes Gruselkabinett umfasst außerdem (unter anderem):

  • die Gesundheitsulla, Deutsche Meisterin im Beitragsprozentrechnen
  • den Finanzhans, Dyskalkulieexperte in permanenten finanziellen Ungereimtheiten
  • den Verkehrsmanfred, vom politischen Geisterfahrer zum Mautprellerfänger umgeschult
  • Superwolle „Mario“, Meister des erahnten Aufschwungs
  • der Innenschily, außen Minister - innen chili
  • Ihre hängebackige Überheblichkeit, der Aussenjoschka auf dem Weg zu sich selbst
  • Trittin, Umweltguru und Erfinder des Dosenpfands
  • die kühne Ernährungsrenate
  • Mutter Renalda Blamage de Nation, die Blonde mit den großen Herzen
  • Buh, die edle Mahnerin für Verbildung und Verblödung
  • den Verteidigungspeter, der letzte Zinnsoldat

Was als billige Seifenoper begann hat sich zwischenzeitlich zur offenen Schlammschlacht mit unvorhersehbarem Ausgang entwickelt und am Sonntag läuft unter hoher Medienbeteiligung das finale Catch-as-Catch-can ohne wirklichen Unterhaltungswert und mir würde dabei vermutlich nur das Messer im Sack aufgehen.
Diesen Unterhaltungswert werde ich mir daher bei einem Konzert mit Bryan Adams und „Cuts like a Knife“ gönnen.
Da weiß ich, was ich für mein Geld bekomme.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. September 2005 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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16. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Noch zweimal schlafen und dann mein Freund, haben wir die Bescherung.
Am Wahlabend werde ich mir aber die Freudentänze der Sieger, die belämmertern Gesichter der Verlierer und die beiderseitigen dümmlichen Argumentationen über das „Warum und Wieso“ verbunden mit den Hinweisen, dass man das Wahlergebnis, das Wahlverhalten und die Wählerströme erst „analysieren“ müsse, nicht antun.

Mir ging das Wahltheater in den letzten Wochen und Monaten, seit der Bundeskasper nach der verlorenen Wahl in NRW die beleidigte Leberwurst spielte, echt auf die männlichen Weichteile.
Ich habe die Diskussionsrunden, Duelle und Streitgespräche mit den ewig gleichen Pappnasen und den ewig gleichen tumben Sprüchen einfach satt. Letztendlich schien die Nation vollständig verdrängt zu haben, warum Neuwahlen als letzte Möglichkeit zum Machterhalt und Ausweg aus einem politischen und wirtschaftlichen Desaster erscheinen.
Über „verlorene Mehrheiten verursacht durch eine verfehlte Politik und verlorenes Vertrauen in der Bevölkerung“ habe ich die Regierungsparteien nie reden hören. Statt dessen immer nur die Diffamierung des politischen Gegners, der sich mit seinem rasch zusammengekratzten Kompetenzteam auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert und keine echte Alternative und Neubeginn für dieses geplagte Land darstellt.
Was man der Angela, der Jungfrau aus der Uckermarck, die zur Rettung des Vaterlandes angetreten ist, mit ein bisschen Naivität vielleicht noch abnehmen kann, sofern man den Glauben an das Gute im Menschen noch nicht ganz verloren hat, das geht schon bei dem ergrauten Provinzfürsten aus der bayrischen Amigoszene schief. Bis auf ein neues Gesicht, über das sich der politische Gegner dann auch gleich heftig das Maul zerrissen hat, besteht die Mannschaft des schwarzen Teams überwiegend aus abgebrühten Wiederholungstätern.

Team Gelb, bei der letzten Wahl noch im Guidomobil unterwegs und zu etlichen Späßen und Streichen aufgelegt, gibt sich diesmal kämpferisch bereit zur Machtübernahme und wird doch wieder nur den Waagscheißer für die anderen Parteien spielen. Hauptsache ist doch, dass man sich im Wahlkampf durch markige Reden in Szene setzen kann um dann wieder vier Jahre lang ins politische Koma zu fallen und sich in der Bedeutungslosigkeit einzurichten.

Team Rot-Grün hat ja gleich zu Beginn des Wahltheaters betont, dass es sich an der Agenda2010 festhalten will, wie Schiffbrüchige an den letzten Wrackteilen ihrer Sklavengaleere. Allen voran „Ihre Gottheit Gerhard von Schredder, lernresistenter Meister der Selbstbeweihräucherung und der fehlenden Selbstkritik.
Sein allseits gefürchtetes Gruselkabinett umfasst außerdem (unter anderem):

  • die Gesundheitsulla, Deutsche Meisterin im Beitragsprozentrechnen
  • den Finanzhans, Dyskalkulieexperte in permanenten finanziellen Ungereimtheiten
  • den Verkehrsmanfred, vom politischen Geisterfahrer zum Mautprellerfänger umgeschult
  • Superwolle „Mario“, Meister des erahnten Aufschwungs
  • der Innenschily, außen Minister - innen chili
  • Ihre hängebackige Überheblichkeit, der Aussenjoschka auf dem Weg zu sich selbst
  • Trittin, Umweltguru und Erfinder des Dosenpfands
  • die kühne Ernährungsrenate
  • Mutter Renalda Blamage de Nation, die Blonde mit den großen Herzen
  • Buh, die edle Mahnerin für Verbildung und Verblödung
  • den Verteidigungspeter, der letzte Zinnsoldat

Was als billige Seifenoper begann hat sich zwischenzeitlich zur offenen Schlammschlacht mit unvorhersehbarem Ausgang entwickelt und am Sonntag läuft unter hoher Medienbeteiligung das finale Catch-as-Catch-can ohne wirklichen Unterhaltungswert und mir würde dabei vermutlich nur das Messer im Sack aufgehen.
Diesen Unterhaltungswert werde ich mir daher bei einem Konzert mit Bryan Adams und „Cuts like a Knife“ gönnen.
Da weiß ich, was ich für mein Geld bekomme.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. September 2005 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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