Leergutklau

12. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Im wahrsten Sinne des Wortes verwendet wurde nach einem Bericht unseren lokalen Wochenzeitung dieser Tage Leergut.
Unbekannte klauen Leergut – Polizei sucht Zeugen“, war da zu meiner Erheiterung lesen. Und weiter: «Nachdem bis jetzt unbekannte „Langfinger“ einem Einkaufsmarkt bereits am Wochenende einen unerwünschten Besuch abgestattet und Leergut-Kisten geklaut hatten, überkletterten jetzt die Diebe in der Nacht zum Mittwoch erneut den Zaun des Leergut-Lagers und stahlen dabei 123 Getränke-Behältnisse, deren Gesamtwert von der Polizei auf über 500 Euro beziffert wird.»

Mein Gott, was waren das noch Zeiten, als man leere „Getränkebehältnisse“ und „Leergutkisten“ noch ohne Bindestrich geschrieben und nach dem Genuss der Flüssigkeit einfach auf den Müll geworfen hat, weil diese nur „leer“, aber nicht mehr „gut“ waren.
Damals wurden die Leute gesucht und bestraft, weil sie ihren Müll ins Gelände geworfen oder einfach dem Nachbar vor die Haustür gestellt hatten.

Aber seit unser Umweltobersheriff Jürgen Trittin jede Getränkedose per Gesetz zum wertvollen Kleinod gemacht hat, muss man seine antike Getränkedosensammlung ja absichern wie Fort Knox und einen ganzen Steuerberaterstab beschäftigen, um vom Finanzamt nicht zur Vermögensteuerveranlagung hergezogen zu werden.

Dass es sich bei der Sammlung von Leergut um ein einträgliches Geschäft handeln kann erfuhr dieser Tage ein (wirklich sehr entfernter) Bekannter, der nach jahrzehntelangem Alkoholismus für das Leergut in seiner Wohnung einen Kleinwagen eines namhaften deutschen Autoherstellers angeboten bekam. Er musste leider ablehnen, denn wegen Alkohol am Steuer hat man ihm schon vor Jahren den Führerschein entzogen und außerdem passte der Kleinwagen nicht in die Wohnung im ersten Stock. Jetzt hat er um Polizeischutz gebeten und beim Sozialamt die Kosten für eine verstärkte Wohnungstüre nebst Sperrkette beantragt, weil er sich wegen seines Vermögens bedroht sieht. Das Sozialamt hat das Problem derart gelöst, dass ihm wegen eben diesem Vermögen der weitere Bezug von ALG II gestrichen wurde.

Mir drängt sich daher im Zusammenhang mit dem Leergutklau der Verdacht auf, dass sich hier ein angehender Rentner aktiv, wie von den Politikern immer gefordert, um seine Altersvorsorge gekümmert hat. Vielleicht sollte die Polizei mal in diese Richtung ermitteln

Dazu passt auch der letzte Teil der Meldung: «Ins Visier der Ermittler ist der Fahrer eines schwarzen Rollers geraten, der in letzter Zeit mehrfach mit leeren Getränke-Kästen beobachtet wurde. Wer Hinweise auf diesen Mann geben oder sagen kann, wo in den vergangenen Tagen größere Mengen Leergut zurückgegeben wurden, soll sich mit der nächsten Polizeidienststelle in Verbindung setzen.»

Soweit ist es also in dieser unserer Republik schon gekommen, dass man noch nicht einmal mehr mit einem Kasten leerer Getränkeflaschen unterwegs sein darf, ohne den Argwohn der Behörden zu erwecken.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. September 2005 um 05:45:25 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Leergutklau

12. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Im wahrsten Sinne des Wortes verwendet wurde nach einem Bericht unseren lokalen Wochenzeitung dieser Tage Leergut.
Unbekannte klauen Leergut – Polizei sucht Zeugen“, war da zu meiner Erheiterung lesen. Und weiter: «Nachdem bis jetzt unbekannte „Langfinger“ einem Einkaufsmarkt bereits am Wochenende einen unerwünschten Besuch abgestattet und Leergut-Kisten geklaut hatten, überkletterten jetzt die Diebe in der Nacht zum Mittwoch erneut den Zaun des Leergut-Lagers und stahlen dabei 123 Getränke-Behältnisse, deren Gesamtwert von der Polizei auf über 500 Euro beziffert wird.»

Mein Gott, was waren das noch Zeiten, als man leere „Getränkebehältnisse“ und „Leergutkisten“ noch ohne Bindestrich geschrieben und nach dem Genuss der Flüssigkeit einfach auf den Müll geworfen hat, weil diese nur „leer“, aber nicht mehr „gut“ waren.
Damals wurden die Leute gesucht und bestraft, weil sie ihren Müll ins Gelände geworfen oder einfach dem Nachbar vor die Haustür gestellt hatten.

Aber seit unser Umweltobersheriff Jürgen Trittin jede Getränkedose per Gesetz zum wertvollen Kleinod gemacht hat, muss man seine antike Getränkedosensammlung ja absichern wie Fort Knox und einen ganzen Steuerberaterstab beschäftigen, um vom Finanzamt nicht zur Vermögensteuerveranlagung hergezogen zu werden.

Dass es sich bei der Sammlung von Leergut um ein einträgliches Geschäft handeln kann erfuhr dieser Tage ein (wirklich sehr entfernter) Bekannter, der nach jahrzehntelangem Alkoholismus für das Leergut in seiner Wohnung einen Kleinwagen eines namhaften deutschen Autoherstellers angeboten bekam. Er musste leider ablehnen, denn wegen Alkohol am Steuer hat man ihm schon vor Jahren den Führerschein entzogen und außerdem passte der Kleinwagen nicht in die Wohnung im ersten Stock. Jetzt hat er um Polizeischutz gebeten und beim Sozialamt die Kosten für eine verstärkte Wohnungstüre nebst Sperrkette beantragt, weil er sich wegen seines Vermögens bedroht sieht. Das Sozialamt hat das Problem derart gelöst, dass ihm wegen eben diesem Vermögen der weitere Bezug von ALG II gestrichen wurde.

Mir drängt sich daher im Zusammenhang mit dem Leergutklau der Verdacht auf, dass sich hier ein angehender Rentner aktiv, wie von den Politikern immer gefordert, um seine Altersvorsorge gekümmert hat. Vielleicht sollte die Polizei mal in diese Richtung ermitteln

Dazu passt auch der letzte Teil der Meldung: «Ins Visier der Ermittler ist der Fahrer eines schwarzen Rollers geraten, der in letzter Zeit mehrfach mit leeren Getränke-Kästen beobachtet wurde. Wer Hinweise auf diesen Mann geben oder sagen kann, wo in den vergangenen Tagen größere Mengen Leergut zurückgegeben wurden, soll sich mit der nächsten Polizeidienststelle in Verbindung setzen.»

Soweit ist es also in dieser unserer Republik schon gekommen, dass man noch nicht einmal mehr mit einem Kasten leerer Getränkeflaschen unterwegs sein darf, ohne den Argwohn der Behörden zu erwecken.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. September 2005 um 05:45:25 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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