Schuldenmacher

7. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Ist der Ruf erst ruiniert – lebt sich’s gänzlich ungeniert“ ist ein Spätfolge der Wandlung vom gemeinen Schuldner zum Kreditgenießer.

Das hat mir mal ein (ehemaliger) Bekannter erzählt, als ich ihn auf der Bank traf und erstaunt bemerken durfte, dass er von den Bankangestellten viel freundlicher behandelt wurde als andere Kunden der Bank – darunter auch ich.

Darauf angesprochen, meinte er scherzhaft, dass die wohl alle froh seien, dass er noch am Leben und bei guter Gesundheit wäre, denn dann sei sichergestellt, dass er seine Kredite auch weiter pünktlich zurückzahlen könne. Sprach‘s, lachte einmal herzhaft auf und entschwand nach draußen, wo sein neues Mercedescabriolet nebst wesentlich jüngerer Lebensabschnittsgefährtin auf ihn in der Sonne wartete.

Einige Zeit später habe ich dann gehört, dass die Freundin weg sei und mit ihr auch das Cabriolet. Doch die Schulden sind ihm wohl geblieben.

Dass es auch anders gehen kann, zeigt uns in wenigen Tagen ein Schuldenmacher ganz anderen Ausmaßes und damit meine ich jetzt nicht den Baulöwen Schneider, der zur Wiedergutmachung des von ihm angerichteten Schadens Führungen durch Leipzig anbietet und die Tantiemen der von ihm geschriebenen Bücher (Jürgen Schneider, Bekenntnisse eines Baulöwen, Ullstein Verlag, 359 Seiten) in einen Hilfsfond für Handwerker, die unter seiner Pleite gelitten haben, fließen lässt.

Nein, ich meine einen anderen Schuldenmacher, Finanzjongleur und Verfechter der kreativen Buchführung.
Der lässt seine Schulden einfach zurück wenn er geht und muss nicht befürchten, dass er bis an sein Lebensende Bücher schreiben muss, um den von ihm angerichteten Schaden auch nur annähernd gut zu machen.
So viele Bücher über seine unbeschreiblichen Taten kann der Hans Eichel doch gar nicht schreiben. Aber sollte er sich irgendwann einmal dazu durchringen, seine Memoiren zu schreiben, dann würde ich ihm zur Einleitung einen Satz vom Baulöwen Schneider empfehlen:
“Ich schwelgte so sehr in der Fülle meiner Bedeutsamkeit, dass ich glaubte, ungestraft die Gesetze missachten zu können.”

Und jetzt warten wir mal darauf, ob der Finanzhans den Mut aufbringt zur Wiedergutmachung des von ihm angerichteten Schadens Führungen durch die BRddr anzubieten.
Ich wäre sicher einer der Ersten, die diese Möglichkeit nutzen würde um ihm bei dieser Gelegenheit die Hand zu geben: „Mitten ins Gesicht“.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. September 2005 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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7. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Ist der Ruf erst ruiniert – lebt sich’s gänzlich ungeniert“ ist ein Spätfolge der Wandlung vom gemeinen Schuldner zum Kreditgenießer.

Das hat mir mal ein (ehemaliger) Bekannter erzählt, als ich ihn auf der Bank traf und erstaunt bemerken durfte, dass er von den Bankangestellten viel freundlicher behandelt wurde als andere Kunden der Bank – darunter auch ich.

Darauf angesprochen, meinte er scherzhaft, dass die wohl alle froh seien, dass er noch am Leben und bei guter Gesundheit wäre, denn dann sei sichergestellt, dass er seine Kredite auch weiter pünktlich zurückzahlen könne. Sprach‘s, lachte einmal herzhaft auf und entschwand nach draußen, wo sein neues Mercedescabriolet nebst wesentlich jüngerer Lebensabschnittsgefährtin auf ihn in der Sonne wartete.

Einige Zeit später habe ich dann gehört, dass die Freundin weg sei und mit ihr auch das Cabriolet. Doch die Schulden sind ihm wohl geblieben.

Dass es auch anders gehen kann, zeigt uns in wenigen Tagen ein Schuldenmacher ganz anderen Ausmaßes und damit meine ich jetzt nicht den Baulöwen Schneider, der zur Wiedergutmachung des von ihm angerichteten Schadens Führungen durch Leipzig anbietet und die Tantiemen der von ihm geschriebenen Bücher (Jürgen Schneider, Bekenntnisse eines Baulöwen, Ullstein Verlag, 359 Seiten) in einen Hilfsfond für Handwerker, die unter seiner Pleite gelitten haben, fließen lässt.

Nein, ich meine einen anderen Schuldenmacher, Finanzjongleur und Verfechter der kreativen Buchführung.
Der lässt seine Schulden einfach zurück wenn er geht und muss nicht befürchten, dass er bis an sein Lebensende Bücher schreiben muss, um den von ihm angerichteten Schaden auch nur annähernd gut zu machen.
So viele Bücher über seine unbeschreiblichen Taten kann der Hans Eichel doch gar nicht schreiben. Aber sollte er sich irgendwann einmal dazu durchringen, seine Memoiren zu schreiben, dann würde ich ihm zur Einleitung einen Satz vom Baulöwen Schneider empfehlen:
“Ich schwelgte so sehr in der Fülle meiner Bedeutsamkeit, dass ich glaubte, ungestraft die Gesetze missachten zu können.”

Und jetzt warten wir mal darauf, ob der Finanzhans den Mut aufbringt zur Wiedergutmachung des von ihm angerichteten Schadens Führungen durch die BRddr anzubieten.
Ich wäre sicher einer der Ersten, die diese Möglichkeit nutzen würde um ihm bei dieser Gelegenheit die Hand zu geben: „Mitten ins Gesicht“.

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