Computerspiele

5. September 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Deutschland droht bei Computerspiele-Entwicklung den Anschluss zu verpassen“.
Mit dieser Horrormeldung sah ich mich dieser Tage im Newsticker auf den Webseiten von www.heise.de konfrontiert.
Weiter war zu lesen: „Deutschland hinke bei der Entwicklung von Computer- und Videospielen international hinterher“.
Ich schäme mich nicht einzugestehen, dass ich längere Zeit versucht habe mir dies bildlich vorzustellen. Deutschland fußlahm und siech, womöglich noch an Krücken, verzweifelt versuchenden dem technologischen Fortschritt des Auslandes hinterher zu hinken.
Wahrlich ein Bild des digitalen Grauens.

Herausgefunden haben diesen erbärmlichen Zustand der bundesdeutschen Spieleentwicklerszene die Universitäten Jena und Greifswald in einem einjährigen Forschungsprojekt, dessen Ergebnis auf dem Thüringer Mediensymposium in Erfurt der erstaunten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bei mir löste der Genuss dieser Nachricht den spontane Wunsch nach Einführung von Studiengebühren in einer derartigen Heftigkeit aus, dass es selbst mich überraschte.
Zumindest an den genannten Universitäten sollte man alsbald über Maßnahmen nachdenken, die nachhaltig zu einer Anhebung der geistigen Reife Studierender über die eines gerade eingeschulten Erstklässlers führen sollten.

«Für Thüringen, das sich als Kindermedienstandort weiter entwickeln will, empfehlen die Autoren der Studie den Aufbau eines Spielekompetenzzentrums. Dieses solle bereits ansässige Firmen in ihrem Wachstum stärken und die Ansiedlung neuer Produktions- und Vertriebstöchter oder Filialen unterstützen. Notwendig seien ferner spezielle Ausbildungsgänge. Ziel eines solchen Zentrums sollte es sein, dass international konkurrenzfähige Computer- und Videospiele aus Thüringen angeboten werden können, die im Zusammenhang mit der Kindermedienlandstrategie stünden. Denkbar sei eine enge Zusammenarbeit mit dem im Erfurt ansässigen Kinderkanal von ARD und ZDF»

Dieser Text steht original so bei Heise-Online.
Trotz mehrerer Versuche ist es mir nicht gelungen, diesen, sicher satirisch gemeinten Text, zu entschärfen und seine politische Brisanz erträglich zu machen.
Stellen Sie sich mal ein Spielekompetenzzentrum für Adventure Games, 2D und Ego-Shooter, Jump’n Run oder Survival Horror made in Thüringen vor.
Da könnte man aus Investorensicht ja gleich fliegende Zigarren aufpusten, Chipfabriken in den Sand setzen oder Rennstrecken in die Lausitz fräsen lassen.
Sowas kann man sich wirklich nur in enger (finanzieller) Zusammenarbeit mit dem Kinderkanal von ARD und ZDF vorstellen.
GEZ sei Dank!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. September 2005 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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5. September 2005 05:45

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„Deutschland droht bei Computerspiele-Entwicklung den Anschluss zu verpassen“.
Mit dieser Horrormeldung sah ich mich dieser Tage im Newsticker auf den Webseiten von www.heise.de konfrontiert.
Weiter war zu lesen: „Deutschland hinke bei der Entwicklung von Computer- und Videospielen international hinterher“.
Ich schäme mich nicht einzugestehen, dass ich längere Zeit versucht habe mir dies bildlich vorzustellen. Deutschland fußlahm und siech, womöglich noch an Krücken, verzweifelt versuchenden dem technologischen Fortschritt des Auslandes hinterher zu hinken.
Wahrlich ein Bild des digitalen Grauens.

Herausgefunden haben diesen erbärmlichen Zustand der bundesdeutschen Spieleentwicklerszene die Universitäten Jena und Greifswald in einem einjährigen Forschungsprojekt, dessen Ergebnis auf dem Thüringer Mediensymposium in Erfurt der erstaunten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bei mir löste der Genuss dieser Nachricht den spontane Wunsch nach Einführung von Studiengebühren in einer derartigen Heftigkeit aus, dass es selbst mich überraschte.
Zumindest an den genannten Universitäten sollte man alsbald über Maßnahmen nachdenken, die nachhaltig zu einer Anhebung der geistigen Reife Studierender über die eines gerade eingeschulten Erstklässlers führen sollten.

«Für Thüringen, das sich als Kindermedienstandort weiter entwickeln will, empfehlen die Autoren der Studie den Aufbau eines Spielekompetenzzentrums. Dieses solle bereits ansässige Firmen in ihrem Wachstum stärken und die Ansiedlung neuer Produktions- und Vertriebstöchter oder Filialen unterstützen. Notwendig seien ferner spezielle Ausbildungsgänge. Ziel eines solchen Zentrums sollte es sein, dass international konkurrenzfähige Computer- und Videospiele aus Thüringen angeboten werden können, die im Zusammenhang mit der Kindermedienlandstrategie stünden. Denkbar sei eine enge Zusammenarbeit mit dem im Erfurt ansässigen Kinderkanal von ARD und ZDF»

Dieser Text steht original so bei Heise-Online.
Trotz mehrerer Versuche ist es mir nicht gelungen, diesen, sicher satirisch gemeinten Text, zu entschärfen und seine politische Brisanz erträglich zu machen.
Stellen Sie sich mal ein Spielekompetenzzentrum für Adventure Games, 2D und Ego-Shooter, Jump’n Run oder Survival Horror made in Thüringen vor.
Da könnte man aus Investorensicht ja gleich fliegende Zigarren aufpusten, Chipfabriken in den Sand setzen oder Rennstrecken in die Lausitz fräsen lassen.
Sowas kann man sich wirklich nur in enger (finanzieller) Zusammenarbeit mit dem Kinderkanal von ARD und ZDF vorstellen.
GEZ sei Dank!

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