Verkehrsprobleme

25. Juli 2006 05:45

Jede Art von Verkehr ist eine teure Angelegenheit und kann in extremen Fällen zur Existenzgefährdung, Invalidität oder gar zum Tode führen.
Das gilt sowohl für den Verkehr im zwischenmenschlichen Bereich genauso wie für den Verkehr auf öffentlichen Plätzen und Straßen.
Sie werden weltweit wohl kaum jemand finden der keine eigene Meinung zum Thema „Verkehr“ hat.
Den Einen ist es zu wenig Verkehr, den Anderen zuviel. Und über dieses zuviel an Verkehr haben sich Experten aller Art schon immer ihre Gedanken gemacht, denn zuviel Verkehr macht nicht nur wund, sondern auch. Stau. Und so muss man sich nicht wundern, dass in Fachzeitschriften immer wieder Ergüsse zur Problematik des Verkehr zu finden sind und das nicht nur zum penetrierenden Verkehr, sondern auch zur Penetranz des Verkehr.

Im konkreten Fall haben sich Verkehrsexperten in der Zeitschrift „Technology Review“ zu den Folgen von zuviel Verkehr geäußert, denn dort stand dieser Tage zu lesen, dass „Staus die Autofahrer mit ähnlicher Penetranz verfolgen wie ein Drängler auf der linken Spur“.

Ich weiß nun nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe Drängler meist hinter mir und die Staus vor mir, wobei mir der Unterschied zwischen einem Stau und einer Schlange sehr wohl bewusst ist.
Dennoch möchte ich an dieser Stelle nicht weiter über meinen exzellenten Fahrstil und die Verhaltensweise der anderen Pappnasen auf der Straße philosophieren, sondern die Verkehrsexperten im Technologiemagazin Technology Review zu Wort kommen lassen, denn es ist (sicher nicht nur für mich) äußerst interessant, wie diese „Experten“ die Verkehrsprobleme auf den Straßen in den Griff bekommen wollen:
«Die Maut für alle wird kommen, die Frage ist nur, wann und wie. Eine Benutzungsgebühr für alle Straßen und sämtliche Fahrzeuge solle die Mineralöl- und Kraftfahrzeugsteuer vollständig ersetzen – dadurch gäbe es keinen Ausweichverkehr mehr. Je nach Verkehrsbelastung sollen noch einmal bis zu 50 Prozent auf die Basisgebühr aufgeschlagen werden, um eine verkehrslenkende Wirkung zu erzielen. Denkbar wäre, in einem weiteren Schritt den Verkehrszuschlag so lange zu erhöhen, bis es keinen Stau mehr gibt. Ein Platz auf einer gefragten Straße würde so gewissermaßen meistbietend versteigert»

Damit ist wohl auch jedem Nicht-Verkehrsexperten klar, dass die Experten mit „in den Griff bekommen“ wohl primär den Griff in den Geldbeutel der Verkehrsteilnehmer gemeint haben. Nun ist die technische Umsetzung einer Verkehrswegebenutzungsgebühr mit variablen Multiplikatoren wie Verkehrsdichte, Geschwindigkeit, Fahrverhalten und Uhrzeit kein Hexenwerk mehr. Auch die Einbeziehung weitere Faktoren wie Fahrzeugtyp, Spritverbrauch oder ähnliches können durchaus mit in die Berechnung einbezogen werden.
Natürlich kann man dann die Gebühren verkehrsbedingt so dynamisieren, bis sich aus existenziellen Gründen nur noch besserverdienende Verkehrsteilnehmer auf der Straße befinden. Der Stau würde sich dann zwar auflösen weil ihm der Nachschub entzogen wird, aber hätten die Experten damit das Verkehrsproblem an sich gelöst?
Sicher nicht, denn um ein Problem zu lösen muss man erst einmal verstehen warum es besteht.
Das darf bei den Experten der Zeitschrift „Technology Review“ extremst bezweifelt werden.

Warum sind denn soviele Autofahrer im Stau unterwegs?
Warum fahren denn alle morgens zeitgleich in die Firma und abends wieder nach Hause.
Warum wohnen die Menschen denn nicht da wo sie arbeiten?
Warum produzieren Firmen die Waren nicht dort wo sie gebraucht werden?
Warum bleiben die Menschen im Urlaub nicht zu Hause?

Ich weiß, das sind schwierige Fragen, an denen sich schon Experten aus aller Herren Länder die Zähne ausgebissen und den Arsch vergoldet haben.
Oder können Sie die Frage beantworten warum sich zum Beispiel 40.000 Menschen zeitgleich auf den Weg zu einem Fußballstadion machen um nach knapp zwei Stunden zeitgleich wieder nach Hause zu wollen?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 25. Juli 2006 um 05:45:53 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Verkehrsprobleme

25. Juli 2006 05:45

Jede Art von Verkehr ist eine teure Angelegenheit und kann in extremen Fällen zur Existenzgefährdung, Invalidität oder gar zum Tode führen.
Das gilt sowohl für den Verkehr im zwischenmenschlichen Bereich genauso wie für den Verkehr auf öffentlichen Plätzen und Straßen.
Sie werden weltweit wohl kaum jemand finden der keine eigene Meinung zum Thema „Verkehr“ hat.
Den Einen ist es zu wenig Verkehr, den Anderen zuviel. Und über dieses zuviel an Verkehr haben sich Experten aller Art schon immer ihre Gedanken gemacht, denn zuviel Verkehr macht nicht nur wund, sondern auch. Stau. Und so muss man sich nicht wundern, dass in Fachzeitschriften immer wieder Ergüsse zur Problematik des Verkehr zu finden sind und das nicht nur zum penetrierenden Verkehr, sondern auch zur Penetranz des Verkehr.

Im konkreten Fall haben sich Verkehrsexperten in der Zeitschrift „Technology Review“ zu den Folgen von zuviel Verkehr geäußert, denn dort stand dieser Tage zu lesen, dass „Staus die Autofahrer mit ähnlicher Penetranz verfolgen wie ein Drängler auf der linken Spur“.

Ich weiß nun nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe Drängler meist hinter mir und die Staus vor mir, wobei mir der Unterschied zwischen einem Stau und einer Schlange sehr wohl bewusst ist.
Dennoch möchte ich an dieser Stelle nicht weiter über meinen exzellenten Fahrstil und die Verhaltensweise der anderen Pappnasen auf der Straße philosophieren, sondern die Verkehrsexperten im Technologiemagazin Technology Review zu Wort kommen lassen, denn es ist (sicher nicht nur für mich) äußerst interessant, wie diese „Experten“ die Verkehrsprobleme auf den Straßen in den Griff bekommen wollen:
«Die Maut für alle wird kommen, die Frage ist nur, wann und wie. Eine Benutzungsgebühr für alle Straßen und sämtliche Fahrzeuge solle die Mineralöl- und Kraftfahrzeugsteuer vollständig ersetzen – dadurch gäbe es keinen Ausweichverkehr mehr. Je nach Verkehrsbelastung sollen noch einmal bis zu 50 Prozent auf die Basisgebühr aufgeschlagen werden, um eine verkehrslenkende Wirkung zu erzielen. Denkbar wäre, in einem weiteren Schritt den Verkehrszuschlag so lange zu erhöhen, bis es keinen Stau mehr gibt. Ein Platz auf einer gefragten Straße würde so gewissermaßen meistbietend versteigert»

Damit ist wohl auch jedem Nicht-Verkehrsexperten klar, dass die Experten mit „in den Griff bekommen“ wohl primär den Griff in den Geldbeutel der Verkehrsteilnehmer gemeint haben. Nun ist die technische Umsetzung einer Verkehrswegebenutzungsgebühr mit variablen Multiplikatoren wie Verkehrsdichte, Geschwindigkeit, Fahrverhalten und Uhrzeit kein Hexenwerk mehr. Auch die Einbeziehung weitere Faktoren wie Fahrzeugtyp, Spritverbrauch oder ähnliches können durchaus mit in die Berechnung einbezogen werden.
Natürlich kann man dann die Gebühren verkehrsbedingt so dynamisieren, bis sich aus existenziellen Gründen nur noch besserverdienende Verkehrsteilnehmer auf der Straße befinden. Der Stau würde sich dann zwar auflösen weil ihm der Nachschub entzogen wird, aber hätten die Experten damit das Verkehrsproblem an sich gelöst?
Sicher nicht, denn um ein Problem zu lösen muss man erst einmal verstehen warum es besteht.
Das darf bei den Experten der Zeitschrift „Technology Review“ extremst bezweifelt werden.

Warum sind denn soviele Autofahrer im Stau unterwegs?
Warum fahren denn alle morgens zeitgleich in die Firma und abends wieder nach Hause.
Warum wohnen die Menschen denn nicht da wo sie arbeiten?
Warum produzieren Firmen die Waren nicht dort wo sie gebraucht werden?
Warum bleiben die Menschen im Urlaub nicht zu Hause?

Ich weiß, das sind schwierige Fragen, an denen sich schon Experten aus aller Herren Länder die Zähne ausgebissen und den Arsch vergoldet haben.
Oder können Sie die Frage beantworten warum sich zum Beispiel 40.000 Menschen zeitgleich auf den Weg zu einem Fußballstadion machen um nach knapp zwei Stunden zeitgleich wieder nach Hause zu wollen?

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