Verkehrshinweise

18. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Nach einer Umfrage des Auto Club Europa (ACE) seien viele Autofahrer mit den typischen Verkehrshinweisen überfordert. Auch setze die Aufmerksamkeit der Autofahrer gleich ganz aus, wenn der Sprecher die Meldung beispielsweise mit schriller, monotoner oder metallener Stimme vortrage. Laut ACE wurde mehrheitlich der Satz des Nachrichtensprechers: “A5 Karlsruhe Richtung Basel zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr” als eher missverständlich, fehlerhaft oder belanglos eingestuft.

Also ich kenne mich in dieser Ecke dieser Republik einigermaßen aus, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich mit dieser Verkehrsmeldung auch so meine Probleme hätte. Zwar weiß ich ungefähr wo Karlsruhe ist und ich weiß auch, dass Basel südlich davon liegt. Aber wenn Sie mich jetzt fragen, wo genau Rastatt und die Raststätte Baden-Baden einzusortieren sind – dann müsste ich auch passen.

Erschwert wird das Verstehen und Begreifen der Verkehrshinweise ja auch meist noch durch:
a. Fahrgeräusche
b. Handyklingeln
c. quatschende Beifahrer
d. quengelnde Kinder auf dem Rücksitz
e. radikale Drängler
f. Rechtsüberholer
g. permanente Linksfahrer
h. abrupte Spurwechsler
i. wilde Raser
j. stinkende Brummis
k. und alle anderen Arschlöcher, die auch nicht Auto fahren können

Sie kennen diese alltäglichen Situationen im Leben eines Autofahrers ja sicher auch zur Genüge. Eingekeilt in eine Blechlawine von offensichtlich wildgewordenen Fahrschülern und Vollidioten versuchen Sie ihr Reiseziel lebend zu erreichen und hören dann plötzlich, ohne Vorwarnung, dieses schreckliche Geräusch.
Dieses Geräusch, mit dem Ihnen die „aktuellsten Verkehrsnachrichten im Lande“ angekündigt werden, hört sich an als würde jemand von Ihrem Nobelhobel den Metalliclack nebst Grundierung vom vorderen Kotflügel bis zum Rücklicht mit einem Schraubenzieher abschrammen.
Danach beginnt auf einem sprachlichen Frequenzniveau das an eine keifende Ehefrau oder einen Kastraten erinnert, ein Stakkato von regional unsortierten Stummelsätzchen wie „A5 Karlsruhe Richtung Basel zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr”.

Schon die erste Information in diesem Satz löst doch beim Hörer Verwirrung aus.
„A5“ – welcher A5, vor mir fährt ein langsamer A3 und hinter mir ein schneller A8.
„Karlsruhe“ – bin ich da schon vorbei, oder kommt das noch?
„Richtung Basel“ – das ist doch in der Schweiz, odddr?
„zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden“ – wo verdammt noch mal ist denn das?
„Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr“ – vermutlich wieder Schaulustige, die den Polen beim Arbeiten zuschauen!

Apropos Verkehr!
Hatte ich auch schon lange nicht mehr, noch nicht einmal stockend. Früher hieß das in den Nachrichten immer „zähflüssiger Verkehr“ oder „stehender Verkehr“ meist hinter einer unübersichtlichen Kurve oder Kuppe.
Ich aus reiner Neugier nix wie hin und was war?
Kein Verkehr, weder stehend noch zähfließend, nur Stau.
Und mal ganz ehrlich - haben Sie auf der Autobahn schon mal diese unübersichtliche Kuppenkurve gefunden?

Statt dieser blödsinnigen Verkehrsdurchsagen mit einem Informationswert knapp über dem Intelligenzquotienten einer gewöhnlichen Küchenschabe, gibt es doch in diesem unseren Lande ganz andere technische Möglichkeiten um Verkehrsteilnehmer individuell zu beraten. Zwischenzeitlich hängen doch unter fast jeder Brückenunterführung Kameras, die sowohl das Kennzeichen des Fahrzeugs als auch die biometrischen Daten des Lenkers und des Beifahrers automatisch erfassen. Mit einem Zugriff auf die Datenbanken des Bundeskriminalamtes (BKA) in Pieselbaden und des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Pullerach verbunden mit einem Abgleich der bisher gespeicherten Bewegungsprofile könnten mit einer Wahrscheinlichkeit nahe 100% das Fahrziel ermittelt werden. Ein weiterer Abgleich mit den zur Terrorbekämpfung über lange Zeit gespeicherten Telefonverbindungs- und Gesprächsprotokollen würde zudem noch Aufschluss über den Reisezweck ergeben.
Über Satellitensysteme, GPS und die bereits vorhandenen Mautbrücken wäre es dann nur noch notwenig die Motorenelektronik des Fahrzeugs zu beeinflussen und die Geschwindigkeit so zu verändern, dass es auf der geplanten Fahrstrecke gar nicht mehr zu „zähfließendem Verkehr mit Stillstand“ kommen könnte.

Damit könnte man zumindest verhindern, dass die Quietschestimmchen der Verkehrmoderatoren die Nerven der Autofahrer töten. Sicher würde sich eine solche Maßnahme auch vorteilhaft auf die Volksgesundheit auswirken und zu einer nicht unerheblichen Kostensenkung im Gesundheitswesen führen, mit der man die Überwachung des fließenden Verkehrs finanzieren könnte.
Und für den ruhenden, stehenden und liegenden Verkehr könnte man mit Hilfe der Elektronik auch noch eine innovative Lösung für die „Verkehrshinweise“ finden.
Ein guter Ansatz wäre hier sicher die Weiterentwicklung der „Radio Frequency IDentification (RFID)“ Technologie zur „Radio Frequency Identification Copulation Kick (RFICK)“ Technologie, die von den Verkehrsteilnehmern bequem unter der Haut getragen werden könnte.

Das wäre doch endlich mal eine diskrete Art der Verkehrssteuerung, die sich langfristig auch durch steigenden Bevölkerungszahlen bemerkbar machen würde.
Dies würde zu einer Entlastung der angespannten Finanzlage der Rentenkassen führen, ohne diese Art von Verkehr mit zusätzlichen Abgaben belasten zu müssen.

Man sollte mal den Verkehrsmanfred auf diese innovative Art der Verkehrsmauterhebung hinweisen, bevor er aus dem Amt ausgeschieden wird.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. August 2005 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Verkehrshinweise

18. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Nach einer Umfrage des Auto Club Europa (ACE) seien viele Autofahrer mit den typischen Verkehrshinweisen überfordert. Auch setze die Aufmerksamkeit der Autofahrer gleich ganz aus, wenn der Sprecher die Meldung beispielsweise mit schriller, monotoner oder metallener Stimme vortrage. Laut ACE wurde mehrheitlich der Satz des Nachrichtensprechers: “A5 Karlsruhe Richtung Basel zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr” als eher missverständlich, fehlerhaft oder belanglos eingestuft.

Also ich kenne mich in dieser Ecke dieser Republik einigermaßen aus, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich mit dieser Verkehrsmeldung auch so meine Probleme hätte. Zwar weiß ich ungefähr wo Karlsruhe ist und ich weiß auch, dass Basel südlich davon liegt. Aber wenn Sie mich jetzt fragen, wo genau Rastatt und die Raststätte Baden-Baden einzusortieren sind – dann müsste ich auch passen.

Erschwert wird das Verstehen und Begreifen der Verkehrshinweise ja auch meist noch durch:
a. Fahrgeräusche
b. Handyklingeln
c. quatschende Beifahrer
d. quengelnde Kinder auf dem Rücksitz
e. radikale Drängler
f. Rechtsüberholer
g. permanente Linksfahrer
h. abrupte Spurwechsler
i. wilde Raser
j. stinkende Brummis
k. und alle anderen Arschlöcher, die auch nicht Auto fahren können

Sie kennen diese alltäglichen Situationen im Leben eines Autofahrers ja sicher auch zur Genüge. Eingekeilt in eine Blechlawine von offensichtlich wildgewordenen Fahrschülern und Vollidioten versuchen Sie ihr Reiseziel lebend zu erreichen und hören dann plötzlich, ohne Vorwarnung, dieses schreckliche Geräusch.
Dieses Geräusch, mit dem Ihnen die „aktuellsten Verkehrsnachrichten im Lande“ angekündigt werden, hört sich an als würde jemand von Ihrem Nobelhobel den Metalliclack nebst Grundierung vom vorderen Kotflügel bis zum Rücklicht mit einem Schraubenzieher abschrammen.
Danach beginnt auf einem sprachlichen Frequenzniveau das an eine keifende Ehefrau oder einen Kastraten erinnert, ein Stakkato von regional unsortierten Stummelsätzchen wie „A5 Karlsruhe Richtung Basel zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr”.

Schon die erste Information in diesem Satz löst doch beim Hörer Verwirrung aus.
„A5“ – welcher A5, vor mir fährt ein langsamer A3 und hinter mir ein schneller A8.
„Karlsruhe“ – bin ich da schon vorbei, oder kommt das noch?
„Richtung Basel“ – das ist doch in der Schweiz, odddr?
„zwischen Rastatt und Raststätte Baden-Baden“ – wo verdammt noch mal ist denn das?
„Baustelle, vier Kilometer stockender Verkehr“ – vermutlich wieder Schaulustige, die den Polen beim Arbeiten zuschauen!

Apropos Verkehr!
Hatte ich auch schon lange nicht mehr, noch nicht einmal stockend. Früher hieß das in den Nachrichten immer „zähflüssiger Verkehr“ oder „stehender Verkehr“ meist hinter einer unübersichtlichen Kurve oder Kuppe.
Ich aus reiner Neugier nix wie hin und was war?
Kein Verkehr, weder stehend noch zähfließend, nur Stau.
Und mal ganz ehrlich - haben Sie auf der Autobahn schon mal diese unübersichtliche Kuppenkurve gefunden?

Statt dieser blödsinnigen Verkehrsdurchsagen mit einem Informationswert knapp über dem Intelligenzquotienten einer gewöhnlichen Küchenschabe, gibt es doch in diesem unseren Lande ganz andere technische Möglichkeiten um Verkehrsteilnehmer individuell zu beraten. Zwischenzeitlich hängen doch unter fast jeder Brückenunterführung Kameras, die sowohl das Kennzeichen des Fahrzeugs als auch die biometrischen Daten des Lenkers und des Beifahrers automatisch erfassen. Mit einem Zugriff auf die Datenbanken des Bundeskriminalamtes (BKA) in Pieselbaden und des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Pullerach verbunden mit einem Abgleich der bisher gespeicherten Bewegungsprofile könnten mit einer Wahrscheinlichkeit nahe 100% das Fahrziel ermittelt werden. Ein weiterer Abgleich mit den zur Terrorbekämpfung über lange Zeit gespeicherten Telefonverbindungs- und Gesprächsprotokollen würde zudem noch Aufschluss über den Reisezweck ergeben.
Über Satellitensysteme, GPS und die bereits vorhandenen Mautbrücken wäre es dann nur noch notwenig die Motorenelektronik des Fahrzeugs zu beeinflussen und die Geschwindigkeit so zu verändern, dass es auf der geplanten Fahrstrecke gar nicht mehr zu „zähfließendem Verkehr mit Stillstand“ kommen könnte.

Damit könnte man zumindest verhindern, dass die Quietschestimmchen der Verkehrmoderatoren die Nerven der Autofahrer töten. Sicher würde sich eine solche Maßnahme auch vorteilhaft auf die Volksgesundheit auswirken und zu einer nicht unerheblichen Kostensenkung im Gesundheitswesen führen, mit der man die Überwachung des fließenden Verkehrs finanzieren könnte.
Und für den ruhenden, stehenden und liegenden Verkehr könnte man mit Hilfe der Elektronik auch noch eine innovative Lösung für die „Verkehrshinweise“ finden.
Ein guter Ansatz wäre hier sicher die Weiterentwicklung der „Radio Frequency IDentification (RFID)“ Technologie zur „Radio Frequency Identification Copulation Kick (RFICK)“ Technologie, die von den Verkehrsteilnehmern bequem unter der Haut getragen werden könnte.

Das wäre doch endlich mal eine diskrete Art der Verkehrssteuerung, die sich langfristig auch durch steigenden Bevölkerungszahlen bemerkbar machen würde.
Dies würde zu einer Entlastung der angespannten Finanzlage der Rentenkassen führen, ohne diese Art von Verkehr mit zusätzlichen Abgaben belasten zu müssen.

Man sollte mal den Verkehrsmanfred auf diese innovative Art der Verkehrsmauterhebung hinweisen, bevor er aus dem Amt ausgeschieden wird.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. August 2005 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)