Weinkrampf

16. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Letzten Sonntag habe ich mich mitten in das Sommerinterview in der ARD reingezappt und den Bundesgerd gesehen, wie er mit zwei Journalisten über die Lage der Nation geplaudert hat.
Irgendwie sah der Gerd ganz gut aus. Zumindest was von ihm über dem Tischchen zu sehen war. Die andere Hälfte soll ja beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit heftig gelitten haben. Trotzdem bin ich den Eindruck nicht losgeworden, dass der Gerd sich wacker weiterschlägt.

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber mir hat das Gespräch richtig Sicherheit gegeben.
Sicherheit, dass es um eine Republik, deren Kanzler noch so gut aussieht und auf jede Frage eine super Antwort hat, gar nicht schlecht stehen kann.
Der Bundesgerd hat auf jede Frage eine Antwort gewusst, geradeso als würde er sie vom Manuskript ablesen oder hätte sie auswendig gelernt. Na ja, zugegeben, nach sieben Jahren muss er die Mehrzahl seiner Sprüche ja auch langsam auswendig kennen.
OK, ich geb ja zu, dass er bei der Sache mit den Arbeitslosenzahlen die Division mit der Multiplikation verwechselt hat, aber andere verwechseln halt Brutto mit Netto oder gar Rechts mit Links und da wird auch nicht so ein Gedöns gemacht.

Also ich finde, dass der Gerd so deutlich sagt, was er dann nicht macht, das ist ihm hoch anzurechnen. Gucken Sie sich mal um, wo sie sowas heute noch finden! Soviel Mühe macht sich doch niemand mehr!
So viele Worte und so schöne Sätze über Arbeit für alle und soziale Gerechtigkeit und das alles. Sowas hören Sie doch sonst nur noch in der Kirche oder auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft, wenn die Bosse von oben durch Mikrofon zum Volk unten sprechen, bevor sie mit ihrer Limousine und Chauffeur wieder davon brausen, um rechtzeitig zur nächsten Aufsichtsratsitzung zu kommen.

Also wirklich, da müssen Sie mir Recht geben, es gibt kaum jemand, der so präzise ausdrücken kann und so umfassend beschreiben kann, was er dann wieder nicht macht oder schafft – wie der Bundesgerd.
Aber egal was er im Moment tut und redet, es sieht nicht gut aus für ihn. Na ja, ist ja auch kein Wunder, wenn man so lange nur Mist gebaut hat. Also wenn ihm jetzt nicht bald ein größeres Unwetter oder eine Katastrophe zur Hilfe eilt, dann seh ich schwarz für ihn.

So schwarz wie die von der anderen Partei, die dem Bürger jetzt die Wahrheit sagen wollen, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Die wollen die Bürger doch nur zum Trinken animieren und besoffen machen. Ja echt, die wollen aus dieser Republik ein Paradies für Alkoholiker machen und rennen überall rum, um den Leuten reinen Wein einzuschenken. Aber wenn sie gefragt werden, ob das Weißwein ist oder Rotwein, deutscher Qualitätswein oder französischer Landwein, dann haben die darauf keine Antwort. Und kommen Sie nur nicht auf die Idee mal eine fachlich fundierte Frage zu stellen, nach dem Öchslegraden von dem Wahrheitswein zum Beispiel, oder gar nach der Hanglage. Null Ahnung haben die Reinweineinschenker. Die können noch nicht einmal Brutto vom Netto unterscheiden, aber sie wollen einfach da 2% wegnehmen und dort 2% zugeben und fertig. Der Rest wird sich dann schon von selber richten.
Aber wenn Sie dort nach der Zukunft fragen, dann hören Sie von den Schwarzen auch nur was die Roten in der Vergangenheit falsch gemacht haben.
Von wegen Visionen, von wegen Konzepte, von wegen Planung. Das ist eher so eine Art Vorhersage auf die Lottozahlen, mit einer Trefferwahrscheinlichkeit geringer als vom Blitz erschlagen zu werden.

Für die Einen ist es noch zum Weinen, für die Anderen schon zum Rotz und Wasser heulen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. August 2005 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Weinkrampf

16. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Letzten Sonntag habe ich mich mitten in das Sommerinterview in der ARD reingezappt und den Bundesgerd gesehen, wie er mit zwei Journalisten über die Lage der Nation geplaudert hat.
Irgendwie sah der Gerd ganz gut aus. Zumindest was von ihm über dem Tischchen zu sehen war. Die andere Hälfte soll ja beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit heftig gelitten haben. Trotzdem bin ich den Eindruck nicht losgeworden, dass der Gerd sich wacker weiterschlägt.

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber mir hat das Gespräch richtig Sicherheit gegeben.
Sicherheit, dass es um eine Republik, deren Kanzler noch so gut aussieht und auf jede Frage eine super Antwort hat, gar nicht schlecht stehen kann.
Der Bundesgerd hat auf jede Frage eine Antwort gewusst, geradeso als würde er sie vom Manuskript ablesen oder hätte sie auswendig gelernt. Na ja, zugegeben, nach sieben Jahren muss er die Mehrzahl seiner Sprüche ja auch langsam auswendig kennen.
OK, ich geb ja zu, dass er bei der Sache mit den Arbeitslosenzahlen die Division mit der Multiplikation verwechselt hat, aber andere verwechseln halt Brutto mit Netto oder gar Rechts mit Links und da wird auch nicht so ein Gedöns gemacht.

Also ich finde, dass der Gerd so deutlich sagt, was er dann nicht macht, das ist ihm hoch anzurechnen. Gucken Sie sich mal um, wo sie sowas heute noch finden! Soviel Mühe macht sich doch niemand mehr!
So viele Worte und so schöne Sätze über Arbeit für alle und soziale Gerechtigkeit und das alles. Sowas hören Sie doch sonst nur noch in der Kirche oder auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft, wenn die Bosse von oben durch Mikrofon zum Volk unten sprechen, bevor sie mit ihrer Limousine und Chauffeur wieder davon brausen, um rechtzeitig zur nächsten Aufsichtsratsitzung zu kommen.

Also wirklich, da müssen Sie mir Recht geben, es gibt kaum jemand, der so präzise ausdrücken kann und so umfassend beschreiben kann, was er dann wieder nicht macht oder schafft – wie der Bundesgerd.
Aber egal was er im Moment tut und redet, es sieht nicht gut aus für ihn. Na ja, ist ja auch kein Wunder, wenn man so lange nur Mist gebaut hat. Also wenn ihm jetzt nicht bald ein größeres Unwetter oder eine Katastrophe zur Hilfe eilt, dann seh ich schwarz für ihn.

So schwarz wie die von der anderen Partei, die dem Bürger jetzt die Wahrheit sagen wollen, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Die wollen die Bürger doch nur zum Trinken animieren und besoffen machen. Ja echt, die wollen aus dieser Republik ein Paradies für Alkoholiker machen und rennen überall rum, um den Leuten reinen Wein einzuschenken. Aber wenn sie gefragt werden, ob das Weißwein ist oder Rotwein, deutscher Qualitätswein oder französischer Landwein, dann haben die darauf keine Antwort. Und kommen Sie nur nicht auf die Idee mal eine fachlich fundierte Frage zu stellen, nach dem Öchslegraden von dem Wahrheitswein zum Beispiel, oder gar nach der Hanglage. Null Ahnung haben die Reinweineinschenker. Die können noch nicht einmal Brutto vom Netto unterscheiden, aber sie wollen einfach da 2% wegnehmen und dort 2% zugeben und fertig. Der Rest wird sich dann schon von selber richten.
Aber wenn Sie dort nach der Zukunft fragen, dann hören Sie von den Schwarzen auch nur was die Roten in der Vergangenheit falsch gemacht haben.
Von wegen Visionen, von wegen Konzepte, von wegen Planung. Das ist eher so eine Art Vorhersage auf die Lottozahlen, mit einer Trefferwahrscheinlichkeit geringer als vom Blitz erschlagen zu werden.

Für die Einen ist es noch zum Weinen, für die Anderen schon zum Rotz und Wasser heulen.

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