Abschreibung

12. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Deutsche Führungselite schreibt Schröder ab“. titelte der Spiegel am 19. Juli 2005.
Im Jahr davor hätte diese Schlagzeile noch „Deutsche Führungselite schreibt bei Schröder ab“ gelautet. Aber so ändern sich halt die Zeiten, wenn sich etwas abnutzt oder nutzlos wird. Betriebswirtschaftlich und fiskalisch nennt man einen derartigen Vorgang sowohl in der linearen als auch in der degressiven Form „Abschreibung für Abnutzung (AfA)“ und berücksichtigt damit, dass jedes Wirtschaftsgut nur eine begrenzte Nutzungsdauer hat.
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass das Wirtschaftsgut Schröder für die Wirtschaft jetzt nicht mehr gut genug ist und deshalb bis auf einen Erinnerungswert von 1 € abgeschrieben wird.
Dieser eine Euro Erinnerungswert deckt sich betragsmäßig exakt mit den 1-Euro-Jobs, die vielen Betroffenen für immer in Erinnerung bleiben werden..

Nun ist neben der Tatsache, wie rasch die deutschen Wirtschaftsbosse von ihrem einstigen Genossen der Bosse abrücken, durchaus auch interessant, was die deutsche Führungselite denn von einer neuen Regierung erwartet:

  • 61 Prozent erhoffen sich von der Kanzlerkandidatin der Union eine “echte politische Zäsur“, wobei wohl nicht nur ich mir bei dem Begriff „Zäsur“ überlegen muss, welche markanten Zeitepochen den „Einschnitt“ wohl begrenzen könnten.
  • 76 Prozent fordern eine “radikale Reformpolitik” und viele Bürgerinnen und Bürger werden sich fragen was wohl noch radikaler als HARTZ I – HARTZ IV und AGENDA 2010 sein könnte.
  • 66 Prozent halten “tiefe Einschnitte in das soziale Netz für notwendig” von dem nach sieben Jahren rot-grüner Regierungsarbeit nur noch Fetzen übrig geblieben sind.
  • Ebenso viele rechnen damit, dass es unter einer unionsgeführten Regierung verstärkt zu heftigen gesellschaftlichen Kontroversen und Massenprotesten kommt.

Na wenigsten scheint die deutsche Führungselite noch nicht so abgehoben zu sein und kann noch erkennen, dass die Zukunft heißer werden wird, als es die Vergangenheit war.

Für die Umfrage wurden jeweils rund 500 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung telefonisch befragt, darunter Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen, Direktoren, Ministerpräsidenten und Minister sowie Leiter von Bundes- und Landesbehörden.
Aber was sind schon 500 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung gegen 5.000.000 Experten für Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg?

Das Verhältnis ist rein mathematisch 1: 10000 und rein körperlich hat ein Arbeitsloser sicher genug Wut im Bauch um mühelos 2-3 Mitglieder der deutschen Führungselite ordentlich durchdreschen und ihnen den Begriff der „aggressiven Abschreibung eines nutzlosen Wirtschaftsguts“ erklären zu können.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. August 2005 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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12. August 2005 05:45

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Deutsche Führungselite schreibt Schröder ab“. titelte der Spiegel am 19. Juli 2005.
Im Jahr davor hätte diese Schlagzeile noch „Deutsche Führungselite schreibt bei Schröder ab“ gelautet. Aber so ändern sich halt die Zeiten, wenn sich etwas abnutzt oder nutzlos wird. Betriebswirtschaftlich und fiskalisch nennt man einen derartigen Vorgang sowohl in der linearen als auch in der degressiven Form „Abschreibung für Abnutzung (AfA)“ und berücksichtigt damit, dass jedes Wirtschaftsgut nur eine begrenzte Nutzungsdauer hat.
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass das Wirtschaftsgut Schröder für die Wirtschaft jetzt nicht mehr gut genug ist und deshalb bis auf einen Erinnerungswert von 1 € abgeschrieben wird.
Dieser eine Euro Erinnerungswert deckt sich betragsmäßig exakt mit den 1-Euro-Jobs, die vielen Betroffenen für immer in Erinnerung bleiben werden..

Nun ist neben der Tatsache, wie rasch die deutschen Wirtschaftsbosse von ihrem einstigen Genossen der Bosse abrücken, durchaus auch interessant, was die deutsche Führungselite denn von einer neuen Regierung erwartet:

  • 61 Prozent erhoffen sich von der Kanzlerkandidatin der Union eine “echte politische Zäsur“, wobei wohl nicht nur ich mir bei dem Begriff „Zäsur“ überlegen muss, welche markanten Zeitepochen den „Einschnitt“ wohl begrenzen könnten.
  • 76 Prozent fordern eine “radikale Reformpolitik” und viele Bürgerinnen und Bürger werden sich fragen was wohl noch radikaler als HARTZ I – HARTZ IV und AGENDA 2010 sein könnte.
  • 66 Prozent halten “tiefe Einschnitte in das soziale Netz für notwendig” von dem nach sieben Jahren rot-grüner Regierungsarbeit nur noch Fetzen übrig geblieben sind.
  • Ebenso viele rechnen damit, dass es unter einer unionsgeführten Regierung verstärkt zu heftigen gesellschaftlichen Kontroversen und Massenprotesten kommt.

Na wenigsten scheint die deutsche Führungselite noch nicht so abgehoben zu sein und kann noch erkennen, dass die Zukunft heißer werden wird, als es die Vergangenheit war.

Für die Umfrage wurden jeweils rund 500 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung telefonisch befragt, darunter Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen, Direktoren, Ministerpräsidenten und Minister sowie Leiter von Bundes- und Landesbehörden.
Aber was sind schon 500 Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung gegen 5.000.000 Experten für Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg?

Das Verhältnis ist rein mathematisch 1: 10000 und rein körperlich hat ein Arbeitsloser sicher genug Wut im Bauch um mühelos 2-3 Mitglieder der deutschen Führungselite ordentlich durchdreschen und ihnen den Begriff der „aggressiven Abschreibung eines nutzlosen Wirtschaftsguts“ erklären zu können.

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