Lohnzuwachs

11. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Frei nach dem Motto „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ gönnt der Bundeskasper jetzt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zur Entlastung der Sozialkassen sogar Lohnzuwächse.
Wenn es Branchen gut gehe und Arbeitsplätze nicht in Gefahr seien, dann gönne er den Beschäftigten “einen ordentlichen Schluck aus der Pulle“, so Schröder in der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin”.
Zu seinen Gunsten und ohne Frau Merkel zu befragen, nehme ich einfach mal an, dass er damit Bruttozuwächse gemeint haben könnte, bei denen nach Abzug von Steuern und Abgaben für die Sozialkassen auch noch ein Nettozuwachs für den Arbeitnehmer auf der Gehaltsbescheinigung ersichtlich ist.
Unterstützt (wen wundert’s) wird der Kanzler vom Finanzhans, der sich durch die damit verbundene Steuerprogression höhere Steuereinnahmen zum Stopfen seiner Haushaltslöcher verspricht.
Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger teilt die Position Schröders und meint, dass die wiedervereinigte BRddr angesichts der angespannten Lage in den Rentenkassen eine “gesunde Lohnentwicklung und keine reale Lohnsenkung brauche, wie wir sie in den vergangenen Jahren hatten. Es sei ähnlich wie bei der Medizin, da komme es auch auf die richtige Dosis an“.

Was auf gut Deutsch wohl heißen soll, dass sich der bisher unter erheblichen Mangelerscheinungen leidende bundesdeutsche Arbeitnehmer wohl keine Hoffnung auf eine finanzielle Überdosis zu machen braucht. Es wird also wieder, wenn überhaupt, so eine Art Placebo bzw. Nocebo werden, wie wir das schon aus den vergangenen Jahren gewohnt sind.

Den Trend der Zeit (so kurz vor den Wahlen) verschlafen zu haben scheint der FDP-Generalsekretär Dirk Niebel, ehemaliger Mitarbeiter des Arbeitsamts (damals hieß das noch so!) in Heidelberg. Er spricht im Zusammenhang mit dem „Schluck aus der Pulle“ von einer unsinnigen Forderung. «Durch Lohnerhöhungen wachse die Gefahr, dass Arbeitsplätze wegrationalisiert, ins Ausland oder in die Illegalität verlagert würden. Dies würde die Arbeitslosigkeit steigen lassen, zu weniger Sozialbeiträgen und höheren Sozialausgaben führen und damit die Sozialsysteme noch stärker belasten”», warnte Niebel im Spiegel.

Jetzt warten wir mal in aller Ruhe ab, welcher Trend zur Verarschung der bundesdeutschen Arbeitnehmerschaft sich nach der nächsten Wahl abzeichnet, wobei alles was nicht zu mehr Netto (Hinweis für Frau Merkel: Das ist Brutto minus Tara) im Geldbeutel der Arbeitnehmer führt, grundsätzlich vom Übel ist.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. August 2005 um 05:45:11 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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11. August 2005 05:45

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Frei nach dem Motto „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ gönnt der Bundeskasper jetzt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zur Entlastung der Sozialkassen sogar Lohnzuwächse.
Wenn es Branchen gut gehe und Arbeitsplätze nicht in Gefahr seien, dann gönne er den Beschäftigten “einen ordentlichen Schluck aus der Pulle“, so Schröder in der ARD-Sendung “Bericht aus Berlin”.
Zu seinen Gunsten und ohne Frau Merkel zu befragen, nehme ich einfach mal an, dass er damit Bruttozuwächse gemeint haben könnte, bei denen nach Abzug von Steuern und Abgaben für die Sozialkassen auch noch ein Nettozuwachs für den Arbeitnehmer auf der Gehaltsbescheinigung ersichtlich ist.
Unterstützt (wen wundert’s) wird der Kanzler vom Finanzhans, der sich durch die damit verbundene Steuerprogression höhere Steuereinnahmen zum Stopfen seiner Haushaltslöcher verspricht.
Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger teilt die Position Schröders und meint, dass die wiedervereinigte BRddr angesichts der angespannten Lage in den Rentenkassen eine “gesunde Lohnentwicklung und keine reale Lohnsenkung brauche, wie wir sie in den vergangenen Jahren hatten. Es sei ähnlich wie bei der Medizin, da komme es auch auf die richtige Dosis an“.

Was auf gut Deutsch wohl heißen soll, dass sich der bisher unter erheblichen Mangelerscheinungen leidende bundesdeutsche Arbeitnehmer wohl keine Hoffnung auf eine finanzielle Überdosis zu machen braucht. Es wird also wieder, wenn überhaupt, so eine Art Placebo bzw. Nocebo werden, wie wir das schon aus den vergangenen Jahren gewohnt sind.

Den Trend der Zeit (so kurz vor den Wahlen) verschlafen zu haben scheint der FDP-Generalsekretär Dirk Niebel, ehemaliger Mitarbeiter des Arbeitsamts (damals hieß das noch so!) in Heidelberg. Er spricht im Zusammenhang mit dem „Schluck aus der Pulle“ von einer unsinnigen Forderung. «Durch Lohnerhöhungen wachse die Gefahr, dass Arbeitsplätze wegrationalisiert, ins Ausland oder in die Illegalität verlagert würden. Dies würde die Arbeitslosigkeit steigen lassen, zu weniger Sozialbeiträgen und höheren Sozialausgaben führen und damit die Sozialsysteme noch stärker belasten”», warnte Niebel im Spiegel.

Jetzt warten wir mal in aller Ruhe ab, welcher Trend zur Verarschung der bundesdeutschen Arbeitnehmerschaft sich nach der nächsten Wahl abzeichnet, wobei alles was nicht zu mehr Netto (Hinweis für Frau Merkel: Das ist Brutto minus Tara) im Geldbeutel der Arbeitnehmer führt, grundsätzlich vom Übel ist.

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