Hausratversicherung

4. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Vor etwa einem Jahr hat mir ein Nachbar einen Teil der Wohnung unter Wasser gesetzt, weil ihm ein Wasserschlauch geplatzt war und das Wasser unter dem Estrich bis in den von mir (nebst Gattin) bewohnten Teil des Gebäudes drang, um sich dort vom Gips der Wände gemächlich nach oben saugen zu lassen. Physikalisch einfach und verständlich, versicherungstechnisch unheimlich kompliziert. Vor allem dann, wenn so ein Typ wie ich beharrlich darauf besteht der Geschädigte zu sein, dem die teilweise Räumung der Wohnung, die Einlagerung der Möbel bei einer Spedition und die wochenlangen Trocknungsmaßnahmen erheblichen Stress und Kosten verursacht haben.

Nach der Schadensaufnahme durch die Versicherung des Schädigers wollte deren Vertreter neugierig wissen, „ob ich denn auch eine eigene Hausratversicherung hätte? “.
Da ich Versicherungsvertreter gleich nach Politikern, Rosstäuschern und Gebrauchtwagenhändlern einstufe, war meine Antwort kurz und eindeutig: „Das spielt im vorliegenden Fall wohl keine Rolle!“.
Sein feixendes Grinsen hätte mich schon damals eines Besseren belehren sollen, denn einige Monate später stellte ich durch Zufall (Internet macht’s möglich) fest, dass mein Versicherer meinen Hausratversicherungsvertrag mit einem Schadensfall in Höhe von 960,– Euro belastet hatte..
Ein Schreiben mit der Frage, was es mit diesem Schadensfall auf sich hat, da ich doch gar keinen Schaden gemeldet und auch kein Geld von meiner Versicherung bekommen hätte, wurde vom zuständigen Sachbearbeiter meines Versicherers nicht beantwortet.
Auf telefonische Nachfrage murmelte er etwas von „branchenüblichem Risikoausgleich“ und „keine Nachteile für die Versicherten“, bevor er das Gespräch beendete.

Solch kundenfreundliches Verhalten veranlasst sicher nicht nur solche Zeitgenossen wie mich zur unverzüglichen Kündigung derartiger Verträge, denn warum sollte ich einen Versicherer mit Geld füttern, wenn der noch nicht einmal das Geld für eine Briefmarke oder Zeit für eine konkrete Auskunft hat.

Gestern kam nun ein kurzes Schreiben vom Sachbearbeiter der Hausratversicherung, Herrn Harald Faller, mit der lapidaren Mitteilung:
„Wir haben Ihren Vertrag zum 31.12.2005 24 Uhr aufgehoben. Die Vertragsaufhebung hat keine Beitragsrechnung zur Folge.“

Da hab ich als Versicherter ja noch mal richtig Schwein gehabt, was Herr Faller?

Aber wenn ich jemals hören sollte, dass in der Versicherungsbranche massiv Arbeitsplätze abgebaut und nach Osten verlagert werden, weil die Auftragslage so schlecht ist – dann wünsche ich dem Herrn Faller viel Spaß bei und mit ALG II, dem neuen Versicherungstarif der Bundesrepublik Deutschland Versicherungs AG, mit Zwangsbeitrag, branchenüblichem Risikoausgleich und garantierten Leistungen - garantiert am Existenzminimum.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

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4. August 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Vor etwa einem Jahr hat mir ein Nachbar einen Teil der Wohnung unter Wasser gesetzt, weil ihm ein Wasserschlauch geplatzt war und das Wasser unter dem Estrich bis in den von mir (nebst Gattin) bewohnten Teil des Gebäudes drang, um sich dort vom Gips der Wände gemächlich nach oben saugen zu lassen. Physikalisch einfach und verständlich, versicherungstechnisch unheimlich kompliziert. Vor allem dann, wenn so ein Typ wie ich beharrlich darauf besteht der Geschädigte zu sein, dem die teilweise Räumung der Wohnung, die Einlagerung der Möbel bei einer Spedition und die wochenlangen Trocknungsmaßnahmen erheblichen Stress und Kosten verursacht haben.

Nach der Schadensaufnahme durch die Versicherung des Schädigers wollte deren Vertreter neugierig wissen, „ob ich denn auch eine eigene Hausratversicherung hätte? “.
Da ich Versicherungsvertreter gleich nach Politikern, Rosstäuschern und Gebrauchtwagenhändlern einstufe, war meine Antwort kurz und eindeutig: „Das spielt im vorliegenden Fall wohl keine Rolle!“.
Sein feixendes Grinsen hätte mich schon damals eines Besseren belehren sollen, denn einige Monate später stellte ich durch Zufall (Internet macht’s möglich) fest, dass mein Versicherer meinen Hausratversicherungsvertrag mit einem Schadensfall in Höhe von 960,– Euro belastet hatte..
Ein Schreiben mit der Frage, was es mit diesem Schadensfall auf sich hat, da ich doch gar keinen Schaden gemeldet und auch kein Geld von meiner Versicherung bekommen hätte, wurde vom zuständigen Sachbearbeiter meines Versicherers nicht beantwortet.
Auf telefonische Nachfrage murmelte er etwas von „branchenüblichem Risikoausgleich“ und „keine Nachteile für die Versicherten“, bevor er das Gespräch beendete.

Solch kundenfreundliches Verhalten veranlasst sicher nicht nur solche Zeitgenossen wie mich zur unverzüglichen Kündigung derartiger Verträge, denn warum sollte ich einen Versicherer mit Geld füttern, wenn der noch nicht einmal das Geld für eine Briefmarke oder Zeit für eine konkrete Auskunft hat.

Gestern kam nun ein kurzes Schreiben vom Sachbearbeiter der Hausratversicherung, Herrn Harald Faller, mit der lapidaren Mitteilung:
„Wir haben Ihren Vertrag zum 31.12.2005 24 Uhr aufgehoben. Die Vertragsaufhebung hat keine Beitragsrechnung zur Folge.“

Da hab ich als Versicherter ja noch mal richtig Schwein gehabt, was Herr Faller?

Aber wenn ich jemals hören sollte, dass in der Versicherungsbranche massiv Arbeitsplätze abgebaut und nach Osten verlagert werden, weil die Auftragslage so schlecht ist – dann wünsche ich dem Herrn Faller viel Spaß bei und mit ALG II, dem neuen Versicherungstarif der Bundesrepublik Deutschland Versicherungs AG, mit Zwangsbeitrag, branchenüblichem Risikoausgleich und garantierten Leistungen - garantiert am Existenzminimum.

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