Kinderspartage

19. September 2006 05:45

Wie man mit und an Kindern sparen kann wird derzeit von den „Kindersparexpertengruppe“ der Sozialen Demokraten Deutschlands durchgerechnet.
Das sind genau die gleichen Leute, die sich sogar in der Öffentlichkeit darüber mokieren, dass deutsche Frauen nicht alle neun Monate ihrer biologischen Verpflichtung gegenüber der Nation nachkommen.

Die von den Sozialdemokraten geplante Kürzung des Kinderfreibetrages könnte die öffentlichen Kassen um rund eine Milliarde Euro entlasten“, schreibt das Handelsblatt, „die eingesparten Mittel sollen für den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten von Kindern verwendet werden.

Sehr schön, dieses „rechte Tasche – linke Tasche“-Spiel, das sich die Genossen und Kumpane da ausdenken, weil dem Staat Geld in der Kasse fehlt. Begründet wird das angebliche Nullsummenspiel mit „sozialer Gerechtigkeit“ und der bestehenden „Benachteiligung“ der Gering- und Normalverdiener gegenüber den Gut- und Besserverdienern.

Nun gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten diese „Ungerechtigkeit“ zu beseitigen. Nur eine davon ist die Kürzung des Kinderfreibetrages und es ist sicher nicht die beste.
Und die schlechteste Lösung für Eltern und Kinder, das wissen wir aus schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit, ist die staatliche Reglementierung mit dem Ziel mehr Geld in die chronisch leere Staatskasse zu bekommen.

Da sich die „Vorteile“ der Gut- und Besserverdiener durch die Progression des Steuersatzes ergeben, wäre es doch eine gute Gelegenheit mal über die Änderung des Steuersystems nachzudenken oder einfach das, was andere schon zu Papier gebracht haben der Realisierung zuzuführen.
Wussten Sie, dass fast alle Länder östlich von Deutschland ihre Steuersysteme auf „Flatrate“ umgestellt haben. Und diese Länder kommen alle noch in diesem Jahrzehnt in die EU oder sind schon Teil der EU.

Eine andere Möglichkeit wäre, den finanziellen Vorteil der Gut- und Besserverdiener, das sind übrigens Leute die über ein Jahreseinkommen von 32.000 Euro (Single) oder 64.000 Euro (Verheiratete) verfügen, durch ein höheres Kindergeld für die Gering- und Normalverdiener auszugleichen. Aber dazu fehlt dem Papa Staat das Geld, weil er es lieber für andere Sachen ausgibt, wo es viel mehr Spaß macht.

Nun diskutieren die „Kinderfachexperten“ der SPD-Arbeitsgruppe zwei Modelle:

  1. tens könnte der Freibetrag von den regelmäßigen inflationsbedingten Anpassungen an ein höheres Sozialhilfeniveau ausgeklammert werden, was bedeuten würde, dass primär die armen Schweine der Nation von der Preisentwicklung abgekoppelt werden und Kaufkraft verlieren. Diese Variante würde dem unter chronischen Nachwuchs leidenden Staat aber nur ein paar 100 Mill. Euro mehr bringen.
  2. tens könnte man den Kinderfreibetrag von 5808 Euro um 500 oder 1000 Euro pro Jahr kürzen, was der öffentlichen Hand mittelfristig Mehreinnahmen in Höhe eines einstelligen Milliardenbetrags bescheren könnte.

Und nun raten wir mal, für welchen dieser Vorschläge sich die Experten vom „Kinderhilfswerk“ wohl entscheiden werden.

Also irgendwie habe ich jetzt langsam die Orientierung über die diversen Maßnahmen der Regierungskopulation verloren:
Um sich gegen das Aussterben zu stemmen, braucht die Nation einerseits eine höhere Geburtenrate, aber gleichzeitig müssen die Finanzierungshilfen für Kinder und Familie gekürzt werden um mehr Geld für die Betreuung der Kinder zur Verfügung zu haben, damit beide Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen können um den Familienunterhalt zu finanzieren, sofern sie ein angemessen bezahlte Tätigkeit finden, die Ihnen dies innerhalb einer 40-Stunden-Woche ermöglicht, damit noch ein bisschen Zeit für die Kinder bleibt.

Dieser Satz umfasst genau 72 Wörter und 515 Zeichen.
Und genau so viele Fragezeichen haben sich bei mir nach sieben Jahren rot-grüner und zwei Jahren schwarz-roter Familien-, Steuer-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Sozialpolitik und der Frage angesammelt und wie sich deren „Reformen“ wohl mit dem Artikel 6 unseres Grundgesetzes vertragen.

Und dass die Angela vor Ihrer Äußerung „die Richtung stimmt“ erst zum Papst fahren musste, stimmt mich auch nicht gerade zuversichtlich.


(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 19. September 2006 um 05:45:08 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

2 Antworten zu “Kinderspartage”

  1. Daniel Rotzinger meint:

    In der Krypta der Klosterkirche Königsfelden (Luftlinie 1-2 Kilometer vom Schloss Habsburg entfernt) liegen die eingeschlagenen Schädel von und zu Habsburg.
    Die Therapie scheint damals gut gewesen zu sein. Welche Methode ist in der heutigen Zeit angebracht?

  2. machopan meint:

    Umweltverträgliches Kompostieren bei lebendigem Leib.
    Vorheriges Teeren und Federn lassen wir weg, wir sind ja schließlich keine Unmenschen.

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Kinderspartage

19. September 2006 05:45

Wie man mit und an Kindern sparen kann wird derzeit von den „Kindersparexpertengruppe“ der Sozialen Demokraten Deutschlands durchgerechnet.
Das sind genau die gleichen Leute, die sich sogar in der Öffentlichkeit darüber mokieren, dass deutsche Frauen nicht alle neun Monate ihrer biologischen Verpflichtung gegenüber der Nation nachkommen.

Die von den Sozialdemokraten geplante Kürzung des Kinderfreibetrages könnte die öffentlichen Kassen um rund eine Milliarde Euro entlasten“, schreibt das Handelsblatt, „die eingesparten Mittel sollen für den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten von Kindern verwendet werden.

Sehr schön, dieses „rechte Tasche – linke Tasche“-Spiel, das sich die Genossen und Kumpane da ausdenken, weil dem Staat Geld in der Kasse fehlt. Begründet wird das angebliche Nullsummenspiel mit „sozialer Gerechtigkeit“ und der bestehenden „Benachteiligung“ der Gering- und Normalverdiener gegenüber den Gut- und Besserverdienern.

Nun gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten diese „Ungerechtigkeit“ zu beseitigen. Nur eine davon ist die Kürzung des Kinderfreibetrages und es ist sicher nicht die beste.
Und die schlechteste Lösung für Eltern und Kinder, das wissen wir aus schmerzlichen Erfahrungen der Vergangenheit, ist die staatliche Reglementierung mit dem Ziel mehr Geld in die chronisch leere Staatskasse zu bekommen.

Da sich die „Vorteile“ der Gut- und Besserverdiener durch die Progression des Steuersatzes ergeben, wäre es doch eine gute Gelegenheit mal über die Änderung des Steuersystems nachzudenken oder einfach das, was andere schon zu Papier gebracht haben der Realisierung zuzuführen.
Wussten Sie, dass fast alle Länder östlich von Deutschland ihre Steuersysteme auf „Flatrate“ umgestellt haben. Und diese Länder kommen alle noch in diesem Jahrzehnt in die EU oder sind schon Teil der EU.

Eine andere Möglichkeit wäre, den finanziellen Vorteil der Gut- und Besserverdiener, das sind übrigens Leute die über ein Jahreseinkommen von 32.000 Euro (Single) oder 64.000 Euro (Verheiratete) verfügen, durch ein höheres Kindergeld für die Gering- und Normalverdiener auszugleichen. Aber dazu fehlt dem Papa Staat das Geld, weil er es lieber für andere Sachen ausgibt, wo es viel mehr Spaß macht.

Nun diskutieren die „Kinderfachexperten“ der SPD-Arbeitsgruppe zwei Modelle:

  1. tens könnte der Freibetrag von den regelmäßigen inflationsbedingten Anpassungen an ein höheres Sozialhilfeniveau ausgeklammert werden, was bedeuten würde, dass primär die armen Schweine der Nation von der Preisentwicklung abgekoppelt werden und Kaufkraft verlieren. Diese Variante würde dem unter chronischen Nachwuchs leidenden Staat aber nur ein paar 100 Mill. Euro mehr bringen.
  2. tens könnte man den Kinderfreibetrag von 5808 Euro um 500 oder 1000 Euro pro Jahr kürzen, was der öffentlichen Hand mittelfristig Mehreinnahmen in Höhe eines einstelligen Milliardenbetrags bescheren könnte.

Und nun raten wir mal, für welchen dieser Vorschläge sich die Experten vom „Kinderhilfswerk“ wohl entscheiden werden.

Also irgendwie habe ich jetzt langsam die Orientierung über die diversen Maßnahmen der Regierungskopulation verloren:
Um sich gegen das Aussterben zu stemmen, braucht die Nation einerseits eine höhere Geburtenrate, aber gleichzeitig müssen die Finanzierungshilfen für Kinder und Familie gekürzt werden um mehr Geld für die Betreuung der Kinder zur Verfügung zu haben, damit beide Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen können um den Familienunterhalt zu finanzieren, sofern sie ein angemessen bezahlte Tätigkeit finden, die Ihnen dies innerhalb einer 40-Stunden-Woche ermöglicht, damit noch ein bisschen Zeit für die Kinder bleibt.

Dieser Satz umfasst genau 72 Wörter und 515 Zeichen.
Und genau so viele Fragezeichen haben sich bei mir nach sieben Jahren rot-grüner und zwei Jahren schwarz-roter Familien-, Steuer-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Sozialpolitik und der Frage angesammelt und wie sich deren „Reformen“ wohl mit dem Artikel 6 unseres Grundgesetzes vertragen.

Und dass die Angela vor Ihrer Äußerung „die Richtung stimmt“ erst zum Papst fahren musste, stimmt mich auch nicht gerade zuversichtlich.


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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 19. September 2006 um 05:45:08 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

2 Antworten zu “Kinderspartage”

  1. Daniel Rotzinger meint:

    In der Krypta der Klosterkirche Königsfelden (Luftlinie 1-2 Kilometer vom Schloss Habsburg entfernt) liegen die eingeschlagenen Schädel von und zu Habsburg.
    Die Therapie scheint damals gut gewesen zu sein. Welche Methode ist in der heutigen Zeit angebracht?

  2. machopan meint:

    Umweltverträgliches Kompostieren bei lebendigem Leib.
    Vorheriges Teeren und Federn lassen wir weg, wir sind ja schließlich keine Unmenschen.

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