Bombenleger Benedetto XVI

20. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Können Sie sich Benedikt den XVI als Hassprediger, Gewaltbefürworter oder Bombenleger vorstellen?

Benedetto BombenlegerAlso selbst mir, als bekennendem Atheisten, fällt das schwer, auch wenn mich die Zustände während des Papstbesuches in Bayern schon manchmal an den Rand eines Wutanfalls gebracht haben. Aber das lag eher an den total überzogenen „Sicherheitsvorkehrungen“ und an der Vollsperrung der Autobahn, als an der Person des Herrn Ratzinger selbst.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass jetzt nach dem „Rausch der Fußballweltmeisterschaft“ und der „Andacht des päpstlichen Besuches“ unsere Sinne wieder geschärft sind und wir uns auf das konzentrieren, was in unserem Lande „in Realität“ abläuft.
Doch jetzt rast, ähnlich wie bei den „Mohamed-Karikaturen“ ein Aufschrei der Empörung durch die Medien, denn Benedetto hat wohl während dem Aufenthalt in seiner bayrischen Heimat „Geschichtsfälschung“ betrieben, „Gewalt gepredigt“ und „Hass geschürt“.

So jedenfalls lesen sich die Äußerungen „wichtiger“ Personen, die man dieser Tage zu lesen bekommt:

  • Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, nannte die Aussagen des Papstes „irritierend und höchst bedauerlich“. (Spiegel)
  • Die Ansichten des Papstes zu Gewalt und Vernunft in Bezug auf den Islam seien «einseitig, voreingenommen, feindselig und provozierend», sagte der Präsident des Religionsamtes,Ali Bardakoglu, am Donnerstag dem türkischen Nachrichtensender NTV. (Netzeitung)
  • Der oberste islamische Geistliche in der Türkei, Ali Bardakoglu, forderte den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. (Spiegel)
  • Die Organisation der Islamischen Konferenz erklärte, sie hoffe, daß die Rede Benedikts nicht einen neuen Trend in der Politik des Vatikans gegenüber dem Islam markiere. (Spiegel)
  • Der Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, hat eine Entschuldigung des Papstes verlangt.(Spiegel)
  • Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte der Zeitung „Tagesspiegel“, es falle ihm schwer zu glauben, „daß der Papst gerade im Verhältnis zur Gewalt die Grenze zwischen Islam und Christentum sieht“.(Spiegel)

Aufgeheizt durch derartige Kommentare schreit nun die islamische Welt nach Genugtuung und will den Papst Abbitte tuend auf den Knien gen Mekka kriechen sehen.

So wie sich hier die islamische Welt gebärdet, allen voran die Verantwortlichen, die es eigentlich besser wissen müssten, entsteht zwangsläufig das Bild einer Religion die genau dem entspricht was Papst Benedikt XVI mit seinem Zitat aus dem 14. Jahrhundert zu erklären suchte.
«Religion dürfe niemals zur Rechtfertigung von Gewalt mißbraucht werden oder gar selbst zur Gewalt aufrufen“.hatte der Papst gesagt und zitierte aus einem mittelalterlichen Streitgespräch zwischen einem persischen Theologen und dem byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.
Der Papst nannte dies eine „erstaunlich schroffe“ Art und Weise die Frage nach dem „Verhältnis von Religion und Gewalt“ zu stellen

Nun werfen Muslime dem Papst vor, er betreibe eine Verleumdungskampagne und habe den Propheten Mohammed als “böse und unmenschlich” dargestellt.
Die Art der Reaktionen auf die Verwendung eines Zitats aus dem 14. Jahrhundert läßt sicher bei manchen Christen und Atheisten der westlichen Welt den Verdacht aufkommen, dass der Papst damit vielleicht nicht ganz falsch gelegen haben könnte, denn ein altes abendländisches Sprichwort (auch aus dem 14. Jahrhundert) sagt, dass nur „getroffene Hunde heulen“.

Die Reaktionen in der islamischen Welt erscheinen einem aufgeklärten Westeuropäer genau so erstaunlich wie die „Märchen aus 1000 und einer Nacht“ und so überzogen wie die Reaktionen auf die „Mohammed Karikaturen“ der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“.
Doch waren die Zeichnungen, nach offizieller Verlautbarung, für einige „muslimische“ Eiferer Grund genug, um zwei Kofferbomben in bundesdeutschen Nahverkehrszüge zu deponieren.
Also sollte man das Gewaltpotential, das nach einem Anlass gesucht und ihn nun ausgerechnet in der Person des Oberhaupts der katholischen Kirche gefunden zu haben glaubt, sicher nicht unterschätzen.
Nicht nur für die Migrations- und Integrationspolitik sollte man daraus die Konsequenzen ziehen, sondern auch das westliche Engagement in muslimischen Ländern einer kritischen Analyse unterwerfen.
Vielleicht irren die Experten ja, wenn sie glauben, dass zukünftige Kriege um die Verteilung knapper Rohstoffe geführt würden.
Könnte es nicht sein, dass es einfach nur um die richtige Religion und Machtgelüste ihrer missionarischen Eiferer gehen könnte?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. September 2006 um 05:45:13 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

2 Antworten zu “Bombenleger Benedetto XVI”

  1. synchrono meint:

    Die Experten irren mitnichten. Religion wurde schon immer gerne als Vorwand zur Durchsetzung eigener politischer und wirtschaftlicher Interessen gesehen. Das ist im Islam nicht anders als im sogenannten aufgeklärten Christentum. Bezeichnend, daß auch ein Blair Gott entscheiden lassen wollte, ob seine Beteiligung am Irakkrieg richtig gewesen sei und nicht den gesunden Menschenverstand.

    Auch wenn es zynisch klingt, haben die westlichen Länder in der islamischen Welt in den letzten fünf bis sechs Jahren mehr unschuldige (nicht am Konflikt unmittelbar beteiligte) Menschen getötet als umgekehrt. der Islam fühlt sich durchaus getroffen. Aber nicht von der Rede des Papstes. Von der Realität.

    Eindämmen wird man den Terrorismus und die Gewalt aus den islamischen Ländrn nur, wenn die “aufgeklärten” Westeuropäer echtes Verständnis für die Konflikte dort entwickleln, wenn sie dort nicht töten, sondern den Menschen wirklich helfen…

  2. Lyriost meint:

    Buchreligionen wie Islam und Christentum waren nie etwas anderes als Mittel zum Zweck. Es ging immer darum, daß klerikalpolitische Kasten religiöse Gefühle gezüchtet haben, die sie für ihre eigenen politischen Zwecke manipulativ einsetzten. Heute kommt verstärkt dazu, daß sich westliche Politiker als Apostel versuchen, um ihre Einfallslosigkeit zu kaschieren. Und dann gibt es noch die vielen Spinner, die eine Begründung für ihre Boshaftigkeit suchen. Da kann man als überzeugter Agnostiker nur den Kopf darüber schütteln, daß die große Masse der Menschen nicht merkt, wie wenig alle Arten von institutioneller und in Buchdeckel gepreßter Religion mit dem zu tun haben, was man sich als Gott vorstellen könnte, wenn man es denn könnte. Man sollte nicht nur Waffen ächten, sondern auch Religionen, die über das Äußern einer Privatmeinung als Privatmeinung hinausgehen.
    Der Mensch scheint jedoch so beschaffen zu sein, daß er dazu neigt, andere von seiner Privatmeinung zu überzeugen. Notfalls mit Gewalt. Um dem Selbstzweifel zu entgehen.

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Bombenleger Benedetto XVI

20. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Können Sie sich Benedikt den XVI als Hassprediger, Gewaltbefürworter oder Bombenleger vorstellen?

Benedetto BombenlegerAlso selbst mir, als bekennendem Atheisten, fällt das schwer, auch wenn mich die Zustände während des Papstbesuches in Bayern schon manchmal an den Rand eines Wutanfalls gebracht haben. Aber das lag eher an den total überzogenen „Sicherheitsvorkehrungen“ und an der Vollsperrung der Autobahn, als an der Person des Herrn Ratzinger selbst.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass jetzt nach dem „Rausch der Fußballweltmeisterschaft“ und der „Andacht des päpstlichen Besuches“ unsere Sinne wieder geschärft sind und wir uns auf das konzentrieren, was in unserem Lande „in Realität“ abläuft.
Doch jetzt rast, ähnlich wie bei den „Mohamed-Karikaturen“ ein Aufschrei der Empörung durch die Medien, denn Benedetto hat wohl während dem Aufenthalt in seiner bayrischen Heimat „Geschichtsfälschung“ betrieben, „Gewalt gepredigt“ und „Hass geschürt“.

So jedenfalls lesen sich die Äußerungen „wichtiger“ Personen, die man dieser Tage zu lesen bekommt:

  • Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, nannte die Aussagen des Papstes „irritierend und höchst bedauerlich“. (Spiegel)
  • Die Ansichten des Papstes zu Gewalt und Vernunft in Bezug auf den Islam seien «einseitig, voreingenommen, feindselig und provozierend», sagte der Präsident des Religionsamtes,Ali Bardakoglu, am Donnerstag dem türkischen Nachrichtensender NTV. (Netzeitung)
  • Der oberste islamische Geistliche in der Türkei, Ali Bardakoglu, forderte den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. (Spiegel)
  • Die Organisation der Islamischen Konferenz erklärte, sie hoffe, daß die Rede Benedikts nicht einen neuen Trend in der Politik des Vatikans gegenüber dem Islam markiere. (Spiegel)
  • Der Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mahdi Akef, hat eine Entschuldigung des Papstes verlangt.(Spiegel)
  • Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte der Zeitung „Tagesspiegel“, es falle ihm schwer zu glauben, „daß der Papst gerade im Verhältnis zur Gewalt die Grenze zwischen Islam und Christentum sieht“.(Spiegel)

Aufgeheizt durch derartige Kommentare schreit nun die islamische Welt nach Genugtuung und will den Papst Abbitte tuend auf den Knien gen Mekka kriechen sehen.

So wie sich hier die islamische Welt gebärdet, allen voran die Verantwortlichen, die es eigentlich besser wissen müssten, entsteht zwangsläufig das Bild einer Religion die genau dem entspricht was Papst Benedikt XVI mit seinem Zitat aus dem 14. Jahrhundert zu erklären suchte.
«Religion dürfe niemals zur Rechtfertigung von Gewalt mißbraucht werden oder gar selbst zur Gewalt aufrufen“.hatte der Papst gesagt und zitierte aus einem mittelalterlichen Streitgespräch zwischen einem persischen Theologen und dem byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.
Der Papst nannte dies eine „erstaunlich schroffe“ Art und Weise die Frage nach dem „Verhältnis von Religion und Gewalt“ zu stellen

Nun werfen Muslime dem Papst vor, er betreibe eine Verleumdungskampagne und habe den Propheten Mohammed als “böse und unmenschlich” dargestellt.
Die Art der Reaktionen auf die Verwendung eines Zitats aus dem 14. Jahrhundert läßt sicher bei manchen Christen und Atheisten der westlichen Welt den Verdacht aufkommen, dass der Papst damit vielleicht nicht ganz falsch gelegen haben könnte, denn ein altes abendländisches Sprichwort (auch aus dem 14. Jahrhundert) sagt, dass nur „getroffene Hunde heulen“.

Die Reaktionen in der islamischen Welt erscheinen einem aufgeklärten Westeuropäer genau so erstaunlich wie die „Märchen aus 1000 und einer Nacht“ und so überzogen wie die Reaktionen auf die „Mohammed Karikaturen“ der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“.
Doch waren die Zeichnungen, nach offizieller Verlautbarung, für einige „muslimische“ Eiferer Grund genug, um zwei Kofferbomben in bundesdeutschen Nahverkehrszüge zu deponieren.
Also sollte man das Gewaltpotential, das nach einem Anlass gesucht und ihn nun ausgerechnet in der Person des Oberhaupts der katholischen Kirche gefunden zu haben glaubt, sicher nicht unterschätzen.
Nicht nur für die Migrations- und Integrationspolitik sollte man daraus die Konsequenzen ziehen, sondern auch das westliche Engagement in muslimischen Ländern einer kritischen Analyse unterwerfen.
Vielleicht irren die Experten ja, wenn sie glauben, dass zukünftige Kriege um die Verteilung knapper Rohstoffe geführt würden.
Könnte es nicht sein, dass es einfach nur um die richtige Religion und Machtgelüste ihrer missionarischen Eiferer gehen könnte?

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. September 2006 um 05:45:13 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

2 Antworten zu “Bombenleger Benedetto XVI”

  1. synchrono meint:

    Die Experten irren mitnichten. Religion wurde schon immer gerne als Vorwand zur Durchsetzung eigener politischer und wirtschaftlicher Interessen gesehen. Das ist im Islam nicht anders als im sogenannten aufgeklärten Christentum. Bezeichnend, daß auch ein Blair Gott entscheiden lassen wollte, ob seine Beteiligung am Irakkrieg richtig gewesen sei und nicht den gesunden Menschenverstand.

    Auch wenn es zynisch klingt, haben die westlichen Länder in der islamischen Welt in den letzten fünf bis sechs Jahren mehr unschuldige (nicht am Konflikt unmittelbar beteiligte) Menschen getötet als umgekehrt. der Islam fühlt sich durchaus getroffen. Aber nicht von der Rede des Papstes. Von der Realität.

    Eindämmen wird man den Terrorismus und die Gewalt aus den islamischen Ländrn nur, wenn die “aufgeklärten” Westeuropäer echtes Verständnis für die Konflikte dort entwickleln, wenn sie dort nicht töten, sondern den Menschen wirklich helfen…

  2. Lyriost meint:

    Buchreligionen wie Islam und Christentum waren nie etwas anderes als Mittel zum Zweck. Es ging immer darum, daß klerikalpolitische Kasten religiöse Gefühle gezüchtet haben, die sie für ihre eigenen politischen Zwecke manipulativ einsetzten. Heute kommt verstärkt dazu, daß sich westliche Politiker als Apostel versuchen, um ihre Einfallslosigkeit zu kaschieren. Und dann gibt es noch die vielen Spinner, die eine Begründung für ihre Boshaftigkeit suchen. Da kann man als überzeugter Agnostiker nur den Kopf darüber schütteln, daß die große Masse der Menschen nicht merkt, wie wenig alle Arten von institutioneller und in Buchdeckel gepreßter Religion mit dem zu tun haben, was man sich als Gott vorstellen könnte, wenn man es denn könnte. Man sollte nicht nur Waffen ächten, sondern auch Religionen, die über das Äußern einer Privatmeinung als Privatmeinung hinausgehen.
    Der Mensch scheint jedoch so beschaffen zu sein, daß er dazu neigt, andere von seiner Privatmeinung zu überzeugen. Notfalls mit Gewalt. Um dem Selbstzweifel zu entgehen.

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