Faustformel für Steuerausfälle

21. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Steuerausfälle führen zu Neuverschuldung und Neuverschuldung führt zu höherer Staatsverschuldung und eine ständig steigende Staatsverschuldung letztendlich zum Staatsbankrott und dieser zu … aber das wissen Sie ja schon. Und wenn nicht, dann können Sie es bei Wikipedia nachlesen.
Dort heißt es unter anderem: „Der Staatsbankrott wegen Überschuldung stand bisher, historisch betrachtet, immer am Ende einer Reihe von Jahren oder Jahrzehnten, wo der Staat bzw. die Staatsmacht verkörpernden Regierungen, mehr Gelder ausgegeben haben als sie eingenommen haben.“Und damit schließt sich der Kreis vom Staatsbankrott zu den Steuerausfällen und es lohnt sich der Ursache für Steuerausfälle auf den Grund zu gehen.
Googelt man ein wenig durchs Internet, stellt man fest, dass Steuerausfälle allgegenwärtig zu sein scheinen. Egal ob bei den Unternehmenssteuern, der Tabaksteuer, dem Kindergeld, der Pendlerpauschale oder dem Grenztourismus, überall kommt es zu Steuerausfällen. Steuerausfälle verhindern die Einhaltung des EU-Stabilitätspakts, gefährden den Wirtschaftsstandort Deutschland, vernichten Arbeitsplätze, verursachen Haushaltsrisiken, verschlechtern die Finanzlage von Bund, Ländern und Kommunen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht die aus der Presse entnommenen Steuerausfälle der letzten Jahre zu addieren und darf Ihnen mitteilen, dass die Summe der Steuerausfälle den Bundeshaushalt 2006 um ein Mehrfaches übersteigt.
Gefunden habe ich beim Googeln auch den folgenden Text auf der Webseite von www.unternehmerschaft.de:
Es ist jedes Mal dasselbe Muster: Den Menschen auf der Straße wird suggeriert, dass der Staat bei den Steuereinnahmen Milliardenausfälle zu verkraften hat. Komisch nur, dass Bund, Länder und Gemeinden trotz der Horrormeldungen auch in diesem Jahr wieder mehr Steuern einnehmen werden als im vergangenen. Schätzungsweise gut 445 Milliarden Euro werden zusammenkommen. Im Jahr 2003 waren es nur knapp 442 Milliarden Euro. Der Staat hat also kein Einnahmeproblem, aber ein Ausgabenproblem.

Das hat mich dazu veranlasst, mal darüber nachzudenken welche Bedeutung das Wort „Ausfall“ in der deutschen Sprache eigentlich hat.
Ausfall bezeichnet: „eine Störung oder auch Versagen eines Teils oder eines Systems, das dessen Funktionieren verhindert“.
Darüber, welcher Teil dieses System hier versagt, machen Sie sich mal Ihre eigenen Gedanken.

Unter einer Schätzung versteht man übrigens die genäherte Bestimmung von Zahlenwerten, Größen oder Parametern durch Augenschein, Erfahrung oder statistisch-mathematische Methoden.
Ein häufiges umgangssprachliches Synonym für eine grobe intuitive Schätzung lautet “Pi mal Daumen”, oder “über den Daumen gepeilt”. Zur raschen Verbesserung solcher Vorgangsweisen gibt es für viele Bereiche sogenannte Faustformeln, bei denen man nicht nur den Daumen zur Lösung des Problems einsetzt, sondern alle Finger einer Hand.

Wobei ich persönlich die Faustformel bevorzuge, bei der man dem Teil des Systems, der für das Versagen verantwortlich ist mit den geballten Finger einer Hand (Faust) ordentlich auf’s Maul haut.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. September 2006 um 05:45:08 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Faustformel für Steuerausfälle”

  1. erphschwester meint:

    … wieder mal gleich getickt. ;)

    http://www.blogigo.de/erphschwester/Mahlzeit/5467/

  2. machopan meint:

    Seelenverwandtschaft ;-)
    Wir müssen das jetzt und hier nicht psychologisch fundiert begründen, aber es ist schön wenn man mit seinen Gedanken und Bedenken nicht alleine ist.

  3. rafael meint:

    …jetzt werde ich gleich ausfällig. Guter blog…

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Faustformel für Steuerausfälle

21. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Steuerausfälle führen zu Neuverschuldung und Neuverschuldung führt zu höherer Staatsverschuldung und eine ständig steigende Staatsverschuldung letztendlich zum Staatsbankrott und dieser zu … aber das wissen Sie ja schon. Und wenn nicht, dann können Sie es bei Wikipedia nachlesen.
Dort heißt es unter anderem: „Der Staatsbankrott wegen Überschuldung stand bisher, historisch betrachtet, immer am Ende einer Reihe von Jahren oder Jahrzehnten, wo der Staat bzw. die Staatsmacht verkörpernden Regierungen, mehr Gelder ausgegeben haben als sie eingenommen haben.“Und damit schließt sich der Kreis vom Staatsbankrott zu den Steuerausfällen und es lohnt sich der Ursache für Steuerausfälle auf den Grund zu gehen.
Googelt man ein wenig durchs Internet, stellt man fest, dass Steuerausfälle allgegenwärtig zu sein scheinen. Egal ob bei den Unternehmenssteuern, der Tabaksteuer, dem Kindergeld, der Pendlerpauschale oder dem Grenztourismus, überall kommt es zu Steuerausfällen. Steuerausfälle verhindern die Einhaltung des EU-Stabilitätspakts, gefährden den Wirtschaftsstandort Deutschland, vernichten Arbeitsplätze, verursachen Haushaltsrisiken, verschlechtern die Finanzlage von Bund, Ländern und Kommunen.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht die aus der Presse entnommenen Steuerausfälle der letzten Jahre zu addieren und darf Ihnen mitteilen, dass die Summe der Steuerausfälle den Bundeshaushalt 2006 um ein Mehrfaches übersteigt.
Gefunden habe ich beim Googeln auch den folgenden Text auf der Webseite von www.unternehmerschaft.de:
Es ist jedes Mal dasselbe Muster: Den Menschen auf der Straße wird suggeriert, dass der Staat bei den Steuereinnahmen Milliardenausfälle zu verkraften hat. Komisch nur, dass Bund, Länder und Gemeinden trotz der Horrormeldungen auch in diesem Jahr wieder mehr Steuern einnehmen werden als im vergangenen. Schätzungsweise gut 445 Milliarden Euro werden zusammenkommen. Im Jahr 2003 waren es nur knapp 442 Milliarden Euro. Der Staat hat also kein Einnahmeproblem, aber ein Ausgabenproblem.

Das hat mich dazu veranlasst, mal darüber nachzudenken welche Bedeutung das Wort „Ausfall“ in der deutschen Sprache eigentlich hat.
Ausfall bezeichnet: „eine Störung oder auch Versagen eines Teils oder eines Systems, das dessen Funktionieren verhindert“.
Darüber, welcher Teil dieses System hier versagt, machen Sie sich mal Ihre eigenen Gedanken.

Unter einer Schätzung versteht man übrigens die genäherte Bestimmung von Zahlenwerten, Größen oder Parametern durch Augenschein, Erfahrung oder statistisch-mathematische Methoden.
Ein häufiges umgangssprachliches Synonym für eine grobe intuitive Schätzung lautet “Pi mal Daumen”, oder “über den Daumen gepeilt”. Zur raschen Verbesserung solcher Vorgangsweisen gibt es für viele Bereiche sogenannte Faustformeln, bei denen man nicht nur den Daumen zur Lösung des Problems einsetzt, sondern alle Finger einer Hand.

Wobei ich persönlich die Faustformel bevorzuge, bei der man dem Teil des Systems, der für das Versagen verantwortlich ist mit den geballten Finger einer Hand (Faust) ordentlich auf’s Maul haut.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. September 2006 um 05:45:08 und abgelegt unter Rauchzeichen, Politik, Gesellschaft | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

3 Antworten zu “Faustformel für Steuerausfälle”

  1. erphschwester meint:

    … wieder mal gleich getickt. ;)

    http://www.blogigo.de/erphschwester/Mahlzeit/5467/

  2. machopan meint:

    Seelenverwandtschaft ;-)
    Wir müssen das jetzt und hier nicht psychologisch fundiert begründen, aber es ist schön wenn man mit seinen Gedanken und Bedenken nicht alleine ist.

  3. rafael meint:

    …jetzt werde ich gleich ausfällig. Guter blog…

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