Über Gebühren

22. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Über Gebühren beanspruchen möchte ich Ihre Aufmerksamkeit zum Thema „Gebühren“ nun wirklich nicht. Aber diese Art des Abkassierens kommt immer mehr in Mode und verbreitert dazu auch noch ihre Anwendungsbasis in einem Maße, dass wirklich Anlass zur Sorge besteht.
Gebühren gab es zwar schon immer, doch meist stand hinter der Gebühr noch eine gewisse Leistung oder zumindest eine Art Gefälligkeit.
Nehmen wir zum Beispiel mal die Gebühr für einen amtlichen Stempel, der ein einfaches Stück Papier zum beweiskräftigen Dokument adelt.
Oder nehmen wir mal die Gebühr für den Besuch des Schornsteinfegermeisters, der im Rahmen seines Kehrmonopols zur jährlichen Kontrolle der Heizungsanlage kurz vorbeischaut und für 5 Minuten Arbeit …
Nein, das war jetzt ein schlechtes Beispiel für leistungsgerechte Gebühren …

Aber nehmen wir doch einmal die Gebühren für die Leistungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die über die GEZ eingetrieben werden.
Da können Sie ja nun wirklich nicht meckern, dass Sie sich über alle Lautsprecher und Bildröhren den ganzen Tag über mit Musik und Nachrichten zuknallen lassen können.
Ach, Sie müssen tagsüber zur Arbeit und können da dem Sendeangebot leider nicht lauschen?
Aber im Auto werden Sie doch sicher mal kurz übers Autoradio die neuesten Songs und die amtlichen Horrornews für Berufspendler reinziehen, denn schließlich sollte man am Morgen schon wissen, ob man sich die Rückfahrt von der Arbeit am Abend finanziell noch leisten kann.
Ach, das manchen Sie auch nicht! Sie radeln zum Bahnhof und fahren dann mit der Bahn?
Na Sie müssen aber Geld haben!

Aber am Arbeitsplatz sitzen Sie doch sicher am PC, surfen durchs World-Wide-Web und mit Hilfe dieser kleinen Ohrstöpseln dröhnen Sie sich über Internetradio den ganzen Arbeitstag über die Birne zu.
Ach, das dürfen Sie nicht!
Das steht bei ihnen nicht nur in einer Betriebsvereinbarung, sondern auch noch in Ihrem Arbeitsvertrag und wäre Grund für eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall für eine fristlose Entlassung.
Ja, Sie haben Recht, man sollte in diesen schwierigen Zeiten mit solchen Dingen lieber vorsichtig sein.

Aber, sicher haben Sie auch schon gehört, dass die Anstalten des Öffentlichen Rechts, sei es nun zu Recht oder zu Unrecht, seit längerem Anstalten machen auch für den PC an Ihrem Arbeitsplatz, Rundfunkgebühren von Ihrem Arbeitgeber zu erheben?
Nein, das Programm wird dadurch natürlich nicht besser. Auf welchem Planeten leben Sie denn? Nur die Bemessungsgrundlage für die Gebühren wird verbreitet.

Sie meinen das macht keinen Sinn?
Na für die öffentlich-rechtlichen Anstalten und die GEZ macht das schon Sinn.
Ist doch chic sich für etwas bezahlen zu lassen, nur weil rein theoretisch die Möglichkeit des Konsums vorhanden ist.
Das wäre ungefähr so, als müssten Sie jeden Monat eine Gebühr für Ihren Briefkasten bezahlen, nur weil theoretisch jemand einen Brief einwerfen könnte.

Welche Furzidee wohl als nächstes kommt?
Oh, das ist eine schwierige Frage, die man in dieser Republik bei klarem Verstand nicht mehr so einfach beantworten kann.

Das könnte zum Beispiel eine Kopiergebühr für Papier sein, weil man theoretisch auf so ein Stück Papier ja etwas kopieren könnte, was urheberrechtlich geschützt ist.
Ach, so eine Gebühr gibt es schon, allerdings nicht auf das Papier sondern auf den Drucker.

Okay, aber was nicht ist, das kann ja noch werden!
In dieser Republik ist doch nun wirklich nichts mehr unmöööööööglich.

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. September 2006 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Über Gebühren”

  1. mitdenker meint:

    Mmm, wird da nicht auch die GEMA hellhörig? Schließlich könnte sie ja die “Verwertung” der übertragenen Werke auch mit verdienen wollen, denn: “Für die öffentliche Aufführung von urheberrechtlich geschützten musikalischen Werken aus dem so genannten “Weltrepertoire” der GEMA müssen Lizenzvergütungen an die GEMA abgeführt werden”.
    Man hat wirklich den falschen Job erwischt…
    Wo ist bitte die nächstgelegene Selbstbedienungskasse ohne Einschränkungen (wie Karte mit PIN und Überziehungsrahmen und so)?

  2. machopan meint:

    Die nächste Selbstbedienungskasse steht im Supermarkt, ist für jeden zugänglich und wirft garantiert 25 Cent für jeden Strichcode aus.
    Muss noch nicht mal eine Flasche daran sein :-)
    und wenn, dann taugt als “Datenträger” jede beliebige, nicht pfandpflichtige Plastikflasche, gerne auch aus dem recyclingunwilligen Ausland.
    Der Vorgang nennt sich: “Pfandschlupfrückführung” und hat fast Sozialcharakter :-)
    Warum eine Stunde arbeiten, wenn 4 Plastikflaschen den gleichen Umsatz bringen und weniger Arbeit machen. Die geringen Kopierkosten für den Strichcode kann man getrost vernachlässigen.

    Pfandflaschengeschädigte aller Bundesländer holt euch euer Geld zurück!
    Auf GEZ und GEMA!

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Über Gebühren

22. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Über Gebühren beanspruchen möchte ich Ihre Aufmerksamkeit zum Thema „Gebühren“ nun wirklich nicht. Aber diese Art des Abkassierens kommt immer mehr in Mode und verbreitert dazu auch noch ihre Anwendungsbasis in einem Maße, dass wirklich Anlass zur Sorge besteht.
Gebühren gab es zwar schon immer, doch meist stand hinter der Gebühr noch eine gewisse Leistung oder zumindest eine Art Gefälligkeit.
Nehmen wir zum Beispiel mal die Gebühr für einen amtlichen Stempel, der ein einfaches Stück Papier zum beweiskräftigen Dokument adelt.
Oder nehmen wir mal die Gebühr für den Besuch des Schornsteinfegermeisters, der im Rahmen seines Kehrmonopols zur jährlichen Kontrolle der Heizungsanlage kurz vorbeischaut und für 5 Minuten Arbeit …
Nein, das war jetzt ein schlechtes Beispiel für leistungsgerechte Gebühren …

Aber nehmen wir doch einmal die Gebühren für die Leistungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die über die GEZ eingetrieben werden.
Da können Sie ja nun wirklich nicht meckern, dass Sie sich über alle Lautsprecher und Bildröhren den ganzen Tag über mit Musik und Nachrichten zuknallen lassen können.
Ach, Sie müssen tagsüber zur Arbeit und können da dem Sendeangebot leider nicht lauschen?
Aber im Auto werden Sie doch sicher mal kurz übers Autoradio die neuesten Songs und die amtlichen Horrornews für Berufspendler reinziehen, denn schließlich sollte man am Morgen schon wissen, ob man sich die Rückfahrt von der Arbeit am Abend finanziell noch leisten kann.
Ach, das manchen Sie auch nicht! Sie radeln zum Bahnhof und fahren dann mit der Bahn?
Na Sie müssen aber Geld haben!

Aber am Arbeitsplatz sitzen Sie doch sicher am PC, surfen durchs World-Wide-Web und mit Hilfe dieser kleinen Ohrstöpseln dröhnen Sie sich über Internetradio den ganzen Arbeitstag über die Birne zu.
Ach, das dürfen Sie nicht!
Das steht bei ihnen nicht nur in einer Betriebsvereinbarung, sondern auch noch in Ihrem Arbeitsvertrag und wäre Grund für eine Abmahnung oder im Wiederholungsfall für eine fristlose Entlassung.
Ja, Sie haben Recht, man sollte in diesen schwierigen Zeiten mit solchen Dingen lieber vorsichtig sein.

Aber, sicher haben Sie auch schon gehört, dass die Anstalten des Öffentlichen Rechts, sei es nun zu Recht oder zu Unrecht, seit längerem Anstalten machen auch für den PC an Ihrem Arbeitsplatz, Rundfunkgebühren von Ihrem Arbeitgeber zu erheben?
Nein, das Programm wird dadurch natürlich nicht besser. Auf welchem Planeten leben Sie denn? Nur die Bemessungsgrundlage für die Gebühren wird verbreitet.

Sie meinen das macht keinen Sinn?
Na für die öffentlich-rechtlichen Anstalten und die GEZ macht das schon Sinn.
Ist doch chic sich für etwas bezahlen zu lassen, nur weil rein theoretisch die Möglichkeit des Konsums vorhanden ist.
Das wäre ungefähr so, als müssten Sie jeden Monat eine Gebühr für Ihren Briefkasten bezahlen, nur weil theoretisch jemand einen Brief einwerfen könnte.

Welche Furzidee wohl als nächstes kommt?
Oh, das ist eine schwierige Frage, die man in dieser Republik bei klarem Verstand nicht mehr so einfach beantworten kann.

Das könnte zum Beispiel eine Kopiergebühr für Papier sein, weil man theoretisch auf so ein Stück Papier ja etwas kopieren könnte, was urheberrechtlich geschützt ist.
Ach, so eine Gebühr gibt es schon, allerdings nicht auf das Papier sondern auf den Drucker.

Okay, aber was nicht ist, das kann ja noch werden!
In dieser Republik ist doch nun wirklich nichts mehr unmöööööööglich.

Machopan
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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. September 2006 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

2 Antworten zu “Über Gebühren”

  1. mitdenker meint:

    Mmm, wird da nicht auch die GEMA hellhörig? Schließlich könnte sie ja die “Verwertung” der übertragenen Werke auch mit verdienen wollen, denn: “Für die öffentliche Aufführung von urheberrechtlich geschützten musikalischen Werken aus dem so genannten “Weltrepertoire” der GEMA müssen Lizenzvergütungen an die GEMA abgeführt werden”.
    Man hat wirklich den falschen Job erwischt…
    Wo ist bitte die nächstgelegene Selbstbedienungskasse ohne Einschränkungen (wie Karte mit PIN und Überziehungsrahmen und so)?

  2. machopan meint:

    Die nächste Selbstbedienungskasse steht im Supermarkt, ist für jeden zugänglich und wirft garantiert 25 Cent für jeden Strichcode aus.
    Muss noch nicht mal eine Flasche daran sein :-)
    und wenn, dann taugt als “Datenträger” jede beliebige, nicht pfandpflichtige Plastikflasche, gerne auch aus dem recyclingunwilligen Ausland.
    Der Vorgang nennt sich: “Pfandschlupfrückführung” und hat fast Sozialcharakter :-)
    Warum eine Stunde arbeiten, wenn 4 Plastikflaschen den gleichen Umsatz bringen und weniger Arbeit machen. Die geringen Kopierkosten für den Strichcode kann man getrost vernachlässigen.

    Pfandflaschengeschädigte aller Bundesländer holt euch euer Geld zurück!
    Auf GEZ und GEMA!

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