Schuldenberge

27. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

In der FAZ vom 14. Juli war zu lesen, dass Bund, Länder und Gemeinden ihre Haushaltspolitik ändern müssen, weil sonst Deutschland in einigen Jahren in seinen Schulden versinkt. Das habe eine NEUE Studie ergeben.
Wäre ich zu diesem Zeitpunkt nicht hoch über den Wolken dieses Landes geschwebt, wäre ich versucht gewesen mich einem spontanen Brechreiz zu ergeben um mich zu übergeben. Aber das wollte ich dann der Lufthansa doch nicht antun, obwohl meine körperliche Reaktion sehr gut zur Qualität des Bordservice gepasst hätte. Aber man soll nicht meckern, denn immerhin sind (wie auch die Bemühungen des Bordpersonals um freundliche Gesichter), die Zeitungen mit den schlechten Nachrichten umsonst.
«Bleibt die Finanzpolitik, wie sie ist, steigen die Schulden je Kopf von 14.390 Euro (im Ausgangsjahr 2002) bis zum Jahr 2010 auf durchschnittlich 24.600 Euro. Zwanzig Jahre später lägen sie bei 89.600 Euro. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern groß.: Am günstigsten schneidet Bayern mit rund 32.000 Euro, während die Bürger Berlins mit 177.000 Euro und die Bremer mit 168.000 Euro belastet würden» schreibt die FAZ und bezieht sich dabei auf eine Studie der Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Bertelsmann-Stiftung.

Es lag sicher nicht nur an dem Luftloch, das sich der Pilot der Lufthansa-Maschine ohne Vorwarnung der Passagiere zum Treibstoff sparen ausgesucht hatte, dass ich kurze Zeit den intensiven Wunsch nach einer regionalen Veränderung verspürte.
Ich meine jetzt nicht „raus aus dem Flugzeug“ und auch nicht „raus aus Berlin“ oder „raus aus Bremen“. Es war eher ein „raus aus Deutschland“ das mir spontan durchs Gehirn schoss.

Jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie würden in Berlin wohnen und Ihnen wird langsam klar, was Politiker mit dem Begriff „Privatisierung“ meinen. Da hätten Sie als Berliner oder Berlinerin im Jahre 2030, also etwa 20 Jahre nach dem Reformprozess der Agenda2010 plötzlich 176.865 Euro Schulden an der Backe. Sie könnten also allein durch einen rechtzeitigen Umzug nach Baden-Württemberg oder Bayern etwa 140.000 Euro an Schulden einsparen.
Die obige Grafik (Bertelsmann sei Dank) zeigt sehr schön, dass je länger Sie mit dem Umzug warten, um so höher wird der Einspareffekt bei den Schulden sein.

Mir ist aber an der Statistik noch etwas ganz Besonderes aufgefallen und das scheint kein Zufall zu sein.
Ein kleiner Tipp: „Schauen Sie sich mal die zweite Tabellenzeile von unten an. Dieses BUNDesland steht im Vergleich zu den anderen 16 Bundesländer im Jahre 2030 doch verhältnismäßig gut da und hat die geringste Pro-Kopf-Verschuldung.
Ich muss mal auf der Landkarte nachsehen, wo denn dieses Bundesland „Bund“ liegt und welche Zuzugsbedingungen dort gelten, bevor die Bremer und Berliner begreifen, welches Problem da auf sie zukommt.

First come – first serve.

P.S. Eine Kurzfassung der Studie gibt es auf den Webseiten der Bertelsmannstiftung http://www.bertelsmann-stiftung.de

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. Juli 2005 um 05:45:58 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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In der FAZ vom 14. Juli war zu lesen, dass Bund, Länder und Gemeinden ihre Haushaltspolitik ändern müssen, weil sonst Deutschland in einigen Jahren in seinen Schulden versinkt. Das habe eine NEUE Studie ergeben.
Wäre ich zu diesem Zeitpunkt nicht hoch über den Wolken dieses Landes geschwebt, wäre ich versucht gewesen mich einem spontanen Brechreiz zu ergeben um mich zu übergeben. Aber das wollte ich dann der Lufthansa doch nicht antun, obwohl meine körperliche Reaktion sehr gut zur Qualität des Bordservice gepasst hätte. Aber man soll nicht meckern, denn immerhin sind (wie auch die Bemühungen des Bordpersonals um freundliche Gesichter), die Zeitungen mit den schlechten Nachrichten umsonst.
«Bleibt die Finanzpolitik, wie sie ist, steigen die Schulden je Kopf von 14.390 Euro (im Ausgangsjahr 2002) bis zum Jahr 2010 auf durchschnittlich 24.600 Euro. Zwanzig Jahre später lägen sie bei 89.600 Euro. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern groß.: Am günstigsten schneidet Bayern mit rund 32.000 Euro, während die Bürger Berlins mit 177.000 Euro und die Bremer mit 168.000 Euro belastet würden» schreibt die FAZ und bezieht sich dabei auf eine Studie der Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Bertelsmann-Stiftung.

Es lag sicher nicht nur an dem Luftloch, das sich der Pilot der Lufthansa-Maschine ohne Vorwarnung der Passagiere zum Treibstoff sparen ausgesucht hatte, dass ich kurze Zeit den intensiven Wunsch nach einer regionalen Veränderung verspürte.
Ich meine jetzt nicht „raus aus dem Flugzeug“ und auch nicht „raus aus Berlin“ oder „raus aus Bremen“. Es war eher ein „raus aus Deutschland“ das mir spontan durchs Gehirn schoss.

Jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie würden in Berlin wohnen und Ihnen wird langsam klar, was Politiker mit dem Begriff „Privatisierung“ meinen. Da hätten Sie als Berliner oder Berlinerin im Jahre 2030, also etwa 20 Jahre nach dem Reformprozess der Agenda2010 plötzlich 176.865 Euro Schulden an der Backe. Sie könnten also allein durch einen rechtzeitigen Umzug nach Baden-Württemberg oder Bayern etwa 140.000 Euro an Schulden einsparen.
Die obige Grafik (Bertelsmann sei Dank) zeigt sehr schön, dass je länger Sie mit dem Umzug warten, um so höher wird der Einspareffekt bei den Schulden sein.

Mir ist aber an der Statistik noch etwas ganz Besonderes aufgefallen und das scheint kein Zufall zu sein.
Ein kleiner Tipp: „Schauen Sie sich mal die zweite Tabellenzeile von unten an. Dieses BUNDesland steht im Vergleich zu den anderen 16 Bundesländer im Jahre 2030 doch verhältnismäßig gut da und hat die geringste Pro-Kopf-Verschuldung.
Ich muss mal auf der Landkarte nachsehen, wo denn dieses Bundesland „Bund“ liegt und welche Zuzugsbedingungen dort gelten, bevor die Bremer und Berliner begreifen, welches Problem da auf sie zukommt.

First come – first serve.

P.S. Eine Kurzfassung der Studie gibt es auf den Webseiten der Bertelsmannstiftung http://www.bertelsmann-stiftung.de

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