Bärendienst

26. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Der Berg hat gekreißt und eine Maus geburtet“. So oder ähnlich könnte man das Ergebnis bezeichnen, das der Herr Bundespräsident Köhler der im Wachkoma liegenden Nation nach mehrwöchiger Schwangerschaft präsentierte. Da halfen auch die vielen patriotischen Worte nicht mehr, in die das Ergebnis verpackt war.
Köhler hat sich nicht getraut, das Schmierentheater beim Namen zu nennen und die Konsequenzen aus der manipulierten „Vertrauensfrage“ zu ziehen: „Keine Neuwahlen, sondern Rücktritt des Kanzlers“.

Statt dessen ziehen (laut „BILD“-Zeitung vom 22. Juli 2005) die Genossen nun geschlossen in Wahlkampf: «Mit der Vertrauensfrage ging es nur darum, Neuwahlen möglich zu machen. Dafür hatte ich seit der Ankündigung eine überwältigende Unterstützung in der Gesellschaft”, sagte Schröder der “Bild”-Zeitung (Samstagausgabe). Er stoße “fast überall auf breite Zustimmung zu unserem Reformkurs”. Der Kanzler hob hervor: “Da gibt es weder sachliche noch gefühlsmäßige Probleme.” Zwar habe es bei manchen in der Partei Zweifel gegeben. “Doch die sind inzwischen überwunden. Und jetzt wird gekämpft”, betonte der Kanzler.»

Wochenlang haben sich Medien und Bürger mit der „gescheiterten Vertrauensfrage“ beschäftigt und die wirklichen Probleme verdrängt. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie immer, die Spritpreise so hoch wie nie, die Verarmung großer Bevölkerungsteile geht ebenso weiter wie die Nullrunden und die Qualität unseres Politsystems rast neuen Minusrekorden entgegen.
Die letzten Dämme von Anstand und Demokratieverständnis sind gebrochen, politische Irrsinn und Machtgeilheit tobt weiter durch unsere Gesellschaft.
Der Herr Bundespräsident Köhler hat dieser Republik einen Bärendienst erwiesen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. Juli 2005 um 05:45:22 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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„Der Berg hat gekreißt und eine Maus geburtet“. So oder ähnlich könnte man das Ergebnis bezeichnen, das der Herr Bundespräsident Köhler der im Wachkoma liegenden Nation nach mehrwöchiger Schwangerschaft präsentierte. Da halfen auch die vielen patriotischen Worte nicht mehr, in die das Ergebnis verpackt war.
Köhler hat sich nicht getraut, das Schmierentheater beim Namen zu nennen und die Konsequenzen aus der manipulierten „Vertrauensfrage“ zu ziehen: „Keine Neuwahlen, sondern Rücktritt des Kanzlers“.

Statt dessen ziehen (laut „BILD“-Zeitung vom 22. Juli 2005) die Genossen nun geschlossen in Wahlkampf: «Mit der Vertrauensfrage ging es nur darum, Neuwahlen möglich zu machen. Dafür hatte ich seit der Ankündigung eine überwältigende Unterstützung in der Gesellschaft”, sagte Schröder der “Bild”-Zeitung (Samstagausgabe). Er stoße “fast überall auf breite Zustimmung zu unserem Reformkurs”. Der Kanzler hob hervor: “Da gibt es weder sachliche noch gefühlsmäßige Probleme.” Zwar habe es bei manchen in der Partei Zweifel gegeben. “Doch die sind inzwischen überwunden. Und jetzt wird gekämpft”, betonte der Kanzler.»

Wochenlang haben sich Medien und Bürger mit der „gescheiterten Vertrauensfrage“ beschäftigt und die wirklichen Probleme verdrängt. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie immer, die Spritpreise so hoch wie nie, die Verarmung großer Bevölkerungsteile geht ebenso weiter wie die Nullrunden und die Qualität unseres Politsystems rast neuen Minusrekorden entgegen.
Die letzten Dämme von Anstand und Demokratieverständnis sind gebrochen, politische Irrsinn und Machtgeilheit tobt weiter durch unsere Gesellschaft.
Der Herr Bundespräsident Köhler hat dieser Republik einen Bärendienst erwiesen.

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