Ratzinger

20. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber mir gehen manche Dinge nach einer gewissen Zeit auf die männlichen Weichteile. Es liegt nicht etwa daran, dass ich grundsätzlich etwas gegen diese Dinge hätte, meist sind sie mir sogar eher weniger wichtig, um es mal etwas salopp auszudrücken. Im Moment geht mir aber die Hutschnur hoch, wenn ich das Wort “Papst” nur höre oder lese, egal in welcher Sprache und welcher Schreibweise. Als gläubigen Atheisten war die Verabschiedung des alten Papstes und die Wahl des neuen Papstes für mich so wichtig wie die Wahl eines islamischen Obermullahs oder die Ernennung des Stadtschreibers von Kleinklötzeldorf.

Auch die mehrtägige öffentliche Zurschaustellung des langsam verwesenden Leichnams von JP II war nicht so nach meinem Geschmack. Schon ein lebender Mensch, der mehrere Tag im Bett liegt riecht nicht mehr nach Eau de Cologne sondern eher nach Eau de Toilette und durch den vom Tod ausgelösten biologischen Prozess des Zellverfalls wird das Aussehen ja auch nicht gerade besser. Zumindest ein Glasdeckel oder ein geschlossener Sarg hätte der Aufbahrungszeremonie sicher keinen Abbruch getan.

Der Medienrummel, der um das Ableben von JP II gemacht wurde, war schon extremst übertrieben. Denn schließlich war ja nur ein alter Mann auf dem Weg zu seinem Herrn, dessen “Stellvertreter” er auf Erden war. Nach dem Rummel zu urteilen, hätte man meinen können, der Herr selbst wäre verstorben.
Nun glaubte ich (ja, auch ich glaube bisweilen), es könnte wieder Normalität einkehren und die Gläubigen würden sich wieder auf die wesentlichen Dinge ihrer Religion konzentrieren, zu denen auch die Beachtung der 10 Gebote gehören sollen.

Aber wer dachte, dass nach dem Begräbnis von JP II endlich Ruhe im deutschen Medienwald einkehren würde, sah sich getäuscht.
Jetzt begann die Ratzingermania mit Benny XVI. Angefangen beim ehemals im vorpäpstlichen Besitz befundenen Volkswagen Marke Golf bis zum Geburtshaus des nun zum neuen Vertreter Gottes auf Erden erkorenen Kardinals blieb wirklich nichts verschont.
Irgendwo ist das verständlich, denn angesichts des Alters des neuen Papstes (Jahrgang 1927) heißt es für die Geschäftemacher sich zu sputen, bevor ihnen durch den Herrn unseren Schöpfer wieder die Geschäftsbasis entzogen wird und die Welt wieder auf den Kamin der Sixtinischen Kapelle starrt.

Daher mein Rat an die Verantwortlichen in Rom:
Nehmt doch nächstes Mal einen jüngeren Kandidaten.
Das könnte nicht nur den Geschäftsleuten weiterhelfen, sondern vielleicht auch endlich mal der Katholischen Kirche.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. Juli 2005 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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Ratzinger

20. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber mir gehen manche Dinge nach einer gewissen Zeit auf die männlichen Weichteile. Es liegt nicht etwa daran, dass ich grundsätzlich etwas gegen diese Dinge hätte, meist sind sie mir sogar eher weniger wichtig, um es mal etwas salopp auszudrücken. Im Moment geht mir aber die Hutschnur hoch, wenn ich das Wort “Papst” nur höre oder lese, egal in welcher Sprache und welcher Schreibweise. Als gläubigen Atheisten war die Verabschiedung des alten Papstes und die Wahl des neuen Papstes für mich so wichtig wie die Wahl eines islamischen Obermullahs oder die Ernennung des Stadtschreibers von Kleinklötzeldorf.

Auch die mehrtägige öffentliche Zurschaustellung des langsam verwesenden Leichnams von JP II war nicht so nach meinem Geschmack. Schon ein lebender Mensch, der mehrere Tag im Bett liegt riecht nicht mehr nach Eau de Cologne sondern eher nach Eau de Toilette und durch den vom Tod ausgelösten biologischen Prozess des Zellverfalls wird das Aussehen ja auch nicht gerade besser. Zumindest ein Glasdeckel oder ein geschlossener Sarg hätte der Aufbahrungszeremonie sicher keinen Abbruch getan.

Der Medienrummel, der um das Ableben von JP II gemacht wurde, war schon extremst übertrieben. Denn schließlich war ja nur ein alter Mann auf dem Weg zu seinem Herrn, dessen “Stellvertreter” er auf Erden war. Nach dem Rummel zu urteilen, hätte man meinen können, der Herr selbst wäre verstorben.
Nun glaubte ich (ja, auch ich glaube bisweilen), es könnte wieder Normalität einkehren und die Gläubigen würden sich wieder auf die wesentlichen Dinge ihrer Religion konzentrieren, zu denen auch die Beachtung der 10 Gebote gehören sollen.

Aber wer dachte, dass nach dem Begräbnis von JP II endlich Ruhe im deutschen Medienwald einkehren würde, sah sich getäuscht.
Jetzt begann die Ratzingermania mit Benny XVI. Angefangen beim ehemals im vorpäpstlichen Besitz befundenen Volkswagen Marke Golf bis zum Geburtshaus des nun zum neuen Vertreter Gottes auf Erden erkorenen Kardinals blieb wirklich nichts verschont.
Irgendwo ist das verständlich, denn angesichts des Alters des neuen Papstes (Jahrgang 1927) heißt es für die Geschäftemacher sich zu sputen, bevor ihnen durch den Herrn unseren Schöpfer wieder die Geschäftsbasis entzogen wird und die Welt wieder auf den Kamin der Sixtinischen Kapelle starrt.

Daher mein Rat an die Verantwortlichen in Rom:
Nehmt doch nächstes Mal einen jüngeren Kandidaten.
Das könnte nicht nur den Geschäftsleuten weiterhelfen, sondern vielleicht auch endlich mal der Katholischen Kirche.

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