Sondervermögen

18. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen und die erste und die zweite Hypothek“, haben sich Generationen von wein- und bierseligen Zechern seit den zwanziger Jahren aus der Kehle gegrölt.

Wäre unsere, durch Sparmaßnahmen im Bildungswesen legastenierende Bevölkerung daran interessiert, dann könnte sie das wohl einmalige Ereignis beobachten, wie durch Unvermögen ein Sondervermögen in einem Haushaltsloch verschwindet.

Wenn man das sieht, wird rasch klar warum die Osterweiterung so wichtig ist.
Unsere Finanzhans, der ja für seinen kreativen Umgang mit Zahlen und Moneten bekannt ist, kalkuliert in diesem Jahr mit einer Nettokreditaufnahme von 22 Milliarden Euro und Privatisierungserlösen von 23 Milliarden Euro.
Das heißt schlicht nichts anderes, als dass 22 Milliarden neue Schulden gemacht und 23 Milliarden Volksvermögen verscherbelt werden. Sowas kann fast jeder kaufmännische Lehrling im ersten Lehrjahr.
Da jedoch wegen der Konjunkturschwäche unserer Wirtschaft und die durch den Reformschwachsinn HARTZ IV verursachten Mehrkosten im Jahresverlauf weitere 12 Milliarden Euro fehlen werden, will der Finanzhans diesem Problem mit dem Verkauf des letzten Tafelsilbers begegnen.
Wie aus Regierungskreisen verlautete, will der Minister das so genannte European-Recovery-Program (ERP) stammende Sondervermögen auflösen, das der Bund in über fünf Jahrzehnten aus dem Marshallplan zum Wiederaufbau Deutschlands angespart hat.

«Der Minister unternimmt damit wenige Monate vor der geplanten Bundestagswahl den letzten Versuch, einen Haushalt ohne Steuererhöhungen zustande zu bringen. “Danach werden wir in ein tiefes, tiefes Loch blicken, denn ab 2007 gibt es nichts mehr zu verkaufen”, sagte ein hoher Regierungsbeamter der FTD. Helfen könne dann nur noch ein radikaler Subventionsabbau. “Je später damit begonnen wird, desto drastischer werden später die Steuererhöhungen ausfallen.”» schreibt die FTD.
«Eichel plädiere weiter für Maßnahmen, mit denen sich die “ganze Verlogenheit” der angekündigten Wahlgeschenke von Union und FDP entlarven ließe. Im Kanzleramt gibt es dagegen Vorbehalte gegen eine Offenlegung des gesamten Finanzdesasters.
Die Fachleute im Finanzministerium sind angesichts des dauernden Hin und Her der Koalitionsspitzen mehr als genervt. “Die Aufstellung des Haushalts ist Kerngeschäft jeder Regierung”, sagte ein hoher Beamter. “Wenn wir das nicht mehr hinbekommen, können wir auch gleich den Hut nehmen.”»

Dem unvermögenden Finanzhans kann das letztendlich egal sein, denn 2007 ist der schon längst nicht mehr Finanzminister, sondern vermögend im Ruhestand.

Wetten dass?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Juli 2005 um 05:45:53 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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18. Juli 2005 05:45

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„Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen und die erste und die zweite Hypothek“, haben sich Generationen von wein- und bierseligen Zechern seit den zwanziger Jahren aus der Kehle gegrölt.

Wäre unsere, durch Sparmaßnahmen im Bildungswesen legastenierende Bevölkerung daran interessiert, dann könnte sie das wohl einmalige Ereignis beobachten, wie durch Unvermögen ein Sondervermögen in einem Haushaltsloch verschwindet.

Wenn man das sieht, wird rasch klar warum die Osterweiterung so wichtig ist.
Unsere Finanzhans, der ja für seinen kreativen Umgang mit Zahlen und Moneten bekannt ist, kalkuliert in diesem Jahr mit einer Nettokreditaufnahme von 22 Milliarden Euro und Privatisierungserlösen von 23 Milliarden Euro.
Das heißt schlicht nichts anderes, als dass 22 Milliarden neue Schulden gemacht und 23 Milliarden Volksvermögen verscherbelt werden. Sowas kann fast jeder kaufmännische Lehrling im ersten Lehrjahr.
Da jedoch wegen der Konjunkturschwäche unserer Wirtschaft und die durch den Reformschwachsinn HARTZ IV verursachten Mehrkosten im Jahresverlauf weitere 12 Milliarden Euro fehlen werden, will der Finanzhans diesem Problem mit dem Verkauf des letzten Tafelsilbers begegnen.
Wie aus Regierungskreisen verlautete, will der Minister das so genannte European-Recovery-Program (ERP) stammende Sondervermögen auflösen, das der Bund in über fünf Jahrzehnten aus dem Marshallplan zum Wiederaufbau Deutschlands angespart hat.

«Der Minister unternimmt damit wenige Monate vor der geplanten Bundestagswahl den letzten Versuch, einen Haushalt ohne Steuererhöhungen zustande zu bringen. “Danach werden wir in ein tiefes, tiefes Loch blicken, denn ab 2007 gibt es nichts mehr zu verkaufen”, sagte ein hoher Regierungsbeamter der FTD. Helfen könne dann nur noch ein radikaler Subventionsabbau. “Je später damit begonnen wird, desto drastischer werden später die Steuererhöhungen ausfallen.”» schreibt die FTD.
«Eichel plädiere weiter für Maßnahmen, mit denen sich die “ganze Verlogenheit” der angekündigten Wahlgeschenke von Union und FDP entlarven ließe. Im Kanzleramt gibt es dagegen Vorbehalte gegen eine Offenlegung des gesamten Finanzdesasters.
Die Fachleute im Finanzministerium sind angesichts des dauernden Hin und Her der Koalitionsspitzen mehr als genervt. “Die Aufstellung des Haushalts ist Kerngeschäft jeder Regierung”, sagte ein hoher Beamter. “Wenn wir das nicht mehr hinbekommen, können wir auch gleich den Hut nehmen.”»

Dem unvermögenden Finanzhans kann das letztendlich egal sein, denn 2007 ist der schon längst nicht mehr Finanzminister, sondern vermögend im Ruhestand.

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