Kostenrechnung

13. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Kennen Sie den Unterschied zwischen Kosten und Unkosten ?
Ja? Dann kennen Sie sicher auch den Unterschied zwischen Vermögen und Unvermögen.

Manchmal hat man als Leser bundesdeutscher Medienerzeugnisse das Glück dies alles in einem einzigen Artikel vorzufinden, denn manche Mitbürger vermögen ihr Unvermögen an betriebswirtschaftlicher Bildung um jeden Preis unters lesende Volk bringen, koste es was es wolle.

„Die registrierte Arbeitslosigkeit hat die Steuer- und Beitragszahler im vergangenen Jahr 85,7 Milliarden Euro gekostet.“
Unter diesem Titel behauptet die Berliner Morgenpost, dass ein Arbeitsloser im Jahr 19.600 Euro kostet, was einem Betrag von 1.633,33 Euro pro Monat entsprechen würde, obwohl das ALG II nur bei knapp der Hälfte liegt. Weiter heißt es in dem Artikel:
«54 Prozent der Kosten waren laut BA Ausgaben für Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe. 46 Prozent der Kosten resultierten aus Mindereinnahmen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern, die entstehen, weil Arbeitslose keine Steuern und Abgaben bezahlen.»

AAAHAAA, sagt sich der verblüffte Fachmann und wundert sich über gar nix mehr.
Ja wenn das so ist, dass die Kosten aus Mindereinnahmen resultieren, dann ist ja alles klar wie Kloßbrühe. Dann wundert es auch nicht mehr, dass dem Fiskus im Jahr 2004 allein durch Arbeitslosigkeit 15,9 Milliarden Euro verloren gegangen sein sollen.

Ganz verstehen kann ich das ja zwar nicht, habe ich doch bei Wikipedia nachlesen können, dass bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes vom (Brutto)Bemessungsentgelt durch Abzug der (regelmäßig) bei Arbeitnehmern anfallenden steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Abzüge (pauschal 21 % Sozialversicherung sowie Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Steuerklasse nach der entsprechenden Lohnsteuertabelle ohne Kirchensteuer) das (Netto-) Leistungsentgelt berechnet wird.
Es stellt sich mir nun die Frage, wer denn die bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Abzüge veruntreut hat, da diese ja offensichtlich bei Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern nicht angekommen sind.
Mir deucht, dass es sich dabei um einen der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland handeln könnte und die Verwicklung führender Politiker (natürlich wieder mal) nicht ausgeschlossen werden kann.

Ein offensichtlich durch die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung schwer angeschlagener Arbeitsmarktexperte fabuliert in obigem Artikel weiter:
“Oft werden sehr einseitig die vermeintlich hohen Kosten der Arbeitsmarktpolitik kritisiert. Hier wird übersehen, daß sich die Ausgaben für effektive Maßnahmen teilweise durch eingesparte Kosten finanzieren.”

ÄÄHHMMM, mal ganz ehrlich – haben Sie das verstanden? Das mit den Ausgaben, die sich durch eingesparte Kosten finanzieren. Zumindest teilweise, denn sonst wäre es ja eine Art finanzielles Perpetuum Mobile.
Und die Republik wäre gerettettet.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Juli 2005 um 05:45:17 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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Manchmal hat man als Leser bundesdeutscher Medienerzeugnisse das Glück dies alles in einem einzigen Artikel vorzufinden, denn manche Mitbürger vermögen ihr Unvermögen an betriebswirtschaftlicher Bildung um jeden Preis unters lesende Volk bringen, koste es was es wolle.

„Die registrierte Arbeitslosigkeit hat die Steuer- und Beitragszahler im vergangenen Jahr 85,7 Milliarden Euro gekostet.“
Unter diesem Titel behauptet die Berliner Morgenpost, dass ein Arbeitsloser im Jahr 19.600 Euro kostet, was einem Betrag von 1.633,33 Euro pro Monat entsprechen würde, obwohl das ALG II nur bei knapp der Hälfte liegt. Weiter heißt es in dem Artikel:
«54 Prozent der Kosten waren laut BA Ausgaben für Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe. 46 Prozent der Kosten resultierten aus Mindereinnahmen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern, die entstehen, weil Arbeitslose keine Steuern und Abgaben bezahlen.»

AAAHAAA, sagt sich der verblüffte Fachmann und wundert sich über gar nix mehr.
Ja wenn das so ist, dass die Kosten aus Mindereinnahmen resultieren, dann ist ja alles klar wie Kloßbrühe. Dann wundert es auch nicht mehr, dass dem Fiskus im Jahr 2004 allein durch Arbeitslosigkeit 15,9 Milliarden Euro verloren gegangen sein sollen.

Ganz verstehen kann ich das ja zwar nicht, habe ich doch bei Wikipedia nachlesen können, dass bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes vom (Brutto)Bemessungsentgelt durch Abzug der (regelmäßig) bei Arbeitnehmern anfallenden steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Abzüge (pauschal 21 % Sozialversicherung sowie Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Steuerklasse nach der entsprechenden Lohnsteuertabelle ohne Kirchensteuer) das (Netto-) Leistungsentgelt berechnet wird.
Es stellt sich mir nun die Frage, wer denn die bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Abzüge veruntreut hat, da diese ja offensichtlich bei Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern nicht angekommen sind.
Mir deucht, dass es sich dabei um einen der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland handeln könnte und die Verwicklung führender Politiker (natürlich wieder mal) nicht ausgeschlossen werden kann.

Ein offensichtlich durch die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung schwer angeschlagener Arbeitsmarktexperte fabuliert in obigem Artikel weiter:
“Oft werden sehr einseitig die vermeintlich hohen Kosten der Arbeitsmarktpolitik kritisiert. Hier wird übersehen, daß sich die Ausgaben für effektive Maßnahmen teilweise durch eingesparte Kosten finanzieren.”

ÄÄHHMMM, mal ganz ehrlich – haben Sie das verstanden? Das mit den Ausgaben, die sich durch eingesparte Kosten finanzieren. Zumindest teilweise, denn sonst wäre es ja eine Art finanzielles Perpetuum Mobile.
Und die Republik wäre gerettettet.

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