Gesundheitskompromiss

19. Juli 2006 05:45

Auch wenn der zwischen Schwarz und Rot ausgehandelte Gesundheitskompromiss nicht das Gelbe vom Ei ist, musste die Kanzlerin jetzt auch noch ihren Senf dazu geben: „Es sei gelungen, über den Tag hinausweisende Strukturreformen auf den Weg zu bringen. Mit dem Gesundheitsfonds werde für den Patienten über eventuelle Zu- oder Abschläge erstmals nachvollziehbarer, ob seine Kasse gut arbeite. Damit sei der Einstieg zu einem mündigen Patienten geschafft.“

Und die andere Expertin im bundesdeutschen Gesundheitswesen, die Gesundheitsulla von der SPD fügte hinzu, „der Kompromiss sei wirklich ein Riesenschritt“.

Dabei müssten eigentlich beide Damen, schon bedingt durch ihren von der Schöpfung definierten biologischen Auftrag, eigentlich wissen, was eine Totgeburt ist und den Unterschied zu einer Fehlgeburt kennen.
Es ist schon erstaunlich mit welcher Frechheit zwischenzeitlich die Wahrheit verbogen wird und gelogen wird, dass sich die Balken biegen.

Die Mogelpackung, die hier dem zahlenden Publikum angedreht wird, hat einen noch höheren Unterhaltungswert, als wir das schon von den rot-grünen Komikern gewohnt waren. Nicht nur, dass die Tante Ulla, zusammen mit ihren Experten Lauterbach seit sieben Jahren an der Reform des Gesundheitswesens herumwerkeln und von sinkenden Beiträgen halluzionieren darf, jetzt wird im Namen dieser Reform unter dem Koalitionskarzinom noch größerer Bockmist gebaut und als gangbarer Kompromiss auf dem Weg in die richtige Richtung verkauft. Dabei bleiben zwei Esel, die in unterschiedlicher Richtung an einem Strick zerren, unabhängig von der Richtung in die sie zerren, immer noch Esel.

Können Sie sich auch noch daran erinnern, dass ein Teil der Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Tabaksteuer zur Mitfinanzierung der Kosten im Gesundheitswesen verwendet werden sollte, denn schließlich sollten die Raucher ja vermehrt an den Folgekosten ihrer Sucht beteiligt werden?
Jedoch hat keine der beiden Damen bei ihren vollmundigen Ankündigungen auch nur am Rande erwähnt, dass der Staat nun klammheimlich die dafür vorgesehenen 4,2 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer lieber dem maroden Staatshaushalt zuführt, um endlich mal wieder den Europäischen Stabilitätspakt einhalten zu können.
Außerdem ist den beiden Damen entfallen, dass der Staat durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Medikamente ab 2007 selbst zu den größten Kostentreibern im Gesundheitswesen gehört. Denn bei jährlichen Arzneimittelkosten in Höhe von rund 22 Milliarden Euro bringt die Erhöhung auf 19% ca. 600 Millionen mehr an Steuereinnahmen für den Minister der Finanzen.
Daher ist das ganze Geschwätz über den Einstieg in ein „steuerfinanziertes“ Gesundheitssystem unter Einbezug aller Steuerarten eine Farce, da sich Vater Staat mit den vorhandenen und für diesen Zweck bereits zugesagten Steuermilliarden zurückzieht.
Getreu nach dem Motte „was interessiert uns unser dummes Geschwätz von gestern, wenn wir nach vorne schauen müssen um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern

Und zur Deckung dieser, mit voller Absicht gerissenen Finanzierungslücke, müssen nun „leider“ die Beiträge der zwangsweise in diesem Gesundheitssystem inhaftierten Mitglieder um „einige“ Prozentpunkte erhöht werden.
Alle Jahre wieder“, kann man dazu nur noch ironisch sagen, sich angewidert abwenden und auf die aus derartigem Verhalten zwangsläufig resultierenden Steuer- und Beitragserhöhungen warten.

Was hier, und das nicht erst seit der Amtszeit von Angela der Ersten, vor den Augen der Nation abläuft ist ein Schmierentheater übelster Machart.
Das ist keine reformierende Veränderung des Gesundheitssystems, sondern die nachhaltige Absicherung eines durch und durch kranken und korrupten Systems, das weiterhin Geld in die Taschen von Lobbyisten und ihrer Interessenvertreter spülen soll.
Das ist kein großer Wurf, kein gesunder Kompromiss zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung im Gesundheitswesen, sondern ein gesunder Beschiss am Beitrags- und Steuerzahler – ausgeheckt von chronisch kranken Hirnen.

Egal ob Praxisgebühr, Medikamentenzuzahlung, Selbstbeteiligung beim Zahnersatz oder sonstige Leistungskürzungen und egal unter welchen Schlagwort die angebliche Reform in immer kürzer werdenden Abständen daher kommt, ob als Bürgerversicherung, Kopfpauschale oder Gesundheitsfond, solange das dahinterstehende Prinzip immer „Mehreinnahmen und Profitoptimierung“ zum Ziel hat, gehört die Gesundheitsreform zusammen mit der Reform des Arbeitsmarktes, der Rentenreform und der ausufernden Staatsverschuldung zu den apokalyptischen Reitern dieser Republik.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 19. Juli 2006 um 05:45:24 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Gesundheitskompromiss

19. Juli 2006 05:45

Auch wenn der zwischen Schwarz und Rot ausgehandelte Gesundheitskompromiss nicht das Gelbe vom Ei ist, musste die Kanzlerin jetzt auch noch ihren Senf dazu geben: „Es sei gelungen, über den Tag hinausweisende Strukturreformen auf den Weg zu bringen. Mit dem Gesundheitsfonds werde für den Patienten über eventuelle Zu- oder Abschläge erstmals nachvollziehbarer, ob seine Kasse gut arbeite. Damit sei der Einstieg zu einem mündigen Patienten geschafft.“

Und die andere Expertin im bundesdeutschen Gesundheitswesen, die Gesundheitsulla von der SPD fügte hinzu, „der Kompromiss sei wirklich ein Riesenschritt“.

Dabei müssten eigentlich beide Damen, schon bedingt durch ihren von der Schöpfung definierten biologischen Auftrag, eigentlich wissen, was eine Totgeburt ist und den Unterschied zu einer Fehlgeburt kennen.
Es ist schon erstaunlich mit welcher Frechheit zwischenzeitlich die Wahrheit verbogen wird und gelogen wird, dass sich die Balken biegen.

Die Mogelpackung, die hier dem zahlenden Publikum angedreht wird, hat einen noch höheren Unterhaltungswert, als wir das schon von den rot-grünen Komikern gewohnt waren. Nicht nur, dass die Tante Ulla, zusammen mit ihren Experten Lauterbach seit sieben Jahren an der Reform des Gesundheitswesens herumwerkeln und von sinkenden Beiträgen halluzionieren darf, jetzt wird im Namen dieser Reform unter dem Koalitionskarzinom noch größerer Bockmist gebaut und als gangbarer Kompromiss auf dem Weg in die richtige Richtung verkauft. Dabei bleiben zwei Esel, die in unterschiedlicher Richtung an einem Strick zerren, unabhängig von der Richtung in die sie zerren, immer noch Esel.

Können Sie sich auch noch daran erinnern, dass ein Teil der Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Tabaksteuer zur Mitfinanzierung der Kosten im Gesundheitswesen verwendet werden sollte, denn schließlich sollten die Raucher ja vermehrt an den Folgekosten ihrer Sucht beteiligt werden?
Jedoch hat keine der beiden Damen bei ihren vollmundigen Ankündigungen auch nur am Rande erwähnt, dass der Staat nun klammheimlich die dafür vorgesehenen 4,2 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer lieber dem maroden Staatshaushalt zuführt, um endlich mal wieder den Europäischen Stabilitätspakt einhalten zu können.
Außerdem ist den beiden Damen entfallen, dass der Staat durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Medikamente ab 2007 selbst zu den größten Kostentreibern im Gesundheitswesen gehört. Denn bei jährlichen Arzneimittelkosten in Höhe von rund 22 Milliarden Euro bringt die Erhöhung auf 19% ca. 600 Millionen mehr an Steuereinnahmen für den Minister der Finanzen.
Daher ist das ganze Geschwätz über den Einstieg in ein „steuerfinanziertes“ Gesundheitssystem unter Einbezug aller Steuerarten eine Farce, da sich Vater Staat mit den vorhandenen und für diesen Zweck bereits zugesagten Steuermilliarden zurückzieht.
Getreu nach dem Motte „was interessiert uns unser dummes Geschwätz von gestern, wenn wir nach vorne schauen müssen um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern

Und zur Deckung dieser, mit voller Absicht gerissenen Finanzierungslücke, müssen nun „leider“ die Beiträge der zwangsweise in diesem Gesundheitssystem inhaftierten Mitglieder um „einige“ Prozentpunkte erhöht werden.
Alle Jahre wieder“, kann man dazu nur noch ironisch sagen, sich angewidert abwenden und auf die aus derartigem Verhalten zwangsläufig resultierenden Steuer- und Beitragserhöhungen warten.

Was hier, und das nicht erst seit der Amtszeit von Angela der Ersten, vor den Augen der Nation abläuft ist ein Schmierentheater übelster Machart.
Das ist keine reformierende Veränderung des Gesundheitssystems, sondern die nachhaltige Absicherung eines durch und durch kranken und korrupten Systems, das weiterhin Geld in die Taschen von Lobbyisten und ihrer Interessenvertreter spülen soll.
Das ist kein großer Wurf, kein gesunder Kompromiss zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung im Gesundheitswesen, sondern ein gesunder Beschiss am Beitrags- und Steuerzahler – ausgeheckt von chronisch kranken Hirnen.

Egal ob Praxisgebühr, Medikamentenzuzahlung, Selbstbeteiligung beim Zahnersatz oder sonstige Leistungskürzungen und egal unter welchen Schlagwort die angebliche Reform in immer kürzer werdenden Abständen daher kommt, ob als Bürgerversicherung, Kopfpauschale oder Gesundheitsfond, solange das dahinterstehende Prinzip immer „Mehreinnahmen und Profitoptimierung“ zum Ziel hat, gehört die Gesundheitsreform zusammen mit der Reform des Arbeitsmarktes, der Rentenreform und der ausufernden Staatsverschuldung zu den apokalyptischen Reitern dieser Republik.

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