Offenbarungseid

4. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Offenbar starren sowohl die Medien, als auch die Bürger dieses unseren Landes mehr auf das Possenspiel zur verfassungskonformen Reanimierung einer gescheiterten Regierung in Berlin, als auf die Verfassung dieser Republik Absurdistan.

So fand leider das viel bedeutsamere Dramas „Felix Krull – Die letzten Tage eines Dyskalkulisten“ beim Publikum wenig Beachtung und auch nur wenige Kritiker widmeten ihm ihre Aufmerksamkeit.
So gelang es dem Finanzhans zum wiederholten Male einen Bundeshaushalt zu präsentieren, der das Papier auf dem er steht nicht wert ist, da er wieder von völlig unrealistischen Annahmen ausgeht.
Nur dadurch und durch die Verscherbelung des letzten Staatsvermögens gelingt es dem Berufsdyskalkulisten Eichel (Interessante Linksammlung zu: Rechenschwäche/Dyskalkulie) einen „verfassungskonformen“ Haushalt zu Papier zu bringen.
«Verfassungskonform kann Eichel des Bundeshaushalt 2006 nur gestalten, indem er eine Rekordsumme aus Privatisierungserlösen und Forderungsverkäufen von 30 Mrd. Euro einplant - ein Betrag, der jenseits der Vorstellungswelt jedes erfahrenen Finanzpolitikers liegt. Auch seine Wachstumsannahme von nominal 2,5 Prozent im kommenden Jahr ist als optimistisch einzustufen, zumal Deutschland derzeit nur knapp an einem Deflationsszenario vorbeistreift.» schreibt die Financial Times Deutschland am 1.Juli des Jahre 2005, just jenem Tage an dem der Bundesgerd die Frage nach dem Vertrauen stellt.

Deutschland wird wohl entgegen allen anderslautenden Beteuerungen aus dem Bundesministerium für Finanzfiasko und gewerbsmäßige Dyskalkulie auch im Jahre 2006 und 2007 den Europäischen Stabilitätspakt verletzen.
Selbst mit doppeltem Augenzudrücken kann das nicht ohne Strafmaßnahmen der Europäischen Union bleiben und es ist mit Finanzauflagen und Strafen in Milliardenhöhe zu rechnen.
Die müssen natürlich, da der Staat ja nun endgültig pleite ist und das letzte Vermögen verscherbelt wurde, vom Steuerzahler finanziert werden.

Deshalb kann es dem steuerzahlenden Otto Normalverbraucher auch völlig gleichgültig sein, ob es im Herbst Neuwahlen gibt oder nicht. Gleichgültig ist auch wer diese Wahlen gewinnt, denn im Schulden machen und Geld verschwenden sind sie alle Weltmeister.

Rein vorsorglich hat der CDU-Generalsekretär Kauder der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schon mal verkauderwelscht, wie er die Sache sieht: «”Wir treten ein so schwieriges Erbe an, dass wir zwei Legislaturperioden brauchen werden, um das Land wieder voran zu bringen. Das ist ein langer Zeitraum, aber mit unserem Kurs wird Deutschland weit früher Licht am Ende des Tunnels sehen.”»

Haben die Roten vor zwei Legislaturperioden nicht auch behauptet, dass sie dieses Land nach 16 Jahren schwarz-gelber Misswirtschaft auf einen neuen Kurs bringen werden?
Dass daraus aber für die meisten Bürger eine nach unten gerichtete Spirale geworden ist, wollen sie heute nicht eingestehen.
Wie sonst könnte sich der Bundeskasper vor die Mikrofone des Deutschen Bundestages stellen und Sätze wie diese von sich geben:
„Der (von Rot-Grün) eingeleitete Reformprozess ist in Umfang und Konsequenzen einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Wir haben in Angriff genommen, was unsere Vorgängerregierung unterlassen hatte. Wir haben begonnen, wozu CDU und FDP 16 Jahre Zeit, aber niemals den Mut hatten.”
“Es ist ein Gebot der Fairness und Aufrichtigkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, gegenüber meiner Partei, dem Partner in der Koalition, dem Hohen Haus und auch gegenüber mir selbst, die Vertrauensfrage zu stellen.”
“Die Reformagenda 2010 hat zu Streit zwischen den Parteien und in den Parteien geführt… und, das will ich nicht verschweigen, meine Partei hat darunter besonders gelitten.”

Dass überwiegend die Bürger unter der „Reformagenda 2010“ gelitten haben und weiter leiden werden, hat der Bundesgerd
a. staatsmännisch ignoriert
b. schamhaft verschwiegen

Es wäre ein Gebot der Fairness und Aufrichtigkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern nun den Offenbarungseid zu leisten, statt die Vertrauensfrage zu stellen und bei Neuwahlen auf die Erinnerungsfaulheit des Wähler zu hoffen.
Das trifft nicht nur auf die Rot-Grünen zu, die in den letzten Jahren alles getan haben um diese Republik endgültig an die Wand zu fahren, sondern auch auf die Schwarz-Gelben, die davor 16 Jahre lang stur Kurs auf diese Wand gehalten haben.

Wie hat der Bundesgerd in seiner Rede zur Vertrauensfrage so schön gesagt:
„Ebenso klar muss sein, dass dort, wo Vertrauen nicht mehr vorhanden ist, öffentlich nicht so getan werden kann, als gäbe es dieses Vertrauen. Die Vertrauensfrage richtet sich über den Deutschen Bundestag hinaus und in letzter Konsequenz an die Wählerinnen und Wähler selbst. Ich vertraue auf die Vernunft und die Einsicht der Deutschen.”

Genau – kann ich da nur sagen.
Wenn schon die Politiker keine Vernunft und Einsicht zeigen, dann sollte wenigstens das geschundene Wählervolk über diese Fähigkeiten verfügen.
Doch um den Bundeshaushalt vom Finanzhans in Ordnung zu bringen, hilft keine Vertrauensfrage und keine Neuwahlen. Da hilft kein Wahlkampf, keine Wahlversprechen und kein Wahlprogramm, so mundgerecht es auch immer auf die Wählergruppen zugeschnitten sein mag.
Daher mein Vorschlag zur Gesundung der Nation: „Leistet doch nach dem Amtseid auch den Offenbarungseid und macht euch endlich vom Acker!“

Apropos Acker!
Weil es in der letzten Zeit so wenig geregnet hat, rufen die deutschen Bauern nun nach finanzieller Kompensation ihrer Ernte- und Einkommensausfälle.
Aber die müssen jetzt wohl warten bis nach der Wahl, bis sich die neue Regierung um den Subventionen kümmern kann – wenn die Oppositionsparteien nicht wieder was dagegen haben.

Also wenn Sie mich so fragen, dann sollte doch jeder dem es die Petersilie verhagelt hat dafür ordentlich Geld bekommen – zumindest solange noch was da ist
Oder sehen Sie das etwa anders?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. Juli 2005 um 05:45:58 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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Offenbarungseid

4. Juli 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Offenbar starren sowohl die Medien, als auch die Bürger dieses unseren Landes mehr auf das Possenspiel zur verfassungskonformen Reanimierung einer gescheiterten Regierung in Berlin, als auf die Verfassung dieser Republik Absurdistan.

So fand leider das viel bedeutsamere Dramas „Felix Krull – Die letzten Tage eines Dyskalkulisten“ beim Publikum wenig Beachtung und auch nur wenige Kritiker widmeten ihm ihre Aufmerksamkeit.
So gelang es dem Finanzhans zum wiederholten Male einen Bundeshaushalt zu präsentieren, der das Papier auf dem er steht nicht wert ist, da er wieder von völlig unrealistischen Annahmen ausgeht.
Nur dadurch und durch die Verscherbelung des letzten Staatsvermögens gelingt es dem Berufsdyskalkulisten Eichel (Interessante Linksammlung zu: Rechenschwäche/Dyskalkulie) einen „verfassungskonformen“ Haushalt zu Papier zu bringen.
«Verfassungskonform kann Eichel des Bundeshaushalt 2006 nur gestalten, indem er eine Rekordsumme aus Privatisierungserlösen und Forderungsverkäufen von 30 Mrd. Euro einplant - ein Betrag, der jenseits der Vorstellungswelt jedes erfahrenen Finanzpolitikers liegt. Auch seine Wachstumsannahme von nominal 2,5 Prozent im kommenden Jahr ist als optimistisch einzustufen, zumal Deutschland derzeit nur knapp an einem Deflationsszenario vorbeistreift.» schreibt die Financial Times Deutschland am 1.Juli des Jahre 2005, just jenem Tage an dem der Bundesgerd die Frage nach dem Vertrauen stellt.

Deutschland wird wohl entgegen allen anderslautenden Beteuerungen aus dem Bundesministerium für Finanzfiasko und gewerbsmäßige Dyskalkulie auch im Jahre 2006 und 2007 den Europäischen Stabilitätspakt verletzen.
Selbst mit doppeltem Augenzudrücken kann das nicht ohne Strafmaßnahmen der Europäischen Union bleiben und es ist mit Finanzauflagen und Strafen in Milliardenhöhe zu rechnen.
Die müssen natürlich, da der Staat ja nun endgültig pleite ist und das letzte Vermögen verscherbelt wurde, vom Steuerzahler finanziert werden.

Deshalb kann es dem steuerzahlenden Otto Normalverbraucher auch völlig gleichgültig sein, ob es im Herbst Neuwahlen gibt oder nicht. Gleichgültig ist auch wer diese Wahlen gewinnt, denn im Schulden machen und Geld verschwenden sind sie alle Weltmeister.

Rein vorsorglich hat der CDU-Generalsekretär Kauder der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung schon mal verkauderwelscht, wie er die Sache sieht: «”Wir treten ein so schwieriges Erbe an, dass wir zwei Legislaturperioden brauchen werden, um das Land wieder voran zu bringen. Das ist ein langer Zeitraum, aber mit unserem Kurs wird Deutschland weit früher Licht am Ende des Tunnels sehen.”»

Haben die Roten vor zwei Legislaturperioden nicht auch behauptet, dass sie dieses Land nach 16 Jahren schwarz-gelber Misswirtschaft auf einen neuen Kurs bringen werden?
Dass daraus aber für die meisten Bürger eine nach unten gerichtete Spirale geworden ist, wollen sie heute nicht eingestehen.
Wie sonst könnte sich der Bundeskasper vor die Mikrofone des Deutschen Bundestages stellen und Sätze wie diese von sich geben:
„Der (von Rot-Grün) eingeleitete Reformprozess ist in Umfang und Konsequenzen einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Wir haben in Angriff genommen, was unsere Vorgängerregierung unterlassen hatte. Wir haben begonnen, wozu CDU und FDP 16 Jahre Zeit, aber niemals den Mut hatten.”
“Es ist ein Gebot der Fairness und Aufrichtigkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, gegenüber meiner Partei, dem Partner in der Koalition, dem Hohen Haus und auch gegenüber mir selbst, die Vertrauensfrage zu stellen.”
“Die Reformagenda 2010 hat zu Streit zwischen den Parteien und in den Parteien geführt… und, das will ich nicht verschweigen, meine Partei hat darunter besonders gelitten.”

Dass überwiegend die Bürger unter der „Reformagenda 2010“ gelitten haben und weiter leiden werden, hat der Bundesgerd
a. staatsmännisch ignoriert
b. schamhaft verschwiegen

Es wäre ein Gebot der Fairness und Aufrichtigkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern nun den Offenbarungseid zu leisten, statt die Vertrauensfrage zu stellen und bei Neuwahlen auf die Erinnerungsfaulheit des Wähler zu hoffen.
Das trifft nicht nur auf die Rot-Grünen zu, die in den letzten Jahren alles getan haben um diese Republik endgültig an die Wand zu fahren, sondern auch auf die Schwarz-Gelben, die davor 16 Jahre lang stur Kurs auf diese Wand gehalten haben.

Wie hat der Bundesgerd in seiner Rede zur Vertrauensfrage so schön gesagt:
„Ebenso klar muss sein, dass dort, wo Vertrauen nicht mehr vorhanden ist, öffentlich nicht so getan werden kann, als gäbe es dieses Vertrauen. Die Vertrauensfrage richtet sich über den Deutschen Bundestag hinaus und in letzter Konsequenz an die Wählerinnen und Wähler selbst. Ich vertraue auf die Vernunft und die Einsicht der Deutschen.”

Genau – kann ich da nur sagen.
Wenn schon die Politiker keine Vernunft und Einsicht zeigen, dann sollte wenigstens das geschundene Wählervolk über diese Fähigkeiten verfügen.
Doch um den Bundeshaushalt vom Finanzhans in Ordnung zu bringen, hilft keine Vertrauensfrage und keine Neuwahlen. Da hilft kein Wahlkampf, keine Wahlversprechen und kein Wahlprogramm, so mundgerecht es auch immer auf die Wählergruppen zugeschnitten sein mag.
Daher mein Vorschlag zur Gesundung der Nation: „Leistet doch nach dem Amtseid auch den Offenbarungseid und macht euch endlich vom Acker!“

Apropos Acker!
Weil es in der letzten Zeit so wenig geregnet hat, rufen die deutschen Bauern nun nach finanzieller Kompensation ihrer Ernte- und Einkommensausfälle.
Aber die müssen jetzt wohl warten bis nach der Wahl, bis sich die neue Regierung um den Subventionen kümmern kann – wenn die Oppositionsparteien nicht wieder was dagegen haben.

Also wenn Sie mich so fragen, dann sollte doch jeder dem es die Petersilie verhagelt hat dafür ordentlich Geld bekommen – zumindest solange noch was da ist
Oder sehen Sie das etwa anders?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. Juli 2005 um 05:45:58 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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