Unterwanderung

30. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Stellen Sie sich mal vor - nur so zum Spaß – Sie wären Berufspolitiker auf dem Weg zur Macht und wollten Ihrem politischen Gegner schaden ohne viel Geld auszugeben. Geld, das Sie ohnehin noch nicht haben, denn Sie sind ja erst auf dem Weg zu den Honigtöpfen.

Also was würden Sie machen?
Versuchen mit sachlichen Argumenten den Wähler zu überzeugen?
Mit einer Werbekampagne den Gegner übertrumpfen?

Alles falsch!
Sie müssen Ihren Gegner unterwandern!
Ja, wie die Kröten auf dem Weg zu Ihren Laichplätzen. Sie müssen die Krötentunnels benutzen.
Das sollten Sie jetzt nicht mit der „Krötenwanderung“ verwechseln, denn die Nutzung der Krötentunnels ist kostenfrei, da mit Steuermitteln erbaut und noch nicht mautpflichtig.

Unterwanderung ist das Lösungswort, denn in der Politik gibt es kein Niveau, das sich nicht noch unterbieten lassen würde.
Unterwanderung ist so eine Art „Unterlaufen“, aber in Zeitlupe, eben gaaaaanz laaaangsaaaam, damit der Unterlaufene es gar nicht merkt.

Im Spiegel war jetzt zu lesen, dass die NPD die WASG unterwandert haben will.
«”Wir haben von Anfang an Mitstreiter in die WASG geschickt”, behauptete der NPD-Vorsitzende Udo Voigt. Genaue Zahlen zu eingeschleusten Mitgliedern wollte er allerdings nicht nennen. Es seien Leute unter anderem aus den so genannten freien Kameradschaften und aus dem nationalen Lager platziert worden, sagte Voigt. Das sei logisch, wenn etwas gegen die NPD gegründet werde. Diese politischen Spione sollen nach den Worten Voigts dafür sorgen, dass in der WASG rechte Positionen übernommen werden. Außerdem sei es wichtig zu erfahren, was eine Linkspartei plane, die gegründet worden sei, um den Einzug der NPD in den Bundestag zu verhindern.»

Jetzt fragt man sich (zumindest ich frage mich das) natürlich, warum der Obervoigt von der NPD die Enttarnung seiner Spione gerade jetzt vornimmt – so kurz vor der Wahl.
Vielleicht deshalb, weil das Bündnis aus PDS und WASG in der Wählergunst vor dem Bündnis aus DVU und NPD steht, das durchaus an der 5%-Hürde scheitern könnte.
Und ob der ganze Aufwand, aus der Nachfolgepartei der SED und einer Absplitterung der SPD eine neue Linkspartei mit Rechtsproblemen zu gründen, nur gemacht wurde um der NPD den Einzug in den Bundestag zu verwehren – na da hat der Herr Voigt doch wohl ziemlich weit ausgeholt.
Natürlich ist die Unterwanderung einer Partei nie gänzlich auszuschließen. Oskar Lafontaine war ja schließlich auch lange Zeit in der SPD bis rauskam, dass er eigentlich schon immer ganz andere Interessen hatte. Oder nehmen wir mal den Herrn Hohmann von der CDU, der hatte ja angeblich auch ein ganz anderes Parteibuch.

Querdenker, der ich nun mal bin, hat mir beim Lesen des Artikels im Spiegel ein ganz anderer Gedanke die Hirnrinde unterwandert:
„Wem nützt denn die rechtzeitige, rechtsseitige Unterwanderung der Linkseitigen? Hat nicht das Bundesverfassungsgericht feststellen müssen, dass die Rechten im Auftrag der regierenden Parteien mit freien Kameraden vom Verfassungsschutz unterwandert wurden, weil man ja wissen musste, was die Rechtspartei plane um in den Bundestag einziehen zu können? Ist vielleicht gerade der Herr Voigt einer der Gründe, warum die NPD damals nicht verboten werden konnte?“

Man könnte ja mal den Herrn Schily fragen.
Der hat ja auch als linker Läufer angefangen und ist im Laufe der Zeit auf dem Weg ins juristische Abseits dann vom rechten Weg abgekommen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 30. Juni 2005 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Unterwanderung

30. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Stellen Sie sich mal vor - nur so zum Spaß – Sie wären Berufspolitiker auf dem Weg zur Macht und wollten Ihrem politischen Gegner schaden ohne viel Geld auszugeben. Geld, das Sie ohnehin noch nicht haben, denn Sie sind ja erst auf dem Weg zu den Honigtöpfen.

Also was würden Sie machen?
Versuchen mit sachlichen Argumenten den Wähler zu überzeugen?
Mit einer Werbekampagne den Gegner übertrumpfen?

Alles falsch!
Sie müssen Ihren Gegner unterwandern!
Ja, wie die Kröten auf dem Weg zu Ihren Laichplätzen. Sie müssen die Krötentunnels benutzen.
Das sollten Sie jetzt nicht mit der „Krötenwanderung“ verwechseln, denn die Nutzung der Krötentunnels ist kostenfrei, da mit Steuermitteln erbaut und noch nicht mautpflichtig.

Unterwanderung ist das Lösungswort, denn in der Politik gibt es kein Niveau, das sich nicht noch unterbieten lassen würde.
Unterwanderung ist so eine Art „Unterlaufen“, aber in Zeitlupe, eben gaaaaanz laaaangsaaaam, damit der Unterlaufene es gar nicht merkt.

Im Spiegel war jetzt zu lesen, dass die NPD die WASG unterwandert haben will.
«”Wir haben von Anfang an Mitstreiter in die WASG geschickt”, behauptete der NPD-Vorsitzende Udo Voigt. Genaue Zahlen zu eingeschleusten Mitgliedern wollte er allerdings nicht nennen. Es seien Leute unter anderem aus den so genannten freien Kameradschaften und aus dem nationalen Lager platziert worden, sagte Voigt. Das sei logisch, wenn etwas gegen die NPD gegründet werde. Diese politischen Spione sollen nach den Worten Voigts dafür sorgen, dass in der WASG rechte Positionen übernommen werden. Außerdem sei es wichtig zu erfahren, was eine Linkspartei plane, die gegründet worden sei, um den Einzug der NPD in den Bundestag zu verhindern.»

Jetzt fragt man sich (zumindest ich frage mich das) natürlich, warum der Obervoigt von der NPD die Enttarnung seiner Spione gerade jetzt vornimmt – so kurz vor der Wahl.
Vielleicht deshalb, weil das Bündnis aus PDS und WASG in der Wählergunst vor dem Bündnis aus DVU und NPD steht, das durchaus an der 5%-Hürde scheitern könnte.
Und ob der ganze Aufwand, aus der Nachfolgepartei der SED und einer Absplitterung der SPD eine neue Linkspartei mit Rechtsproblemen zu gründen, nur gemacht wurde um der NPD den Einzug in den Bundestag zu verwehren – na da hat der Herr Voigt doch wohl ziemlich weit ausgeholt.
Natürlich ist die Unterwanderung einer Partei nie gänzlich auszuschließen. Oskar Lafontaine war ja schließlich auch lange Zeit in der SPD bis rauskam, dass er eigentlich schon immer ganz andere Interessen hatte. Oder nehmen wir mal den Herrn Hohmann von der CDU, der hatte ja angeblich auch ein ganz anderes Parteibuch.

Querdenker, der ich nun mal bin, hat mir beim Lesen des Artikels im Spiegel ein ganz anderer Gedanke die Hirnrinde unterwandert:
„Wem nützt denn die rechtzeitige, rechtsseitige Unterwanderung der Linkseitigen? Hat nicht das Bundesverfassungsgericht feststellen müssen, dass die Rechten im Auftrag der regierenden Parteien mit freien Kameraden vom Verfassungsschutz unterwandert wurden, weil man ja wissen musste, was die Rechtspartei plane um in den Bundestag einziehen zu können? Ist vielleicht gerade der Herr Voigt einer der Gründe, warum die NPD damals nicht verboten werden konnte?“

Man könnte ja mal den Herrn Schily fragen.
Der hat ja auch als linker Läufer angefangen und ist im Laufe der Zeit auf dem Weg ins juristische Abseits dann vom rechten Weg abgekommen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 30. Juni 2005 um 05:45:23 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)