Tipp Kick Trick

13. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Manchem Kicker deucht es eine gute Idee zu sein, seine aktive Spielzeit mit einem medienwirksamen Abschiedsspiel zu beenden.
Das war fast schon immer so, denn in vielen Fällen ist das Abschiedsspiel das einzig konkrete Ereignis in der Karriere eines Berufsspielers, an das sich der Zuschauer später noch erinnern kann.
Bisher waren Abschiedsspiele eine Domäne der Professionellen, der Berufskicker. Doch nun drängte es auch einen Freizeitkicker nach einem Abschiedsspiel, das ihm eine Möglichkeit bietet, seine aktive Laufbahn noch rechtzeitig mit dem ihm vermeindlich zustehenden Glanz und Gloria zu beenden und ein Waterloo für seine Vita verhindern hilft.

Bomber „Gägges“ Schröder, der Deutsche Meister im rhythmischen Schienbeintreten will ein Abschiedsspiel haben.
Ein vorgezogenes Abschiedspiel der besonderen Art, über dessen Ablauf, Termin und Regelwerke noch weitgehendst Unklarheit herrscht. Nur der Anlass ist offensichtlich: Eklatante Schwäche seines Dreamteams bei Heimspielen mit einhergehenden Punktverlusten, die auch durch mäßige Erfolge bei den Auswärtsspielen nicht mehr wettgemacht werden konnten.
Vom Abstieg bedroht, von den Zuschauern ausgebuht und ausgepfiffen, vom Gegner in der eigenen Spielhälfte eingeschnürt, holte der Spielführer vom FC Chaos Rot-Grün zum Befreiungsschlag aus. Es mag wohl an der eigenen Spielschwäche und fehlenden Spielübersicht gelegen haben, dass er mit der spontan geschlagenen Bananenflanke zwar den Ball endlich mal wieder bis vor das gegnerische Tor drosch, aber dabei eigene Mitspieler anschoss, bevor der Ball wirkungslos ins Seitenaus kullerte.
Dem unparteiischen Pfeifenmann „Hotte“ Köhler blieb ob einer solchen Kurzschlussreaktion die Spucke und die Luft zum Pfeifen weg und er winkte den Übeltäter und Spielführer von Rot-Grün zu sich.
Auf dem Rasen wälzten sich zwischenzeitlich die Spieler des rot-grünen Dreamteams. Unklar war, ob vor Schmerzen oder aus Verzweiflung darüber, dass durch eigene Dummheit die gegnerische Mannschaft in Ballbesitz kam und sich nun natürlich heftig Zeit mit dem Einwurf lässt.

Das brachte den rot-grünen Linksaussen Mike „Wusel“ Müller, an dem das Spiel bisher weitgehendst vorbei lief, derart in Rage, dass er den überparteilichen Unparteiischen heftigst attackierte. Selbst undeutschlich genuschelte Ermahnungen vom Vorstopper „Münte“ Fehring zeigten keine Wirkung. Läufer Müller spuckte weiter Gift und Galle in die Mikrofone der am Spielfeldrand nach Informationen lechzenden Medienvertreter und bezichtigte den Pfeifenmann sogar der Hoyzer-Sportwetten-Bruderschaft, die durch ihren Werbespruch: „Pfeif drauf - kauf dein Tor bei Hoyzer“ bundesweites Aufsehen erregen konnte.

Währenddessen lümmelte sich der mit einer ukrainischen Spielerlizenz spielende Außenstürmer Joschka „Friend“ Fisherman in der Nähe der Mittellinie herum und verhandelte per Handy mit den Spieleraufkäufern vom FC Eurokratije Bruxelles.

Auf der Ersatzbank lümmelt sich derweil der seit einigen Wochen als Libero agierende freie Mann Peer Steinbrück neben der ebenfalls aus dem Spiel genommenen und kielgeholten Heide Simonis. Vor ihnen tobte an der Seitenlinie der Flügelstürmer Siggi „Fluglahm“ Gabriel entlang, um im Falle einer drohenden Niederlage wieder ins Spiel zu kommen.

Was wird der Pfeifenmann “Hotte” Köhler nun machen?
Tut er so, als hätte er nichts gesehen?
Hoyzert er, natürlich unter Abwiegung diverser Interessenlagen und Vermeidung von Interessenskonflikten, noch etwas herum?
Oder bekommt er doch noch die Luft zum Pfiff aus der schwarzen Lunge?
Pfeift er Foul, Abseits, Elfer oder gibt es die rote Karte?

Bereits machen wilde Spekulationen die Runde und das Gerücht tritt an die Stelle der Information.

Also mal ganz ehrlich, so unter uns Sportfreunden - es ist doch einfach nur ein Spiel.
Zugegeben, ein Scheißspiel!
Eher Tipp-Kick als Profifußball.
Warum tun wir uns als Zuschauer sowas eigentlich an?
Wer auf dem Spielfeld den Ball immer wieder ins eigene Tor kickt, verärgert nicht nur die eigenen Fans, sondern kämpft auch noch gegen die eigene Abwehr und wird mit dieser Spielweise sicher keinen Blumentopf gewinnen. Auch wenn sich die gegnerische Mannschaft vom ehemaligen Absteiger FC „Bimbes“ Oggersheim lange Zeit nicht entscheiden konnte, wie und an welchem Körperteil denn ihr Spielführer die Kapitänsbinde tragen soll.

Selbst wenn jetzt die Vertreter vom Seeheimer Senioren Sportclub Unterstützung für Rot-Grün heucheln, scheint die Lage dieses Vereins aussichtslos und der Abstieg unvermeidbar zu sein.

Um diese Seifenoperette zügig zu beenden kann der Spielführer vom FC Chaos Rot-Grün nur noch die gelbe Kapitänsbinde mit den drei schwarzen Punkten abgeben, sich beim zahlenden Publikum für die miserablen Spielleistungen seiner Mannschaft entschuldigen, zur weiteren Schadensbegrenzung vom Platz schleichen und sich den Hirnschweiß aus dem ungefärbten Naturhaar duschen. Aber für einen Abgang dieser Art hat der nicht die Eier! Man wird ihn wohl vom Spielfeld tragen müssen.

Denn merke: “Wer auf dem Spielfeld herum foult und außerdem noch die zahlenden Zuschauer für doof hält und beschimpft, wird nicht nur mit der roten Karte verabschiedet, sondern hat auch noch Probleme körperlich unversehrt in die Kabine zu kommen.“

Ich sag’s ja immer – Politiker kannste nur kicken.
Haben Sie denn schon einen Tipp für diesen Kick?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Juni 2005 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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13. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Manchem Kicker deucht es eine gute Idee zu sein, seine aktive Spielzeit mit einem medienwirksamen Abschiedsspiel zu beenden.
Das war fast schon immer so, denn in vielen Fällen ist das Abschiedsspiel das einzig konkrete Ereignis in der Karriere eines Berufsspielers, an das sich der Zuschauer später noch erinnern kann.
Bisher waren Abschiedsspiele eine Domäne der Professionellen, der Berufskicker. Doch nun drängte es auch einen Freizeitkicker nach einem Abschiedsspiel, das ihm eine Möglichkeit bietet, seine aktive Laufbahn noch rechtzeitig mit dem ihm vermeindlich zustehenden Glanz und Gloria zu beenden und ein Waterloo für seine Vita verhindern hilft.

Bomber „Gägges“ Schröder, der Deutsche Meister im rhythmischen Schienbeintreten will ein Abschiedsspiel haben.
Ein vorgezogenes Abschiedspiel der besonderen Art, über dessen Ablauf, Termin und Regelwerke noch weitgehendst Unklarheit herrscht. Nur der Anlass ist offensichtlich: Eklatante Schwäche seines Dreamteams bei Heimspielen mit einhergehenden Punktverlusten, die auch durch mäßige Erfolge bei den Auswärtsspielen nicht mehr wettgemacht werden konnten.
Vom Abstieg bedroht, von den Zuschauern ausgebuht und ausgepfiffen, vom Gegner in der eigenen Spielhälfte eingeschnürt, holte der Spielführer vom FC Chaos Rot-Grün zum Befreiungsschlag aus. Es mag wohl an der eigenen Spielschwäche und fehlenden Spielübersicht gelegen haben, dass er mit der spontan geschlagenen Bananenflanke zwar den Ball endlich mal wieder bis vor das gegnerische Tor drosch, aber dabei eigene Mitspieler anschoss, bevor der Ball wirkungslos ins Seitenaus kullerte.
Dem unparteiischen Pfeifenmann „Hotte“ Köhler blieb ob einer solchen Kurzschlussreaktion die Spucke und die Luft zum Pfeifen weg und er winkte den Übeltäter und Spielführer von Rot-Grün zu sich.
Auf dem Rasen wälzten sich zwischenzeitlich die Spieler des rot-grünen Dreamteams. Unklar war, ob vor Schmerzen oder aus Verzweiflung darüber, dass durch eigene Dummheit die gegnerische Mannschaft in Ballbesitz kam und sich nun natürlich heftig Zeit mit dem Einwurf lässt.

Das brachte den rot-grünen Linksaussen Mike „Wusel“ Müller, an dem das Spiel bisher weitgehendst vorbei lief, derart in Rage, dass er den überparteilichen Unparteiischen heftigst attackierte. Selbst undeutschlich genuschelte Ermahnungen vom Vorstopper „Münte“ Fehring zeigten keine Wirkung. Läufer Müller spuckte weiter Gift und Galle in die Mikrofone der am Spielfeldrand nach Informationen lechzenden Medienvertreter und bezichtigte den Pfeifenmann sogar der Hoyzer-Sportwetten-Bruderschaft, die durch ihren Werbespruch: „Pfeif drauf - kauf dein Tor bei Hoyzer“ bundesweites Aufsehen erregen konnte.

Währenddessen lümmelte sich der mit einer ukrainischen Spielerlizenz spielende Außenstürmer Joschka „Friend“ Fisherman in der Nähe der Mittellinie herum und verhandelte per Handy mit den Spieleraufkäufern vom FC Eurokratije Bruxelles.

Auf der Ersatzbank lümmelt sich derweil der seit einigen Wochen als Libero agierende freie Mann Peer Steinbrück neben der ebenfalls aus dem Spiel genommenen und kielgeholten Heide Simonis. Vor ihnen tobte an der Seitenlinie der Flügelstürmer Siggi „Fluglahm“ Gabriel entlang, um im Falle einer drohenden Niederlage wieder ins Spiel zu kommen.

Was wird der Pfeifenmann “Hotte” Köhler nun machen?
Tut er so, als hätte er nichts gesehen?
Hoyzert er, natürlich unter Abwiegung diverser Interessenlagen und Vermeidung von Interessenskonflikten, noch etwas herum?
Oder bekommt er doch noch die Luft zum Pfiff aus der schwarzen Lunge?
Pfeift er Foul, Abseits, Elfer oder gibt es die rote Karte?

Bereits machen wilde Spekulationen die Runde und das Gerücht tritt an die Stelle der Information.

Also mal ganz ehrlich, so unter uns Sportfreunden - es ist doch einfach nur ein Spiel.
Zugegeben, ein Scheißspiel!
Eher Tipp-Kick als Profifußball.
Warum tun wir uns als Zuschauer sowas eigentlich an?
Wer auf dem Spielfeld den Ball immer wieder ins eigene Tor kickt, verärgert nicht nur die eigenen Fans, sondern kämpft auch noch gegen die eigene Abwehr und wird mit dieser Spielweise sicher keinen Blumentopf gewinnen. Auch wenn sich die gegnerische Mannschaft vom ehemaligen Absteiger FC „Bimbes“ Oggersheim lange Zeit nicht entscheiden konnte, wie und an welchem Körperteil denn ihr Spielführer die Kapitänsbinde tragen soll.

Selbst wenn jetzt die Vertreter vom Seeheimer Senioren Sportclub Unterstützung für Rot-Grün heucheln, scheint die Lage dieses Vereins aussichtslos und der Abstieg unvermeidbar zu sein.

Um diese Seifenoperette zügig zu beenden kann der Spielführer vom FC Chaos Rot-Grün nur noch die gelbe Kapitänsbinde mit den drei schwarzen Punkten abgeben, sich beim zahlenden Publikum für die miserablen Spielleistungen seiner Mannschaft entschuldigen, zur weiteren Schadensbegrenzung vom Platz schleichen und sich den Hirnschweiß aus dem ungefärbten Naturhaar duschen. Aber für einen Abgang dieser Art hat der nicht die Eier! Man wird ihn wohl vom Spielfeld tragen müssen.

Denn merke: “Wer auf dem Spielfeld herum foult und außerdem noch die zahlenden Zuschauer für doof hält und beschimpft, wird nicht nur mit der roten Karte verabschiedet, sondern hat auch noch Probleme körperlich unversehrt in die Kabine zu kommen.“

Ich sag’s ja immer – Politiker kannste nur kicken.
Haben Sie denn schon einen Tipp für diesen Kick?

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Juni 2005 um 05:45:59 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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