Amtseid

10. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es in einer politischen Ausnahmesituation zu unangemessenen Reaktionen und zu ausufernden Spekulationen kommt.“, hat der Bundesgerd in einer Erklärung anlässlich des Kasperletheaters verlautbart, das er mit seiner Ankündigung zur Stellung der Vertrauensfrage nach der verlorenen Landtagswahl in NRW auf den Spielplan dieser geplagten Republik gesetzt hat.
„Ich habe einen Amtseid geschworen“, heißt es in der Erklärung weiter, „aus dieser Verpflichtung ergibt sich für mich eine besondere Verantwortung. Der von mir und meiner Regierung eingeschlagene Weg der Reformpolitik ist nach meiner festen Überzeugung der richtige Weg, unser Land zu erneuern, den Wohlstand zu bewahren sowie dauerhaft soziale Sicherheit und Teilhabe zu garantieren. Ich werde mit ganzer Kraft dafür kämpfen, diesen Weg zum Wohle der Menschen in unserem Land fortzusetzen.”

Diese Worte muss sich der Bürger dieser BRddr erstmal auf der Zunge zergehen lassen: „Ich werde mit ganzer Kraft dafür kämpfen, diesen Weg zum Wohle der Menschen in unserem Lande fortzusetzen.“
Mein lieber Freund, sie brauchen jetzt nicht zu lachen – der Mann meint das wirklich ernst.
Doch was er als seine Mission sieht, wirkt auf die Menschen dieses Landes nur noch als dümmliche Drohung.
Statt mit seinem Rücktritt einfach die Konsequenz aus sieben Jahren rot-grünem politischem Bockmist zu ziehen und dem Land eine derartige Seifenoper zu ersparen, wollte sich der Bundeskasper die Hauptrolle im Kampf gegen die bösen Schwarzen auf den Leib schneidern und zum Befreiungsschlag ausholen. Doch das ist heftig in die Hose gegangen, denn irgendwann während seiner Amtszeit hat der Bundesschröder den Bezug zur Realität gänzlich verloren und vergessen was er dem Herrn Bundestagspräsidenten „Vater Abraham“ Thierse mit der Hand auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland versprochen hat:
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”

Aus dem „so wahr mir Gott helfe“ ist dann sehr rasch ein „den Teufel werde ich tun“ oder etwas ähnliches geworden.
Das zeigt, dass sich zu der Realitätsferne auch noch Lernresistenz, Altersstarrsinn und Machtgeilheit gesellten. Dabei hätte er sich nur an seinen Amtsvorgänger erinnern müssen, der ihm die folgenden Worte mit auf den Weg gab:
„Neuer Bundeskanzler, ich wünsche Ihnen für unser Vaterland eine glückliche Hand. Sie übernehmen diese Aufgabe in einer Zeit mit ganz anderen Maßstäben und vor allem mit ganz anderen Herausforderungen als ich das damals erfahren habe vor 16 Jahren. Aber ich finde es hat auch - macht wenig Sinn, unentwegt die Geschichte zu versuchen neu zu schreiben.”

“Sie sind Geschichte” hat ihm damals der neue Bundeskanzler Gerhard Schröder geantwortet, „Ich muss Ihnen ein Kompliment machen. Das Kompliment nämlich, dass die Art und Weise, wie Sie Selbstverständlichkeit und Normalität deutlich gemacht haben im demokratischen Wechsel, dass dies uns allen sehr geholfen hat. Sie haben zu Recht davon geredet, dass das Deutschlands Ansehen auch in der Welt im übrigen vermehrt hat. Und lassen Sie mich das so schlicht sagen. Ich verspreche Ihnen, in der Regierungserklärung werden Sie noch einmal lobend erwähnt - dann ist aber auch Schluss.”

Nun kann man von Bundesgerd & Co. ja nicht gerade behaupten, dass die uns allen sehr geholfen haben. Und vermehrt hat sich während deren Amtszeit auch nicht das Ansehen, sondern nur die Zahl der Arbeitslosen, die Zahl der Gesetze und Verordnungen und die Zahl der Armen in diesem Land. Lobend erwähnen in der Regierungserklärung des nächsten Kanzlers muss man das wohl nicht.
Irgendwann muss einfach Schluss sein, auch wenn sich durch einen Regierungswechsel nur die Richtung wechselt, in der die kleinen Leute rasiert werden.

Mal sehen wie lange sich Angie „Missgriff“ Merkel an ihren Amtseid erinnern kann.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. Juni 2005 um 05:45:14 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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10. Juni 2005 05:45

Mein lieber Freund!

„Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es in einer politischen Ausnahmesituation zu unangemessenen Reaktionen und zu ausufernden Spekulationen kommt.“, hat der Bundesgerd in einer Erklärung anlässlich des Kasperletheaters verlautbart, das er mit seiner Ankündigung zur Stellung der Vertrauensfrage nach der verlorenen Landtagswahl in NRW auf den Spielplan dieser geplagten Republik gesetzt hat.
„Ich habe einen Amtseid geschworen“, heißt es in der Erklärung weiter, „aus dieser Verpflichtung ergibt sich für mich eine besondere Verantwortung. Der von mir und meiner Regierung eingeschlagene Weg der Reformpolitik ist nach meiner festen Überzeugung der richtige Weg, unser Land zu erneuern, den Wohlstand zu bewahren sowie dauerhaft soziale Sicherheit und Teilhabe zu garantieren. Ich werde mit ganzer Kraft dafür kämpfen, diesen Weg zum Wohle der Menschen in unserem Land fortzusetzen.”

Diese Worte muss sich der Bürger dieser BRddr erstmal auf der Zunge zergehen lassen: „Ich werde mit ganzer Kraft dafür kämpfen, diesen Weg zum Wohle der Menschen in unserem Lande fortzusetzen.“
Mein lieber Freund, sie brauchen jetzt nicht zu lachen – der Mann meint das wirklich ernst.
Doch was er als seine Mission sieht, wirkt auf die Menschen dieses Landes nur noch als dümmliche Drohung.
Statt mit seinem Rücktritt einfach die Konsequenz aus sieben Jahren rot-grünem politischem Bockmist zu ziehen und dem Land eine derartige Seifenoper zu ersparen, wollte sich der Bundeskasper die Hauptrolle im Kampf gegen die bösen Schwarzen auf den Leib schneidern und zum Befreiungsschlag ausholen. Doch das ist heftig in die Hose gegangen, denn irgendwann während seiner Amtszeit hat der Bundesschröder den Bezug zur Realität gänzlich verloren und vergessen was er dem Herrn Bundestagspräsidenten „Vater Abraham“ Thierse mit der Hand auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland versprochen hat:
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”

Aus dem „so wahr mir Gott helfe“ ist dann sehr rasch ein „den Teufel werde ich tun“ oder etwas ähnliches geworden.
Das zeigt, dass sich zu der Realitätsferne auch noch Lernresistenz, Altersstarrsinn und Machtgeilheit gesellten. Dabei hätte er sich nur an seinen Amtsvorgänger erinnern müssen, der ihm die folgenden Worte mit auf den Weg gab:
„Neuer Bundeskanzler, ich wünsche Ihnen für unser Vaterland eine glückliche Hand. Sie übernehmen diese Aufgabe in einer Zeit mit ganz anderen Maßstäben und vor allem mit ganz anderen Herausforderungen als ich das damals erfahren habe vor 16 Jahren. Aber ich finde es hat auch - macht wenig Sinn, unentwegt die Geschichte zu versuchen neu zu schreiben.”

“Sie sind Geschichte” hat ihm damals der neue Bundeskanzler Gerhard Schröder geantwortet, „Ich muss Ihnen ein Kompliment machen. Das Kompliment nämlich, dass die Art und Weise, wie Sie Selbstverständlichkeit und Normalität deutlich gemacht haben im demokratischen Wechsel, dass dies uns allen sehr geholfen hat. Sie haben zu Recht davon geredet, dass das Deutschlands Ansehen auch in der Welt im übrigen vermehrt hat. Und lassen Sie mich das so schlicht sagen. Ich verspreche Ihnen, in der Regierungserklärung werden Sie noch einmal lobend erwähnt - dann ist aber auch Schluss.”

Nun kann man von Bundesgerd & Co. ja nicht gerade behaupten, dass die uns allen sehr geholfen haben. Und vermehrt hat sich während deren Amtszeit auch nicht das Ansehen, sondern nur die Zahl der Arbeitslosen, die Zahl der Gesetze und Verordnungen und die Zahl der Armen in diesem Land. Lobend erwähnen in der Regierungserklärung des nächsten Kanzlers muss man das wohl nicht.
Irgendwann muss einfach Schluss sein, auch wenn sich durch einen Regierungswechsel nur die Richtung wechselt, in der die kleinen Leute rasiert werden.

Mal sehen wie lange sich Angie „Missgriff“ Merkel an ihren Amtseid erinnern kann.

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