Tag der Arbeit

4. Mai 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Getreu nach dem Motto “alles neu macht der Mai und wir sind alle mit dabei” laufen am 1. Mai die Gewerkschaftsbosse zur Höchstform auf.
Da werden die Jacketts ausgezogen, die Hemdsärmel hochgerollt und die Krawatten gelockert oder gar abgebunden. Und dann wird den Arbeitnehmern nach dem Maul geredet, den Klassenfeinden mit der Faust gedroht und spätestens dann wenn die Redner das Pult verlassen haben, können oder wollen sie sich an ihr dummes Geschwätz von eben nicht mehr erinnern.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer kritisierte vor 7000 Zuhörern in Mannheim, in den Vorstandsetagen herrsche “die nackte Gier”.und “falschen Entwicklungen muss man sich in den Weg stellen”.
IG-Metall-Chef Jürgen Peters forderte bei seiner Rede in Frankfurt am Main konkrete Schritte zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit und Ankurbelung der Binnenkonjunktur.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, griff die deutsche Wirtschaft an, die trotz boomender Exporte und Gewinne Löhne, Kündigungsschutz, Streikrecht und Mitbestimmung kürzen und Arbeitszeiten verlängern wolle.
Der Chef der IG Bergbau-Chemie-Energie, Hubertus Schmoldt, sagte in Ludwigshafen die großen Unternehmen böten sich mittlerweile “einen geradezu obszönen Wettbewerb um die höchste Steigerung der Rendite”.
Hans-Joachim Wilms von der IG BAU, trat in Hannover für Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping ein. Verhindert werden müsse dadurch auch eine europafeindliche Stimmung.
Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW), Jochen Nagel hat die Wirtschaftspolitik der rot-grünen Bundesregierung als unsozial kritisiert: „Ausgerechnet unter dieser Regierung spitze sich die Umverteilung von unten nach oben drastisch zu. Hartz IV sei kein Konzept gegen Arbeitslosigkeit. Das Gesetz verschärfe die Armut in Deutschland und bestrafe die Arbeitslosen“.

Und SPD_Chef Franz Müntefering wagte sich Duisburg unter dem Schutz der Polizeischilde mit seiner „Heuschrecken“-Theorie an die eierwerfende Öffentlichkeit. Man muss seine Thesen nicht wiederholen um zu erkennen, dass dahinter reiner Selbsterhaltungstrieb steckt, nach dem die rot-grünen Regierungsparteien eben diesen Heuschrecken jahrelang den Acker bestellt haben.
Nicht unerwähnt bleiben soll der FDP-Chef, „das“ Guido Westerwelle, der die Gewerkschaften wegen ihrer “reformfeindlichen Reden” als “Totengräber des deutschen Wohlstands” bezeichnete.

Eigentlich war also dieser „Tag der Arbeit“ ein Tag wie Muttertag oder Vatertag oder Valentinstag oder Nikolaustag oder Sylvester. Einen Tag später sind die Lippenbekenntnisse und guten Vorsätze alle wieder vergessen.

Also ist eigentlich nichts geschehen, was einer weiteren Betrachtung würdig wäre. Bis auf einen Umstand, der im Geplärr der Megaphone und Lautsprecher und im Lärm der Trillerpfeifen untergegangen ist.

Wo war der Bundesschröder am 1. Mai 2005?
Hatten ihm seine Berater empfohlen sich an diesem Tag besser nicht in der Öffentlichkeit sehen zu lassen? Hatte man Befürchtungen, dass das der Auslöser sein könnte um marodierende Horden durch die marode Republik ziehen zu lassen? Hatte man Bedenken, dass das der Tropfen sein könnte, der das Fass zum Überlaufen bringen würde?

Wenn der „Blanke Hans“ kommt, dann nützt auch das „Kopf in den Sand stecken“ nichts mehr.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. Mai 2005 um 05:45:44 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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4. Mai 2005 05:45

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Getreu nach dem Motto “alles neu macht der Mai und wir sind alle mit dabei” laufen am 1. Mai die Gewerkschaftsbosse zur Höchstform auf.
Da werden die Jacketts ausgezogen, die Hemdsärmel hochgerollt und die Krawatten gelockert oder gar abgebunden. Und dann wird den Arbeitnehmern nach dem Maul geredet, den Klassenfeinden mit der Faust gedroht und spätestens dann wenn die Redner das Pult verlassen haben, können oder wollen sie sich an ihr dummes Geschwätz von eben nicht mehr erinnern.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer kritisierte vor 7000 Zuhörern in Mannheim, in den Vorstandsetagen herrsche “die nackte Gier”.und “falschen Entwicklungen muss man sich in den Weg stellen”.
IG-Metall-Chef Jürgen Peters forderte bei seiner Rede in Frankfurt am Main konkrete Schritte zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit und Ankurbelung der Binnenkonjunktur.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, griff die deutsche Wirtschaft an, die trotz boomender Exporte und Gewinne Löhne, Kündigungsschutz, Streikrecht und Mitbestimmung kürzen und Arbeitszeiten verlängern wolle.
Der Chef der IG Bergbau-Chemie-Energie, Hubertus Schmoldt, sagte in Ludwigshafen die großen Unternehmen böten sich mittlerweile “einen geradezu obszönen Wettbewerb um die höchste Steigerung der Rendite”.
Hans-Joachim Wilms von der IG BAU, trat in Hannover für Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping ein. Verhindert werden müsse dadurch auch eine europafeindliche Stimmung.
Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW), Jochen Nagel hat die Wirtschaftspolitik der rot-grünen Bundesregierung als unsozial kritisiert: „Ausgerechnet unter dieser Regierung spitze sich die Umverteilung von unten nach oben drastisch zu. Hartz IV sei kein Konzept gegen Arbeitslosigkeit. Das Gesetz verschärfe die Armut in Deutschland und bestrafe die Arbeitslosen“.

Und SPD_Chef Franz Müntefering wagte sich Duisburg unter dem Schutz der Polizeischilde mit seiner „Heuschrecken“-Theorie an die eierwerfende Öffentlichkeit. Man muss seine Thesen nicht wiederholen um zu erkennen, dass dahinter reiner Selbsterhaltungstrieb steckt, nach dem die rot-grünen Regierungsparteien eben diesen Heuschrecken jahrelang den Acker bestellt haben.
Nicht unerwähnt bleiben soll der FDP-Chef, „das“ Guido Westerwelle, der die Gewerkschaften wegen ihrer “reformfeindlichen Reden” als “Totengräber des deutschen Wohlstands” bezeichnete.

Eigentlich war also dieser „Tag der Arbeit“ ein Tag wie Muttertag oder Vatertag oder Valentinstag oder Nikolaustag oder Sylvester. Einen Tag später sind die Lippenbekenntnisse und guten Vorsätze alle wieder vergessen.

Also ist eigentlich nichts geschehen, was einer weiteren Betrachtung würdig wäre. Bis auf einen Umstand, der im Geplärr der Megaphone und Lautsprecher und im Lärm der Trillerpfeifen untergegangen ist.

Wo war der Bundesschröder am 1. Mai 2005?
Hatten ihm seine Berater empfohlen sich an diesem Tag besser nicht in der Öffentlichkeit sehen zu lassen? Hatte man Befürchtungen, dass das der Auslöser sein könnte um marodierende Horden durch die marode Republik ziehen zu lassen? Hatte man Bedenken, dass das der Tropfen sein könnte, der das Fass zum Überlaufen bringen würde?

Wenn der „Blanke Hans“ kommt, dann nützt auch das „Kopf in den Sand stecken“ nichts mehr.

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