KlitschKO

26. April 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Eigentlich hatte ich mich am späten Samstag auf ein richtige schöne Klitsch-KO-Runde eingestellt und die Lasershow in Verbindung mit dem Ringsprecher und seinem Sprachfehler (hörte sich an, als hätte er eine Distel im Schritt) kündigten dann auch langatmig etwas an, das vorbei war bevor es richtig begonnen hatte.

Der Herr Dr. Wladimir Wladimirowitsch Klitschko hielt seinen Gegner, den Kubaner Eliseo Castillo, mit ausgestreckter linker Führhand auf Distanz, was der von Anfang an zu akzeptieren schien, denn er guckte wie ein Kaninchen vor der Schlange ganz artig immer auf den Boxhandschuh, mit dem ihm der Herr Doktor da vor dem Gesicht rumfuchtelte. Ende der ersten Runde fand auch jeder der Teilnehmer an der Tänzelveranstaltung hurtig seine Ecke, ohne den Körper seines Kontrahenten wirklich ernsthaft betatscht zu haben.

In der zweiten Runde ähnliches Spiel. Klitschko schien dem Frieden nicht zu trauen und stapfte, wieder mit der linken Führhand fuchtelnd, vorsichtig vorwärts und der Gegner kopfschüttelnd rückwärts.

In der dritten Runde wählte der Gegner dann eine ganz raffinierte Taktik um Klitschko endlich mal in Schlagposition zu bringen: Er blieb einfach stehen und hielt sich mit den Boxhandschuhen die Ohren zu. Vermutlich weil er die unerklärlichen Begeisterungsstürme des offensichtlich wenig fachkundigen Publikums nicht mehr ertragen konnte.

Als auch das nichts nützte, nahm der Kubaner nach 2 Minuten und 51 Sekunden in der vierten Runde die Hände herunter und ließ sich von Klitschko mit der ersten in diesem Boxkrampf geschlagenen rechten Geraden ins Gesicht hauen. Danach machte er noch ein paar artige Schrittchen rückwärts, bevor er sich auf den Hosenboden plumpsen ließ.
Der offensichtliche bestens instruierte Ringrichter stürzte sich sofort auf den am Boden sitzenden Kubaner und warf sich schützend über ihn. Das war allerdings unnötig, denn Klitschko war bereits auf dem Weg in seine Ecke.
Damit stand der Bekanntgabe des gut vorbereiteten Knockouts nichts mehr im Wege, denn der Ringrichter war in der Lage schneller auf 10 zu zählen, als ich begreifen konnte, dass dieser Kampf(?) unblutig zu Ende gegangen war.

Sie glauben das wäre übertrieben und ich hätte keine Ahnung vom Boxen?
Ok, ok, ich hab ja nicht behauptet, dass ich einen Uppercut von einem wilden Schwinger unterscheiden kann. Aber was ein Knockout ist, das weiß selbst ich.
Und das Ding da vom Samstag, das war keiner, zumindest kein echter.
Das weiß ich und das sag ich jetzt einfach mal so. Denn ich habe Rocky I bis Rocky V gesehen.

Also alles in allem, war das ein sportliches Ereignis, das man sich nicht unbedingt antun musste. Der Komiker Olli Dietrich hat das wohl ähnlich gesehen, denn sein Kommentar, dass das gefährlichste für Klitschko der Konfettibeschuß gewesen sei, spricht Bände.
Und der schwergewichtig Kabarettist Ottfried Fischer fand angesichts des deutlichen Klassenunterschieds: “Der Kampf war jugendfrei.”

Und in der Welt kann man nachlesen, dass sich der Kubaner, der zuvor in 19 Kämpfen (18 Siege, ein remis) ungeschlagene Profi «als absolute Nullnummer erwiesen hat. Er ließ sich von Klitschkos linker Führhand durch den Ring treiben, versuchte nicht ein einziges Mal die Initiative zu ergreifen und schlug selbst gar nicht.»

Klitschkos Trainer Emmanuel Steward hatte dennoch “einen der besten Schwergewichtskämpfe, die ich je gesehen habe”, beobachtet: “Einen perfekten Kampf.”

Da sieht man mal wieder: “Fachmann muss man sein”, sonst kann man die einzigartige Bedeutung des Gesehenen gar nicht begreifen, geschweige denn intellektuell verarbeiten.

Was wäre denn gewesen, wenn der Herr Dr. Wladimir Wladimirowitsch Klitschko diesen Kampf verloren hätte?

Na, eben!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. April 2005 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “KlitschKO”

  1. xxx meint:

    du hast doch überhaupt kein plan vom boxen du spast!!! erstens ist es vitalie auf dem bild und nicht wladimir. zweitens muss man sagen, dass klitschko alles richtig gemacht hat und einen super fight hingelegt hat. der kubaner hatte gar keine chance aber so ist es halt wenn man gegen den besten fighter antritt!!!

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KlitschKO

26. April 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Eigentlich hatte ich mich am späten Samstag auf ein richtige schöne Klitsch-KO-Runde eingestellt und die Lasershow in Verbindung mit dem Ringsprecher und seinem Sprachfehler (hörte sich an, als hätte er eine Distel im Schritt) kündigten dann auch langatmig etwas an, das vorbei war bevor es richtig begonnen hatte.

Der Herr Dr. Wladimir Wladimirowitsch Klitschko hielt seinen Gegner, den Kubaner Eliseo Castillo, mit ausgestreckter linker Führhand auf Distanz, was der von Anfang an zu akzeptieren schien, denn er guckte wie ein Kaninchen vor der Schlange ganz artig immer auf den Boxhandschuh, mit dem ihm der Herr Doktor da vor dem Gesicht rumfuchtelte. Ende der ersten Runde fand auch jeder der Teilnehmer an der Tänzelveranstaltung hurtig seine Ecke, ohne den Körper seines Kontrahenten wirklich ernsthaft betatscht zu haben.

In der zweiten Runde ähnliches Spiel. Klitschko schien dem Frieden nicht zu trauen und stapfte, wieder mit der linken Führhand fuchtelnd, vorsichtig vorwärts und der Gegner kopfschüttelnd rückwärts.

In der dritten Runde wählte der Gegner dann eine ganz raffinierte Taktik um Klitschko endlich mal in Schlagposition zu bringen: Er blieb einfach stehen und hielt sich mit den Boxhandschuhen die Ohren zu. Vermutlich weil er die unerklärlichen Begeisterungsstürme des offensichtlich wenig fachkundigen Publikums nicht mehr ertragen konnte.

Als auch das nichts nützte, nahm der Kubaner nach 2 Minuten und 51 Sekunden in der vierten Runde die Hände herunter und ließ sich von Klitschko mit der ersten in diesem Boxkrampf geschlagenen rechten Geraden ins Gesicht hauen. Danach machte er noch ein paar artige Schrittchen rückwärts, bevor er sich auf den Hosenboden plumpsen ließ.
Der offensichtliche bestens instruierte Ringrichter stürzte sich sofort auf den am Boden sitzenden Kubaner und warf sich schützend über ihn. Das war allerdings unnötig, denn Klitschko war bereits auf dem Weg in seine Ecke.
Damit stand der Bekanntgabe des gut vorbereiteten Knockouts nichts mehr im Wege, denn der Ringrichter war in der Lage schneller auf 10 zu zählen, als ich begreifen konnte, dass dieser Kampf(?) unblutig zu Ende gegangen war.

Sie glauben das wäre übertrieben und ich hätte keine Ahnung vom Boxen?
Ok, ok, ich hab ja nicht behauptet, dass ich einen Uppercut von einem wilden Schwinger unterscheiden kann. Aber was ein Knockout ist, das weiß selbst ich.
Und das Ding da vom Samstag, das war keiner, zumindest kein echter.
Das weiß ich und das sag ich jetzt einfach mal so. Denn ich habe Rocky I bis Rocky V gesehen.

Also alles in allem, war das ein sportliches Ereignis, das man sich nicht unbedingt antun musste. Der Komiker Olli Dietrich hat das wohl ähnlich gesehen, denn sein Kommentar, dass das gefährlichste für Klitschko der Konfettibeschuß gewesen sei, spricht Bände.
Und der schwergewichtig Kabarettist Ottfried Fischer fand angesichts des deutlichen Klassenunterschieds: “Der Kampf war jugendfrei.”

Und in der Welt kann man nachlesen, dass sich der Kubaner, der zuvor in 19 Kämpfen (18 Siege, ein remis) ungeschlagene Profi «als absolute Nullnummer erwiesen hat. Er ließ sich von Klitschkos linker Führhand durch den Ring treiben, versuchte nicht ein einziges Mal die Initiative zu ergreifen und schlug selbst gar nicht.»

Klitschkos Trainer Emmanuel Steward hatte dennoch “einen der besten Schwergewichtskämpfe, die ich je gesehen habe”, beobachtet: “Einen perfekten Kampf.”

Da sieht man mal wieder: “Fachmann muss man sein”, sonst kann man die einzigartige Bedeutung des Gesehenen gar nicht begreifen, geschweige denn intellektuell verarbeiten.

Was wäre denn gewesen, wenn der Herr Dr. Wladimir Wladimirowitsch Klitschko diesen Kampf verloren hätte?

Na, eben!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. April 2005 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “KlitschKO”

  1. xxx meint:

    du hast doch überhaupt kein plan vom boxen du spast!!! erstens ist es vitalie auf dem bild und nicht wladimir. zweitens muss man sagen, dass klitschko alles richtig gemacht hat und einen super fight hingelegt hat. der kubaner hatte gar keine chance aber so ist es halt wenn man gegen den besten fighter antritt!!!

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