Kopf oder Zahl?

11. April 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Der Sensenmann geht um in Europa.
Millionen Menschen blicken nach Rom und betrauern den Tod von Johannes Paul dem Zwoten, der mir als Mensch um vieles sympathischer war, als in seiner Funktion als Oberhaupt der Katholischen Kirche.

Bei all der Trauer erkennen die meisten Bürger Europas jedoch nicht die wahre Dimension der Tragödie. Denn nicht nur die Katholische Kirche hat ihren obersten Führer zum Herrn geschickt, sondern auch ein europäischer Staat hat sein Oberhaupt verloren. Der kleinste Staat der Welt mit 464 Einwohnern, der Vatikanstaat, hat seinen politischen Führer Karol Józef Wojtyła verloren.

Nun geschieht es immer wieder, dass auch Staatsoberhäupter sich mit einigen Quadratmetern heimischer Erde, einigen Salutschüssen, jeder Menge lobender Worte ihrer politischen Feinde und einer Erwähnung in den Geschichtsbüchern begnügen müssen.
Selten ist jedoch, dass ein Staatsoberhaupt im Amte verstirbt, sei es durch Gewalt oder durch natürlichen Tod.
Aber noch seltener ist, dass Staatsoberhäupter verschiedener Länder quasi in Serie versterben, denn nur vier Tage den dem Oberhaupt des Vatikanstaats, hat sich Fürst Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi der Dritte von Monaco am 6. April vom Sterbebett nicht mehr erhoben.

Nach dem Gesetz der Serie müsste nun innerhalb weniger Tage ein weiteres Oberhaupt eines europäischen Kleinstaates die Skatrunde im Jenseits komplettieren. Es kann und darf darüber spekuliert werden, ob es sich dabei um Andorra, San Marino, Liechtenstein oder gar Luxemburg handeln könnte.

Also ich habe ja auf San Marino getippt.
Nicht nur, weil es sich im Gegensatz zu Andorra um einen Staat mit eigener Euro-Währung handelt, sondern auch wegen der Nähe zu Italien, wo dem Signore Berlusconi zwischenzeitlich alles zuzutrauen ist. Hat doch gerade das italienische Parlament als erstes in Europa der Europäischen Verfassung zugestimmt und nun könnte jemand klammheimlich hintenrum versuchen die Anzahl der Staaten in alten Europa zu minimieren, um dafür neue Staaten im Osten aufnehmen zu können. So eine Art schleichende politische Osteporose, oder so ähnlich.

Aber dann habe ich im Spiegel gelesen, dass es dem August aus Hannover
(Schwiegersohn von Fürst Rainier und dritter Ehemann von Prinzessin Caroline, die ihm 1999 nach nur 6-monatiger Ehe eine Tochter schenkte) erdenklich schlecht gehe und er mit Pankreatitis im Krankenhaus in Koma liege. Nun entzog es sich meinem Schulwissen, dass Koma ein Kleinstaat in Europa ist, aber bei der Geschwindigkeit mit der sich das Abendland verändert, kann man schon mal die Übersicht verlieren.
Doch beim hurtigen Nachschlagen bei Wikipedia klärte sich dieses kleine Missverständnis schnell auf, denn Pankreatitis ist eine lebensbedrohende Krankheit, deren chronische Variante primär durch exzessiven Alkoholkonsum verursacht wird. Dies würde auch das teilweise sonderliche und aggressive Verhalten des Herrn Ernst August Prinz von Hannover in der Öffentlichkeit erklären.

Langer Rede, kurzer Sinn, dem Welfen-Prinzen und Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., geht es echt dreckig und ich habe mich gefragt, wer ihm wohl nach dem Leben trachten könnte und ihm diese Unmengen Alkohol eingeflößt hat.
Verdächtige gibt es sicher genug, denn der Prinz war mit seinen körperlichen und verbalen Kräften nie zimperlich und so mancher seiner handgreiflichen Waffengänge gegen Paparazzi, Journalisten und Hoteliers wurden erst durch richterlichen Spruch beendet.

Hinweise auf eine politisch motivierte Tat kamen mir bei der Erkenntnis, dass Ernst August etwa an Stelle 450 in der Thronfolge des englischen Königshauses erscheint. Wenn also die Queen und danach der gerade zweitmalig vermählte Prinz Charles sowie weitere 448 Personen plötzlich aus dem Leben scheiden würden – dann könnte der Welfen-Prinz Ernst August sogar König von England werden. Aber dass ihn deswegen jetzt jemand aus dem Weg räumen will, erscheint nun selbst mir ziemlich weit hergeholt.

Denn warum in die Ferne schweifen, wenn die Lösung des Falles im innenpolitischen Bereich und damit viel näher liegen könnte, als wir alle denken.
Ich sage nur „Hannover“ und weise diskret darauf hin, dass nächstes Jahr Bundestagswahlen in der BRddr stattfinden. Und wenn da jemand damit rechnen muss, dass er nicht mehr „König von Deutschland“ werden könnte, könnte sich so jemand halt mal sicherheitshalber in der Republik umschauen, wohin er die Stätte seines zukünftigen Würgens verlegen könnte.
Und da jeder Täter immer wieder an den Ort seiner ersten Verbrechen zurückkehrt, wäre Hannover bestimmt keine schlechte Wahl, wenn der Platzhirsch dort, wie allgemein bekannt, nicht so grobe Manieren hätte.

Das liest sich jetzt zwar wie die vergebliche Quadratur des Kreises, aber was macht man nicht alles an einem verregneten Sonntag zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken.

Und jetzt muss ich mich sputen und meinen Brief zur Post bringen, bevor der Prinz von Hannover den Ärzten in Monaco unter den Händen wegstirbt.
Weil sonst könnte ja jeder behaupten, ich würde immer nur aus dem Spiegel abschreiben.

Einen schönen Tag noch.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. April 2005 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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11. April 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Der Sensenmann geht um in Europa.
Millionen Menschen blicken nach Rom und betrauern den Tod von Johannes Paul dem Zwoten, der mir als Mensch um vieles sympathischer war, als in seiner Funktion als Oberhaupt der Katholischen Kirche.

Bei all der Trauer erkennen die meisten Bürger Europas jedoch nicht die wahre Dimension der Tragödie. Denn nicht nur die Katholische Kirche hat ihren obersten Führer zum Herrn geschickt, sondern auch ein europäischer Staat hat sein Oberhaupt verloren. Der kleinste Staat der Welt mit 464 Einwohnern, der Vatikanstaat, hat seinen politischen Führer Karol Józef Wojtyła verloren.

Nun geschieht es immer wieder, dass auch Staatsoberhäupter sich mit einigen Quadratmetern heimischer Erde, einigen Salutschüssen, jeder Menge lobender Worte ihrer politischen Feinde und einer Erwähnung in den Geschichtsbüchern begnügen müssen.
Selten ist jedoch, dass ein Staatsoberhaupt im Amte verstirbt, sei es durch Gewalt oder durch natürlichen Tod.
Aber noch seltener ist, dass Staatsoberhäupter verschiedener Länder quasi in Serie versterben, denn nur vier Tage den dem Oberhaupt des Vatikanstaats, hat sich Fürst Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi der Dritte von Monaco am 6. April vom Sterbebett nicht mehr erhoben.

Nach dem Gesetz der Serie müsste nun innerhalb weniger Tage ein weiteres Oberhaupt eines europäischen Kleinstaates die Skatrunde im Jenseits komplettieren. Es kann und darf darüber spekuliert werden, ob es sich dabei um Andorra, San Marino, Liechtenstein oder gar Luxemburg handeln könnte.

Also ich habe ja auf San Marino getippt.
Nicht nur, weil es sich im Gegensatz zu Andorra um einen Staat mit eigener Euro-Währung handelt, sondern auch wegen der Nähe zu Italien, wo dem Signore Berlusconi zwischenzeitlich alles zuzutrauen ist. Hat doch gerade das italienische Parlament als erstes in Europa der Europäischen Verfassung zugestimmt und nun könnte jemand klammheimlich hintenrum versuchen die Anzahl der Staaten in alten Europa zu minimieren, um dafür neue Staaten im Osten aufnehmen zu können. So eine Art schleichende politische Osteporose, oder so ähnlich.

Aber dann habe ich im Spiegel gelesen, dass es dem August aus Hannover
(Schwiegersohn von Fürst Rainier und dritter Ehemann von Prinzessin Caroline, die ihm 1999 nach nur 6-monatiger Ehe eine Tochter schenkte) erdenklich schlecht gehe und er mit Pankreatitis im Krankenhaus in Koma liege. Nun entzog es sich meinem Schulwissen, dass Koma ein Kleinstaat in Europa ist, aber bei der Geschwindigkeit mit der sich das Abendland verändert, kann man schon mal die Übersicht verlieren.
Doch beim hurtigen Nachschlagen bei Wikipedia klärte sich dieses kleine Missverständnis schnell auf, denn Pankreatitis ist eine lebensbedrohende Krankheit, deren chronische Variante primär durch exzessiven Alkoholkonsum verursacht wird. Dies würde auch das teilweise sonderliche und aggressive Verhalten des Herrn Ernst August Prinz von Hannover in der Öffentlichkeit erklären.

Langer Rede, kurzer Sinn, dem Welfen-Prinzen und Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., geht es echt dreckig und ich habe mich gefragt, wer ihm wohl nach dem Leben trachten könnte und ihm diese Unmengen Alkohol eingeflößt hat.
Verdächtige gibt es sicher genug, denn der Prinz war mit seinen körperlichen und verbalen Kräften nie zimperlich und so mancher seiner handgreiflichen Waffengänge gegen Paparazzi, Journalisten und Hoteliers wurden erst durch richterlichen Spruch beendet.

Hinweise auf eine politisch motivierte Tat kamen mir bei der Erkenntnis, dass Ernst August etwa an Stelle 450 in der Thronfolge des englischen Königshauses erscheint. Wenn also die Queen und danach der gerade zweitmalig vermählte Prinz Charles sowie weitere 448 Personen plötzlich aus dem Leben scheiden würden – dann könnte der Welfen-Prinz Ernst August sogar König von England werden. Aber dass ihn deswegen jetzt jemand aus dem Weg räumen will, erscheint nun selbst mir ziemlich weit hergeholt.

Denn warum in die Ferne schweifen, wenn die Lösung des Falles im innenpolitischen Bereich und damit viel näher liegen könnte, als wir alle denken.
Ich sage nur „Hannover“ und weise diskret darauf hin, dass nächstes Jahr Bundestagswahlen in der BRddr stattfinden. Und wenn da jemand damit rechnen muss, dass er nicht mehr „König von Deutschland“ werden könnte, könnte sich so jemand halt mal sicherheitshalber in der Republik umschauen, wohin er die Stätte seines zukünftigen Würgens verlegen könnte.
Und da jeder Täter immer wieder an den Ort seiner ersten Verbrechen zurückkehrt, wäre Hannover bestimmt keine schlechte Wahl, wenn der Platzhirsch dort, wie allgemein bekannt, nicht so grobe Manieren hätte.

Das liest sich jetzt zwar wie die vergebliche Quadratur des Kreises, aber was macht man nicht alles an einem verregneten Sonntag zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken.

Und jetzt muss ich mich sputen und meinen Brief zur Post bringen, bevor der Prinz von Hannover den Ärzten in Monaco unter den Händen wegstirbt.
Weil sonst könnte ja jeder behaupten, ich würde immer nur aus dem Spiegel abschreiben.

Einen schönen Tag noch.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. April 2005 um 05:45:06 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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