Handicap Golf

13. Juli 2006 05:45

Die Firma Volkswagen hat nach eigener Aussage ein Handicap.
Die Manager haben ausgerechnet, dass sie ausgerechnet bei dem Modell GOLF drauflegen müssen und dass sich die Herstellung des Fahrzeugs in der BRddr nicht mehr rechnet.
Außer, das ist nun wirklich nichts Neues, man senkt die Lohnkosten und baut Arbeitsplätze ab.

Nach den Modellrechnungen des Managements „könne“ man mit einer 35-Stunden-Woche, natürlich ohne Lohnausgleich, die meisten unrentablen Bereiche des VW-Werkes retten
Ja, Sie haben richtig gelesen.
Retten“ hat der Vorstand Wolfgang Bernhard, Markenvorstand von VW, in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt, „könne man dieses Werk nur, wenn es gelingt es wettbewerbsfähig und stark zu machen. Mit 28,8 Arbeitsstunden und 55 Euro je Stunde ist das unmöglich. Wie sollen wir überleben, wenn uns unsere Wettbewerber aus Osteuropa heraus mit 10 Euro Stundenlohn angreifen?“.

Dass VW selbst nicht nur in Osteuropa Millionen investiert und in 18 Ländern produziert, setzte der Vorstand als bekannt voraus und ließ es daher unerwähnt. Unerwähnt ließ er auch, dass mit 158.000 nur noch knapp die Hälfte der bei Volkswagen beschäftigten Arbeitnehmer ihren Lohn in Deutschland verdienen.

Auch zu der Frage, ob wie von Experten vermutet der Lohnanteil an einem in Deutschland gefertigten VW Golf nur bei ca. 10-12% der Gesamtkosten liege, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.
Denn konkret bedeutet dies, dass bei einem ca. 20.000 Euro teuren GOLF knapp 2.400 Euro durch Löhne und Lohnnebenkosten verursacht werden. Dies würde in etwa 44 Arbeitsstunden a. 55 Euro entsprechen und die Arbeitswoche mit 28,5 Stunden würde somit 1.570 Euro kosten.

Durch Einführung der 35-Stundenwoche ohne Lohnausgleich würden sich also die Kosten je Arbeitsstunde um ca. 10 Euro auf 45 Euro verringern.
Bezogen auf die Herstellkosten eines VW GOLF sind das gigantische 440 Euro oder 2,2% des Nettoverkaufpreises.
Das würde bedeuten, dass nach der Mehrwertsteuererhöhung um 3% der Verkaufspreis eines VW Golf nur minimal um 0,8% ansteigen würde.

Oder sollte ich mich jetzt, wie der Vorstand von VW, bei der Ermittlung des Handicap irgendwie verrechnet haben?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 13. Juli 2006 um 05:45:35 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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13. Juli 2006 05:45

Die Firma Volkswagen hat nach eigener Aussage ein Handicap.
Die Manager haben ausgerechnet, dass sie ausgerechnet bei dem Modell GOLF drauflegen müssen und dass sich die Herstellung des Fahrzeugs in der BRddr nicht mehr rechnet.
Außer, das ist nun wirklich nichts Neues, man senkt die Lohnkosten und baut Arbeitsplätze ab.

Nach den Modellrechnungen des Managements „könne“ man mit einer 35-Stunden-Woche, natürlich ohne Lohnausgleich, die meisten unrentablen Bereiche des VW-Werkes retten
Ja, Sie haben richtig gelesen.
Retten“ hat der Vorstand Wolfgang Bernhard, Markenvorstand von VW, in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt, „könne man dieses Werk nur, wenn es gelingt es wettbewerbsfähig und stark zu machen. Mit 28,8 Arbeitsstunden und 55 Euro je Stunde ist das unmöglich. Wie sollen wir überleben, wenn uns unsere Wettbewerber aus Osteuropa heraus mit 10 Euro Stundenlohn angreifen?“.

Dass VW selbst nicht nur in Osteuropa Millionen investiert und in 18 Ländern produziert, setzte der Vorstand als bekannt voraus und ließ es daher unerwähnt. Unerwähnt ließ er auch, dass mit 158.000 nur noch knapp die Hälfte der bei Volkswagen beschäftigten Arbeitnehmer ihren Lohn in Deutschland verdienen.

Auch zu der Frage, ob wie von Experten vermutet der Lohnanteil an einem in Deutschland gefertigten VW Golf nur bei ca. 10-12% der Gesamtkosten liege, wollte sich das Unternehmen nicht äußern.
Denn konkret bedeutet dies, dass bei einem ca. 20.000 Euro teuren GOLF knapp 2.400 Euro durch Löhne und Lohnnebenkosten verursacht werden. Dies würde in etwa 44 Arbeitsstunden a. 55 Euro entsprechen und die Arbeitswoche mit 28,5 Stunden würde somit 1.570 Euro kosten.

Durch Einführung der 35-Stundenwoche ohne Lohnausgleich würden sich also die Kosten je Arbeitsstunde um ca. 10 Euro auf 45 Euro verringern.
Bezogen auf die Herstellkosten eines VW GOLF sind das gigantische 440 Euro oder 2,2% des Nettoverkaufpreises.
Das würde bedeuten, dass nach der Mehrwertsteuererhöhung um 3% der Verkaufspreis eines VW Golf nur minimal um 0,8% ansteigen würde.

Oder sollte ich mich jetzt, wie der Vorstand von VW, bei der Ermittlung des Handicap irgendwie verrechnet haben?

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