Dschihad

26. September 2006 05:45

Jetzt regt sich Gott und die Welt über die Bombenleger auf, die friedliebenden Muslime in Deutschland fühlen sich unter Druck gesetzt, der Innenschäuble will das Internet kontrollieren und sieht die Nation von Koffernbombern bedroht, andere Experten für Sicherheit rufen nach mehr Videoüberwachung, am besten bis auf die Bahnhofstoilette und andere halten Railmarshals für die beste Lösung damit der einfache Bürger überhaupt noch ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen kann ohne befürchten zu müssen unterwegs verpuzzelt zu werden.

Dabei habe ich schon vor Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass die Stimmung in diesem unseren Lande „bombig“ ist. Aber auf so einen Provinzindianer wie mich hört ja keiner.

Jetzt hat man ja die zwei Libanesen erwischt, die die Bomben zum Bahnhof geschleppt haben sollen und das Angela ist voll des Lobes über die hervorragende Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden.
Und ich, misstrausicher Hund der ich nun mal bin, überlege mir schon die ganze Zeit, warum das jetzt alles so glatt und schnell gegangen ist, obwohl die beiden Studenten bisher überhaupt niemand aufgefallen sind oder in irgendeiner Weise verdächtig erschienen.

Bauen einfach so mir nix dir nix zwei Bomben, fahren zum Bahnhof und stellen die Kofferbomben im Zug ab. Dabei zieht einer von den Superterroristen dann auch noch ein Leibchen mit der weithin sichtbaren Rückennummer 13 an und latscht damit samt Kofferbombe vor der Videokamera auf den Bahnsteig herum.
Dabei weiß doch jeder zivilisierte Mitteleuropäer, dass die Rückennummer 13 schon in Verbindung mit Handtaschen für erhöhte Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte sorgt und Unglück in Verbindung mit heftigem Ärger mit sich bringt.

Und nach dem Platzieren der Kofferbomben fahren die Terroristen dann in aller Seelenruhe wieder nach Hause, wo sie noch die Kaufbelege für das Bombenmaterial aufbewahren, um ihren normalen Leben nach zu gehen.
So bescheuert ist doch kein richtiger Bombenleger! Oder wollten die die Dinger umtauschen, wenn sie nicht funktionieren?
Und einer von den beiden will auch noch mit dem Zug abhauen und lässt sich um 3:40 Uhr morgens am Bahnhof in Kiel verhaften. Was glauben Sie wohl, wie viele Menschen sich um diese Zeit am Bahnhof aufhalten und wie viele Züge um diese Zeit vom Bahnhof Kiel abfahren? Ohne Details zu kennen, würde ich sagen, dass die Lage am Kieler Bahnhof um diese Uhrzeit als sehr „übersichtlich“ bezeichnet werden kann.
Und der andere Terrorist hat nichts Besseres zu tun als nach Hause zu Mama in den Libanon zu flüchten und sich unterm Rockzipfel zu verstecken.

Also mal ganz ehrlich, verhalten sich so richtige professionelle Terroristen?
Menschen, die vollkommen unauffällig im Land leben um dann plötzlich auf Kommando aktiviert zu werden und zum Terroristen mutieren? Der Alptraum jedes Sicherheitsexperten und Innenministers.
Und so ein Zufall, dass die beiden Bombenleger auch noch ausgerechnet Libanesen sind und die libanesischen Behörden ausgerechnet ein Gespräch abhören, als einer der beiden Studenten „nach Hause telefoniert“.
Vom daraus resultierenden Tipp an die deutschen Ermittler bis zur Ergreifung des ersten Kofferbombers vergeht dann auch nur kurze Zeit.

Also mir persönlich ist das in Summe ein bisschen zu viel Zufall und irgendwie fühle ich mich an „Wag the Dog“ erinnert.
Hat doch zeitlich gut gepasst, dass die Deutschen sich jetzt im Rahmen das UN-Mandats mit Truppenhilfe bei den Libanesen für die unbürokratische Amtshilfe bedanken können, auch wenn die Bombenleger jetzt doch nicht ausgeliefert werden.
Und außerdem sind die Bomben ja auch gar nicht losgegangen – weil beide den gleichen Konstruktionsfehler hatten.
Also wirklich passiert ist ja eigentlich nichts, aber der Schaden den die beiden Libanesen mit ihren Bomben anrichten ist gewaltig.
Fast so gewaltig wie beim warmen Abriss des Reichtagsgebäudes anno 1933.

Aber eine Frage bleibt und die Sicherheitsexperten und die Teilnehmer der Innenministerkonferenz sollte das baldmöglichst im Interesse der nationalen Sicherheit auf die Agenda setzen: „Welche bescheuerte bundesdeutsche Behörde hat eigentlich einem Ausländer mit dem Vornamen Dschihad eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt?


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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. September 2006 um 05:45:12 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Dschihad”

  1. Colloredo meint:

    Die Frage ist wirklich berechtigt. Dazu passt auch die gestrige Meldung, dass die Anklagebehörde bisher keinen Beweis für die Beteiliguung weiterer Personen an diesem Komp(l)ott hat. Woraufhin die Rechtsanwälte der Beschuldigten aufgefordert haben, die Anklage wegen “Bildung einer terroristischen Vereinigung” nicht zuzulassen. Laut Gesetz fordert eine solche Vereinigung mindestens drei aktiv teilnemhende Personen. Unbestätigt ist die Information aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, dass der zuständige
    L(S)achbearbeiter gesagt haben soll: “Wieso drei? Die zwei Typen und die zwei Koffer sind doch schon vier…”

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Dschihad

26. September 2006 05:45

Jetzt regt sich Gott und die Welt über die Bombenleger auf, die friedliebenden Muslime in Deutschland fühlen sich unter Druck gesetzt, der Innenschäuble will das Internet kontrollieren und sieht die Nation von Koffernbombern bedroht, andere Experten für Sicherheit rufen nach mehr Videoüberwachung, am besten bis auf die Bahnhofstoilette und andere halten Railmarshals für die beste Lösung damit der einfache Bürger überhaupt noch ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen kann ohne befürchten zu müssen unterwegs verpuzzelt zu werden.

Dabei habe ich schon vor Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass die Stimmung in diesem unseren Lande „bombig“ ist. Aber auf so einen Provinzindianer wie mich hört ja keiner.

Jetzt hat man ja die zwei Libanesen erwischt, die die Bomben zum Bahnhof geschleppt haben sollen und das Angela ist voll des Lobes über die hervorragende Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden.
Und ich, misstrausicher Hund der ich nun mal bin, überlege mir schon die ganze Zeit, warum das jetzt alles so glatt und schnell gegangen ist, obwohl die beiden Studenten bisher überhaupt niemand aufgefallen sind oder in irgendeiner Weise verdächtig erschienen.

Bauen einfach so mir nix dir nix zwei Bomben, fahren zum Bahnhof und stellen die Kofferbomben im Zug ab. Dabei zieht einer von den Superterroristen dann auch noch ein Leibchen mit der weithin sichtbaren Rückennummer 13 an und latscht damit samt Kofferbombe vor der Videokamera auf den Bahnsteig herum.
Dabei weiß doch jeder zivilisierte Mitteleuropäer, dass die Rückennummer 13 schon in Verbindung mit Handtaschen für erhöhte Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte sorgt und Unglück in Verbindung mit heftigem Ärger mit sich bringt.

Und nach dem Platzieren der Kofferbomben fahren die Terroristen dann in aller Seelenruhe wieder nach Hause, wo sie noch die Kaufbelege für das Bombenmaterial aufbewahren, um ihren normalen Leben nach zu gehen.
So bescheuert ist doch kein richtiger Bombenleger! Oder wollten die die Dinger umtauschen, wenn sie nicht funktionieren?
Und einer von den beiden will auch noch mit dem Zug abhauen und lässt sich um 3:40 Uhr morgens am Bahnhof in Kiel verhaften. Was glauben Sie wohl, wie viele Menschen sich um diese Zeit am Bahnhof aufhalten und wie viele Züge um diese Zeit vom Bahnhof Kiel abfahren? Ohne Details zu kennen, würde ich sagen, dass die Lage am Kieler Bahnhof um diese Uhrzeit als sehr „übersichtlich“ bezeichnet werden kann.
Und der andere Terrorist hat nichts Besseres zu tun als nach Hause zu Mama in den Libanon zu flüchten und sich unterm Rockzipfel zu verstecken.

Also mal ganz ehrlich, verhalten sich so richtige professionelle Terroristen?
Menschen, die vollkommen unauffällig im Land leben um dann plötzlich auf Kommando aktiviert zu werden und zum Terroristen mutieren? Der Alptraum jedes Sicherheitsexperten und Innenministers.
Und so ein Zufall, dass die beiden Bombenleger auch noch ausgerechnet Libanesen sind und die libanesischen Behörden ausgerechnet ein Gespräch abhören, als einer der beiden Studenten „nach Hause telefoniert“.
Vom daraus resultierenden Tipp an die deutschen Ermittler bis zur Ergreifung des ersten Kofferbombers vergeht dann auch nur kurze Zeit.

Also mir persönlich ist das in Summe ein bisschen zu viel Zufall und irgendwie fühle ich mich an „Wag the Dog“ erinnert.
Hat doch zeitlich gut gepasst, dass die Deutschen sich jetzt im Rahmen das UN-Mandats mit Truppenhilfe bei den Libanesen für die unbürokratische Amtshilfe bedanken können, auch wenn die Bombenleger jetzt doch nicht ausgeliefert werden.
Und außerdem sind die Bomben ja auch gar nicht losgegangen – weil beide den gleichen Konstruktionsfehler hatten.
Also wirklich passiert ist ja eigentlich nichts, aber der Schaden den die beiden Libanesen mit ihren Bomben anrichten ist gewaltig.
Fast so gewaltig wie beim warmen Abriss des Reichtagsgebäudes anno 1933.

Aber eine Frage bleibt und die Sicherheitsexperten und die Teilnehmer der Innenministerkonferenz sollte das baldmöglichst im Interesse der nationalen Sicherheit auf die Agenda setzen: „Welche bescheuerte bundesdeutsche Behörde hat eigentlich einem Ausländer mit dem Vornamen Dschihad eine Aufenthaltsbewilligung ausgestellt?


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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. September 2006 um 05:45:12 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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  1. Colloredo meint:

    Die Frage ist wirklich berechtigt. Dazu passt auch die gestrige Meldung, dass die Anklagebehörde bisher keinen Beweis für die Beteiliguung weiterer Personen an diesem Komp(l)ott hat. Woraufhin die Rechtsanwälte der Beschuldigten aufgefordert haben, die Anklage wegen “Bildung einer terroristischen Vereinigung” nicht zuzulassen. Laut Gesetz fordert eine solche Vereinigung mindestens drei aktiv teilnemhende Personen. Unbestätigt ist die Information aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, dass der zuständige
    L(S)achbearbeiter gesagt haben soll: “Wieso drei? Die zwei Typen und die zwei Koffer sind doch schon vier…”

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