Vier gewinnt

29. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Das Spiel „Vier gewinnt“ kennen Sie sicher.
Gewonnen hat wer als erster 4 Steine in einer waagrechte, senkrecht oder diagonale Reihe bekommt.
Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie hätten bei diesem Spiel keinen Gegenspieler.

VersorgungsgebieteWenn Sie nach längerem Überlegen zu dem Schluss kommen sollten, dass Sie damit auf der Siegerstraße wären, dann darf ich Ihnen versichern, dass Sie damit nicht gänzlich daneben liegen.
Und wenn Sie sich jetzt noch vorstellen können, dass auf den vier Steinen die Namen EON, RWE, EnBW und Vattenfall stehen, dann haben Sie eine ungefähre Vorstellung der Lage auf dem deutschen Strommarkt.

Vier gewinnt immer.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, wies dennoch aufkommende Vorwürfe zur Preistreiberei und Preisabsprache der Stromkonzerne zurück. “In Deutschland können alle Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen“, sagte er der “Netzeitung”.

Ach und wenn Sie noch glauben, Sie würden Ihren Strom vom örtlichen Stadtwerk beziehen, dann schauen Sie sich mal die Beteiligungen der „Großen Vier“ und deren Versorgungsgebiete an.
Sie werden sich wundern …

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. September 2006 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

10 Antworten zu “Vier gewinnt”

  1. 37sechsBlog meint:

    Alles wird teurer. Wir verdienen mit!…

    So könnte das Motto der hiesigen Stromerzeuger lauten. Und das Blog “Machopan” liefert gute Gründe dafür, dass diese Vermutung nicht ganz verkehrt sein kann.

    ……

  2. F!XMBR » Linktipps zum Sonntag meint:

    […] Es gibt selbstverständlich keine Preisabsprachen bei den großen Stromkonzernen - nein, niemals nicht. Ach und wenn Sie noch glauben, Sie würden Ihren Strom vom örtlichen Stadtwerk beziehen, dann schauen Sie sich mal die Beteiligungen der „Großen Vier“ und deren Versorgungsgebiete an. Sie werden sich wundern … Man achte auf die Grafik… (via) Finkreigh hat mir ein paar feine Links über del.icio.us geschickt. Hier ein paar wirklich feine Ideen für Alltagsgegenstände. Eine wirklich feine Sammlung von Bookmarks zum Thema Webdesign ist hier zu finden. Ein wenig Propaganda der Filmindustrie - jaja, die pöhsen Raubkopierer, sie sollten der Filmindustrie rund 20 Mrd. (!!!) kosten. Nach einer neuen Analyse entstand der US-Wirtschaft 2005 durch illegale Film- und Fernsehkopien ein Gesamtschaden von 20,5 Milliarden US-Dollar. Betroffen seien davon nicht nur die Bosse in Hollywood, sondern alle Bürger: Dem Staat entgingen 837 Millionen US-Dollar Steuereinnahmen und den Arbeitnehmern 5,5 Milliarden Gehalt. Über 140.000 Arbeitstellen seine verloren gegangen. So dreist muss man mal sein, solch einen Schwachsinn unters Volk zu bringen. […]

  3. David meint:

    Wo kommt die Karte denn her? Meiner Meinung nach gehören die Stadtwerke Rostock nämlich zu Eon und nicht zu Vattenfall…

  4. Andreas Skowronek meint:

    Manueller Trackback zu: Alles wird teurer. Wir verdienen mit! http://37sechsblog.de/?p=983

  5. Machopan meint:

    Die Grafik stammt von Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Energieversorger)und ist im Detail natürlich nicht ganz exakt, zeigt aber die Aufteilung der “Fürstentümer” sehr gut. Dass eigentliche Ausmaß der “Vernetzung” und die Marktbeherrschung der großen Vier kann man nur in den Geschäftsberichten der Stadtwerke und in den Bilanzen (Bereich Beteiligungen) von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW finden.
    Massivst unterstützt wurde dieses markbeherrschende Geschäftsmodell von der rot-grünen Regeierung unter dem Bundeskasper Schröder. Das ist auch einer der Gründe, warum sich die Genossen nach dem Ende ihrer “offiziellen” Lobbyzeit in der Politik wieder an den Geldtöpfen der Energieversorger einfinden.
    Namen wie Werner Müller und Alfred Tacke bilden dabei nur die Spitze des Eisberges.
    Auch der ehemalige Bundeskasper Schröder hat sich für die “Energie” entschieden. Deutscher Handelspartner der Gazprom ist übrigens die Firma Wintershall in Kassel.
    Man muss auf deren Webseiten zwar etwas suchen und googeln um das wahre Ausmaß dieser “Vernetzung” zu erkennen.
    Aber dann wird der AHA-Effekt und das Erkennen der Hilflosigkeit des Konsumenten um so größer.
    Und die taffen Sprüche des Wirtschaftsministers Glos, kann man getrost in der Rubrik “glose Glappe” ablegen.

  6. Machopan meint:

    @david
    Ich habe mal ein bisschen wegen der Stadtwerke Rostock gegoogelt um die Beteiligung der “Großen Vier” herauszufinden. Ist gar nicht so einfach, denn meist sind noch Beteiligungsgesellschaften dazwischen geschoben.
    So auch im Fall der Stadtwerke Rostock. Hier ist es die WEMAG, die eine Beteiligung von 12,55% an den Stadtwerken hält. Die WEMAG selbst gehört zu … Vattenfall.
    Die Karte hat also Recht.

  7. SteffenH meint:

    …diese Art der Kritik ist so alt wie die Unwissenheit über das Funktionieren von Energiemärkten verbreitet ist. Und mindestens so wenig originell. Machopan, ich hab wirklich schon bessere Analysen von dir gelesen…

  8. Machopan meint:

    Das ist keine Analyse, denn ich habe ja nicht versucht zu ergründen WARUM dem so ist.
    Das ist nichts anderes als eine seit Jahren bekannte, aber immer gerne von den Akteuren und ihren Helferlein verharmloste Tatsache.
    Bei mehr als zwei Akteuren müsste man eigentlich schon von Bandenbildung sprechen und damit habe ich jetzt nicht die Beschriftungen am Spielfeldrand gemeint auf denen gerne der Name dieser energischen Riesen steht.

    Und würde der Energiemarkt wie ein Markt funktionieren, dann hätte wir ja das Problem auch nicht in dieser Ausprägung.

  9. KDAS’s political blog - in german and english » Archives » The economical paradox meint:

    […] Vier gewinnt - Machopan’s Rauchzeichen (german) (Original source: Wikipedia) Also, vier gewinnt immer… und was das für Folgen hat, sieht man dann auf der Rechnung… freie Marktwirtschaft oder so…. und sicher keine Preisabsprachen… und sicher alles mit steigenden Kosten begründet… So, “four wins” (translation of the german name of the game “four connects”) always… and you can see the results on the bill… free market economy and so on… and no price arrangement… and all justified through rising charges… […]

  10. Sina meint:

    Danke für diese Grafik, wir werden sie vielleicht kopieren, aber vorher fragen!

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Vier gewinnt

29. September 2006 05:45

Mein lieber Freund!

Das Spiel „Vier gewinnt“ kennen Sie sicher.
Gewonnen hat wer als erster 4 Steine in einer waagrechte, senkrecht oder diagonale Reihe bekommt.
Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie hätten bei diesem Spiel keinen Gegenspieler.

VersorgungsgebieteWenn Sie nach längerem Überlegen zu dem Schluss kommen sollten, dass Sie damit auf der Siegerstraße wären, dann darf ich Ihnen versichern, dass Sie damit nicht gänzlich daneben liegen.
Und wenn Sie sich jetzt noch vorstellen können, dass auf den vier Steinen die Namen EON, RWE, EnBW und Vattenfall stehen, dann haben Sie eine ungefähre Vorstellung der Lage auf dem deutschen Strommarkt.

Vier gewinnt immer.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, wies dennoch aufkommende Vorwürfe zur Preistreiberei und Preisabsprache der Stromkonzerne zurück. “In Deutschland können alle Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen“, sagte er der “Netzeitung”.

Ach und wenn Sie noch glauben, Sie würden Ihren Strom vom örtlichen Stadtwerk beziehen, dann schauen Sie sich mal die Beteiligungen der „Großen Vier“ und deren Versorgungsgebiete an.
Sie werden sich wundern …

Machopan
(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 29. September 2006 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

10 Antworten zu “Vier gewinnt”

  1. 37sechsBlog meint:

    Alles wird teurer. Wir verdienen mit!…

    So könnte das Motto der hiesigen Stromerzeuger lauten. Und das Blog “Machopan” liefert gute Gründe dafür, dass diese Vermutung nicht ganz verkehrt sein kann.

    ……

  2. F!XMBR » Linktipps zum Sonntag meint:

    […] Es gibt selbstverständlich keine Preisabsprachen bei den großen Stromkonzernen - nein, niemals nicht. Ach und wenn Sie noch glauben, Sie würden Ihren Strom vom örtlichen Stadtwerk beziehen, dann schauen Sie sich mal die Beteiligungen der „Großen Vier“ und deren Versorgungsgebiete an. Sie werden sich wundern … Man achte auf die Grafik… (via) Finkreigh hat mir ein paar feine Links über del.icio.us geschickt. Hier ein paar wirklich feine Ideen für Alltagsgegenstände. Eine wirklich feine Sammlung von Bookmarks zum Thema Webdesign ist hier zu finden. Ein wenig Propaganda der Filmindustrie - jaja, die pöhsen Raubkopierer, sie sollten der Filmindustrie rund 20 Mrd. (!!!) kosten. Nach einer neuen Analyse entstand der US-Wirtschaft 2005 durch illegale Film- und Fernsehkopien ein Gesamtschaden von 20,5 Milliarden US-Dollar. Betroffen seien davon nicht nur die Bosse in Hollywood, sondern alle Bürger: Dem Staat entgingen 837 Millionen US-Dollar Steuereinnahmen und den Arbeitnehmern 5,5 Milliarden Gehalt. Über 140.000 Arbeitstellen seine verloren gegangen. So dreist muss man mal sein, solch einen Schwachsinn unters Volk zu bringen. […]

  3. David meint:

    Wo kommt die Karte denn her? Meiner Meinung nach gehören die Stadtwerke Rostock nämlich zu Eon und nicht zu Vattenfall…

  4. Andreas Skowronek meint:

    Manueller Trackback zu: Alles wird teurer. Wir verdienen mit! http://37sechsblog.de/?p=983

  5. Machopan meint:

    Die Grafik stammt von Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Energieversorger)und ist im Detail natürlich nicht ganz exakt, zeigt aber die Aufteilung der “Fürstentümer” sehr gut. Dass eigentliche Ausmaß der “Vernetzung” und die Marktbeherrschung der großen Vier kann man nur in den Geschäftsberichten der Stadtwerke und in den Bilanzen (Bereich Beteiligungen) von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW finden.
    Massivst unterstützt wurde dieses markbeherrschende Geschäftsmodell von der rot-grünen Regeierung unter dem Bundeskasper Schröder. Das ist auch einer der Gründe, warum sich die Genossen nach dem Ende ihrer “offiziellen” Lobbyzeit in der Politik wieder an den Geldtöpfen der Energieversorger einfinden.
    Namen wie Werner Müller und Alfred Tacke bilden dabei nur die Spitze des Eisberges.
    Auch der ehemalige Bundeskasper Schröder hat sich für die “Energie” entschieden. Deutscher Handelspartner der Gazprom ist übrigens die Firma Wintershall in Kassel.
    Man muss auf deren Webseiten zwar etwas suchen und googeln um das wahre Ausmaß dieser “Vernetzung” zu erkennen.
    Aber dann wird der AHA-Effekt und das Erkennen der Hilflosigkeit des Konsumenten um so größer.
    Und die taffen Sprüche des Wirtschaftsministers Glos, kann man getrost in der Rubrik “glose Glappe” ablegen.

  6. Machopan meint:

    @david
    Ich habe mal ein bisschen wegen der Stadtwerke Rostock gegoogelt um die Beteiligung der “Großen Vier” herauszufinden. Ist gar nicht so einfach, denn meist sind noch Beteiligungsgesellschaften dazwischen geschoben.
    So auch im Fall der Stadtwerke Rostock. Hier ist es die WEMAG, die eine Beteiligung von 12,55% an den Stadtwerken hält. Die WEMAG selbst gehört zu … Vattenfall.
    Die Karte hat also Recht.

  7. SteffenH meint:

    …diese Art der Kritik ist so alt wie die Unwissenheit über das Funktionieren von Energiemärkten verbreitet ist. Und mindestens so wenig originell. Machopan, ich hab wirklich schon bessere Analysen von dir gelesen…

  8. Machopan meint:

    Das ist keine Analyse, denn ich habe ja nicht versucht zu ergründen WARUM dem so ist.
    Das ist nichts anderes als eine seit Jahren bekannte, aber immer gerne von den Akteuren und ihren Helferlein verharmloste Tatsache.
    Bei mehr als zwei Akteuren müsste man eigentlich schon von Bandenbildung sprechen und damit habe ich jetzt nicht die Beschriftungen am Spielfeldrand gemeint auf denen gerne der Name dieser energischen Riesen steht.

    Und würde der Energiemarkt wie ein Markt funktionieren, dann hätte wir ja das Problem auch nicht in dieser Ausprägung.

  9. KDAS’s political blog - in german and english » Archives » The economical paradox meint:

    […] Vier gewinnt - Machopan’s Rauchzeichen (german) (Original source: Wikipedia) Also, vier gewinnt immer… und was das für Folgen hat, sieht man dann auf der Rechnung… freie Marktwirtschaft oder so…. und sicher keine Preisabsprachen… und sicher alles mit steigenden Kosten begründet… So, “four wins” (translation of the german name of the game “four connects”) always… and you can see the results on the bill… free market economy and so on… and no price arrangement… and all justified through rising charges… […]

  10. Sina meint:

    Danke für diese Grafik, wir werden sie vielleicht kopieren, aber vorher fragen!

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