Staub Sauger

31. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die Oma hätte noch gewusst wie man mit dem Problem fertig wird.

Aber in einer modernen Gesellschaft mit modernen Bürgern und modernen Gesetzen und innovativen Politikern (irgendwie passt das nicht zu modern) wird das Problem erst ignoriert, dann in Gremien verschoben und dort zerredet, um zuletzt auf die lange Bank oder den anderen in die Schuhe geschoben zu werden.

Und wenn sich der Staub dann wieder gelegt hat, beginnt die ganze Zeremonie von vorne.

Sie haben es sicher schon erraten, es geht um Staub.
Steht ja auch schon in der Bibel: Asche zu Asche und Staub zu Staub.
Und an manchen Orten in der BRddr gibt es jetzt schon mehr Staub als es bis Sylvester erlaubt ist. Und wie immer haben die „öffentlichen Hände“ zu wenig Asche in ihren Kassen um die Berater zu bezahlen, die über das Problem nachdenken wollten.

Also wird erst mal großflächig nach den Bösewichten gefahndet, denen man den Staub in die Schuhe schieben und die Asche aus der Tasche ziehen kann.

Der Verkehrsstolpe war ja sofort der Meinung, dass die bösen Brummis, die die Maut umfahren an der Misere schuld sind. Da hätte er sich vorher ein bisschen schlau machen müssen, denn das Problem mit dem Staub gab es schon lange vor der Maut. Und wenn es so wäre, wie der Verkehrsstolpe behauptet, dann hätte er statt den OBU’s erst mal Feinstaubfilter in die Brummis installieren lassen müssen. Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass der Verkehrsmanfred was verkehrt gemacht hat.

Der Umweltjürgen hat auch gleich gewusst was Sache ist und den Bundesländern vorgeworfen, die Angelegenheit auf die lange Bank geschoben zu haben. Dabei ist die Luftqualität am Sitz unserer Regierung in Berlin auch nicht gerade staubfrei. (Achtung: PDF-File)
Kann ja auch nicht anders sein, wenn die Jungs da über allem schweben, von Zeit zu Zeit auf den Boden kommen, viel Staub aufwirbeln und dann wieder abheben. Gibt es in Berlin eigentlich ein Nachtflugverbot für rot-grüne Tiefflieger?

Ohne große Diskussion hatten Bundestag und Bundesrat im Jahre 2002 die EU-Richtlinie 1999/30/EG abgesegnet. Da wurde nicht lange diskutiert und unter dem üblichen Fraktionszwang rasch aus EU-Artikeln deutsche Gesetze gebastelt, die sich wohl kaum einer der Abgeordneten in seiner knapp bemessenen Zeit (!) vor der Abstimmung im Parlament durchgelesen hat. So wurde halt übersehen, ignoriert oder schlichtweg nicht verstanden, was da im Rubrum unter „Grenzwerte für Partikel“ stand.
Und so können Neuerungen, je nach den Talenten derer, die sich daran reiben, Wunder wirken oder zu Staub werden.

Ja und daher staubt es jetzt in der Republik.
Und der guten Vorschläge gibt es wieder viele. Vom Sperren der Innenstädte ist die Rede und von sonntäglichem Fahrverbot. Auch das Wort „Innenstadtmaut“ konnte ich der Presse schon entnehmen. Ganz Clevere meinen, dass man mit einer ordentlichen Stadtreinigung den Feinstaub in die Kanalisation spülen könnte.

Dabei wird überhaupt nicht erkannt, welche wirtschaftlichen Möglichkeiten in der zunehmenden Verstaubung unserer Gesellschaft liegen. Bis jetzt haben ja nur Politiker und Wirtschaftsbosse abgestaubt wo es nur ging. Doch das ist jetzt nicht mehr genug.
Deutschland braucht mehr Abstauber!
Deutschland braucht Staubfänger!
Deutschland braucht Staubsauger!

Millionen von 1-Euro-Jobs könnten so entstehen. Gell Herr Clement, das sind wir doch sicher mal (ausnahmsweise) einer Meinung.
Und jetzt kommt endlich auch das Knoff-Hoff von meiner Oma ins Spiel.
Denn damit sich der Staub nicht mehr so schnell auf die wiedervereinigte BRddr legen kann und den Bürgern die Lunge verseucht und das Atmen erschwert, sich in Parlamenten und Behörden auf immer neuen Gesetzesvorlagen, Regierungserklärungen und Aktenbergen ablegt und den Blick auf die wirklichen Problem dieser Republik vernebelt, schnappt sich jeder ALGII einen Eimer Wasser und einen Scheuerlappen.
Auf einen Liter Wasser gibt man dann 1 Teelöffel haushaltsüblichen Essig und 1 Teelöffel Glyzerin dazu. Es darf auch durchaus etwas Nitro zum Glyzerin beigemengt werden. Das Ganze vorsichtig umrühren und mit einem feuchten Lappen die ganze Republik abputzen. Immer von oben nach unten, damit es den Dreck runterspült.

Und die Volkstreter, Wirtschaftsbosse und Sachverständigen, die immer das Maul so schnell und weit aufreißen, obwohl sie eigentlich nichts -und schon gar nichts Neues- zu sagen haben, sollten daran denken, dass ein Mensch nie mehr Staub aufwirbeln sollte, als er bereit ist zu schlucken.

Pulvus et umbra sumus.
Zu Deutsch: Staub sind wir und manche haben einen Schatten – aber nicht immer auf der Lunge.

Und nun auf auf, ihr Staub Sauger, lauft und saugt Staub,
saugt alles auf, auch schwarzen Feinstaub und braunes Laub,
bevor die staubigen Brüder sich in einer Staubwolke mit dem Abgestaubten aus dem Staub machen .

Na ja, die Muse hat mich bei diesem Reimversuch ja nicht gerade geknutscht.
Ich bitte mir diesen schweren Verstoß gegen die deutsche Sprache in Anbetracht der frühen Morgenstunde zu verzeihen.
Ich werde Sie dafür in mein Morgengebet einschließen.
Und nun muss ich in die Maloche.

Einen schönen staubfreien Tag noch.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 31. März 2005 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Staub Sauger

31. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die Oma hätte noch gewusst wie man mit dem Problem fertig wird.

Aber in einer modernen Gesellschaft mit modernen Bürgern und modernen Gesetzen und innovativen Politikern (irgendwie passt das nicht zu modern) wird das Problem erst ignoriert, dann in Gremien verschoben und dort zerredet, um zuletzt auf die lange Bank oder den anderen in die Schuhe geschoben zu werden.

Und wenn sich der Staub dann wieder gelegt hat, beginnt die ganze Zeremonie von vorne.

Sie haben es sicher schon erraten, es geht um Staub.
Steht ja auch schon in der Bibel: Asche zu Asche und Staub zu Staub.
Und an manchen Orten in der BRddr gibt es jetzt schon mehr Staub als es bis Sylvester erlaubt ist. Und wie immer haben die „öffentlichen Hände“ zu wenig Asche in ihren Kassen um die Berater zu bezahlen, die über das Problem nachdenken wollten.

Also wird erst mal großflächig nach den Bösewichten gefahndet, denen man den Staub in die Schuhe schieben und die Asche aus der Tasche ziehen kann.

Der Verkehrsstolpe war ja sofort der Meinung, dass die bösen Brummis, die die Maut umfahren an der Misere schuld sind. Da hätte er sich vorher ein bisschen schlau machen müssen, denn das Problem mit dem Staub gab es schon lange vor der Maut. Und wenn es so wäre, wie der Verkehrsstolpe behauptet, dann hätte er statt den OBU’s erst mal Feinstaubfilter in die Brummis installieren lassen müssen. Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass der Verkehrsmanfred was verkehrt gemacht hat.

Der Umweltjürgen hat auch gleich gewusst was Sache ist und den Bundesländern vorgeworfen, die Angelegenheit auf die lange Bank geschoben zu haben. Dabei ist die Luftqualität am Sitz unserer Regierung in Berlin auch nicht gerade staubfrei. (Achtung: PDF-File)
Kann ja auch nicht anders sein, wenn die Jungs da über allem schweben, von Zeit zu Zeit auf den Boden kommen, viel Staub aufwirbeln und dann wieder abheben. Gibt es in Berlin eigentlich ein Nachtflugverbot für rot-grüne Tiefflieger?

Ohne große Diskussion hatten Bundestag und Bundesrat im Jahre 2002 die EU-Richtlinie 1999/30/EG abgesegnet. Da wurde nicht lange diskutiert und unter dem üblichen Fraktionszwang rasch aus EU-Artikeln deutsche Gesetze gebastelt, die sich wohl kaum einer der Abgeordneten in seiner knapp bemessenen Zeit (!) vor der Abstimmung im Parlament durchgelesen hat. So wurde halt übersehen, ignoriert oder schlichtweg nicht verstanden, was da im Rubrum unter „Grenzwerte für Partikel“ stand.
Und so können Neuerungen, je nach den Talenten derer, die sich daran reiben, Wunder wirken oder zu Staub werden.

Ja und daher staubt es jetzt in der Republik.
Und der guten Vorschläge gibt es wieder viele. Vom Sperren der Innenstädte ist die Rede und von sonntäglichem Fahrverbot. Auch das Wort „Innenstadtmaut“ konnte ich der Presse schon entnehmen. Ganz Clevere meinen, dass man mit einer ordentlichen Stadtreinigung den Feinstaub in die Kanalisation spülen könnte.

Dabei wird überhaupt nicht erkannt, welche wirtschaftlichen Möglichkeiten in der zunehmenden Verstaubung unserer Gesellschaft liegen. Bis jetzt haben ja nur Politiker und Wirtschaftsbosse abgestaubt wo es nur ging. Doch das ist jetzt nicht mehr genug.
Deutschland braucht mehr Abstauber!
Deutschland braucht Staubfänger!
Deutschland braucht Staubsauger!

Millionen von 1-Euro-Jobs könnten so entstehen. Gell Herr Clement, das sind wir doch sicher mal (ausnahmsweise) einer Meinung.
Und jetzt kommt endlich auch das Knoff-Hoff von meiner Oma ins Spiel.
Denn damit sich der Staub nicht mehr so schnell auf die wiedervereinigte BRddr legen kann und den Bürgern die Lunge verseucht und das Atmen erschwert, sich in Parlamenten und Behörden auf immer neuen Gesetzesvorlagen, Regierungserklärungen und Aktenbergen ablegt und den Blick auf die wirklichen Problem dieser Republik vernebelt, schnappt sich jeder ALGII einen Eimer Wasser und einen Scheuerlappen.
Auf einen Liter Wasser gibt man dann 1 Teelöffel haushaltsüblichen Essig und 1 Teelöffel Glyzerin dazu. Es darf auch durchaus etwas Nitro zum Glyzerin beigemengt werden. Das Ganze vorsichtig umrühren und mit einem feuchten Lappen die ganze Republik abputzen. Immer von oben nach unten, damit es den Dreck runterspült.

Und die Volkstreter, Wirtschaftsbosse und Sachverständigen, die immer das Maul so schnell und weit aufreißen, obwohl sie eigentlich nichts -und schon gar nichts Neues- zu sagen haben, sollten daran denken, dass ein Mensch nie mehr Staub aufwirbeln sollte, als er bereit ist zu schlucken.

Pulvus et umbra sumus.
Zu Deutsch: Staub sind wir und manche haben einen Schatten – aber nicht immer auf der Lunge.

Und nun auf auf, ihr Staub Sauger, lauft und saugt Staub,
saugt alles auf, auch schwarzen Feinstaub und braunes Laub,
bevor die staubigen Brüder sich in einer Staubwolke mit dem Abgestaubten aus dem Staub machen .

Na ja, die Muse hat mich bei diesem Reimversuch ja nicht gerade geknutscht.
Ich bitte mir diesen schweren Verstoß gegen die deutsche Sprache in Anbetracht der frühen Morgenstunde zu verzeihen.
Ich werde Sie dafür in mein Morgengebet einschließen.
Und nun muss ich in die Maloche.

Einen schönen staubfreien Tag noch.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 31. März 2005 um 05:45:04 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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