Erziehungsprozess

24. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Haben Sie schon oder noch Kinder?
Oder sind Sie etwa noch am überlegen, ob Sie welche wollen.

Also so langsam kann ich Menschen verstehen, die „kinderlos“ bleiben wollen.
Nein, ich meine nicht schon wieder diese blödsinnige Gentestdebatte bei den Kuckuckskindern, deren Persönlichkeitsrechte verletzt werden, wenn der Samenspender gerne wissen möchte, ob er für sein eigen „Fleisch und Blut“ bluten muss.

Ich meine ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe, das ich bei www.anwalt-tv.net gefunden habe.
Doch lesen Sie selbst:

«Eltern müssen minderjährigen Kindern Prozess vorfinanzieren.
Eltern müssen ihren minderjährigen Kindern einen Prozess vorfinanzieren. Das geht aus einem in der Zeitschrift «BGH Report» (Ausgabe 1/2005) veröffentlichten Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe hervor. Die Vorschusspflicht sei Teil der gesetzlichen Unterhaltspflichten der Eltern, befanden die Richter. Das minderjährige Kind habe daher grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe aus der Staatskasse (Az.: XII ZA 6/04).
Das Gericht verpflichtete mit seinem Spruch ein Elternpaar, ihrem minderjährigen Kind einen Prozesskostenvorschuss zu zahlen. Die Eltern waren der Auffassung, sie seien dazu nicht verpflichtet, da sie finanziell selbst kaum in der Lage seien, den Prozess zu bezahlen. Der BGH ließ dies nicht gelten. Denn die Eltern hätten durchaus die Möglichkeit zur ratenweisen Finanzierung des Prozesses.
So lange sie dazu in der Lage sind, wäre es nicht vertretbar, dass der Steuerzahler für die Prozesskosten aufkommen müsse, heißt es in dem Beschluss. Prozesskostenhilfe könne daher in diesen Fällen nur unter der Voraussetzung bewilligt werden, dass das minderjährige Kind das Geld ratenweise an die Staatskasse zurückzahlt.»

Haben Sie sich schon wieder beruhigt?
Ok, Sie können ja noch ein Weilchen aus dem Fenster starren und sich überlegen, wie Sie sich bei der nächsten Forderung nach Taschengelderhöhung in Anpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten eines minderjährigen Jugendlichen verhalten wollen.

Wollen Sie es auf einen Prozess ankommen lassen oder zahlen Sie freiwillig?
Denn eines ist klar, egal was Sie machen, von ihrem Nachwuchs bekommen Sie das Geld nie wieder. Noch nicht einmal im Rahmen des Generationenvertrages.

Falls Sie sich überlegen, die Finanzierung ihres Nachwuchses mit einem schriftlichen Kreditvertrag und Ratenzahlung zu regeln, sollten Sie bedenken, dass Minderjährige nur beschränkt geschäftsfähig sind.
Auch sollten Sie beachten, dass für jugendliche Berufsanfänger nicht gerade die rosa Zeiten ausgebrochen sind. PISA, fehlende Lehrstellen und hohe Arbeitslosigkeit sind nicht zu unterschätzen. Und wenn das Ganze dann auch noch durch entsprechendes Auftreten und Outfit (Piercing, Tattoo, Frisur, Haarfarbe, Kleidung, Sprache, Körperhaltung) ihres Nachwuchses verstärkt wird, können Sie sich die Rückzahlung das Darlehens in die gleichen Haare schmieren, die sie sich beim Lesen des Urteils sicher schon gerauft haben.

Was ich Ihnen im Rahmen meiner Erfahrungsberichte und Beratung in allen Lebenslagen zur Lösung vorschlage?
Werden Sie schwul oder lesbisch, dann wären Sie in guter Gesellschaft und hätten ein Problem weniger.

In diesem Sinne “Fröhliche Ostern” im Kreise der Familie.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. März 2005 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Erziehungsprozess”

  1. LAZARUS meint:

    Hinterher ist man meist schlauer - ich wünsche Dir den vollen Erfolg auf der ganzen Linie und das Durchhaltevermögen gegen all die falschen Pharisäer.

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*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Erziehungsprozess

24. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Haben Sie schon oder noch Kinder?
Oder sind Sie etwa noch am überlegen, ob Sie welche wollen.

Also so langsam kann ich Menschen verstehen, die „kinderlos“ bleiben wollen.
Nein, ich meine nicht schon wieder diese blödsinnige Gentestdebatte bei den Kuckuckskindern, deren Persönlichkeitsrechte verletzt werden, wenn der Samenspender gerne wissen möchte, ob er für sein eigen „Fleisch und Blut“ bluten muss.

Ich meine ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe, das ich bei www.anwalt-tv.net gefunden habe.
Doch lesen Sie selbst:

«Eltern müssen minderjährigen Kindern Prozess vorfinanzieren.
Eltern müssen ihren minderjährigen Kindern einen Prozess vorfinanzieren. Das geht aus einem in der Zeitschrift «BGH Report» (Ausgabe 1/2005) veröffentlichten Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe hervor. Die Vorschusspflicht sei Teil der gesetzlichen Unterhaltspflichten der Eltern, befanden die Richter. Das minderjährige Kind habe daher grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe aus der Staatskasse (Az.: XII ZA 6/04).
Das Gericht verpflichtete mit seinem Spruch ein Elternpaar, ihrem minderjährigen Kind einen Prozesskostenvorschuss zu zahlen. Die Eltern waren der Auffassung, sie seien dazu nicht verpflichtet, da sie finanziell selbst kaum in der Lage seien, den Prozess zu bezahlen. Der BGH ließ dies nicht gelten. Denn die Eltern hätten durchaus die Möglichkeit zur ratenweisen Finanzierung des Prozesses.
So lange sie dazu in der Lage sind, wäre es nicht vertretbar, dass der Steuerzahler für die Prozesskosten aufkommen müsse, heißt es in dem Beschluss. Prozesskostenhilfe könne daher in diesen Fällen nur unter der Voraussetzung bewilligt werden, dass das minderjährige Kind das Geld ratenweise an die Staatskasse zurückzahlt.»

Haben Sie sich schon wieder beruhigt?
Ok, Sie können ja noch ein Weilchen aus dem Fenster starren und sich überlegen, wie Sie sich bei der nächsten Forderung nach Taschengelderhöhung in Anpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten eines minderjährigen Jugendlichen verhalten wollen.

Wollen Sie es auf einen Prozess ankommen lassen oder zahlen Sie freiwillig?
Denn eines ist klar, egal was Sie machen, von ihrem Nachwuchs bekommen Sie das Geld nie wieder. Noch nicht einmal im Rahmen des Generationenvertrages.

Falls Sie sich überlegen, die Finanzierung ihres Nachwuchses mit einem schriftlichen Kreditvertrag und Ratenzahlung zu regeln, sollten Sie bedenken, dass Minderjährige nur beschränkt geschäftsfähig sind.
Auch sollten Sie beachten, dass für jugendliche Berufsanfänger nicht gerade die rosa Zeiten ausgebrochen sind. PISA, fehlende Lehrstellen und hohe Arbeitslosigkeit sind nicht zu unterschätzen. Und wenn das Ganze dann auch noch durch entsprechendes Auftreten und Outfit (Piercing, Tattoo, Frisur, Haarfarbe, Kleidung, Sprache, Körperhaltung) ihres Nachwuchses verstärkt wird, können Sie sich die Rückzahlung das Darlehens in die gleichen Haare schmieren, die sie sich beim Lesen des Urteils sicher schon gerauft haben.

Was ich Ihnen im Rahmen meiner Erfahrungsberichte und Beratung in allen Lebenslagen zur Lösung vorschlage?
Werden Sie schwul oder lesbisch, dann wären Sie in guter Gesellschaft und hätten ein Problem weniger.

In diesem Sinne “Fröhliche Ostern” im Kreise der Familie.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. März 2005 um 05:45:48 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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  1. LAZARUS meint:

    Hinterher ist man meist schlauer - ich wünsche Dir den vollen Erfolg auf der ganzen Linie und das Durchhaltevermögen gegen all die falschen Pharisäer.

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