Das Orakel von Berlin

22. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Nach dem Debakel von Kiel kam jetzt das Orakel von Berlin.
Dem SPD-Oberen Münteferings Franzl, hat es jetzt im Spiegel das Maul aufgerissen und er hat zumindest mal verbal (das kann er ja gut) den Finger in die seit sechs Jahren nässende rot-grüne Wunde gelegt.

Es werde zu viel „palavert“ hat der Franzl gemeint und das müsse in „Zukunft energischer“ geschehen. „Entscheidungen“ müssten schneller getroffen werden, nicht so „klein-kariert“ angedacht und „lange diskutiert“ werden, bevor sie der erstaunten Öffentlichkeit präsentiert werden.
Als gelungene Beispiele dafür nannte er die jüngst vereinbarten rotgrünen Entwürfe für das Energiewirtschaftsgesetz, das zweite Gentechnik-Gesetz und das Anti-Diskriminierungsgesetz.
«Er persönlich habe zwar keine Probleme im Umgang mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Grünen, betonte der SPD-Vorsitzende, der auch Fraktionschef seiner Partei ist. Aber er betonte, keine Partei und keine ideologische Linie habe von Anfang an die Wahrheit auf ihrer Seite. “Und da muss klar sein, dass unsere Ansichten von den Dingen mindestens so viel wert sind wie die der Grünen.” Aus beiden Positionen heraus müssten vernünftige Kompromisse entwickelt werden.» zitiert ihn der Spiegel.

Dann meinte Münte noch: „Rot-Grün sei das Beste, was Deutschland zu bieten habe.
Nach dem Genuss dieses Satzes war in meinem Hirn erst mal – nix. Black-Out! Leere! Stumpfsinniges Starren auf unschuldiges Zeitungspapier mit Druckerschwärze, mit dem man sich ganz früher nach dem Lesen noch den Darmausgang reinigen durfte. Doch eine derartige Verwendung des Spiegel-Papiers hätte die Ausführungen des Herrn Müntefering geadelt.

Dann so langsam schwappte sich etwas Hirn in meinem Schädel wieder in die Ausganglage zurück und nahm den brutalst unterbrochenen Denkvorgang wieder auf.
Dass nach mehr als sechsjähriger Regierungsarbeit ausgerechnet das „Antidiskriminierungsgesetz“ und das „Energiewirtschaftsgesetz“ als Nachweis erfolgreicher rot-grüner Schaffenskraft herhalten muss, ist doch der pure Offenbarungseid, denn was ist mit den anderen „erfolgreichen“ Gesetzen und Projekten?
Was ist mit der „Reform des Arbeitsmarktes, Hartz IV und ALG II“?
Was ist mit der „großen Steuerreform“?
Was ist mit dem „Abbau von Bürokratie“?
Was ist mit dem „Aufbau Ost“?
Was ist mit der Reform des „Gesundheitssystems“?
Was ist mit der „Bildungsoffensive“?
Was mit der „Schaffung von sozialer Gerechtigkeit“?

Ist das jetzt alles schon erledigt?
Oder war das alles nix gegen das was noch kommt?

Das Antidiskriminierungsgesetz in der vorliegenden Form ist Schwachsinn hoch drei und für den Berufstand der Juristen die Lizenz zum Geld drucken.
Die Verschärfung des Versammlungsverbots war so nötig wie ein Loch im Kopf.
Das Energiewirtschaftsgesetz kann sich Rot-Grün in die Haare schmieren, denn es wird eine weiteren Erhöhung der Energiepreise nicht verhindern (wollen), denn wer wird es sich schon mit seinen ehemaligen und zukünftigen Arbeitgebern verscherzen.
Und die Arbeitslosen können jetzt zusehen wie um die Finanzierung der Körperschaftssteuersenkung gestritten wird, oder was?

Und ich starre auf die Schreibweise von Rot-Grün an und erwische mich dabei wie ich immer wieder „Rot minus Grün“ vor mich hinmurmle. Wenn ich damals in der Schule, als im Physikunterricht die Spektralfarben an der Reihe waren, besser aufgepasst hätte, dann müsste ich mir jetzt darüber nicht den Kopf zerbrechen, was das wohl für ein Licht auf die Republik werfen würde.
Doch eines weiß ich noch:
Alle Farben zusammen sind „weißes“ Licht und gar keine Farbe ergibt dunkelstes Schwarz.
Von dem einen wird man geblendet und beim anderen tappt man im Dunkeln.
Der Volksmund nennt diesen Zustand „Zappenduster”.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. März 2005 um 05:45:33 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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22. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Nach dem Debakel von Kiel kam jetzt das Orakel von Berlin.
Dem SPD-Oberen Münteferings Franzl, hat es jetzt im Spiegel das Maul aufgerissen und er hat zumindest mal verbal (das kann er ja gut) den Finger in die seit sechs Jahren nässende rot-grüne Wunde gelegt.

Es werde zu viel „palavert“ hat der Franzl gemeint und das müsse in „Zukunft energischer“ geschehen. „Entscheidungen“ müssten schneller getroffen werden, nicht so „klein-kariert“ angedacht und „lange diskutiert“ werden, bevor sie der erstaunten Öffentlichkeit präsentiert werden.
Als gelungene Beispiele dafür nannte er die jüngst vereinbarten rotgrünen Entwürfe für das Energiewirtschaftsgesetz, das zweite Gentechnik-Gesetz und das Anti-Diskriminierungsgesetz.
«Er persönlich habe zwar keine Probleme im Umgang mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Grünen, betonte der SPD-Vorsitzende, der auch Fraktionschef seiner Partei ist. Aber er betonte, keine Partei und keine ideologische Linie habe von Anfang an die Wahrheit auf ihrer Seite. “Und da muss klar sein, dass unsere Ansichten von den Dingen mindestens so viel wert sind wie die der Grünen.” Aus beiden Positionen heraus müssten vernünftige Kompromisse entwickelt werden.» zitiert ihn der Spiegel.

Dann meinte Münte noch: „Rot-Grün sei das Beste, was Deutschland zu bieten habe.
Nach dem Genuss dieses Satzes war in meinem Hirn erst mal – nix. Black-Out! Leere! Stumpfsinniges Starren auf unschuldiges Zeitungspapier mit Druckerschwärze, mit dem man sich ganz früher nach dem Lesen noch den Darmausgang reinigen durfte. Doch eine derartige Verwendung des Spiegel-Papiers hätte die Ausführungen des Herrn Müntefering geadelt.

Dann so langsam schwappte sich etwas Hirn in meinem Schädel wieder in die Ausganglage zurück und nahm den brutalst unterbrochenen Denkvorgang wieder auf.
Dass nach mehr als sechsjähriger Regierungsarbeit ausgerechnet das „Antidiskriminierungsgesetz“ und das „Energiewirtschaftsgesetz“ als Nachweis erfolgreicher rot-grüner Schaffenskraft herhalten muss, ist doch der pure Offenbarungseid, denn was ist mit den anderen „erfolgreichen“ Gesetzen und Projekten?
Was ist mit der „Reform des Arbeitsmarktes, Hartz IV und ALG II“?
Was ist mit der „großen Steuerreform“?
Was ist mit dem „Abbau von Bürokratie“?
Was ist mit dem „Aufbau Ost“?
Was ist mit der Reform des „Gesundheitssystems“?
Was ist mit der „Bildungsoffensive“?
Was mit der „Schaffung von sozialer Gerechtigkeit“?

Ist das jetzt alles schon erledigt?
Oder war das alles nix gegen das was noch kommt?

Das Antidiskriminierungsgesetz in der vorliegenden Form ist Schwachsinn hoch drei und für den Berufstand der Juristen die Lizenz zum Geld drucken.
Die Verschärfung des Versammlungsverbots war so nötig wie ein Loch im Kopf.
Das Energiewirtschaftsgesetz kann sich Rot-Grün in die Haare schmieren, denn es wird eine weiteren Erhöhung der Energiepreise nicht verhindern (wollen), denn wer wird es sich schon mit seinen ehemaligen und zukünftigen Arbeitgebern verscherzen.
Und die Arbeitslosen können jetzt zusehen wie um die Finanzierung der Körperschaftssteuersenkung gestritten wird, oder was?

Und ich starre auf die Schreibweise von Rot-Grün an und erwische mich dabei wie ich immer wieder „Rot minus Grün“ vor mich hinmurmle. Wenn ich damals in der Schule, als im Physikunterricht die Spektralfarben an der Reihe waren, besser aufgepasst hätte, dann müsste ich mir jetzt darüber nicht den Kopf zerbrechen, was das wohl für ein Licht auf die Republik werfen würde.
Doch eines weiß ich noch:
Alle Farben zusammen sind „weißes“ Licht und gar keine Farbe ergibt dunkelstes Schwarz.
Von dem einen wird man geblendet und beim anderen tappt man im Dunkeln.
Der Volksmund nennt diesen Zustand „Zappenduster”.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 22. März 2005 um 05:45:33 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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