Killerqueen und Queenkiller

21. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die „Königin“ ist tot, es lebe die „Königin“ möchte man rufen, wenn einem der Satz nicht vor Empörung im Halse stecken bleiben würde.
Denn es war kein Tod der durch das hohe Lebensalter der Monarchin bedingt war. Auch hat sie sich nicht für ihr Volk geopfert oder ist gar durch eigene Hand aus dem Diesseits verschieden. Sie wurde auch nicht von ihren politischen Gegnern auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wie die Jungfrau von Orleans.
Es war wohl eher eine Kombination aus Dummheit, Ignoranz und Machtgier, die sie das politische (Über-)Leben kostete. Da kann und braucht man kein Mitleid zu haben. Davon hat die gefallene Monarchin selbst genug. Von derartigen Spenden und Beileidsbezeugungen kann daher sicher abgesehen werden.

Dass die menschlichen Schließmuskeln aus Angst und im Angesichts des nahenden Todes zu spontanen Fehlfunktionen neigen, weiß schon jedes Kleinkind. Einem (mir unbekannten) Kameramann ist es jetzt gelungen dieses Ereignis, das sonst in aller Stille stattfindet, zu visualisieren und Schandmaennchen (www.schandmaennchen.de) hatte mal wieder die richtige Überschrift dazu.

NUn schaut normalerweise der zivilisierte Bürger diskret zur Seite, wenn einem seiner Mitmenschen ein solches „Malheur“ geschehen ist und etwas in die Hose ging, das auch noch heftig mufftelt.

Doch wenn es sich bei diesem Mitmenschen um einen Politiker oder eine Politikerin handelt, ist das alles ganz anders. Denn bei dieser Spezies geht nicht einfach „etwas in die Hose“, da wird auch nicht einfach nur „Scheiße“ gebaut. Hier geht es um ganz andere Dimensionen und schuld haben – wie immer – die Anderen, die Bösen, die Verräter.

Nicht nur von Verrat ist nun die Rede.
Politiker und auch manche Medien müssen zum Substantiv auch noch möglichst negativ besetzte Adjektive kombinieren. Da schreibt oder spricht man dann von schäbigem Verrat, ehrloser Schweinerei, hinterhältigem Dolchstoß, feigem Heckenschützen und offenen Messern.

Wobei mir persönlich das “offene Messer” am besten gefällt, denn die “rote Heide” ist dem “Heidemörder” doch aus eigener Dummheit, Verbohrtheit und Machtgier viermal hintereinander ins offene Messer gelaufen.
Der Kölner Express hat die Situation trefflich beschrieben:
«Wenn jemand nicht wusste, was die Uhr geschlagen hat, dann war das Heide Simonis. Was im Kieler Landtag passierte, ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. Erst vom Wähler abgestraft und dann noch von einem Heckenschützen in den eigenen Reihen gleich vier Mal hintereinander gezielt abgeschossen, schlimmer könnte das Desaster für sie nicht sein. Ihr Kleben an der Macht um jeden Preis hat Rot- Grün nicht nur an der Förde, sondern bundesweit die Blamage des Jahres beschert. Das Nachbeben des Heide-Debakels dürfte vor allem die rot-grünen Wahlkämpfer in NRW mächtig durchschütteln vor allem, weil Simonis nicht direkt nach dem vierten Versuch die Konsequenzen zog und zurücktrat. Völlig unverständlich ist zudem das Verhalten des Landtages. Als wäre überhaupt nichts gewesen, will er sich jetzt erstmal eine lange Osterpause gönnen, statt umgehend die faulen Eier im Land zu beseitigen. Das eigene Wohl ist den Politikern offenbar wichtiger als das Wohl des krisengeschüttelten Landes - einfach jämmerlich!»

So ein Theater!
Und das nur weil “die” Heide Simonis in einer demokratischen, geheimen Wahl nicht mehr zur Ministerpräsidentin des Bundeslandes Schleswig-Holstein gewählt wurde. Die Reaktion von Frau Simonis und ihrer rot-grünen Gesinnungsgenossen zeichnen ein schlimmes Bild von deren Demokratieverständnis, der Selbstbedienungsmentalität und der Selbstbeweihräucherung einer Politclique, die sich in ihren Ämtern und Pfründen eingerichtet und eingeigelt hat.
Mich erinnert das so ein bisschen an den alterssenilen Erich Mielke vom MFS, einer der meist gefürchteten Männer der DDR, der sich nicht erblödete kurz vor seinem unrühmlichen politischen Ende mit tränenerstickter Stimme und dem Satz “Aber ich liebe euch doch alle” für seine Schandtaten rechtfertigen zu wollen.

Die Zeiten werden angesichts der Lage der Nation und angesichts der Lage von mehr als 5 Millionen Arbeitslosen härter. Daher kann Frau Simonis sicher noch froh sein, dass sie nur mit demokratischen Mitteln aus dem Amt entfernt wurde.
Es kann durchaus geschehen, dass diese Gunst ihren Genossen nicht mehr gegeben sein wird.
Jegliche Geduld hat irgendwann mal ein Ende. Auch die des tumben Volkes.
Mir ist auf jeden Fall bei den Vorgängen und Kommentaren zum “Heidemörder” und zu der “Ki(e)ller Komödie” das Messer im Sack aufgegangen.
Nicht nur ich werde vermutlich den “wackeren und standhaften Demokraten” (Kombination aus Substantiv und positivem Adjektiv) in mein Nachtgebet einschließen, weil er die “62-jährige rote Heidekönigin” auf ganz einfache Art und Weise aus dem Verkehr gezogen hat.
Die meisten ihrer Untertanen, die in diesem Alter schon längst zwangsweise in den Armutsruhestand verabschiedet wurden, werden das ähnlich sehen.
Vielleicht trifft man sich ja mal mit der „Queen“ vor der Bundesagentur oder beim Seniorennachmittag der AWO und kann ihr dann beim „die Meinung geigen“ ins Auge sehen.
Denn auch kleine Bürger mögen keine „politischen Schweinereien“ (Substantiv mit neutralem(!?) Adjektiv) mit denen “machtgeile Berufspolitiker” (Substantiv mit negativem Adjektiv) versuchen, dem schwindenden Wählervertrauen und den verlorenen Mehrheiten ein Schnippchen zu schlagen.
Das ist der roten Heide aber mächtig in die Hose gegangen – „HADDUMACH PAMPA HEIDE?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. März 2005 um 05:45:29 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Killerqueen und Queenkiller

21. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die „Königin“ ist tot, es lebe die „Königin“ möchte man rufen, wenn einem der Satz nicht vor Empörung im Halse stecken bleiben würde.
Denn es war kein Tod der durch das hohe Lebensalter der Monarchin bedingt war. Auch hat sie sich nicht für ihr Volk geopfert oder ist gar durch eigene Hand aus dem Diesseits verschieden. Sie wurde auch nicht von ihren politischen Gegnern auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wie die Jungfrau von Orleans.
Es war wohl eher eine Kombination aus Dummheit, Ignoranz und Machtgier, die sie das politische (Über-)Leben kostete. Da kann und braucht man kein Mitleid zu haben. Davon hat die gefallene Monarchin selbst genug. Von derartigen Spenden und Beileidsbezeugungen kann daher sicher abgesehen werden.

Dass die menschlichen Schließmuskeln aus Angst und im Angesichts des nahenden Todes zu spontanen Fehlfunktionen neigen, weiß schon jedes Kleinkind. Einem (mir unbekannten) Kameramann ist es jetzt gelungen dieses Ereignis, das sonst in aller Stille stattfindet, zu visualisieren und Schandmaennchen (www.schandmaennchen.de) hatte mal wieder die richtige Überschrift dazu.

NUn schaut normalerweise der zivilisierte Bürger diskret zur Seite, wenn einem seiner Mitmenschen ein solches „Malheur“ geschehen ist und etwas in die Hose ging, das auch noch heftig mufftelt.

Doch wenn es sich bei diesem Mitmenschen um einen Politiker oder eine Politikerin handelt, ist das alles ganz anders. Denn bei dieser Spezies geht nicht einfach „etwas in die Hose“, da wird auch nicht einfach nur „Scheiße“ gebaut. Hier geht es um ganz andere Dimensionen und schuld haben – wie immer – die Anderen, die Bösen, die Verräter.

Nicht nur von Verrat ist nun die Rede.
Politiker und auch manche Medien müssen zum Substantiv auch noch möglichst negativ besetzte Adjektive kombinieren. Da schreibt oder spricht man dann von schäbigem Verrat, ehrloser Schweinerei, hinterhältigem Dolchstoß, feigem Heckenschützen und offenen Messern.

Wobei mir persönlich das “offene Messer” am besten gefällt, denn die “rote Heide” ist dem “Heidemörder” doch aus eigener Dummheit, Verbohrtheit und Machtgier viermal hintereinander ins offene Messer gelaufen.
Der Kölner Express hat die Situation trefflich beschrieben:
«Wenn jemand nicht wusste, was die Uhr geschlagen hat, dann war das Heide Simonis. Was im Kieler Landtag passierte, ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. Erst vom Wähler abgestraft und dann noch von einem Heckenschützen in den eigenen Reihen gleich vier Mal hintereinander gezielt abgeschossen, schlimmer könnte das Desaster für sie nicht sein. Ihr Kleben an der Macht um jeden Preis hat Rot- Grün nicht nur an der Förde, sondern bundesweit die Blamage des Jahres beschert. Das Nachbeben des Heide-Debakels dürfte vor allem die rot-grünen Wahlkämpfer in NRW mächtig durchschütteln vor allem, weil Simonis nicht direkt nach dem vierten Versuch die Konsequenzen zog und zurücktrat. Völlig unverständlich ist zudem das Verhalten des Landtages. Als wäre überhaupt nichts gewesen, will er sich jetzt erstmal eine lange Osterpause gönnen, statt umgehend die faulen Eier im Land zu beseitigen. Das eigene Wohl ist den Politikern offenbar wichtiger als das Wohl des krisengeschüttelten Landes - einfach jämmerlich!»

So ein Theater!
Und das nur weil “die” Heide Simonis in einer demokratischen, geheimen Wahl nicht mehr zur Ministerpräsidentin des Bundeslandes Schleswig-Holstein gewählt wurde. Die Reaktion von Frau Simonis und ihrer rot-grünen Gesinnungsgenossen zeichnen ein schlimmes Bild von deren Demokratieverständnis, der Selbstbedienungsmentalität und der Selbstbeweihräucherung einer Politclique, die sich in ihren Ämtern und Pfründen eingerichtet und eingeigelt hat.
Mich erinnert das so ein bisschen an den alterssenilen Erich Mielke vom MFS, einer der meist gefürchteten Männer der DDR, der sich nicht erblödete kurz vor seinem unrühmlichen politischen Ende mit tränenerstickter Stimme und dem Satz “Aber ich liebe euch doch alle” für seine Schandtaten rechtfertigen zu wollen.

Die Zeiten werden angesichts der Lage der Nation und angesichts der Lage von mehr als 5 Millionen Arbeitslosen härter. Daher kann Frau Simonis sicher noch froh sein, dass sie nur mit demokratischen Mitteln aus dem Amt entfernt wurde.
Es kann durchaus geschehen, dass diese Gunst ihren Genossen nicht mehr gegeben sein wird.
Jegliche Geduld hat irgendwann mal ein Ende. Auch die des tumben Volkes.
Mir ist auf jeden Fall bei den Vorgängen und Kommentaren zum “Heidemörder” und zu der “Ki(e)ller Komödie” das Messer im Sack aufgegangen.
Nicht nur ich werde vermutlich den “wackeren und standhaften Demokraten” (Kombination aus Substantiv und positivem Adjektiv) in mein Nachtgebet einschließen, weil er die “62-jährige rote Heidekönigin” auf ganz einfache Art und Weise aus dem Verkehr gezogen hat.
Die meisten ihrer Untertanen, die in diesem Alter schon längst zwangsweise in den Armutsruhestand verabschiedet wurden, werden das ähnlich sehen.
Vielleicht trifft man sich ja mal mit der „Queen“ vor der Bundesagentur oder beim Seniorennachmittag der AWO und kann ihr dann beim „die Meinung geigen“ ins Auge sehen.
Denn auch kleine Bürger mögen keine „politischen Schweinereien“ (Substantiv mit neutralem(!?) Adjektiv) mit denen “machtgeile Berufspolitiker” (Substantiv mit negativem Adjektiv) versuchen, dem schwindenden Wählervertrauen und den verlorenen Mehrheiten ein Schnippchen zu schlagen.
Das ist der roten Heide aber mächtig in die Hose gegangen – „HADDUMACH PAMPA HEIDE?

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. März 2005 um 05:45:29 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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