Jobgipfel

16. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Als Gipfel bezeichnet man die Spitze einer Erhebung im Gelände, im Volksmund auch „Berg“ oder „Hügel“ genannt, wobei meist die Höhe der Erhebung als Unterscheidungsmerkmal verwendet wird. Was dabei als “hoch” angesehen wird, ist stets relativ zur umgebenden Landschaft.
Berge und/oder Hügel sind meist die Folge von Verwerfungen unserer Mutter Erde und so eine Art Falten und Runzeln am Körper der alten Dame.

Berge können auf der Erde kaum höher als 9 km emporragen. Dies liegt daran, dass die Basis des Bergs sich ab dieser Höhe aufgrund des enormen Drucks verflüssigt und so die Maximalhöhe festgelegt wird. Mit Basis ist dabei das den Berg umgebende Flachland gemeint.
Außerdem wird mit zunehmender Höhe eines Berges die Luft am Gipfel immer dünner, das heißt sie enthält wenig Sauerstoff und für Menschen wird das Atmen zur Qual.
Deshalb sind hohe Berge auch nicht gut für Gipfeltreffen geeignet. Nur Flachlandtiroler halten es für eine gute Idee, sich auf einem Gipfel zu einem Meinungsaustausch zu treffen. Jeder Hauptschüler, der nicht 80% des Unterrichts versäumt hat, weiß, dass Sauerstoffmangel das Gehirn schädigt und beim Denken unter Sauerstoffmangel meist nix Gescheites herauskommt.

Bevor ich jetzt zum eigentlichen Zweck meiner lang hergeholten Einleitung komme, muss ich noch eine Besonderheit der Berggipfel erwähnen. Jeder Gipfel ist auch eine Wasserscheide, also ein Grenzverlauf für das abfließende Wasser zwischen zwei benachbarten Einzugsgebieten. Meist stellt sich eine Wasserscheide als Höhenzug dar, bei dem das Wasser in zwei unterschiedliche Richtungen abfließt. Das bedeutet zum Beispiel, wenn man nach links pinkelt, dann fließt der Urin in die Nordsee und wenn man nach rechts pinkelt, dann in das Mittelmeer. Nur so zum Beispiel!
Auch politisch sind Wasserscheiden von großer Bedeutung, vor allem in Regionen in denen Wasser nur begrenzt vorhanden ist, denn oft bilden diese Wasserscheiden auch politische Grenzen.

Aber jetzt komme ich wirklich zur Sache, denn sonst sitze ich noch hier und schreibe, während sich bereits unsere Gipfelstürmer in dünner Luft darum streiten in welche Richtung zukünftig das Wasser dieser Republik den Berg hinunterfließen darf oder soll und wer zukünftig mehr Wasser auf die Mühle bekommen könnte.
Zur Zeit werden ja noch die Rucksäcke gepackt und gute Ratschläge für den Aufstieg diskutiert und angenommen oder verworfen.
Aber bald machen sich Angie „Missgriff“ Merkel, Ede „Scatman“ Stoiber, der Bundesgerhard und andere führende Politiker mit ihren Seilschaften auf die Socken zum Gipfeltreffen.

Denn da in den letzten sechs Jahren seit der rot-grünen Machtergreifung der Berg nicht zu den Propheten kommen wollte, müssen die Propheten jetzt zum Berg gehen, um den himmlischen Weisungen näher zu kommen.
Auch wenn jetzt die Seilschaften voller Elan zum Gipfel stürmen wollen, wird daraus wohl nicht mehr als ein normaler Almauftrieb werden, der nur für Flachlandtiroler, Zugereiste oder Touristen ein gewissen Reiz besitzt, weil die noch daran glauben, dass es auf der Alm „kaa Sünd net gibt“ .
Bei Einheimischen ruft diese Versammlung von Kühen und ehemaligen Stieren, im Volksmund auch Ochsen genannt, nur noch ein müdes Arschrunzeln der Lederhose hervor, in der es sich längst ausgejodelt hat.
Einige der Unverbesserlichen versprechen sich ja noch durch die Rede vom “Superhorst Bundesköhler” einen zusätzlichen Motivationsschub, ähnlich wie bei der Rede von Roman Herzog, der vor vielen, vielen Jahren gefordert hatte, dass „ein Ruck durch Deutschland gehen müsse“.
Doch der Ruck wurde von Rot-Grün gleich eingesackt und seitdem hat es unten nur einmal heftig nach links geruckt bevor die Lenkung blockierte und die Republik sich im Kreise drehte, auch wenn es momentan so aussieht, als würde aus dem Kreisverkehr ein Schlingerkurs nach rechts werden wollen.
Weiter oben, in den besseren Südhanglagen der Republik hat es kaum geruckt, nur etwas geruckelt und gezuckelt und jetzt warten viele unten im Jammertal auf den „letzten Zucker“ von den rot-grünen Rucksacktouristen da oben.
Apropos Zucker. Den Abgang haben sich die Seilschaften schon versüßt, da wird keiner am Ende seiner Amtszeit in die Arbeitslosigkeit oder gar in die Armut abstürzen. Die können sich in aller Ruhe abseilen, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.
Ganz hoch oben auf dem Jobkrisengipfel wollen sie nun unter dem Gipfelkreuz um die göttliche Erleuchtung ringen, wer zukünftig auf welcher Seite des Berges herunterpinkeln darf. Irgendwie werden sie sich sicher so einigen und frohen Mutes ihre Entscheidung ins Tal hinunterposaunen, dass jeder behaupten kann er hätte sich durchgesetzt.
Denen drunten im Jammertal kann es reichlich egal sein, denn wenn die oben in sauerstoffarmer Luft ihre Blasen leeren, kommt unten sowieso nur wieder Seich (Mundart für Urin bzw. Blödsinn) an.
Und das ist echt der Gipfel.
Glauben Sie, dass diese Gipfelstürmer begreifen, dass man einer Kuh sehr lange Zucker geben und am Arschloch lecken muss, bis es anfängt süß zu schmecken?
An gezuckerte Milch mit viel Sahne wollen wir im Moment angesichts der prekären Lage der Nation gar nicht denken. Wir sind ja ziemlich anspruchslos geworden mit unseren Bedürfnissen und haben uns an die Dürftigkeiten unserer Führungsriege gewöhnt und angepasst.

In diesem Sinne.
File Krise vom Hornochsenmeeting auf dem Jobgipfel.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. März 2005 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Jobgipfel

16. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Als Gipfel bezeichnet man die Spitze einer Erhebung im Gelände, im Volksmund auch „Berg“ oder „Hügel“ genannt, wobei meist die Höhe der Erhebung als Unterscheidungsmerkmal verwendet wird. Was dabei als “hoch” angesehen wird, ist stets relativ zur umgebenden Landschaft.
Berge und/oder Hügel sind meist die Folge von Verwerfungen unserer Mutter Erde und so eine Art Falten und Runzeln am Körper der alten Dame.

Berge können auf der Erde kaum höher als 9 km emporragen. Dies liegt daran, dass die Basis des Bergs sich ab dieser Höhe aufgrund des enormen Drucks verflüssigt und so die Maximalhöhe festgelegt wird. Mit Basis ist dabei das den Berg umgebende Flachland gemeint.
Außerdem wird mit zunehmender Höhe eines Berges die Luft am Gipfel immer dünner, das heißt sie enthält wenig Sauerstoff und für Menschen wird das Atmen zur Qual.
Deshalb sind hohe Berge auch nicht gut für Gipfeltreffen geeignet. Nur Flachlandtiroler halten es für eine gute Idee, sich auf einem Gipfel zu einem Meinungsaustausch zu treffen. Jeder Hauptschüler, der nicht 80% des Unterrichts versäumt hat, weiß, dass Sauerstoffmangel das Gehirn schädigt und beim Denken unter Sauerstoffmangel meist nix Gescheites herauskommt.

Bevor ich jetzt zum eigentlichen Zweck meiner lang hergeholten Einleitung komme, muss ich noch eine Besonderheit der Berggipfel erwähnen. Jeder Gipfel ist auch eine Wasserscheide, also ein Grenzverlauf für das abfließende Wasser zwischen zwei benachbarten Einzugsgebieten. Meist stellt sich eine Wasserscheide als Höhenzug dar, bei dem das Wasser in zwei unterschiedliche Richtungen abfließt. Das bedeutet zum Beispiel, wenn man nach links pinkelt, dann fließt der Urin in die Nordsee und wenn man nach rechts pinkelt, dann in das Mittelmeer. Nur so zum Beispiel!
Auch politisch sind Wasserscheiden von großer Bedeutung, vor allem in Regionen in denen Wasser nur begrenzt vorhanden ist, denn oft bilden diese Wasserscheiden auch politische Grenzen.

Aber jetzt komme ich wirklich zur Sache, denn sonst sitze ich noch hier und schreibe, während sich bereits unsere Gipfelstürmer in dünner Luft darum streiten in welche Richtung zukünftig das Wasser dieser Republik den Berg hinunterfließen darf oder soll und wer zukünftig mehr Wasser auf die Mühle bekommen könnte.
Zur Zeit werden ja noch die Rucksäcke gepackt und gute Ratschläge für den Aufstieg diskutiert und angenommen oder verworfen.
Aber bald machen sich Angie „Missgriff“ Merkel, Ede „Scatman“ Stoiber, der Bundesgerhard und andere führende Politiker mit ihren Seilschaften auf die Socken zum Gipfeltreffen.

Denn da in den letzten sechs Jahren seit der rot-grünen Machtergreifung der Berg nicht zu den Propheten kommen wollte, müssen die Propheten jetzt zum Berg gehen, um den himmlischen Weisungen näher zu kommen.
Auch wenn jetzt die Seilschaften voller Elan zum Gipfel stürmen wollen, wird daraus wohl nicht mehr als ein normaler Almauftrieb werden, der nur für Flachlandtiroler, Zugereiste oder Touristen ein gewissen Reiz besitzt, weil die noch daran glauben, dass es auf der Alm „kaa Sünd net gibt“ .
Bei Einheimischen ruft diese Versammlung von Kühen und ehemaligen Stieren, im Volksmund auch Ochsen genannt, nur noch ein müdes Arschrunzeln der Lederhose hervor, in der es sich längst ausgejodelt hat.
Einige der Unverbesserlichen versprechen sich ja noch durch die Rede vom “Superhorst Bundesköhler” einen zusätzlichen Motivationsschub, ähnlich wie bei der Rede von Roman Herzog, der vor vielen, vielen Jahren gefordert hatte, dass „ein Ruck durch Deutschland gehen müsse“.
Doch der Ruck wurde von Rot-Grün gleich eingesackt und seitdem hat es unten nur einmal heftig nach links geruckt bevor die Lenkung blockierte und die Republik sich im Kreise drehte, auch wenn es momentan so aussieht, als würde aus dem Kreisverkehr ein Schlingerkurs nach rechts werden wollen.
Weiter oben, in den besseren Südhanglagen der Republik hat es kaum geruckt, nur etwas geruckelt und gezuckelt und jetzt warten viele unten im Jammertal auf den „letzten Zucker“ von den rot-grünen Rucksacktouristen da oben.
Apropos Zucker. Den Abgang haben sich die Seilschaften schon versüßt, da wird keiner am Ende seiner Amtszeit in die Arbeitslosigkeit oder gar in die Armut abstürzen. Die können sich in aller Ruhe abseilen, bis sie wieder festen Boden unter den Füßen haben.
Ganz hoch oben auf dem Jobkrisengipfel wollen sie nun unter dem Gipfelkreuz um die göttliche Erleuchtung ringen, wer zukünftig auf welcher Seite des Berges herunterpinkeln darf. Irgendwie werden sie sich sicher so einigen und frohen Mutes ihre Entscheidung ins Tal hinunterposaunen, dass jeder behaupten kann er hätte sich durchgesetzt.
Denen drunten im Jammertal kann es reichlich egal sein, denn wenn die oben in sauerstoffarmer Luft ihre Blasen leeren, kommt unten sowieso nur wieder Seich (Mundart für Urin bzw. Blödsinn) an.
Und das ist echt der Gipfel.
Glauben Sie, dass diese Gipfelstürmer begreifen, dass man einer Kuh sehr lange Zucker geben und am Arschloch lecken muss, bis es anfängt süß zu schmecken?
An gezuckerte Milch mit viel Sahne wollen wir im Moment angesichts der prekären Lage der Nation gar nicht denken. Wir sind ja ziemlich anspruchslos geworden mit unseren Bedürfnissen und haben uns an die Dürftigkeiten unserer Führungsriege gewöhnt und angepasst.

In diesem Sinne.
File Krise vom Hornochsenmeeting auf dem Jobgipfel.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 16. März 2005 um 05:45:30 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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