Mitglieder zahlen

7. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Dass die Arbeitslosenzahlen steigen und steigen und steigen, das hat ja nun der Letzte in der BRddr mitbekommen. Und dass an den Zahlen heftigst herumgeschraubt wird, um zumindest den Hauch einer Wirkung der Arbeitsmarktreformen vorweisen zu können, wissen auch fast alle, die sich dafür interessieren.
Wer sich noch nicht für das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft beschäftigt, lebt noch in dem Glauben, dass dieser Kelch an ihm vorbeigehen wird.
Wird er aber nicht.

Konträr zu den Arbeitslosenzahlen verhalten sich die Mitgliedzahlen der Gewerkschaften, denn die sinken.
Was auch nicht weiter wundert, denn warum sollte ein Arbeitsloser noch Mitglied einer Gewerkschaft bleiben, selbst wenn er sich aus unerfindlichen Gründen den Beitrag noch leisten könnte.
Jetzt ist eine interne Studie des Deutschen Gewrkschaftsbundes (DGB) in den Medien aufgetaucht, die sich mit dem Mitgliederschwund der Gewerkschaften beschäftigt und die Konsequenzen aufzeigt.
Jährlich 4,5% der Mitglieder sollen die Gewerkschaften verlieren und damit natürlich an Macht und an Geld.
Es fehle an attraktiven Kampfzielen“, heißt es in der Studie und «Künftig sollten die Gewerkschaften ihre Kräfte auf wirtschaftsstarke Regionen mit vielen noch unorganisierten Erwerbstätigen und Studierenden ausrichten, heißt es in dem internen Papier weiter. Den neuen Zielgruppen sollten bessere Serviceleistungen angeboten werden, etwa Karriere- und Weiterbildungsberatung sowie Jobvermittlung. Geprüft werden soll auch die Idee nach dänischem Vorbild, “eine private Arbeitslosen-Versicherung für Gewerkschaftsmitglieder” anzubieten.»

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber wenn ich mir die Zahlen so ansehe, dann gewinne ich den Eindruck, dass wir in Bälde bei etwa sechskommquetsch Millionen einen (kurzzeitigen) Gleichstand der Arbeitslosenzahlen und der Gewerkschaftsmitglieder haben werden.
Ein Gipfeltreffen auf hohem Niveau.
Ob es da so eine gute Geschäftsidee ist, den Gewerkschaftsmitgliedern eine „private Arbeitslosenversicherung“ anzubieten – also ich weiß nicht.
Wäre es nicht besser das Geld für den Kampf um den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen auszugeben?

Mit welchem Erfolg sich die Gewerkschaften als Unternehmer agieren und das Geld verprasst, darüber können die Mitglieder schon lange nicht mehr lachen. Muss jetzt zu den Firmenleichen auch noch eine „Versicherung“ dazu kommen? Vielleicht sogar noch in Kooperation mit einer der großen Versicherer und/oder Banken dieser Republik.
Das wäre doch echt der Hammer!
Ich geb den Damen und Herren Gewerkschaftsbossen einen Tipp (mit zwei P) und das sogar kostenlos: „Schwingt endlich euren Arsch vom Vorstandssessel auf die Straße. Macht diesem kollektivem Irrsinn aus Wirtschaft und Politik ein Ende und ruft zum Streik auf. Und wenn ihr das nicht mehr könnt, dann habt ihr eure Existenzberechtigung endgültig verloren. Denn gegründet wurden die Gewerkschaften als Interessengemeinschaft der Arbeiternehmer zur Wahrung und Durchsetzung arbeitnehmerseitiger Interessen. Und für Arbeitnehmer wird es ja kein höheres Interessen geben, als den Arbeitsplatz zu erhalten und durch Arbeit zumindest soviel Geld zu verdienen, dass man davon leben und seine Familie ernähren kann.“

Warum sollen für einen Arbeiter, der am Markt seine Arbeitskraft anbietet andere wirtschaftliche Kriterien gelten, als für einen Unternehmer, der am Markt seine Waren und/oder Dienstleistungen anbietet.
Die Rendite muss einfach stimmen.
Gleiches gilt auch für die Zahlungen der Mitglieder in die Gewerkschaftskasse.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 7. März 2005 um 05:45:13 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Dass die Arbeitslosenzahlen steigen und steigen und steigen, das hat ja nun der Letzte in der BRddr mitbekommen. Und dass an den Zahlen heftigst herumgeschraubt wird, um zumindest den Hauch einer Wirkung der Arbeitsmarktreformen vorweisen zu können, wissen auch fast alle, die sich dafür interessieren.
Wer sich noch nicht für das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft beschäftigt, lebt noch in dem Glauben, dass dieser Kelch an ihm vorbeigehen wird.
Wird er aber nicht.

Konträr zu den Arbeitslosenzahlen verhalten sich die Mitgliedzahlen der Gewerkschaften, denn die sinken.
Was auch nicht weiter wundert, denn warum sollte ein Arbeitsloser noch Mitglied einer Gewerkschaft bleiben, selbst wenn er sich aus unerfindlichen Gründen den Beitrag noch leisten könnte.
Jetzt ist eine interne Studie des Deutschen Gewrkschaftsbundes (DGB) in den Medien aufgetaucht, die sich mit dem Mitgliederschwund der Gewerkschaften beschäftigt und die Konsequenzen aufzeigt.
Jährlich 4,5% der Mitglieder sollen die Gewerkschaften verlieren und damit natürlich an Macht und an Geld.
Es fehle an attraktiven Kampfzielen“, heißt es in der Studie und «Künftig sollten die Gewerkschaften ihre Kräfte auf wirtschaftsstarke Regionen mit vielen noch unorganisierten Erwerbstätigen und Studierenden ausrichten, heißt es in dem internen Papier weiter. Den neuen Zielgruppen sollten bessere Serviceleistungen angeboten werden, etwa Karriere- und Weiterbildungsberatung sowie Jobvermittlung. Geprüft werden soll auch die Idee nach dänischem Vorbild, “eine private Arbeitslosen-Versicherung für Gewerkschaftsmitglieder” anzubieten.»

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber wenn ich mir die Zahlen so ansehe, dann gewinne ich den Eindruck, dass wir in Bälde bei etwa sechskommquetsch Millionen einen (kurzzeitigen) Gleichstand der Arbeitslosenzahlen und der Gewerkschaftsmitglieder haben werden.
Ein Gipfeltreffen auf hohem Niveau.
Ob es da so eine gute Geschäftsidee ist, den Gewerkschaftsmitgliedern eine „private Arbeitslosenversicherung“ anzubieten – also ich weiß nicht.
Wäre es nicht besser das Geld für den Kampf um den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen auszugeben?

Mit welchem Erfolg sich die Gewerkschaften als Unternehmer agieren und das Geld verprasst, darüber können die Mitglieder schon lange nicht mehr lachen. Muss jetzt zu den Firmenleichen auch noch eine „Versicherung“ dazu kommen? Vielleicht sogar noch in Kooperation mit einer der großen Versicherer und/oder Banken dieser Republik.
Das wäre doch echt der Hammer!
Ich geb den Damen und Herren Gewerkschaftsbossen einen Tipp (mit zwei P) und das sogar kostenlos: „Schwingt endlich euren Arsch vom Vorstandssessel auf die Straße. Macht diesem kollektivem Irrsinn aus Wirtschaft und Politik ein Ende und ruft zum Streik auf. Und wenn ihr das nicht mehr könnt, dann habt ihr eure Existenzberechtigung endgültig verloren. Denn gegründet wurden die Gewerkschaften als Interessengemeinschaft der Arbeiternehmer zur Wahrung und Durchsetzung arbeitnehmerseitiger Interessen. Und für Arbeitnehmer wird es ja kein höheres Interessen geben, als den Arbeitsplatz zu erhalten und durch Arbeit zumindest soviel Geld zu verdienen, dass man davon leben und seine Familie ernähren kann.“

Warum sollen für einen Arbeiter, der am Markt seine Arbeitskraft anbietet andere wirtschaftliche Kriterien gelten, als für einen Unternehmer, der am Markt seine Waren und/oder Dienstleistungen anbietet.
Die Rendite muss einfach stimmen.
Gleiches gilt auch für die Zahlungen der Mitglieder in die Gewerkschaftskasse.

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