Daumenlutscher

4. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Habe mir gerade zu später Stunde, nach 12 Stunden Arbeit und 2 Stunden Autobahn, noch angetan, was die deutsche Presse zum Armutsbericht der Bundesregierung zu berichten weiß.
Es ist ja ganz schön, dass es einen solchen Bericht gibt. Aber noch schöner ist, wie dieser Bericht interpretiert und ausgelegt wird.

Nach der Lektüre des Spiegels zu diesem traurigen Thema, kann sich ein arbeitsloser Alleinerziehender eigentlich nur noch mit einer Dachlatte bewaffnen und auf der Suche nach diesen Politiker durch die Straßen ziehen, um ihnen den Armutsbericht um die tauben Ohren und über den tumben Schädel zu hauen. Denn statt die Ursachen zu beseitigen, wird jetzt wieder erklärt, beschuldigt, zurückgewiesen, entschuldigt, von Teufelskreisen und sozialer Schieflage geredet, von Kinderarmut und dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet.

Jetzt habe ich gerade vor mir auf dem Schreibtisch eine große, scharfe Papierschere liegen und versuche mir vorzustellen, wie diese Schere sich immer weiter öffnet.
Rein technisch gesehen ist diese Öffnung irgendwann zu Ende, dann geht es einfach nicht mehr weiter. Dann kann die Schere nur noch zugehen.
Die Frage ist eigentlich nur, ob die Schere dann langsam zugeht oder schnell zuschnappt und wer dabei irgendwelche abstehenden Körperteile verliert. Mir ziehen da so einige Namen durchs arbeitsmüde Hirn. Aber die Namen will ich jetzt angesichts der späten Stunde nicht alle aufzählen. Das würde echt zu lange dauern.

Bei Wilhelm Busch war es der Daumenlutscher, der nicht hören und aufhören wollte zur reinen Selbstbefriedigung am Daumen zu nuckeln.

„Konrad“ sprach die Frau Mama,
ich geh raus und du bleibst da.
Doch die Schere nehm ich mit,
und ich eil mit schnellem Schritt
nach Berlin zum Bundesgerd
und allen die dort rumgeplärrt
schneid ich dann, schnipp schnapp,
einfach Nase, Daum und Ohren ab.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 4. März 2005 um 05:45:05 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Daumenlutscher

4. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Habe mir gerade zu später Stunde, nach 12 Stunden Arbeit und 2 Stunden Autobahn, noch angetan, was die deutsche Presse zum Armutsbericht der Bundesregierung zu berichten weiß.
Es ist ja ganz schön, dass es einen solchen Bericht gibt. Aber noch schöner ist, wie dieser Bericht interpretiert und ausgelegt wird.

Nach der Lektüre des Spiegels zu diesem traurigen Thema, kann sich ein arbeitsloser Alleinerziehender eigentlich nur noch mit einer Dachlatte bewaffnen und auf der Suche nach diesen Politiker durch die Straßen ziehen, um ihnen den Armutsbericht um die tauben Ohren und über den tumben Schädel zu hauen. Denn statt die Ursachen zu beseitigen, wird jetzt wieder erklärt, beschuldigt, zurückgewiesen, entschuldigt, von Teufelskreisen und sozialer Schieflage geredet, von Kinderarmut und dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet.

Jetzt habe ich gerade vor mir auf dem Schreibtisch eine große, scharfe Papierschere liegen und versuche mir vorzustellen, wie diese Schere sich immer weiter öffnet.
Rein technisch gesehen ist diese Öffnung irgendwann zu Ende, dann geht es einfach nicht mehr weiter. Dann kann die Schere nur noch zugehen.
Die Frage ist eigentlich nur, ob die Schere dann langsam zugeht oder schnell zuschnappt und wer dabei irgendwelche abstehenden Körperteile verliert. Mir ziehen da so einige Namen durchs arbeitsmüde Hirn. Aber die Namen will ich jetzt angesichts der späten Stunde nicht alle aufzählen. Das würde echt zu lange dauern.

Bei Wilhelm Busch war es der Daumenlutscher, der nicht hören und aufhören wollte zur reinen Selbstbefriedigung am Daumen zu nuckeln.

„Konrad“ sprach die Frau Mama,
ich geh raus und du bleibst da.
Doch die Schere nehm ich mit,
und ich eil mit schnellem Schritt
nach Berlin zum Bundesgerd
und allen die dort rumgeplärrt
schneid ich dann, schnipp schnapp,
einfach Nase, Daum und Ohren ab.

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