Kapitulation

3. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Nach dem der „größte Feldherr aller Zeiten“ wieder in sein „White House Wolkenkuckucksheim“ entschwebt ist und die 5.000 Arbeiter von Opel in Rüsselsheim wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren dürfen, hat sich die Bundesagentur für Arbeit zur arbeitsmarktpolitischen Lage der Nation gemeldet.
Der «Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, gibt eine Kapitulationserklärung ab: Er will ostdeutsche Arbeitslose ab 55, die seit Jahren keinen Job finden, nicht mehr betreuen. Nebeneffekt der Idee: Die Arbeitslosenstatistik sähe wieder etwas schöner aus.»
Das melden der Spiegel und die Financial Times Deutschland.
Auch die Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II (Alg II) könnte nach Ansicht Weises die Regierung in diesem Jahr 6,4 Mrd. Euro mehr kosten als geplant. Damit bestätigte er einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung”. Grundlage dieser Hochrechnungen sind die Arbeitslosenzahlen und die Ausgaben der BA im Januar. “Die Rechnung ist plausibel”, sagte Weise. Allerdings liege die Zuständigkeit für die Hochrechnung für das laufende Jahr bei der Bundesregierung.»

Ich denke, wer die Tragikomödie “Hartz IV” nicht vollkommen ignoriert hat, muss nicht warten, bis die Bundesregierung ihre auf Entwarnung getrimmten Arbeitsmarktzahlen der Öffentlichkeit vorstellt und sich in Erklärungen versucht. Wer bisher einigermaßen aufmerksam in die Medien sah, den Hirnblähungen unserer Politiker lauschte und noch 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß längst was die Stunde geschlagen hat.
Dat „Janze“ ist ein einziger Flop!!!
Was jahrelang hartnäckig als „Jahrhundertreform“ des Arbeitsmarktes zur Flexibilisierung und Dynamisierung der Arbeitsbedingungen in der BRddr verkauft und angepriesen wurde, ist nichts anderes als ein bürokratisches Monster, das jetzt offenbart was es nicht kann: „Arbeit schaffen und die Menschen in Arbeit und Brot zu bringen“.

Da jammert der Superwolli durch die Gegend, dass die Kommunen ihm die Lahmen und die Siechen als „arbeitsfähig“ gemeldet haben und er das unfair findet, weil er jetzt mehr Geld braucht als geplant.
Der Herr Weise entsorgt mit seinem Vorschlag gleich mal 181.000 Ossies ab 55 schon man 10 Jahre vor der Rente in die staatliche Untätigkeitstherapie. Wenn wir den Vorschlag auch auf die Wessies anwenden, verschwinden sicher noch mal ein paar Hunderttausend in der Gruft und man könnte das Sinken der Arbeitslosenzahlen als Erfolg verkaufen. Rein rechnerisch natürlich!
«Noch hält Weise an der Prognose der Regierung fest, wonach die Arbeitslosenzahl Ende 2005 sinken könnte. Doch habe sich die Wachstumsprognose verschlechtert. “Das spüren wir bereits an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Sie liegt schon wieder ein kleines Stück unter der Annahme.»

Und dabei haben wir jetzt gerade mal zwei Monate des Jahres um!
Aber so wie ich die Statistiker in Wiesbaden kenne, haben die schlechten Zahlen sicher mal wieder „saisonale“ Gründe und sind rein „witterungsbedingt“.

Da scheint die Kapitulation zwar plausibel, aber dennoch blamabel!
Wäre es nicht ehrlicher zu sagen: „ Wir haben fertig!“ statt Augen zu, weitermachen und Deckel drauf?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. März 2005 um 05:45:38 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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3. März 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Nach dem der „größte Feldherr aller Zeiten“ wieder in sein „White House Wolkenkuckucksheim“ entschwebt ist und die 5.000 Arbeiter von Opel in Rüsselsheim wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren dürfen, hat sich die Bundesagentur für Arbeit zur arbeitsmarktpolitischen Lage der Nation gemeldet.
Der «Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, gibt eine Kapitulationserklärung ab: Er will ostdeutsche Arbeitslose ab 55, die seit Jahren keinen Job finden, nicht mehr betreuen. Nebeneffekt der Idee: Die Arbeitslosenstatistik sähe wieder etwas schöner aus.»
Das melden der Spiegel und die Financial Times Deutschland.
Auch die Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II (Alg II) könnte nach Ansicht Weises die Regierung in diesem Jahr 6,4 Mrd. Euro mehr kosten als geplant. Damit bestätigte er einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung”. Grundlage dieser Hochrechnungen sind die Arbeitslosenzahlen und die Ausgaben der BA im Januar. “Die Rechnung ist plausibel”, sagte Weise. Allerdings liege die Zuständigkeit für die Hochrechnung für das laufende Jahr bei der Bundesregierung.»

Ich denke, wer die Tragikomödie “Hartz IV” nicht vollkommen ignoriert hat, muss nicht warten, bis die Bundesregierung ihre auf Entwarnung getrimmten Arbeitsmarktzahlen der Öffentlichkeit vorstellt und sich in Erklärungen versucht. Wer bisher einigermaßen aufmerksam in die Medien sah, den Hirnblähungen unserer Politiker lauschte und noch 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß längst was die Stunde geschlagen hat.
Dat „Janze“ ist ein einziger Flop!!!
Was jahrelang hartnäckig als „Jahrhundertreform“ des Arbeitsmarktes zur Flexibilisierung und Dynamisierung der Arbeitsbedingungen in der BRddr verkauft und angepriesen wurde, ist nichts anderes als ein bürokratisches Monster, das jetzt offenbart was es nicht kann: „Arbeit schaffen und die Menschen in Arbeit und Brot zu bringen“.

Da jammert der Superwolli durch die Gegend, dass die Kommunen ihm die Lahmen und die Siechen als „arbeitsfähig“ gemeldet haben und er das unfair findet, weil er jetzt mehr Geld braucht als geplant.
Der Herr Weise entsorgt mit seinem Vorschlag gleich mal 181.000 Ossies ab 55 schon man 10 Jahre vor der Rente in die staatliche Untätigkeitstherapie. Wenn wir den Vorschlag auch auf die Wessies anwenden, verschwinden sicher noch mal ein paar Hunderttausend in der Gruft und man könnte das Sinken der Arbeitslosenzahlen als Erfolg verkaufen. Rein rechnerisch natürlich!
«Noch hält Weise an der Prognose der Regierung fest, wonach die Arbeitslosenzahl Ende 2005 sinken könnte. Doch habe sich die Wachstumsprognose verschlechtert. “Das spüren wir bereits an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Sie liegt schon wieder ein kleines Stück unter der Annahme.»

Und dabei haben wir jetzt gerade mal zwei Monate des Jahres um!
Aber so wie ich die Statistiker in Wiesbaden kenne, haben die schlechten Zahlen sicher mal wieder „saisonale“ Gründe und sind rein „witterungsbedingt“.

Da scheint die Kapitulation zwar plausibel, aber dennoch blamabel!
Wäre es nicht ehrlicher zu sagen: „ Wir haben fertig!“ statt Augen zu, weitermachen und Deckel drauf?

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