Stromschlag

27. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Früher war alles besser!!!
Als Hundebesitzer konnte man seinen Fiffi frei laufen lassen und solange der nicht permanent in Nachbars Vorgarten kackte oder die Kühe vom letzten Alibi-Bauern der kleinen Dorfgemeinde über die Wiesen jagte, war die Welt in Ordnung.

Doch dann kamen die Hundemarken, dann der Leinenzwang und der Maulkorberlass für alle Vierbeiner zwischen deren Zähne ein Kinderarm eventuell passen könnte.
Ok, ok ich habe auch etwas gegen „Kampfhunde“, nur gehört nach meiner Erfahrung der Besitzer und/oder Halter einer solch abgerichteten „Kampfmaschine“ an die Leine, in einen Zwinger oder gleich hinter Gitter. (Oh, oh, das wird jetzt wieder heftige Angriffe getroffener Hundehalter und Kinderschützer auslösen).

Aber ich bitte um Nachsicht, denn ich bin von Kindesbeinen an mit (großen) Hunden aufgewachsen. Sie haben mit mir gespielt und ich habe in ihren Hütten geschlafen und von ihren Tellerchen gegessen. Mir ist dabei nie ein Haar gekrümmt worden. Ja ich mag Hunde und ich mag und habe Kinder!

Ärgern muss ich mich aber über die Häufchen der Vierbeiner, die auf Wegen und Plätzen herumliegen, nur weil Herrchen seinen Liebling gerade da abkacken lässt, wo es ihm beliebt und wo es ihm gerade einfällt.
Auch Hunde kann man zum ordentlichen Stuhlgang erziehen. Aber was will man schon von Herrchen erwarten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit selber irgendwo gegen einen Baum pullern. Diese Art des Urinierens habe sich die Hunde schließlich bei Herrchen abguckt.

Und einer „der besten Freunde des Menschen“ musste für diese Art der Harnerleichterung und Reviermarkierung jetzt mit seinem Leben bezahlen:

«Stromschlag: Hund stirbt beim Beinchen-Heben am Laternenpfahl
Lille (AFP) - Beim Beinchen-Heben an einem Laternenpfahl hat ein Hund in Nordfrankreich einen tödlichen Stromschlag erlitten. Wie die Stadtverwaltung von Wavrechain-sous-Denain bei Lille und die örtlichen Stadtwerke am Dienstag mitteilten, suchte sich die Argentinische Dogge beim Gassi-Gehen am Sonntagabend ausgerechnet einen Pfahl aus, der zuvor von Unbekannten beschädigt worden war. Der Urinstrahl traf auf eine frei liegende Stromleitung und ein Massekabel. Die Entladung streckte den dreieinhalb Jahre alten Pako nieder. Beim Versuch, dem jaulenden Vierbeiner zu helfen, erlitt sein Herrchen einen leichteren Schlag. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Stadtverwaltung will nun alle Laternenpfähle überprüfen lassen.»

Jetzt stellen sie sich einmal vor, das wäre Herrchen passiert!
Lassen Sie uns mal darüber einige Sekunden nachdenken und diese Szene genüsslich inhalieren und die Augen schließen.
Wenn ich an die nach Urin stinkende S-Bahnunterführung in Frankfurt denke, die man nur mit zugeklemmter Nase durcheilen kann, dann kommt mir da eine geniale Idee.
Man könnte doch vom naheliegenden Bahnsteig ein bisschen Strom abzwacken und in die Außenwand des Fußgängertunnels leiten. Natürlich müsste man noch ein Schild mit einem Warnhinweis aufstellen, so in der Art wie: „An die Wand pinkeln verboten“ oder „Urinieren gefährdet ihre Gesundheit“ oder „Hunde sind an der Leine zu führen“ oder „Anlehnen verboten“ oder einfach nur „Durchgang auf eigene Gefahr“.

Obwohl, so wie unsere Mitbürger kenne, hält sich doch da kein Mensch daran. Ganz im Gegenteil, es muss doch jeder versuchen, ob das Schild „Frisch gestrichen“ auch der Wahrheit entspricht.
Ich mache da keine Ausnahme. Jeder Weidezaun, der nur danach aussieht als könnte er unter Strom stehen zieht mich magisch an. Und ich lasse meist nicht locker, bevor ich nicht weiß ob er auch unter Strom steht. Sie sehen, auch Machopan hat in hohem Alter noch einen Schlag ab.

Aber wenn ich jetzt so an diesen Laternenpfahl in Frankreich denke und dass ich meist an so einem Ding meinen Superduperdesignerdrahtesel mit einer Stahlkette gegen Klonen sichere, dann sollte ich mich doch bei meiner nächsten Ausfahrt mit einem Polprüfer vom ordnungsgemäßen Zustand des Laternenpfahls überzeugen.

Oder einfach warten bis ein Hund kommt und dagegen pinkelt.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. Februar 2005 um 05:45:36 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)
 

Stromschlag

27. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Früher war alles besser!!!
Als Hundebesitzer konnte man seinen Fiffi frei laufen lassen und solange der nicht permanent in Nachbars Vorgarten kackte oder die Kühe vom letzten Alibi-Bauern der kleinen Dorfgemeinde über die Wiesen jagte, war die Welt in Ordnung.

Doch dann kamen die Hundemarken, dann der Leinenzwang und der Maulkorberlass für alle Vierbeiner zwischen deren Zähne ein Kinderarm eventuell passen könnte.
Ok, ok ich habe auch etwas gegen „Kampfhunde“, nur gehört nach meiner Erfahrung der Besitzer und/oder Halter einer solch abgerichteten „Kampfmaschine“ an die Leine, in einen Zwinger oder gleich hinter Gitter. (Oh, oh, das wird jetzt wieder heftige Angriffe getroffener Hundehalter und Kinderschützer auslösen).

Aber ich bitte um Nachsicht, denn ich bin von Kindesbeinen an mit (großen) Hunden aufgewachsen. Sie haben mit mir gespielt und ich habe in ihren Hütten geschlafen und von ihren Tellerchen gegessen. Mir ist dabei nie ein Haar gekrümmt worden. Ja ich mag Hunde und ich mag und habe Kinder!

Ärgern muss ich mich aber über die Häufchen der Vierbeiner, die auf Wegen und Plätzen herumliegen, nur weil Herrchen seinen Liebling gerade da abkacken lässt, wo es ihm beliebt und wo es ihm gerade einfällt.
Auch Hunde kann man zum ordentlichen Stuhlgang erziehen. Aber was will man schon von Herrchen erwarten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit selber irgendwo gegen einen Baum pullern. Diese Art des Urinierens habe sich die Hunde schließlich bei Herrchen abguckt.

Und einer „der besten Freunde des Menschen“ musste für diese Art der Harnerleichterung und Reviermarkierung jetzt mit seinem Leben bezahlen:

«Stromschlag: Hund stirbt beim Beinchen-Heben am Laternenpfahl
Lille (AFP) - Beim Beinchen-Heben an einem Laternenpfahl hat ein Hund in Nordfrankreich einen tödlichen Stromschlag erlitten. Wie die Stadtverwaltung von Wavrechain-sous-Denain bei Lille und die örtlichen Stadtwerke am Dienstag mitteilten, suchte sich die Argentinische Dogge beim Gassi-Gehen am Sonntagabend ausgerechnet einen Pfahl aus, der zuvor von Unbekannten beschädigt worden war. Der Urinstrahl traf auf eine frei liegende Stromleitung und ein Massekabel. Die Entladung streckte den dreieinhalb Jahre alten Pako nieder. Beim Versuch, dem jaulenden Vierbeiner zu helfen, erlitt sein Herrchen einen leichteren Schlag. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Stadtverwaltung will nun alle Laternenpfähle überprüfen lassen.»

Jetzt stellen sie sich einmal vor, das wäre Herrchen passiert!
Lassen Sie uns mal darüber einige Sekunden nachdenken und diese Szene genüsslich inhalieren und die Augen schließen.
Wenn ich an die nach Urin stinkende S-Bahnunterführung in Frankfurt denke, die man nur mit zugeklemmter Nase durcheilen kann, dann kommt mir da eine geniale Idee.
Man könnte doch vom naheliegenden Bahnsteig ein bisschen Strom abzwacken und in die Außenwand des Fußgängertunnels leiten. Natürlich müsste man noch ein Schild mit einem Warnhinweis aufstellen, so in der Art wie: „An die Wand pinkeln verboten“ oder „Urinieren gefährdet ihre Gesundheit“ oder „Hunde sind an der Leine zu führen“ oder „Anlehnen verboten“ oder einfach nur „Durchgang auf eigene Gefahr“.

Obwohl, so wie unsere Mitbürger kenne, hält sich doch da kein Mensch daran. Ganz im Gegenteil, es muss doch jeder versuchen, ob das Schild „Frisch gestrichen“ auch der Wahrheit entspricht.
Ich mache da keine Ausnahme. Jeder Weidezaun, der nur danach aussieht als könnte er unter Strom stehen zieht mich magisch an. Und ich lasse meist nicht locker, bevor ich nicht weiß ob er auch unter Strom steht. Sie sehen, auch Machopan hat in hohem Alter noch einen Schlag ab.

Aber wenn ich jetzt so an diesen Laternenpfahl in Frankreich denke und dass ich meist an so einem Ding meinen Superduperdesignerdrahtesel mit einer Stahlkette gegen Klonen sichere, dann sollte ich mich doch bei meiner nächsten Ausfahrt mit einem Polprüfer vom ordnungsgemäßen Zustand des Laternenpfahls überzeugen.

Oder einfach warten bis ein Hund kommt und dagegen pinkelt.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 27. Februar 2005 um 05:45:36 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Nachricht hinterlassen

*Notwendig
*Notwendig (wird nicht veröffentlicht)