Warteschlangenmafia

15. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich der VISA-Affäre lange Zeit keine Bedeutung zugemessen habe und damit vermutlich den gleichen Fehler beging wie unser Aussenjoschka.
Ein Übriges tat der irreführende Titel, unter dem die Berichterstattung auch heute noch stattfindet. Steht doch der Begriff VISA für mehrere Dinge und ich nahm fälschlicherweise an, dass es sich mal wieder um den großzügigen Umgang unserer Politiker mit Bonusmeilen, Spesen- und Sitzungsgeldern oder um „kleinere“ Unregelmäßigkeiten bei der Nutzung von firmen- oder parteieigenen Kreditkarten handeln würde.
Aber die Dimension ist weitaus größer und ich habe heute (fast) den ganzen Tag damit verbracht meinen Informationsrückstand schnellstmöglich aufzuholen.

Ausgehend von einem Artikel in der Netzeitung und der Stellungsnahme von Außenminister Joschka Fischer die am 14. Februar bei „Spiegel Online“ erschien, war als nächstes ein Artikel bei Telepolis den ich über Net-News-Global fand, an der Reihe. In den Diskussionsbeiträgen zu diesem Artikel fand ich dann einen Hinweis auf das „R-Archiv“ und die Gründe zum Rücktritt von Ludger Volmer. Und soviel sei verraten - da wurde es dann so richtig heiß.
Um sich auf den Sachverhalt um die gewerbsmäßige Schleußung von illegalen Arbeitern und Zwangsprostituierten in die BRD etwas einzustimmen sollten Sie vielleicht erst mal die Recherchen zu „Fall Ludger Volmer“ und den Artikel in der „Welt“ über die „Methode Volmer“ lesen.
Anschließend können Sie sich dann wie ich, mit der wirklich spannenden und umfangreichen Lektüre bei R-Archiv zum „Schleußer-Ausschuss“ und zur „VISA-Affäre“ die ganze folgende Nacht um die Ohren schlagen. Ich habe es nicht bereut.

Der oben erwähnte Artikel zum „Rücktritt“ von Ludger Volmer endet mit den Sätzen:

«Die Personen, welche als Führungsspitze des Schleusernetzwerkes nunmehr zu vermuten sind haben Kontakte, die direkt in ein Bundesministerium führen. Es ist zu unterstellen, dass aus dem vermuteten Polit-Thriller “Visa-Affäre” ein Politikum werden wird und sich weitere Politiker in die Reihe der – später – aufzuzählenden “Opfer der Affäre” einreihen werden.»

Es ist eine Lachnummer, dass heute der Aussenjoschka erklärt hat, dass er die Verantwortung für diesen Skandal übernimmt – denn er hat die Verantwortung. Er muss sie nicht erst übernehmen. Die Grünen tun sich nicht nur schwer mit dem Eingestehen von Fehlern, sie tun sich auch schwer mit dem Lügen. Einen lesenswerten Kommentar gibt es dazu in der Berliner Zeitung.

Und außerdem sollten wir jetzt mal ganz genau aufpassen, wer sich für die Einführung eines neuen bundesrepublikanischen Passes mit biometrischen Daten zum Preis von 130 Euro stark macht.
Denn der wird doch auch in der „Bundesdruckerei“, für die der Herr Volmer mit seiner Firma Synthesis tätig war, hergestellt.
Oder sollte ich mich da etwa irren?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. Februar 2005 um 05:45:00 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

Eine Antwort zu “Warteschlangenmafia”

  1. Ludger Volmer meint:

    Hallo, Herr Machopan!
    Habe gerade erst Ihre Seite entdeckt. So also stellt sich ein alter SED-Trottel den Kapitalismus vor! Wo wir schon bei übler Nachrede und Gerüchten sind: Leute wie Sie zünden auch Autos an, nicht wahr?

    Gruss aus dem Tal der Ahnungslosen
    Ludger Volmer

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Warteschlangenmafia

15. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich der VISA-Affäre lange Zeit keine Bedeutung zugemessen habe und damit vermutlich den gleichen Fehler beging wie unser Aussenjoschka.
Ein Übriges tat der irreführende Titel, unter dem die Berichterstattung auch heute noch stattfindet. Steht doch der Begriff VISA für mehrere Dinge und ich nahm fälschlicherweise an, dass es sich mal wieder um den großzügigen Umgang unserer Politiker mit Bonusmeilen, Spesen- und Sitzungsgeldern oder um „kleinere“ Unregelmäßigkeiten bei der Nutzung von firmen- oder parteieigenen Kreditkarten handeln würde.
Aber die Dimension ist weitaus größer und ich habe heute (fast) den ganzen Tag damit verbracht meinen Informationsrückstand schnellstmöglich aufzuholen.

Ausgehend von einem Artikel in der Netzeitung und der Stellungsnahme von Außenminister Joschka Fischer die am 14. Februar bei „Spiegel Online“ erschien, war als nächstes ein Artikel bei Telepolis den ich über Net-News-Global fand, an der Reihe. In den Diskussionsbeiträgen zu diesem Artikel fand ich dann einen Hinweis auf das „R-Archiv“ und die Gründe zum Rücktritt von Ludger Volmer. Und soviel sei verraten - da wurde es dann so richtig heiß.
Um sich auf den Sachverhalt um die gewerbsmäßige Schleußung von illegalen Arbeitern und Zwangsprostituierten in die BRD etwas einzustimmen sollten Sie vielleicht erst mal die Recherchen zu „Fall Ludger Volmer“ und den Artikel in der „Welt“ über die „Methode Volmer“ lesen.
Anschließend können Sie sich dann wie ich, mit der wirklich spannenden und umfangreichen Lektüre bei R-Archiv zum „Schleußer-Ausschuss“ und zur „VISA-Affäre“ die ganze folgende Nacht um die Ohren schlagen. Ich habe es nicht bereut.

Der oben erwähnte Artikel zum „Rücktritt“ von Ludger Volmer endet mit den Sätzen:

«Die Personen, welche als Führungsspitze des Schleusernetzwerkes nunmehr zu vermuten sind haben Kontakte, die direkt in ein Bundesministerium führen. Es ist zu unterstellen, dass aus dem vermuteten Polit-Thriller “Visa-Affäre” ein Politikum werden wird und sich weitere Politiker in die Reihe der – später – aufzuzählenden “Opfer der Affäre” einreihen werden.»

Es ist eine Lachnummer, dass heute der Aussenjoschka erklärt hat, dass er die Verantwortung für diesen Skandal übernimmt – denn er hat die Verantwortung. Er muss sie nicht erst übernehmen. Die Grünen tun sich nicht nur schwer mit dem Eingestehen von Fehlern, sie tun sich auch schwer mit dem Lügen. Einen lesenswerten Kommentar gibt es dazu in der Berliner Zeitung.

Und außerdem sollten wir jetzt mal ganz genau aufpassen, wer sich für die Einführung eines neuen bundesrepublikanischen Passes mit biometrischen Daten zum Preis von 130 Euro stark macht.
Denn der wird doch auch in der „Bundesdruckerei“, für die der Herr Volmer mit seiner Firma Synthesis tätig war, hergestellt.
Oder sollte ich mich da etwa irren?

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 15. Februar 2005 um 05:45:00 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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  1. Ludger Volmer meint:

    Hallo, Herr Machopan!
    Habe gerade erst Ihre Seite entdeckt. So also stellt sich ein alter SED-Trottel den Kapitalismus vor! Wo wir schon bei übler Nachrede und Gerüchten sind: Leute wie Sie zünden auch Autos an, nicht wahr?

    Gruss aus dem Tal der Ahnungslosen
    Ludger Volmer

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