Krankenkassenpost

12. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Vor einigen Tage habe ich Post von meiner Krankenkasse bekommen.
Das neue Informationsmagazin für die Versicherten für den Januar 2005. Vom bloßen Hingucken sprang mir gleich auf der Titelseite die Information ins Gesicht, dass die Beitragssätze gesenkt werden:
„Beitragssenkung – Klare Position zu Gesetzesvorgaben“ stand da und erfreute mein Herz, das unverzüglich auf die spontane Adrenalinausstoßinformation mit erhöhter Pulsschlag reagierte.

Schnell die Finger nass gesabbert und umgeblättert auf Seite 18, wo unter der Überschrift „Beitragssatzdiskussion ohne Ende?“ in fettgedruckten Lettern die wahre Nachricht ins Großhirn drang.
«Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) wird die gesetzliche Regelung voll umsetzen und senkt zum 1. Juli 2005 ihren Beitragsatz um 0,9 Prozent auf 13,3 Prozent. Mitglieder müssen dennoch mehr bezahlen. Entlastet werden dagegen die Unternehmen über sinkende Lohnnebenkosten»

Weiter heißt es:
«Trotz der deutlichen Absenkung müssen Versicherte aller Kassen ab Juli 2005 mehr Geld ihr Krankenversicherung ausgeben. Dies wird in der öffentlichen Diskussion von Politikern und Managern anderer Kassen gerne verschwiegen. Die SBK steht aber für Vertrauen und Ehrlichkeit. Deshalb möchten wir auch über diese zusätzlicher Belastung der Versicherten offen sprechen.
Grund für die finanzielle Mehrbelastung der Versicherten ist, dass nach dem neuen Gesetz die Versicherten trotz der Beitragssenkung 0,9 Prozent ihres Lohns zusätzlich für die Finanzierung von Zahnersatz und Krankengeld entrichten müssen. „Der Gesetzgeber entlastet die Unternehmen durch niedrigere Lohnnebenkosten. Die Versicherten haben ab Juli 2005 eine maximale monatliche Mehrbelastung von 15,86 Euro. Dies gilt für Versicherte, deren Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von 3.525 Euro liegt. Für andere Versicherte liegt die Belastung unter diesen 15,86 Euro.
Der durchschnittliche Beitragsatz der Krankenkassen liegt derzeit bei 14,2 Prozent. Die Regierung hatte den Bürgern versprochen, er würde Ende 2004 bei 13,6 Prozent liegen. Die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung ist aber schlechter verlaufen als prognostiziert. Konjunkturbedingt schrumpft deshalb die Basis der Einnahmen. Für Beitragssatzsenkungen gibt es daher zur Zeit wenig Spielraum. Hinzu kommt: Bei der Gesundheitsreform hatte man damit kalkuliert, dass die Ausgaben in den nächsten Jahren nicht stärker steigen als die Einnahmen. Dies ist jedoch - bei sinkenden Einnahmen – schon aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts eine unrealistische Einschätzung.»

Mit zunehmender Lektüre hatte sich mein Herzschlag wieder normalisiert, was jedoch durch das Anschwellen der Leber mehr als kompensiert wurde. Medizinisch bedenklich wurde mein Gesundheitszustand aber erst, als sich die Galle einmischte und in der Rachenhöhle nach dem rechten sehen wollte. Grund war der Satz «Die Ministerin hat diese Finanzproblematik erkannt und erstmals die Prognosen der SBK und anderer Kassen bestätigt, die größere Beitragssatzsenkungen für unwahrscheinlich hielten, wenn parallel dazu der ebenfalls gesetzlich festgelegte Schuldenabbau erreicht werden soll», denn das hatte sich noch im November 2004 ganz anders angehört.

Hab ich es euch nicht gleich gesagt“, röhrte die Milz los, als sich diese Information in Windeseile durch meine Innereien fraß. Die Lunge gab einen tiefen Atemzug in Auftrag, während sich die Augen angriffslustig zu schmalen Schlitzen verengten. Die Galle nutzte diese Gelegenheit um sich im ganzen Rachenraum umzusehen und dem eingebauten Zahnersatz den Stinkefinger zu zeigen. „Ihr seid schuld, ihr seid schuld“, hörte ich die Galle rufen während heftiges Nervenzucken die nach körperlicher Gewalt rufenden Extremitäten durchfuhr.
„Ach Scheiß drauf“ meinte der Darm und entledigte sich eigenmächtig mit gleichzeitigem Anheben des rechten Beines einer übelst riechenden Gaswolke, wobei das Großhirn darauf beharrlich mitteilte, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der übrigen Bevölkerung bestand.

„Kommt Jungs“, meinten die Füße, „wir gehen nach Berlin und hauen der Gesundheitsulla einen auf den Sack.“
„Die hat doch keinen“, meckerte das Zwerchfell, „hab ich euch schon mal gesagt.“
„Dann gibt’s halt was auf die Eier“, begehrten die Füße auf und machten Anstalten sich in Bewegung zu setzen.
„Hiergeblieben Jungs“, griff der Verstand in die Diskussion ein, „wenn hier jemand geht, dann bestimme immer noch ich das, denn schließlich bin ich der Chef hier.“
Leise hörte ich die Mandeln vor sich hinkichern, während von weiter unten aus dem Verdauungstrakt dumpfes Rumoren zu hören war, das nichts Gutes verhieß.
„Wie meinst du das“, ließ sich da auch schon der Anus betont langsam und provozierend deutlich vernehmen, „wie kommst DU da drauf, dass DU der Chef hier bist.“
Plötzlich war es ganz still, denn das hörte sich gar nicht gut an.
„Wir können doch nicht nach Berlin zur Gesundheitsulla gehen und ihr eine auf den Sack hauen, nur weil ihr euch verarscht vorkommt“, versuchte sich der Verstand zu rechtfertigen.
„Jetzt pass mal auf du Klugscheißer da oben“, ließ sich der Darm vernehmen, „über eine Verarschung bestimmen immer noch wir hier unten und nicht du da oben. Ist das klar?“
„Genau“, meinte der Anus, „der Kollege hat recht. Du kannst da oben reden, machen und denken was du willst. DU kannst von mir aus auch glauben, dass DU der Chef bist. Aber eines ist so sicher wie der nächste Gang zur Wahlurne. Wenn ICH hier unten will, dass Verdautes und Unverdautes, das ihr euch da oben reingezogen habt uns auch wieder verlässt, dann setzen sich die Füße so schnell in Bewegung, so schnell könnt ihr da oben gar nicht gucken. Und wenn ich mich dazu entscheide, einfach mal ein paar Tage einzuschnappen, weil mich jemand geärgert hat, dann bläht sich der Darm, bevor sich der Magen füllt und die ganze Scheiße durch die Speiseröhre wieder nach oben kommt. Hab ich recht, Galle?“
„Genau“, assistierte die Galle und schickte ein paar Tropfen Gallensaft nach oben, was bei Rachenraum und Zunge auf wenig Gegenlieb stieß.
„Noch so ein Atemzug“, meldete die Nase, „und ich stelle die Frischluftversorgung mangels Masse ein.“
„Hey hey hey, Jungs“, schaltete sich jetzt die Lunge in das Geschehen ein, „wenn ich die Luft anhalte, dann habt ihr alle schlechte Karten und dann wird es da oben im Hirn ziemlich duster. Hab ich mich klar genug ausgedrückt?“
„Ist ja schon gut“, lenkte das Gehirn ein, „mach bloß keinen Scheiß!“
„Das ist unsere Aufgabe“, begehrte sofort der Magendarmtrakt auf.
„Das will euch auch keiner streitig machen“, machte das Herz einen Vorschlag zur Güte, „können wir jetzt alle man zusammen überlegen was zu tun ist und dann eine demokratische Entscheidung aller Betroffener darüber herbeiführen?“
„Wir sind alle betroffen, wenn die da oben Scheiße bauen“, versuchte die Galle nochmals die Diskussion anzuheizen.
„Genau“, mischte sich der Blinddarm ein, „Um was geht es denn eigentlich?“
„Die da oben haben uns verarscht!“, informierte die Milz.
„Hamm wir gar nicht“, wehrten sich die Zähne, „wir haben damit überhaupt nichts zu tun.“
„Natürlich“, grollte die Galle, „das ist alles nur wegen euch und euren Karies.“
„Wir haben keine Karies und können auch keine mehr bekommen“, begehrten die Zähne auf, „wir sind nämlich die Dritten.“
„Aber Zahnfleischbluten habt ihr wohl!“, kreischte Blinddarm.
„Das heißt nicht Zahnfleischbluten, das heißt jetzt Parodontose“, mischte sich das Gehirn ein.
„Klugscheißer“, grummelte der Anus, „überleg dir lieber was wir mit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt machen.“
„Wir wünschen ihr Zahnausfall“, riefen die Zähne.
„Atemnot und Hitzewallungen“, schlug die Lunge vor.
Ich bin für „Herzkammerflimmern und erhöhter Blutdruck“ meinte das Herz.
„Haarausfall wäre auch nicht schlecht“, sagte der Verstand, „mit Schuppenbildung natürlich.“
„Und richtig schöne fette Pickel, mit großen gelben Köpfen“, meinte die Haut.
„Und richtig dolle Verdauungsbeschwerden, Magenkrümmen und Sodbrennen“, grölte begeistert der Magendarmtrakt.
„Und Durchfall“, brummelte der Anus und ließ es sich nicht nehmen gleichzeitig für einen übelriechenden Druckausgleich zu sorgen, der den anderen Körperteilen ehrfürchtiges Verstummen abrang.
„Und Menstruationsbeschwerden“, kicherte das Zwerchfell leise in die verdächtige Stille.
„Was’n das?“, wollte der Blinddarm stellvertretend für alle anderen Organe wissen.
„Das ist die Strafe Gottes für alle die keinen Sack und keine Eier haben“, ließ das Hirn wissen, „und die Leute anlügen.“
„Klugscheißer“, meinte der Anus noch, bevor er seine Tätigkeit beleidigt einstellte und sich fortan weigerte sich zu öffnen, „ich habe euch da oben gewarnt! Wer nicht hören will muss fühlen.“

Und jetzt werde ich wohl wieder zum Arzt gehen müssen, weil bei mir die Hirnblähungen von der Gesundheitsulla eine “Obstipation Vulgaris” verursacht haben .
Aber die Praxisgebühr werde ich wieder nicht bezahlen .

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. Februar 2005 um 05:45:16 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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12. Februar 2005 05:45

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Vor einigen Tage habe ich Post von meiner Krankenkasse bekommen.
Das neue Informationsmagazin für die Versicherten für den Januar 2005. Vom bloßen Hingucken sprang mir gleich auf der Titelseite die Information ins Gesicht, dass die Beitragssätze gesenkt werden:
„Beitragssenkung – Klare Position zu Gesetzesvorgaben“ stand da und erfreute mein Herz, das unverzüglich auf die spontane Adrenalinausstoßinformation mit erhöhter Pulsschlag reagierte.

Schnell die Finger nass gesabbert und umgeblättert auf Seite 18, wo unter der Überschrift „Beitragssatzdiskussion ohne Ende?“ in fettgedruckten Lettern die wahre Nachricht ins Großhirn drang.
«Die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) wird die gesetzliche Regelung voll umsetzen und senkt zum 1. Juli 2005 ihren Beitragsatz um 0,9 Prozent auf 13,3 Prozent. Mitglieder müssen dennoch mehr bezahlen. Entlastet werden dagegen die Unternehmen über sinkende Lohnnebenkosten»

Weiter heißt es:
«Trotz der deutlichen Absenkung müssen Versicherte aller Kassen ab Juli 2005 mehr Geld ihr Krankenversicherung ausgeben. Dies wird in der öffentlichen Diskussion von Politikern und Managern anderer Kassen gerne verschwiegen. Die SBK steht aber für Vertrauen und Ehrlichkeit. Deshalb möchten wir auch über diese zusätzlicher Belastung der Versicherten offen sprechen.
Grund für die finanzielle Mehrbelastung der Versicherten ist, dass nach dem neuen Gesetz die Versicherten trotz der Beitragssenkung 0,9 Prozent ihres Lohns zusätzlich für die Finanzierung von Zahnersatz und Krankengeld entrichten müssen. „Der Gesetzgeber entlastet die Unternehmen durch niedrigere Lohnnebenkosten. Die Versicherten haben ab Juli 2005 eine maximale monatliche Mehrbelastung von 15,86 Euro. Dies gilt für Versicherte, deren Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von 3.525 Euro liegt. Für andere Versicherte liegt die Belastung unter diesen 15,86 Euro.
Der durchschnittliche Beitragsatz der Krankenkassen liegt derzeit bei 14,2 Prozent. Die Regierung hatte den Bürgern versprochen, er würde Ende 2004 bei 13,6 Prozent liegen. Die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung ist aber schlechter verlaufen als prognostiziert. Konjunkturbedingt schrumpft deshalb die Basis der Einnahmen. Für Beitragssatzsenkungen gibt es daher zur Zeit wenig Spielraum. Hinzu kommt: Bei der Gesundheitsreform hatte man damit kalkuliert, dass die Ausgaben in den nächsten Jahren nicht stärker steigen als die Einnahmen. Dies ist jedoch - bei sinkenden Einnahmen – schon aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts eine unrealistische Einschätzung.»

Mit zunehmender Lektüre hatte sich mein Herzschlag wieder normalisiert, was jedoch durch das Anschwellen der Leber mehr als kompensiert wurde. Medizinisch bedenklich wurde mein Gesundheitszustand aber erst, als sich die Galle einmischte und in der Rachenhöhle nach dem rechten sehen wollte. Grund war der Satz «Die Ministerin hat diese Finanzproblematik erkannt und erstmals die Prognosen der SBK und anderer Kassen bestätigt, die größere Beitragssatzsenkungen für unwahrscheinlich hielten, wenn parallel dazu der ebenfalls gesetzlich festgelegte Schuldenabbau erreicht werden soll», denn das hatte sich noch im November 2004 ganz anders angehört.

Hab ich es euch nicht gleich gesagt“, röhrte die Milz los, als sich diese Information in Windeseile durch meine Innereien fraß. Die Lunge gab einen tiefen Atemzug in Auftrag, während sich die Augen angriffslustig zu schmalen Schlitzen verengten. Die Galle nutzte diese Gelegenheit um sich im ganzen Rachenraum umzusehen und dem eingebauten Zahnersatz den Stinkefinger zu zeigen. „Ihr seid schuld, ihr seid schuld“, hörte ich die Galle rufen während heftiges Nervenzucken die nach körperlicher Gewalt rufenden Extremitäten durchfuhr.
„Ach Scheiß drauf“ meinte der Darm und entledigte sich eigenmächtig mit gleichzeitigem Anheben des rechten Beines einer übelst riechenden Gaswolke, wobei das Großhirn darauf beharrlich mitteilte, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung der übrigen Bevölkerung bestand.

„Kommt Jungs“, meinten die Füße, „wir gehen nach Berlin und hauen der Gesundheitsulla einen auf den Sack.“
„Die hat doch keinen“, meckerte das Zwerchfell, „hab ich euch schon mal gesagt.“
„Dann gibt’s halt was auf die Eier“, begehrten die Füße auf und machten Anstalten sich in Bewegung zu setzen.
„Hiergeblieben Jungs“, griff der Verstand in die Diskussion ein, „wenn hier jemand geht, dann bestimme immer noch ich das, denn schließlich bin ich der Chef hier.“
Leise hörte ich die Mandeln vor sich hinkichern, während von weiter unten aus dem Verdauungstrakt dumpfes Rumoren zu hören war, das nichts Gutes verhieß.
„Wie meinst du das“, ließ sich da auch schon der Anus betont langsam und provozierend deutlich vernehmen, „wie kommst DU da drauf, dass DU der Chef hier bist.“
Plötzlich war es ganz still, denn das hörte sich gar nicht gut an.
„Wir können doch nicht nach Berlin zur Gesundheitsulla gehen und ihr eine auf den Sack hauen, nur weil ihr euch verarscht vorkommt“, versuchte sich der Verstand zu rechtfertigen.
„Jetzt pass mal auf du Klugscheißer da oben“, ließ sich der Darm vernehmen, „über eine Verarschung bestimmen immer noch wir hier unten und nicht du da oben. Ist das klar?“
„Genau“, meinte der Anus, „der Kollege hat recht. Du kannst da oben reden, machen und denken was du willst. DU kannst von mir aus auch glauben, dass DU der Chef bist. Aber eines ist so sicher wie der nächste Gang zur Wahlurne. Wenn ICH hier unten will, dass Verdautes und Unverdautes, das ihr euch da oben reingezogen habt uns auch wieder verlässt, dann setzen sich die Füße so schnell in Bewegung, so schnell könnt ihr da oben gar nicht gucken. Und wenn ich mich dazu entscheide, einfach mal ein paar Tage einzuschnappen, weil mich jemand geärgert hat, dann bläht sich der Darm, bevor sich der Magen füllt und die ganze Scheiße durch die Speiseröhre wieder nach oben kommt. Hab ich recht, Galle?“
„Genau“, assistierte die Galle und schickte ein paar Tropfen Gallensaft nach oben, was bei Rachenraum und Zunge auf wenig Gegenlieb stieß.
„Noch so ein Atemzug“, meldete die Nase, „und ich stelle die Frischluftversorgung mangels Masse ein.“
„Hey hey hey, Jungs“, schaltete sich jetzt die Lunge in das Geschehen ein, „wenn ich die Luft anhalte, dann habt ihr alle schlechte Karten und dann wird es da oben im Hirn ziemlich duster. Hab ich mich klar genug ausgedrückt?“
„Ist ja schon gut“, lenkte das Gehirn ein, „mach bloß keinen Scheiß!“
„Das ist unsere Aufgabe“, begehrte sofort der Magendarmtrakt auf.
„Das will euch auch keiner streitig machen“, machte das Herz einen Vorschlag zur Güte, „können wir jetzt alle man zusammen überlegen was zu tun ist und dann eine demokratische Entscheidung aller Betroffener darüber herbeiführen?“
„Wir sind alle betroffen, wenn die da oben Scheiße bauen“, versuchte die Galle nochmals die Diskussion anzuheizen.
„Genau“, mischte sich der Blinddarm ein, „Um was geht es denn eigentlich?“
„Die da oben haben uns verarscht!“, informierte die Milz.
„Hamm wir gar nicht“, wehrten sich die Zähne, „wir haben damit überhaupt nichts zu tun.“
„Natürlich“, grollte die Galle, „das ist alles nur wegen euch und euren Karies.“
„Wir haben keine Karies und können auch keine mehr bekommen“, begehrten die Zähne auf, „wir sind nämlich die Dritten.“
„Aber Zahnfleischbluten habt ihr wohl!“, kreischte Blinddarm.
„Das heißt nicht Zahnfleischbluten, das heißt jetzt Parodontose“, mischte sich das Gehirn ein.
„Klugscheißer“, grummelte der Anus, „überleg dir lieber was wir mit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt machen.“
„Wir wünschen ihr Zahnausfall“, riefen die Zähne.
„Atemnot und Hitzewallungen“, schlug die Lunge vor.
Ich bin für „Herzkammerflimmern und erhöhter Blutdruck“ meinte das Herz.
„Haarausfall wäre auch nicht schlecht“, sagte der Verstand, „mit Schuppenbildung natürlich.“
„Und richtig schöne fette Pickel, mit großen gelben Köpfen“, meinte die Haut.
„Und richtig dolle Verdauungsbeschwerden, Magenkrümmen und Sodbrennen“, grölte begeistert der Magendarmtrakt.
„Und Durchfall“, brummelte der Anus und ließ es sich nicht nehmen gleichzeitig für einen übelriechenden Druckausgleich zu sorgen, der den anderen Körperteilen ehrfürchtiges Verstummen abrang.
„Und Menstruationsbeschwerden“, kicherte das Zwerchfell leise in die verdächtige Stille.
„Was’n das?“, wollte der Blinddarm stellvertretend für alle anderen Organe wissen.
„Das ist die Strafe Gottes für alle die keinen Sack und keine Eier haben“, ließ das Hirn wissen, „und die Leute anlügen.“
„Klugscheißer“, meinte der Anus noch, bevor er seine Tätigkeit beleidigt einstellte und sich fortan weigerte sich zu öffnen, „ich habe euch da oben gewarnt! Wer nicht hören will muss fühlen.“

Und jetzt werde ich wohl wieder zum Arzt gehen müssen, weil bei mir die Hirnblähungen von der Gesundheitsulla eine “Obstipation Vulgaris” verursacht haben .
Aber die Praxisgebühr werde ich wieder nicht bezahlen .

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 12. Februar 2005 um 05:45:16 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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