Vaterschaftstest

10. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die laut angestellten „Überlegungen“ von Frau Justizministerin Zypries, die Durchführung von „heimlichen Vaterschaftstest“ zu verbieten und mit strafrechtlichen Konsequenzen zu belegen, soll sich ja „nicht speziell gegen Männer“ richten.
Nun ist mir persönlich seit meinen ersten frühpubertärer Erfahrungen bis heute nicht klar gewesen, dass an der Zeugung eines Kindes außer Frau und Mann noch andere Personen beteiligt sein könnten. Es entzieht sich natürlich(!) meiner Kenntnis, wie die Frau Justizministerin den Zeugungsakt erlebt (vorausgesetzt, dass sie schon mal an einem teilgenommen hat) und welche Personen (an was anderes mag ich in diesem Zusammenhang gar nicht denken) dabei die Hände, bzw. andere Körperteile und/oder Gerätschaften im Spiel hatten.
Auch ist mir kein Fall bekannt, bei dem mehrere Frauen gemeinsam „ein“ Kind empfangen oder gar in einer Art kollektivem Geburtsvorgang geboren hätten oder bei der Geburt „ihres leiblichen“ Kindes nicht persönlich anwesend waren.

Sehr wohl aber kann sich mein von niedrigen Instinkten dominierter männlicher Geist, sofern die Nutzung eines solchen noch nicht unter strafrechtliche Konsequenzen gestellt wurde, durchaus vorstellen, dass mehrere Männer an einem (natürlich ungewollten) Zeugungsakt beteiligt sein könnten. Ob parallel oder seriell spielt bei der weiteren Betrachtungsweise der folgenden Problematik keine wesentliche Rolle mehr, denn die Natur hat es in ihrer unerschöpflichen Weisheit so eingerichtet, dass nur eines der rund 300 Millionen Spermien die Chance hat, sich den Weg zur weiblichen Eizelle (angelockt von dem maiglöckchenähnlichen Duft, den die Eizelle ausstößt) als ERSTER zu erschnüffeln.
Nach Erkenntnissen der Schulmedizin kann man daher davon ausgehen, dass sich eine weibliche Eizelle (im Gegensatz zu ihrer Besitzerin) nur von einem einzigen (männlichen) Spermium befruchten lässt.
Mehr zu diesem hochinteressanten und wohl wichtigsten Thema der Menschheit kann jeder Mensch (Frau und Mann) bei Wikipedia nachlesen. Auch Ministerinnen steht diese Quelle der Informationsgewinnung und Bewusstseinserweiterung selbstverständlich offen.

Sie werden es nun vielleicht nicht glauben wollen, dass es jetzt ein Verfahren gibt, durch das mit fast 100%iger Sicherheit (99,9%?) auch noch nach Jahren festgestellt werden kann, wer dieses eine Spermium zur erfolgreichen Befruchtung einer Eizelle beigesteuert hat.
Und genau das will die Frau Justizministerin Brigitte Zypries jetzt unter Strafe stellen lassen, wenn die Besitzerin der Eizelle nicht vorher um Erlaubnis gefragt wurde und ihr Einverständnis erklärt hat. Die Begründung dazu muss man wirklich mehr als einmal lesen:
Weil die Persönlichkeitsrechte der befruchteten Eizelle sonst verletzt werden könnten!

Also ich war auch mal eine befruchtete Eizelle und vermute stark, dass auch die Ministerin Zypries in ihren frühen Anfängen ebenfalls nichts anderes war.
Ohne mir jetzt auf die zwischenzeitlich gewachsenen Schultern klopfen zu wollen, kann ich von mir durchaus behaupten, dass ich mich seitdem sowohl körperlich als auch geistig äußerst positiv weiterentwickelt habe.
Ich kann mir sogar an den Kopf fassen, wenn ich solche „Überlegungen“ von Ministerinnen in der Zeitung lese, auch wenn mir dabei erst mal der Hormonspiegel ansteigt.
Ähnlich ging es wohl meinem Geschlechtsgenossen Thorsten Overbeck aus Weyhe in Niedersachsen (Hallo Thorsten!), der sich in einer Leserzuschrift in der Zeitschrift „Der Spiegel“ wie folgt äußerte: «Es wäre doch nett, per heimlichem Vaterschaftstest prüfen zu können, ob das Kind, welches ich oft nicht sehen darf, weil Mama es nicht will, für welches ich kein gemeinsames Sorgerecht bekomme, weil es Mama nicht will, für dessen Mama ich aber Unterhalt zahlen muss, weil Mama nicht arbeiten will, überhaupt von mir ist, gerade weil Mama auch diesen Test nicht will. Liebe Frau Zypries, als Mann in Deutschland kann ich nur sagen: Kinder und Familie? Nein danke!»

Jetzt kann ich den lieben Thorsten ja durchaus verstehen, dass sich seine Spermien unter diesen Bedingungen wohl weigern werden dem verlockenden Maiglöckchenduft zu folgen.
Und ich kann nur hoffen, dass er mit der Veröffentlichung seines Namens und der Anschrift in den Medien keinen verhängnisvollen Fehler begangen hat und ihn nun bundesweit Besitzerinnen von befruchteten Eizellen (bislang sind keine männlichen Besitzer bekannt) als Spender des einen Spermiums (bislang sind keine weiblichen Spender bekannt) identifizieren.

Das wäre dann doch wirklich (sau)dumm gelaufen.
Denn schließlich kommen auf den Besitzer eines erfolgreichen Spermiums im Laufe der Jahre leicht Kosten von mehreren hunderttausend Euro zu.
Natürlich pro Spermium und Eizelle!
Das kann sich locker bis zum finanziellen Ruin der eigenen Existenz zusammenläppern.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. Februar 2005 um 05:45:18 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Vaterschaftstest

10. Februar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Die laut angestellten „Überlegungen“ von Frau Justizministerin Zypries, die Durchführung von „heimlichen Vaterschaftstest“ zu verbieten und mit strafrechtlichen Konsequenzen zu belegen, soll sich ja „nicht speziell gegen Männer“ richten.
Nun ist mir persönlich seit meinen ersten frühpubertärer Erfahrungen bis heute nicht klar gewesen, dass an der Zeugung eines Kindes außer Frau und Mann noch andere Personen beteiligt sein könnten. Es entzieht sich natürlich(!) meiner Kenntnis, wie die Frau Justizministerin den Zeugungsakt erlebt (vorausgesetzt, dass sie schon mal an einem teilgenommen hat) und welche Personen (an was anderes mag ich in diesem Zusammenhang gar nicht denken) dabei die Hände, bzw. andere Körperteile und/oder Gerätschaften im Spiel hatten.
Auch ist mir kein Fall bekannt, bei dem mehrere Frauen gemeinsam „ein“ Kind empfangen oder gar in einer Art kollektivem Geburtsvorgang geboren hätten oder bei der Geburt „ihres leiblichen“ Kindes nicht persönlich anwesend waren.

Sehr wohl aber kann sich mein von niedrigen Instinkten dominierter männlicher Geist, sofern die Nutzung eines solchen noch nicht unter strafrechtliche Konsequenzen gestellt wurde, durchaus vorstellen, dass mehrere Männer an einem (natürlich ungewollten) Zeugungsakt beteiligt sein könnten. Ob parallel oder seriell spielt bei der weiteren Betrachtungsweise der folgenden Problematik keine wesentliche Rolle mehr, denn die Natur hat es in ihrer unerschöpflichen Weisheit so eingerichtet, dass nur eines der rund 300 Millionen Spermien die Chance hat, sich den Weg zur weiblichen Eizelle (angelockt von dem maiglöckchenähnlichen Duft, den die Eizelle ausstößt) als ERSTER zu erschnüffeln.
Nach Erkenntnissen der Schulmedizin kann man daher davon ausgehen, dass sich eine weibliche Eizelle (im Gegensatz zu ihrer Besitzerin) nur von einem einzigen (männlichen) Spermium befruchten lässt.
Mehr zu diesem hochinteressanten und wohl wichtigsten Thema der Menschheit kann jeder Mensch (Frau und Mann) bei Wikipedia nachlesen. Auch Ministerinnen steht diese Quelle der Informationsgewinnung und Bewusstseinserweiterung selbstverständlich offen.

Sie werden es nun vielleicht nicht glauben wollen, dass es jetzt ein Verfahren gibt, durch das mit fast 100%iger Sicherheit (99,9%?) auch noch nach Jahren festgestellt werden kann, wer dieses eine Spermium zur erfolgreichen Befruchtung einer Eizelle beigesteuert hat.
Und genau das will die Frau Justizministerin Brigitte Zypries jetzt unter Strafe stellen lassen, wenn die Besitzerin der Eizelle nicht vorher um Erlaubnis gefragt wurde und ihr Einverständnis erklärt hat. Die Begründung dazu muss man wirklich mehr als einmal lesen:
Weil die Persönlichkeitsrechte der befruchteten Eizelle sonst verletzt werden könnten!

Also ich war auch mal eine befruchtete Eizelle und vermute stark, dass auch die Ministerin Zypries in ihren frühen Anfängen ebenfalls nichts anderes war.
Ohne mir jetzt auf die zwischenzeitlich gewachsenen Schultern klopfen zu wollen, kann ich von mir durchaus behaupten, dass ich mich seitdem sowohl körperlich als auch geistig äußerst positiv weiterentwickelt habe.
Ich kann mir sogar an den Kopf fassen, wenn ich solche „Überlegungen“ von Ministerinnen in der Zeitung lese, auch wenn mir dabei erst mal der Hormonspiegel ansteigt.
Ähnlich ging es wohl meinem Geschlechtsgenossen Thorsten Overbeck aus Weyhe in Niedersachsen (Hallo Thorsten!), der sich in einer Leserzuschrift in der Zeitschrift „Der Spiegel“ wie folgt äußerte: «Es wäre doch nett, per heimlichem Vaterschaftstest prüfen zu können, ob das Kind, welches ich oft nicht sehen darf, weil Mama es nicht will, für welches ich kein gemeinsames Sorgerecht bekomme, weil es Mama nicht will, für dessen Mama ich aber Unterhalt zahlen muss, weil Mama nicht arbeiten will, überhaupt von mir ist, gerade weil Mama auch diesen Test nicht will. Liebe Frau Zypries, als Mann in Deutschland kann ich nur sagen: Kinder und Familie? Nein danke!»

Jetzt kann ich den lieben Thorsten ja durchaus verstehen, dass sich seine Spermien unter diesen Bedingungen wohl weigern werden dem verlockenden Maiglöckchenduft zu folgen.
Und ich kann nur hoffen, dass er mit der Veröffentlichung seines Namens und der Anschrift in den Medien keinen verhängnisvollen Fehler begangen hat und ihn nun bundesweit Besitzerinnen von befruchteten Eizellen (bislang sind keine männlichen Besitzer bekannt) als Spender des einen Spermiums (bislang sind keine weiblichen Spender bekannt) identifizieren.

Das wäre dann doch wirklich (sau)dumm gelaufen.
Denn schließlich kommen auf den Besitzer eines erfolgreichen Spermiums im Laufe der Jahre leicht Kosten von mehreren hunderttausend Euro zu.
Natürlich pro Spermium und Eizelle!
Das kann sich locker bis zum finanziellen Ruin der eigenen Existenz zusammenläppern.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 10. Februar 2005 um 05:45:18 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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