Richtungsweisend

5. Juli 2006 05:45

Richtungsweisende Äußerungen von Politikern erkennt der gemeine Bürger meist erst im Nachhinein.
Können Sie sich noch daran erinnern, als Erich Mielke mit weinerlicher Stimme seine Liebe zu den Menschen in der DDR bekannte?
Ich liebe doch alle … Menschen“, schluchzte er 1989 im Osten in die Mikrofone und ich im Westen habe mir vor Lachen fast in die Hosen gepullert.
Damals war mir allerdings nicht klar und der Erich hat es sicher auch nicht gewusst, dass das einer seiner letzten Rede sein würde und ihm noch eine Verurteilung wegen zweifachen Polizistenmordes ins Haus stand.

Ähnlich tiefschürfende Erkenntnisse vom Volk scheinen nun auch westdeutsche Politiker zu plagen, denn der Politiker und Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und ehemalige Minister der Verteidigung, Peter Struck äußerte sich zum Missbrauch von Sozialleistungen bei Hartz IV: „Es war zu optimistisch anzunehmen, dass Menschen das System nur in Anspruch nehmen, wenn sie es wirklich brauchen. Wir müssen deutlich machen, dass das ausgezahlte Geld Steuerzahlergeld ist, Cent um Cent hart erarbeitet.“

Auch diese Äußerung löste in meinem Organismus eine spontane körperliche Reaktion aus, handelt es sich doch um eine Erkenntnis, die jedem Steuerzahler schmerzlich bekannt ist, für die aber in Politikerköpfen (ich konnte hier aus innerer Überzeugung nicht von Hirn sprechen) kein Platz ist.
Die körperliche Reaktion kam diesmal nicht von der Blase, sondern von der die Galle.
Und komischerweise konnte ich über Struck auch nicht (mehr) lachen, obwohl er mich mit seinen Phrasen immer mehr an den altersenilen und etwas weltfremd wirkenden Mielke erinnert.

Das schlagartige Ansteigen der Gallensäfte lag sicher auch daran, dass es jetzt kein trennendes, Sicherheit suggerierendes West und Ost mehr gibt und auch der Schutz der Mauer gegen die Feinde von Drüben fehlt.
Es lag auch zu einem guten Teil an dem oft zitierten Nord-Südgefälle, das für die Verschiebungen in unserer Gesellschaft verantwortlich sein soll, denn während die Einen abrutschen läuft bei Anderen die Scheiße bergauf.
Hauptursächliche Schuld an der medizinisch erklärbaren, aber noch nicht gesundheitsbedrohenden Reaktion haben wohl die Verwerfungen zwischen Oben und Unten und die Feinde im Innern, die mir sakrisch gallig und sauer aufstoßen.

Ich finde, wir Bürger dieses Landes sollten baldmöglichst wählen gehen.
Aber nicht mehr mit einem Kreuz auf einem Stück Papier, sondern mit einem Prügel, den man den Verantwortlichen ins Kreuz hauen kann, damit die Blockade des Verstandes zu den Ärschen aufgehoben wird.

Wir nähern uns nun im Schweinsgalopp der dritten Eskalationsstufe zwischen Volk und Politikern und dem Beginn einer neuen Zeitrechnung:
Die ursprüngliche Achtung befindet sich seit zwei Jahrzehnten im stetigen Sinkflug und nachdem nun die unterste Stufe der Verachtung erreicht wurde, treten wir -wie eine Raumkapsel beim Eintritt in die Erdatmosphäre- in die heiße Phase vor dem Aufschlag, die Ächtung ein.

Ab nun zählt nicht mehr Ost oder West, nicht mehr Nord oder Süd, sondern nur noch Oben und Unten und, das ist neu, DEAD or ALIVE.

Jay Jay One, alias Bruno Braunbär war nur der Anfang!
Die Saison ist eröffnet!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 5. Juli 2006 um 05:45:02 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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5. Juli 2006 05:45

Richtungsweisende Äußerungen von Politikern erkennt der gemeine Bürger meist erst im Nachhinein.
Können Sie sich noch daran erinnern, als Erich Mielke mit weinerlicher Stimme seine Liebe zu den Menschen in der DDR bekannte?
Ich liebe doch alle … Menschen“, schluchzte er 1989 im Osten in die Mikrofone und ich im Westen habe mir vor Lachen fast in die Hosen gepullert.
Damals war mir allerdings nicht klar und der Erich hat es sicher auch nicht gewusst, dass das einer seiner letzten Rede sein würde und ihm noch eine Verurteilung wegen zweifachen Polizistenmordes ins Haus stand.

Ähnlich tiefschürfende Erkenntnisse vom Volk scheinen nun auch westdeutsche Politiker zu plagen, denn der Politiker und Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und ehemalige Minister der Verteidigung, Peter Struck äußerte sich zum Missbrauch von Sozialleistungen bei Hartz IV: „Es war zu optimistisch anzunehmen, dass Menschen das System nur in Anspruch nehmen, wenn sie es wirklich brauchen. Wir müssen deutlich machen, dass das ausgezahlte Geld Steuerzahlergeld ist, Cent um Cent hart erarbeitet.“

Auch diese Äußerung löste in meinem Organismus eine spontane körperliche Reaktion aus, handelt es sich doch um eine Erkenntnis, die jedem Steuerzahler schmerzlich bekannt ist, für die aber in Politikerköpfen (ich konnte hier aus innerer Überzeugung nicht von Hirn sprechen) kein Platz ist.
Die körperliche Reaktion kam diesmal nicht von der Blase, sondern von der die Galle.
Und komischerweise konnte ich über Struck auch nicht (mehr) lachen, obwohl er mich mit seinen Phrasen immer mehr an den altersenilen und etwas weltfremd wirkenden Mielke erinnert.

Das schlagartige Ansteigen der Gallensäfte lag sicher auch daran, dass es jetzt kein trennendes, Sicherheit suggerierendes West und Ost mehr gibt und auch der Schutz der Mauer gegen die Feinde von Drüben fehlt.
Es lag auch zu einem guten Teil an dem oft zitierten Nord-Südgefälle, das für die Verschiebungen in unserer Gesellschaft verantwortlich sein soll, denn während die Einen abrutschen läuft bei Anderen die Scheiße bergauf.
Hauptursächliche Schuld an der medizinisch erklärbaren, aber noch nicht gesundheitsbedrohenden Reaktion haben wohl die Verwerfungen zwischen Oben und Unten und die Feinde im Innern, die mir sakrisch gallig und sauer aufstoßen.

Ich finde, wir Bürger dieses Landes sollten baldmöglichst wählen gehen.
Aber nicht mehr mit einem Kreuz auf einem Stück Papier, sondern mit einem Prügel, den man den Verantwortlichen ins Kreuz hauen kann, damit die Blockade des Verstandes zu den Ärschen aufgehoben wird.

Wir nähern uns nun im Schweinsgalopp der dritten Eskalationsstufe zwischen Volk und Politikern und dem Beginn einer neuen Zeitrechnung:
Die ursprüngliche Achtung befindet sich seit zwei Jahrzehnten im stetigen Sinkflug und nachdem nun die unterste Stufe der Verachtung erreicht wurde, treten wir -wie eine Raumkapsel beim Eintritt in die Erdatmosphäre- in die heiße Phase vor dem Aufschlag, die Ächtung ein.

Ab nun zählt nicht mehr Ost oder West, nicht mehr Nord oder Süd, sondern nur noch Oben und Unten und, das ist neu, DEAD or ALIVE.

Jay Jay One, alias Bruno Braunbär war nur der Anfang!
Die Saison ist eröffnet!

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