Sicherheitsabstand

21. Januar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

«Wegen der steigenden Zahl von Unfällen mit Kleintransportern plant die Bundesregierung, Drängler härter zu bestrafen. Wie die «Saarbrücker Zeitung» berichtet, plant das Verkehrsministerium eine Anhebung der Geldbuße von 150 auf 250 Euro bei grob verkehrswidrigen Verstößen. Auslöser für die Verschärfung sind nach Informationen des Blattes steigende Unfallzahlen bei Kleintransportern. Diese stark motorisierten und oftmals schwer beladenen Fahrzeuge würden in der Regel den erforderlichen Mindestabstand erheblich unterschreiten.» meldet die Netzeitung.

Das ist wieder mal typisch deutsche Bürokratie.
Statt die Kleintransporter endlich als Lastwagen und Busse einzustufen und ihre Geschwindigkeit (technisch) zu begrenzen, wird an eine härtere Bestrafung mit höheren Geldstrafen gedacht.
«Ab einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde sollen künftig je nach Abstand zum nächsten Fahrzeug Bußgelder zwischen 60 und 250 Euro drohen. Ein Fahrverbot würde dann schon verhängt, wenn Drängler einen Sicherheitsabstand von 24 Metern unterschreiten. Bislang muss der Führerschein erst abgegeben werden, wenn man weniger als 16 Meter Sicherheitsabstand einhält.»

Wem das nützt ist ja wohl klar!
Auf jeden Fall nicht dem Verkehr und auch nicht der Verkehrssicherheit. Das Problem der Kleinlastraser und Drängler ist doch ein ganz anderes.
Diese Fahrzeuge sind konstruktionsbedingt rollende Bomben und in Verbindung mit einem gewissen Fahrertyp müsste man dafür im Besitz eines Waffenscheins sein um das Ding bewegen zu dürfen.
Die jetzt geplante „Verschärfung“ der Geldbuße trifft aber alle Autofahrer unabhängig vom Fahrzeugtyp. Damit ist das keine verkehrstechnische Maßnahme, sondern schlichtweg eine Anhebung der Bußgelder um noch mehr Kasse zu machen.
Denn jeder Autofahrer, der heute in Ballungsgebieten mit dem Fahrzeug auf Autobahnen unterwegs ist, wird automatisch zum Drängler, weil er den vom Gesetzgeber geforderten Mindestabstand gar nicht mehr einhalten kann, ohne zum rollenden Verkehrshindernis und Staugrund zu werden.

Ganz interessant sind für den vielfahrenden Bürger auch die Ursachen, warum es so häufig zu Auffahrunfällen kommt. Man(n) und Frau kann das bei www.fahrprofi.de nachlesen. (Achtung: vorher Parkplatz aufsuchen, Fahrzeug zum Stillstand bringen, Motor abstellen und Fahrzeug durch dazu geeignete Maßnahmen gegen Wegrollen sichern)
Allerdings habe ich dort die Erklärung für ein Phänomen nicht gefunden das Sie sicher auch kennen. Es geht um die Frage warum dort wo gerade noch genügend Sicherheitsabstand vor ihrem Fahrzeugkühler war, plötzlich ein Klein-Fahrzeug seine Bahn zieht, dessen Lenker sich offensichtlich mit einer anderen Art von Verkehr beschäftigt, als dem an dem er gerade teilnimmt. Sie können das meist leicht an seinem erigierten Finger erkennen, den er ihnen durch Heckscheibe, Seitenscheibe oder gar Schiebedach zeigt.

Verkehrspolitisch mitursächlich für das häufigere Zustandekommen von Auffahrunfällen soll ja nach Ansicht von Experten auch eine stetig wachsende Verkehrsdichte sein.
Das erscheint mir irgendwie logisch. Wenn man die Länge des bundesdeutschen Straßennetzes durch die Anzahl der in- und ausländischen Fahrzeuge auf deutschen Straße dividiert, erhält man die pro Fahrzeug durchschnittlich zur Verfügung stehende Fahrbahnlänge. Demnach dürfte ein für den Straßenverkehr in der BRddr zugelassenes Fahrzeug vermutlich nicht länger als 3,20 Meter sein – inklusive Sicherheitsabstand natürlich. Wenn wir das zurückrechnen auf die damit straffrei zu fahrende Geschwindigkeit (siehe Verschärfung des Strafmaßes weiter oben), dann gehen sie schneller zu Fuß.
Obwohl, jetzt habe ich bei meiner Berechnung nicht berücksichtigt, dass bei Unterschreitung des Sicherheitsabstandes ein (mehrmonatiges) Fahrverbot droht. Damit würde ja die Zahl der Verkehrsteilnehmer zumindest vorübergehend sinken und sich das Platzangebot je Fahrzeug erhöhen. Damit wären natürlich auch wieder höhere Geschwindigkeiten möglich, ohne straffällig zu werden.
Vielleicht findet sich an irgendeiner Universität mal ein Prof, der mit seinen Schutzbefohlenen und mit Hilfe des Universitätscomputers anhand mathematischer Simulationsmodelle errechnet wie viele Führerscheine eingezogen werden müssen um den optimalen volkswirtschaftlichen Nutzen aus Umweltschonung, Spritverbrauch, Bußgeldoptimierung und den Einnahmen aus den Idiotentests zu erreichen.
Vielleicht können wir dann auf den Autobahnen mit der Geschwindigkeit eines unmotorisierten Tretrollers rollern, bis …
… bis die Einnahmen aus der LKW-Maut den zügigen weiteren Ausbau des bundesdeutschen Straßennetzes erlauben.
Schneller würde das natürlich gehen, wenn wir die PKW auch mautpflichtig machen und das Besitzen und/oder Bewegen eines Fahrzeugs generell bußgeldpflichtig wird!

Als Zwischenlösung könnte man die aus dem unmotorisierten Zweiradbereich bewährten Abstandshalter auch für motorisierte Fahrzeuge zur Pflicht machen.
Diesmal aber in Fahrtrichtung, oberhalb der Windschutzscheibe angebracht. Vielleicht sogar elektronisch und sattelitengestützt dynamisch an die Geschwindigkeit des Fahrzeugs anpassbar. Die Mautbrücken könnten dabei zur Datenübertragung benutzt werden, vorerst durch einen einfachen mechanischen Versteller oder Fanghaken, der unter der Mautbrücke montiert wird und bis auf die durchschnittliche Höhe eines normal beladenen Pkw ohne Dachaufbau herunterreicht.
Das Problem der rasenden Kleinlastwagen wäre damit auch gelöst.
Spätestens an der ersten Mautbrücke.

Für diese innovative Idee könnte ich mich jetzt richtig begeistern.
Ich glaub ich schreib das mal dem Bundesgerd, der fährt auf solche Innovationen total ab.
Oder ich wende mich an die Frau Bundesforschungsministerin Bulmahn, wenn sie von ihrem Tsumanivortrag aus Asien wieder zurück ist.
Vielleicht könnte man für die Tsunamis auch diese Abstandshalter verwenden – damit die Wellen nicht so nah ans Ufer kommen.
Natürlich müssten dazu noch Tests durchgeführt werden.
Mangels eigener Tsunamis in Nord- und Ostsee könnte man zum Beispiel erst mal Teile von Holland fluten.
Ich stecke heute mal wieder voller Ideen, die ich jetzt aber dringend auf natürliche Art und Weise der örtlichen Kanalisation übergeben muss.

Man liest sich.
Schönen Tach noch!
Und immer auf Abstand achten. Nicht nur zum Vordermann, sondern auch zum anderen Geschlecht.
Nicht dass Sie mir noch zum Gähntest müssen!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. Januar 2005 um 05:45:35 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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21. Januar 2005 05:45

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«Wegen der steigenden Zahl von Unfällen mit Kleintransportern plant die Bundesregierung, Drängler härter zu bestrafen. Wie die «Saarbrücker Zeitung» berichtet, plant das Verkehrsministerium eine Anhebung der Geldbuße von 150 auf 250 Euro bei grob verkehrswidrigen Verstößen. Auslöser für die Verschärfung sind nach Informationen des Blattes steigende Unfallzahlen bei Kleintransportern. Diese stark motorisierten und oftmals schwer beladenen Fahrzeuge würden in der Regel den erforderlichen Mindestabstand erheblich unterschreiten.» meldet die Netzeitung.

Das ist wieder mal typisch deutsche Bürokratie.
Statt die Kleintransporter endlich als Lastwagen und Busse einzustufen und ihre Geschwindigkeit (technisch) zu begrenzen, wird an eine härtere Bestrafung mit höheren Geldstrafen gedacht.
«Ab einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde sollen künftig je nach Abstand zum nächsten Fahrzeug Bußgelder zwischen 60 und 250 Euro drohen. Ein Fahrverbot würde dann schon verhängt, wenn Drängler einen Sicherheitsabstand von 24 Metern unterschreiten. Bislang muss der Führerschein erst abgegeben werden, wenn man weniger als 16 Meter Sicherheitsabstand einhält.»

Wem das nützt ist ja wohl klar!
Auf jeden Fall nicht dem Verkehr und auch nicht der Verkehrssicherheit. Das Problem der Kleinlastraser und Drängler ist doch ein ganz anderes.
Diese Fahrzeuge sind konstruktionsbedingt rollende Bomben und in Verbindung mit einem gewissen Fahrertyp müsste man dafür im Besitz eines Waffenscheins sein um das Ding bewegen zu dürfen.
Die jetzt geplante „Verschärfung“ der Geldbuße trifft aber alle Autofahrer unabhängig vom Fahrzeugtyp. Damit ist das keine verkehrstechnische Maßnahme, sondern schlichtweg eine Anhebung der Bußgelder um noch mehr Kasse zu machen.
Denn jeder Autofahrer, der heute in Ballungsgebieten mit dem Fahrzeug auf Autobahnen unterwegs ist, wird automatisch zum Drängler, weil er den vom Gesetzgeber geforderten Mindestabstand gar nicht mehr einhalten kann, ohne zum rollenden Verkehrshindernis und Staugrund zu werden.

Ganz interessant sind für den vielfahrenden Bürger auch die Ursachen, warum es so häufig zu Auffahrunfällen kommt. Man(n) und Frau kann das bei www.fahrprofi.de nachlesen. (Achtung: vorher Parkplatz aufsuchen, Fahrzeug zum Stillstand bringen, Motor abstellen und Fahrzeug durch dazu geeignete Maßnahmen gegen Wegrollen sichern)
Allerdings habe ich dort die Erklärung für ein Phänomen nicht gefunden das Sie sicher auch kennen. Es geht um die Frage warum dort wo gerade noch genügend Sicherheitsabstand vor ihrem Fahrzeugkühler war, plötzlich ein Klein-Fahrzeug seine Bahn zieht, dessen Lenker sich offensichtlich mit einer anderen Art von Verkehr beschäftigt, als dem an dem er gerade teilnimmt. Sie können das meist leicht an seinem erigierten Finger erkennen, den er ihnen durch Heckscheibe, Seitenscheibe oder gar Schiebedach zeigt.

Verkehrspolitisch mitursächlich für das häufigere Zustandekommen von Auffahrunfällen soll ja nach Ansicht von Experten auch eine stetig wachsende Verkehrsdichte sein.
Das erscheint mir irgendwie logisch. Wenn man die Länge des bundesdeutschen Straßennetzes durch die Anzahl der in- und ausländischen Fahrzeuge auf deutschen Straße dividiert, erhält man die pro Fahrzeug durchschnittlich zur Verfügung stehende Fahrbahnlänge. Demnach dürfte ein für den Straßenverkehr in der BRddr zugelassenes Fahrzeug vermutlich nicht länger als 3,20 Meter sein – inklusive Sicherheitsabstand natürlich. Wenn wir das zurückrechnen auf die damit straffrei zu fahrende Geschwindigkeit (siehe Verschärfung des Strafmaßes weiter oben), dann gehen sie schneller zu Fuß.
Obwohl, jetzt habe ich bei meiner Berechnung nicht berücksichtigt, dass bei Unterschreitung des Sicherheitsabstandes ein (mehrmonatiges) Fahrverbot droht. Damit würde ja die Zahl der Verkehrsteilnehmer zumindest vorübergehend sinken und sich das Platzangebot je Fahrzeug erhöhen. Damit wären natürlich auch wieder höhere Geschwindigkeiten möglich, ohne straffällig zu werden.
Vielleicht findet sich an irgendeiner Universität mal ein Prof, der mit seinen Schutzbefohlenen und mit Hilfe des Universitätscomputers anhand mathematischer Simulationsmodelle errechnet wie viele Führerscheine eingezogen werden müssen um den optimalen volkswirtschaftlichen Nutzen aus Umweltschonung, Spritverbrauch, Bußgeldoptimierung und den Einnahmen aus den Idiotentests zu erreichen.
Vielleicht können wir dann auf den Autobahnen mit der Geschwindigkeit eines unmotorisierten Tretrollers rollern, bis …
… bis die Einnahmen aus der LKW-Maut den zügigen weiteren Ausbau des bundesdeutschen Straßennetzes erlauben.
Schneller würde das natürlich gehen, wenn wir die PKW auch mautpflichtig machen und das Besitzen und/oder Bewegen eines Fahrzeugs generell bußgeldpflichtig wird!

Als Zwischenlösung könnte man die aus dem unmotorisierten Zweiradbereich bewährten Abstandshalter auch für motorisierte Fahrzeuge zur Pflicht machen.
Diesmal aber in Fahrtrichtung, oberhalb der Windschutzscheibe angebracht. Vielleicht sogar elektronisch und sattelitengestützt dynamisch an die Geschwindigkeit des Fahrzeugs anpassbar. Die Mautbrücken könnten dabei zur Datenübertragung benutzt werden, vorerst durch einen einfachen mechanischen Versteller oder Fanghaken, der unter der Mautbrücke montiert wird und bis auf die durchschnittliche Höhe eines normal beladenen Pkw ohne Dachaufbau herunterreicht.
Das Problem der rasenden Kleinlastwagen wäre damit auch gelöst.
Spätestens an der ersten Mautbrücke.

Für diese innovative Idee könnte ich mich jetzt richtig begeistern.
Ich glaub ich schreib das mal dem Bundesgerd, der fährt auf solche Innovationen total ab.
Oder ich wende mich an die Frau Bundesforschungsministerin Bulmahn, wenn sie von ihrem Tsumanivortrag aus Asien wieder zurück ist.
Vielleicht könnte man für die Tsunamis auch diese Abstandshalter verwenden – damit die Wellen nicht so nah ans Ufer kommen.
Natürlich müssten dazu noch Tests durchgeführt werden.
Mangels eigener Tsunamis in Nord- und Ostsee könnte man zum Beispiel erst mal Teile von Holland fluten.
Ich stecke heute mal wieder voller Ideen, die ich jetzt aber dringend auf natürliche Art und Weise der örtlichen Kanalisation übergeben muss.

Man liest sich.
Schönen Tach noch!
Und immer auf Abstand achten. Nicht nur zum Vordermann, sondern auch zum anderen Geschlecht.
Nicht dass Sie mir noch zum Gähntest müssen!

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 21. Januar 2005 um 05:45:35 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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