Moshammer

18. Januar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Rudolph Moshammer ist tot.
Das ist eine Tatsache, die ich -da ich den Verstorbenen nicht kannte und ihm auch Zeit seines Lebens keine Beachtung schenkte- nun angesichts seines Todes nicht kommentieren muss
Auch die Umstände seines Todes, die Bedeutung seines Lebens für die Gesellschaft und die Kommentare über seine Neigungen überlasse ich gerne den Massenblättern der deutschen Medienlandschaft. Sie werden mit der Person Moshammer und ihrem Leben noch lange die Seiten ihrer Blätter füllen und Geld damit verdienen.

Geld verdient wird mit Moshammer schon im Internet, wo bei EBAY die kuriosesten Dinge versteigert werden, von deren Existenz der Verstorbene bis zu seinem Tod sicher nicht die leiseste Ahnung hatte. Aber das sind wir in den schwierigen Zeiten unserer Republik ja gewohnt, dass Mogelpackungen und Replikate als Innovation und Original verkauft werden.
Selbst „Daisy Moshammer“ goes online!

Also wird sicher nicht überall wo Moshammer drauf steht, auch Moshammer drin sein.
Drin sein wird Moshammer aber demnächst in der Grabstätte der Moshammers auf dem Münchner Ostfriedhof. Der Spiegel meldet diese für unsere Bevölkerung unheimlich wichtige Information am 17. Januar des Jahres 2005 und reiht sich mit dem weiteren Wortlaut dieser Meldung artig auf dem Niveau gleich neben der BILD Zeitung und den anderen Blättern der Regenbogenpresse ein.

Nach Informationen der Münchner “Abendzeitung” wollen enge Freunde des Ermordeten die Beisetzung organisieren, da „Mosi“ mit seiner Verwandtschaft „gebrochen“ habe.
Die „BILD“-Zeitung berichtet, dass bei der Trauerfeier Moshammers Lieblingsmusik zu hören sein wird und üppiger Blumenschmuck in Moshammers Lieblingsfarbe Rosa zur Dekoration verwendet wird. Die Leiche des Modeschöpfers soll laut dem Blatt in den nächsten Tagen in der Pathologie einbalsamiert und dann offen aufgebahrt werden.
Tjaa, und „Daisy“ seine Lebensgefährtin wird sicher einen Kranz niederlegen!

«Gewaltsames Ende eines Lebens für die Öffentlichkeit» schreibt der Spiegel dazu und die Medien und Trittbrettfahrer werden den Rudolph Moshammer noch lange gewaltsam in der Öffentlichkeit halten. Wie einfach das geht, kann man an dem Artikel im Spiegel sehen, der zu einem Drittel (140 Worte) an Zusammengeklaubtem aus anderen Blättern besteht und zu mehr als zwei Dritteln (340 Worten) aus einem Bericht über die Schwulenszene in München besteht, wo es unter anderem heißt:
«Derweil befürchten homosexuelle Politiker, der Mord an Moshammer könne eine Schmutzkampagne um Münchens Schwulenszene auslösen»
Vielleicht haben diese homosexuellen Politiker Recht und es könnte neben der Bestechlichkeit und Vorteilsannahme im Amt auch noch das Schwulsein zur Gefährdung dieser Bevölkerungsgruppe führen. Ein Gedanke, der mir nun nicht unbedingt Kopfschmerzen bereitet.
Viel eher beunruhigt mich der Gedanke, dass ein rauschgiftsüchtiger und Nutten fickender Rechtsanwalt jetzt (wieder) eine eigene Fernsehshow erhalten hat um den Rest der Bevölkerung mit seinem hirnlosen Gesülze vom rechten Wege abzuhalten.
Auch die Tatsache, dass der Täter, der dem Modeschöpfer Moshammer ein vorzeitiges Ende bescherte, ein angeblich asylsuchender Ausländer ist, könnte noch einige Fragen zur Asyl- und Integrationspolitik aufwerfen. Aber diesem Thema möchte ich nicht vorgreifen, es wird sich sicher in den nächsten Monaten, angesichts der in 2006 anstehenden Bundestagswahl (fast) von selbst in die Medien drängen.

Armer Rudolph, kann ich nur sagen.
Es würde ihm sicher manches nicht gefallen, was jetzt Medien, Bekannte und „gute“ Freunde aus seinem Leben und seinem Sterben in die Schlagzeilen und unters Volk bringen werden.
Wir werden darauf warten können, bis der Streit ums Erbe beginnt und Verwandte und Bekannte, angebliche gute Freunde und ehemalige Geliebte und ihre Kinder mit Hilfe von Rechtsanwälten versuchen an Moshammer‘s Moos zu kommen.
Und vielleicht darf ich es auch noch erleben, dass „Daisy’s Memoiren – Mein Leben mit Rudolph“ erscheint, die Bestseller Listen stürmt und anschließend -vielleicht mit Bruno Ganz in der Hauptrolle- verfilmt wird.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Januar 2005 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Moshammer

18. Januar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Rudolph Moshammer ist tot.
Das ist eine Tatsache, die ich -da ich den Verstorbenen nicht kannte und ihm auch Zeit seines Lebens keine Beachtung schenkte- nun angesichts seines Todes nicht kommentieren muss
Auch die Umstände seines Todes, die Bedeutung seines Lebens für die Gesellschaft und die Kommentare über seine Neigungen überlasse ich gerne den Massenblättern der deutschen Medienlandschaft. Sie werden mit der Person Moshammer und ihrem Leben noch lange die Seiten ihrer Blätter füllen und Geld damit verdienen.

Geld verdient wird mit Moshammer schon im Internet, wo bei EBAY die kuriosesten Dinge versteigert werden, von deren Existenz der Verstorbene bis zu seinem Tod sicher nicht die leiseste Ahnung hatte. Aber das sind wir in den schwierigen Zeiten unserer Republik ja gewohnt, dass Mogelpackungen und Replikate als Innovation und Original verkauft werden.
Selbst „Daisy Moshammer“ goes online!

Also wird sicher nicht überall wo Moshammer drauf steht, auch Moshammer drin sein.
Drin sein wird Moshammer aber demnächst in der Grabstätte der Moshammers auf dem Münchner Ostfriedhof. Der Spiegel meldet diese für unsere Bevölkerung unheimlich wichtige Information am 17. Januar des Jahres 2005 und reiht sich mit dem weiteren Wortlaut dieser Meldung artig auf dem Niveau gleich neben der BILD Zeitung und den anderen Blättern der Regenbogenpresse ein.

Nach Informationen der Münchner “Abendzeitung” wollen enge Freunde des Ermordeten die Beisetzung organisieren, da „Mosi“ mit seiner Verwandtschaft „gebrochen“ habe.
Die „BILD“-Zeitung berichtet, dass bei der Trauerfeier Moshammers Lieblingsmusik zu hören sein wird und üppiger Blumenschmuck in Moshammers Lieblingsfarbe Rosa zur Dekoration verwendet wird. Die Leiche des Modeschöpfers soll laut dem Blatt in den nächsten Tagen in der Pathologie einbalsamiert und dann offen aufgebahrt werden.
Tjaa, und „Daisy“ seine Lebensgefährtin wird sicher einen Kranz niederlegen!

«Gewaltsames Ende eines Lebens für die Öffentlichkeit» schreibt der Spiegel dazu und die Medien und Trittbrettfahrer werden den Rudolph Moshammer noch lange gewaltsam in der Öffentlichkeit halten. Wie einfach das geht, kann man an dem Artikel im Spiegel sehen, der zu einem Drittel (140 Worte) an Zusammengeklaubtem aus anderen Blättern besteht und zu mehr als zwei Dritteln (340 Worten) aus einem Bericht über die Schwulenszene in München besteht, wo es unter anderem heißt:
«Derweil befürchten homosexuelle Politiker, der Mord an Moshammer könne eine Schmutzkampagne um Münchens Schwulenszene auslösen»
Vielleicht haben diese homosexuellen Politiker Recht und es könnte neben der Bestechlichkeit und Vorteilsannahme im Amt auch noch das Schwulsein zur Gefährdung dieser Bevölkerungsgruppe führen. Ein Gedanke, der mir nun nicht unbedingt Kopfschmerzen bereitet.
Viel eher beunruhigt mich der Gedanke, dass ein rauschgiftsüchtiger und Nutten fickender Rechtsanwalt jetzt (wieder) eine eigene Fernsehshow erhalten hat um den Rest der Bevölkerung mit seinem hirnlosen Gesülze vom rechten Wege abzuhalten.
Auch die Tatsache, dass der Täter, der dem Modeschöpfer Moshammer ein vorzeitiges Ende bescherte, ein angeblich asylsuchender Ausländer ist, könnte noch einige Fragen zur Asyl- und Integrationspolitik aufwerfen. Aber diesem Thema möchte ich nicht vorgreifen, es wird sich sicher in den nächsten Monaten, angesichts der in 2006 anstehenden Bundestagswahl (fast) von selbst in die Medien drängen.

Armer Rudolph, kann ich nur sagen.
Es würde ihm sicher manches nicht gefallen, was jetzt Medien, Bekannte und „gute“ Freunde aus seinem Leben und seinem Sterben in die Schlagzeilen und unters Volk bringen werden.
Wir werden darauf warten können, bis der Streit ums Erbe beginnt und Verwandte und Bekannte, angebliche gute Freunde und ehemalige Geliebte und ihre Kinder mit Hilfe von Rechtsanwälten versuchen an Moshammer‘s Moos zu kommen.
Und vielleicht darf ich es auch noch erleben, dass „Daisy’s Memoiren – Mein Leben mit Rudolph“ erscheint, die Bestseller Listen stürmt und anschließend -vielleicht mit Bruno Ganz in der Hauptrolle- verfilmt wird.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 18. Januar 2005 um 05:45:10 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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