Steine und Schotter

11. Januar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Kennen Sie den Unterschied zwischen Steinen und Schotter?
Nein?
Dann müssen Sie unbedingt mal die Bundestagsabgeordnete der Grünen und Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags, Frau Christine Scheel fragen, denn die kennt den Unterschied ganz genau.
Das kann man bei ngo-Online lesen.
Denn für das Zählen der Steine auf die man bauen können soll, bekommt Frau Scheel Schotter.
Nicht übermäßig viel, nur etwa das Monatseinkommen eines ALG II Empfängers. Dafür muss sie aber auch nicht den ganzen Monat malochen.
Frau Scheel musste sich nach eigener Aussage nur „dazu verpflichten, in den sitzungsfreien Wochen mehrere Mal im Jahr in Schwäbisch Hall die Abwicklung der Bausparverträge zu prüfen“.
Dafür gibt es dann ganzjährig monatlich 563 Euro Schotter vom Bausparfuchs aufs eigene Konto.

Außerdem ist Frau Scheel auch noch „Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Mitglied der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Mitglied im Beirat des Fördervereins ökologische Steuerreform und Kuratoriumsmitglied der Evangelischen Akademie Tutzing.“
Daneben ist sie auch noch Ehefrau, Mutter zweier Kinder und „um sich ihre Bodenständigkeit zu bewahren, verbringt sie so viel Zeit wie möglich bei ihrer Familie und im Garten.“
Über ihre Tätigkeit bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall heißt es auf ihrer Homepage sie wäre „Vertrauensfrau der Bausparer/innen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG“.
Dass es dafür eine „Aufwandsentschädigung“ gibt dort wird aber nicht erwähnt.

Vielleicht deshalb, jetzt vermute ich das mal als eine Art böswilliger Unterstellung, weil es eventuell gar keinen Aufwand gibt. Sicher aber keinen, der einem monatlichen Aufwand von 563 Euro (jährlich 6.756 Euro) entsprechen würde. Die knapp 200 Km Anfahrt vom Wohnort Aschaffenburg bis Schwäbisch Hall per Bahn oder PKW, oder eine entsprechende Pauschale nach dem Deutschen Reisekostenrecht können es ja wohl nicht sein.
Und eine entsprechende fachliche Qualifikation zur Abwicklungsprüfung von Bausparverträgen kann ich bei der Frau Christine Scheel mit einem Magisterabschluss in Pädagogik, Soziologie und Psychologie spontan auch nicht gerade erkennen.

Auch bleibt mir, trotz längerem Nachdenken, verborgen wie man damit seit 1994 Finanzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und seit 1998 Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags werden kann und sich außerdem noch als Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie als Mitglied im Beirat des Fördervereins ökologische Steuerreform qualifiziert.
Denn als Betriebswirt hab ich vor vielen, vielen Jahren mal gelernt, dass der Bereich Finanzen viel mit Geld und nur wenig mit Pädagogik, Soziologie und Psychologie zu tun hat.
Außer es geht darum, psychologisch geschickt an das Geld anderer Leute zu kommen.
Wenn das so ist, dann würde ja auch die Sache mit den Bausparverträgen wieder Sinn machen.
Dann wäre es aber besser bei solchen Zweckverbindungen zwischen Politik und Wirtschaft nicht mit roten Backsteinen zu mauern, sondern wie (jetzt am 7.1.2004) von der Bundesvorsitzenden der Grünen Claudia Roth gefordert „Transparenz ohne Wenn und Aber” zu schaffen.

Und dann könnte man ja auch wieder am „eigenen Häusle“ bauen, ohne scheel angesehen zu werden.
Gell!

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 11. Januar 2005 um 05:45:47 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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11. Januar 2005 05:45

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Dann müssen Sie unbedingt mal die Bundestagsabgeordnete der Grünen und Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags, Frau Christine Scheel fragen, denn die kennt den Unterschied ganz genau.
Das kann man bei ngo-Online lesen.
Denn für das Zählen der Steine auf die man bauen können soll, bekommt Frau Scheel Schotter.
Nicht übermäßig viel, nur etwa das Monatseinkommen eines ALG II Empfängers. Dafür muss sie aber auch nicht den ganzen Monat malochen.
Frau Scheel musste sich nach eigener Aussage nur „dazu verpflichten, in den sitzungsfreien Wochen mehrere Mal im Jahr in Schwäbisch Hall die Abwicklung der Bausparverträge zu prüfen“.
Dafür gibt es dann ganzjährig monatlich 563 Euro Schotter vom Bausparfuchs aufs eigene Konto.

Außerdem ist Frau Scheel auch noch „Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Mitglied der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Mitglied im Beirat des Fördervereins ökologische Steuerreform und Kuratoriumsmitglied der Evangelischen Akademie Tutzing.“
Daneben ist sie auch noch Ehefrau, Mutter zweier Kinder und „um sich ihre Bodenständigkeit zu bewahren, verbringt sie so viel Zeit wie möglich bei ihrer Familie und im Garten.“
Über ihre Tätigkeit bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall heißt es auf ihrer Homepage sie wäre „Vertrauensfrau der Bausparer/innen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG“.
Dass es dafür eine „Aufwandsentschädigung“ gibt dort wird aber nicht erwähnt.

Vielleicht deshalb, jetzt vermute ich das mal als eine Art böswilliger Unterstellung, weil es eventuell gar keinen Aufwand gibt. Sicher aber keinen, der einem monatlichen Aufwand von 563 Euro (jährlich 6.756 Euro) entsprechen würde. Die knapp 200 Km Anfahrt vom Wohnort Aschaffenburg bis Schwäbisch Hall per Bahn oder PKW, oder eine entsprechende Pauschale nach dem Deutschen Reisekostenrecht können es ja wohl nicht sein.
Und eine entsprechende fachliche Qualifikation zur Abwicklungsprüfung von Bausparverträgen kann ich bei der Frau Christine Scheel mit einem Magisterabschluss in Pädagogik, Soziologie und Psychologie spontan auch nicht gerade erkennen.

Auch bleibt mir, trotz längerem Nachdenken, verborgen wie man damit seit 1994 Finanzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und seit 1998 Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags werden kann und sich außerdem noch als Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie als Mitglied im Beirat des Fördervereins ökologische Steuerreform qualifiziert.
Denn als Betriebswirt hab ich vor vielen, vielen Jahren mal gelernt, dass der Bereich Finanzen viel mit Geld und nur wenig mit Pädagogik, Soziologie und Psychologie zu tun hat.
Außer es geht darum, psychologisch geschickt an das Geld anderer Leute zu kommen.
Wenn das so ist, dann würde ja auch die Sache mit den Bausparverträgen wieder Sinn machen.
Dann wäre es aber besser bei solchen Zweckverbindungen zwischen Politik und Wirtschaft nicht mit roten Backsteinen zu mauern, sondern wie (jetzt am 7.1.2004) von der Bundesvorsitzenden der Grünen Claudia Roth gefordert „Transparenz ohne Wenn und Aber” zu schaffen.

Und dann könnte man ja auch wieder am „eigenen Häusle“ bauen, ohne scheel angesehen zu werden.
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