Bekleidungsvorschrift

3. Januar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Wenn man der rbi-aktuell Glauben schenken darf, dann … ja dann stehen wir kurz vor Einführung des uniformierten Arbeitsdienstes, denn die Ein-Euro-Jobber in Frankfurt am Main sollen eine „einheitliche Kleidung“ tragen. In einem Antrag, den die SPD-Stadtratsfraktion gestellt hat, heißt es wörtlich: „Mit einer einheitlichen Kleidung versehen, könnten, ähnlich dem früheren Präventionshelferprojekt, die Bezieher von ALG II zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernehmen und das Sicherheitsgefühl in Frankfurt stärken.“

Jetzt fällt mir als passende Kleidung für ALGII-Genießer natürlich sofort das Büßerhemd ein. Selbstverständlich ohne Taschen und im Schritt unten offen.
Auch ein Modell in Sack und Asche würde sicher standesgemäß wirken.

Wesentlich kostengünstiger als Dienstkleidung, die in verschiedenen Größen für Männlein und Weiblein beschafft und bevorratet werden müsste, scheint mir aber eine Stirnbinde nach japanischem Vorbild zu sein.

Auch eine Art Kastenzeichen auf der Stirn oder zwischen den Augen, nach dem die Inder ihre Bevölkerungsgruppen unterscheiden, wäre eine kostengünstige Alternative:

Ein Punkt auf der Stirn für einen ALG I Empfänger.
Zwei Punkte auf der Stirn für einen ALG II Empfänger.
Drei Punkte auf der Stirn für einen ALG II Empfänger mit 1 Euro Job.
Kein Punkt für Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft ohne eigenes Einkommen.
Einen Strich für besserverdienende Nocharbeitnehmer.
Einen Strichpunkt für normalverdienende Nocharbeitnehmer.
Einen Doppelpunkt (damit die Umstellung später nicht so schwer fällt) für geringverdienende Nocharbeitnehmer.

Die Verwendung von Leuchtfarbe würde dazu noch die nächtliche Ortung durch die Ordnungsbehörden erleichtern:

Außerdem würde ich noch das öffentliche Tragen von Parteiabzeichen oder Parteibüchern am Revers oder am Bande begrüßen und diesen Personen vor der Hatz

  • Hatz I, normales Spießrutenlaufen
  • Hatz II, unkoordinierte Hetzjagd
  • Hatz III, gezielte Treibjagd
  • Hatz IV, organisiertes Kesseltreiben

durch die Straßen dieser Republik, einen nach dem Verursacherprinzip gestaffelten Vorsprung in Metern vor den Hartz I bis Hartz IV Betroffenen einräumen

Auch für Vertreter der Gewerkschaften bietet sich eine separate Kennzeichnung an, damit sie nicht mit Managern aus der Wirtschaft verwechselt werden können. Ein leichtes Brett vor dem Kopf in Verbindung mit einer rosaroten Brille müsste eigentlich genügen.

Für Wirtschaftsmanager, Vorstände, Aufsichtsräte und Kapitalanleger könnte man auf eine Kennzeichnung verzichten und auf die vorhandene Uniformierung mit Anzug und Krawatte zurückgreifen. Je feiner das Tuch und je seidiger der Binder, desto kapitaler der brunftig röhrende Hirsch.
Jetzt versuche ich mir gerade vorzustellen, wie zahlreiche Bezieher von ALG II das Sicherheitsgefühl in Frankfurt stärken, wenn sie in Ausübung ihres 1-Euro-Jobs auf der Suche nach Parteibuchträgern, Gewerkschaftsmitgliedern und Gutbetuchten durch die Straßen von Frankfurt streifen.
Was das mit Sicherheit zu tun hat wollen Sie wissen?
Na, man wird sicher in Sack und Asche, leerem Geldbeutel und Schuhen von Deichmann schneller laufen können, als mit Bimbeskoffer, dicker Brieftasche und Schuhen von Gucci.

Wollen wir wetten?

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 3. Januar 2005 um 05:45:27 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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3. Januar 2005 05:45

Mein lieber Freund!

Wenn man der rbi-aktuell Glauben schenken darf, dann … ja dann stehen wir kurz vor Einführung des uniformierten Arbeitsdienstes, denn die Ein-Euro-Jobber in Frankfurt am Main sollen eine „einheitliche Kleidung“ tragen. In einem Antrag, den die SPD-Stadtratsfraktion gestellt hat, heißt es wörtlich: „Mit einer einheitlichen Kleidung versehen, könnten, ähnlich dem früheren Präventionshelferprojekt, die Bezieher von ALG II zahlreiche zusätzliche Aufgaben übernehmen und das Sicherheitsgefühl in Frankfurt stärken.“

Jetzt fällt mir als passende Kleidung für ALGII-Genießer natürlich sofort das Büßerhemd ein. Selbstverständlich ohne Taschen und im Schritt unten offen.
Auch ein Modell in Sack und Asche würde sicher standesgemäß wirken.

Wesentlich kostengünstiger als Dienstkleidung, die in verschiedenen Größen für Männlein und Weiblein beschafft und bevorratet werden müsste, scheint mir aber eine Stirnbinde nach japanischem Vorbild zu sein.

Auch eine Art Kastenzeichen auf der Stirn oder zwischen den Augen, nach dem die Inder ihre Bevölkerungsgruppen unterscheiden, wäre eine kostengünstige Alternative:

Ein Punkt auf der Stirn für einen ALG I Empfänger.
Zwei Punkte auf der Stirn für einen ALG II Empfänger.
Drei Punkte auf der Stirn für einen ALG II Empfänger mit 1 Euro Job.
Kein Punkt für Angehörige einer Bedarfsgemeinschaft ohne eigenes Einkommen.
Einen Strich für besserverdienende Nocharbeitnehmer.
Einen Strichpunkt für normalverdienende Nocharbeitnehmer.
Einen Doppelpunkt (damit die Umstellung später nicht so schwer fällt) für geringverdienende Nocharbeitnehmer.

Die Verwendung von Leuchtfarbe würde dazu noch die nächtliche Ortung durch die Ordnungsbehörden erleichtern:

Außerdem würde ich noch das öffentliche Tragen von Parteiabzeichen oder Parteibüchern am Revers oder am Bande begrüßen und diesen Personen vor der Hatz

  • Hatz I, normales Spießrutenlaufen
  • Hatz II, unkoordinierte Hetzjagd
  • Hatz III, gezielte Treibjagd
  • Hatz IV, organisiertes Kesseltreiben

durch die Straßen dieser Republik, einen nach dem Verursacherprinzip gestaffelten Vorsprung in Metern vor den Hartz I bis Hartz IV Betroffenen einräumen

Auch für Vertreter der Gewerkschaften bietet sich eine separate Kennzeichnung an, damit sie nicht mit Managern aus der Wirtschaft verwechselt werden können. Ein leichtes Brett vor dem Kopf in Verbindung mit einer rosaroten Brille müsste eigentlich genügen.

Für Wirtschaftsmanager, Vorstände, Aufsichtsräte und Kapitalanleger könnte man auf eine Kennzeichnung verzichten und auf die vorhandene Uniformierung mit Anzug und Krawatte zurückgreifen. Je feiner das Tuch und je seidiger der Binder, desto kapitaler der brunftig röhrende Hirsch.
Jetzt versuche ich mir gerade vorzustellen, wie zahlreiche Bezieher von ALG II das Sicherheitsgefühl in Frankfurt stärken, wenn sie in Ausübung ihres 1-Euro-Jobs auf der Suche nach Parteibuchträgern, Gewerkschaftsmitgliedern und Gutbetuchten durch die Straßen von Frankfurt streifen.
Was das mit Sicherheit zu tun hat wollen Sie wissen?
Na, man wird sicher in Sack und Asche, leerem Geldbeutel und Schuhen von Deichmann schneller laufen können, als mit Bimbeskoffer, dicker Brieftasche und Schuhen von Gucci.

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