Insolvenzen 2004

30. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!

Na also, es geht doch!
Ein sattes Plus hat es gegeben, aber wie immer hat es im Land des Jammerns und Leidens kaum jemand zur Kenntnis genommen.
Rechtzeitig zum Jahresende hat das Statistische Bundesamt die Jubelmeldung veröffentlicht:

Wie sagt der Bundesgerd immer so schön „Wir leiden auf hohem Niveau“ und diesmal ist es uns gelungen dieses Niveau sogar in das sechste Regeierungsjahr von Rot-Grün zu retten.
Genügend Anlass für mich, mir die Zahlen des Statistischen Bundesamtes mal näher anzusehen:

«WIESBADEN – Für das Jahr 2004 erwartet das Statistische Bundesamt rund 39 000 Unternehmensinsolvenzen, 48 000 Verbraucherinsolvenzen und 30 000 Insolvenzen von anderen Schuldnern wie ehemals selbstständig Tätigen, Gesellschaftern größerer Unter­nehmen und Nachlässen. Damit läge die Zahl der Unternehmensinsolvenzen geringfügig unter dem Vorjahresniveau (39 320). Die Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um über 40% (2003: 33 609) und die der anderen Schuldner um rund 8% (2003: 27 794). Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen steht auch im Zusammenhang mit der Ende 2001 geschaffenen Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Der Anstieg ist deshalb nicht allein als Ausdruck einer aktuellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Verbraucher zu werten.»

Schön haben sie das formuliert, die Jungs vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Besonders der letzte Satz springt förmlich vom Auge ins Denkhirn und löst dort leichte Verwirrung aus. Also noch mal lesen:
«Die Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um über 40%. Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen steht auch im Zusammenhang mit der Ende 2001 geschaffenen Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Der Anstieg ist deshalb nicht allein als Ausdruck einer aktuellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Verbraucher zu werten.»

„Hääääääääähhhhhhh?“ Haben SIE das verstanden?
Also ich dachte immer, dass Insolvenz etwas mit Schulden und Zahlungsunfähigkeit zu tun hat. Also auf gut Deutsch, wenn jemand PLEITE ist.
Es wird doch wohl niemand so bescheuert sein, einen Insolvenzantrag zu stellen, nur weil er sich die Gebühren stunden lassen kann.
Das wäre ja fast so, als ob ich mit Absicht in eine Radarfalle fahre, nur weil ich den Strafzettel nicht gleich bezahlen muss, sondern stunden lassen kann.
Sowas macht doch kein Mensch!
Oder doch?

Also nicht, dass ich mich noch über irgendetwas in dieser Republik wundern würde, seit die rot-grüne Narrenzunft das Zepter schwingt.
Aber dass es innerhalb von nur 6 Jahren gelungen ist neben dem Kuckuck auch den Pleitegeier in großer Zahl in Deutschlands Auen heimisch werden zu lassen, das verdient schon unsere uneingeschränkte Bewunderung für die effiziente Politik unserer Bundesregeierung.

Dass der Finanzhans sich mit dem Gedanken trägt, den Bundesadler durch eine effizientere und kostengünstigere Mutation aus Pleitegeier und „gemeiner blutsaugender Kuckucksfledermaus“ (Cuculus desmodus rotundus vulgaris) zu ersetzen, wollten offizielle Berliner Regierungsstellen auf Anfrage jedoch (noch) nicht bestätigen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 30. Dezember 2004 um 05:45:50 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Insolvenzen 2004

30. Dezember 2004 05:45

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Ein sattes Plus hat es gegeben, aber wie immer hat es im Land des Jammerns und Leidens kaum jemand zur Kenntnis genommen.
Rechtzeitig zum Jahresende hat das Statistische Bundesamt die Jubelmeldung veröffentlicht:

Wie sagt der Bundesgerd immer so schön „Wir leiden auf hohem Niveau“ und diesmal ist es uns gelungen dieses Niveau sogar in das sechste Regeierungsjahr von Rot-Grün zu retten.
Genügend Anlass für mich, mir die Zahlen des Statistischen Bundesamtes mal näher anzusehen:

«WIESBADEN – Für das Jahr 2004 erwartet das Statistische Bundesamt rund 39 000 Unternehmensinsolvenzen, 48 000 Verbraucherinsolvenzen und 30 000 Insolvenzen von anderen Schuldnern wie ehemals selbstständig Tätigen, Gesellschaftern größerer Unter­nehmen und Nachlässen. Damit läge die Zahl der Unternehmensinsolvenzen geringfügig unter dem Vorjahresniveau (39 320). Die Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um über 40% (2003: 33 609) und die der anderen Schuldner um rund 8% (2003: 27 794). Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen steht auch im Zusammenhang mit der Ende 2001 geschaffenen Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Der Anstieg ist deshalb nicht allein als Ausdruck einer aktuellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Verbraucher zu werten.»

Schön haben sie das formuliert, die Jungs vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Besonders der letzte Satz springt förmlich vom Auge ins Denkhirn und löst dort leichte Verwirrung aus. Also noch mal lesen:
«Die Verbraucherinsolvenzen stiegen dagegen um über 40%. Die starke Zunahme der Verbraucherinsolvenzen steht auch im Zusammenhang mit der Ende 2001 geschaffenen Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Der Anstieg ist deshalb nicht allein als Ausdruck einer aktuellen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Verbraucher zu werten.»

„Hääääääääähhhhhhh?“ Haben SIE das verstanden?
Also ich dachte immer, dass Insolvenz etwas mit Schulden und Zahlungsunfähigkeit zu tun hat. Also auf gut Deutsch, wenn jemand PLEITE ist.
Es wird doch wohl niemand so bescheuert sein, einen Insolvenzantrag zu stellen, nur weil er sich die Gebühren stunden lassen kann.
Das wäre ja fast so, als ob ich mit Absicht in eine Radarfalle fahre, nur weil ich den Strafzettel nicht gleich bezahlen muss, sondern stunden lassen kann.
Sowas macht doch kein Mensch!
Oder doch?

Also nicht, dass ich mich noch über irgendetwas in dieser Republik wundern würde, seit die rot-grüne Narrenzunft das Zepter schwingt.
Aber dass es innerhalb von nur 6 Jahren gelungen ist neben dem Kuckuck auch den Pleitegeier in großer Zahl in Deutschlands Auen heimisch werden zu lassen, das verdient schon unsere uneingeschränkte Bewunderung für die effiziente Politik unserer Bundesregeierung.

Dass der Finanzhans sich mit dem Gedanken trägt, den Bundesadler durch eine effizientere und kostengünstigere Mutation aus Pleitegeier und „gemeiner blutsaugender Kuckucksfledermaus“ (Cuculus desmodus rotundus vulgaris) zu ersetzen, wollten offizielle Berliner Regierungsstellen auf Anfrage jedoch (noch) nicht bestätigen.

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