Deutschlandlied Teil II

26. Dezember 2004 05:45

Was bisher geschah.

2. Akt.

Kurze Zeit später kommt Gerhard zurück, startet den Wagen und fährt weiter.

Gerhard: „Alles erledigt!“
Wolfgang: „Was hast du gemacht?“
Gerhard: „Ich hab mit ihm gesprochen und hab ihm die Situation in aller Ruhe erklärt. Er wollte sich dazu zwar nicht äußern, schien aber generell Verständnis für die Lage zu haben, in die er sich durch eigenes Verschulden gebracht hat. Und da hab ich ihm dann vereinbarungsgemäß den Euro neben den Kopf gelegt.“
Hans: „Und was hast du auf den Zettel geschrieben. Ich hab genau gesehen, das du was auf einen Zettel geschrieben hast.“
Gerhard (lacht): „Wollt ihr das wirklich wissen?“
Ulla, Wolfgang und Hans: „Ja.“
Gerhard: „Ich habe draufgeschrieben: Ich habe sie angefahren weil sie auf der Straße rumlaufen statt zu arbeiten. Leider steht zu vermuten, dass Passanten der Vorfall beobachtet haben und jetzt hierher schauen. Die glauben, dass ich Ihnen jetzt meine Adresse auf diesen Zettel schreibe. Das tu ich aber nicht! Gute Besserung!“
Wolfgang (bewundernd): „Das ist Klasse, Gerhard –sowas kannst nur du!“
Ulla: „Das habe ich jetzt nicht verstanden. Wieso gute Besserung, kommt der Mann jetzt doch ins Krankenhaus. Wir hatten doch vereinbart, dass …“
Hans: „Ach Ulla, hör schon auf. Manchmal ist es mit dir wirklich nicht zum Aushalten.“
Gerhard: „Also Schluss jetzt! Wir fahren wieder vorwärts! Leg mal die Kassette mit dem schönen Lied über Deutschland ein, das mir Doris zum letzten Geburtstag aufgenommen hat. Und jetzt singen wir alle zusammen ….
Das alles und ohne Sinn, könn wir machen, weil ich König von Deutschland bin …“.
Hans: „Gerhard! Ich hab dir schon hundert Mal gesagt, dass das der falsche Text zum falschen Lied ist. Du singst den Text von „Ton, Steine, Scherben“ zur Melodie der Deutschen Nationalhymne von Josef Haydn.“
Ulla: „Der Text mit dem König von Deutschland ist nicht von Ton, Steine, Scherben, sondern von Rio Reiser.“
Gerhard: „Ist mir doch egal, wer das ist. Ich find den Text einfach gut. Also jetzt alle, zwo, drei vier …
Deutschland, Deutschland über Aahhalles, üüüber Aaahalles in der Welt, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt …..”
Hans: „Gerhard! Ich hab dir schon tausendmal Mal gesagt, dass das der falsche Text für dieses Lied ist. Diese Strophe singt man nicht mehr. Das heißt jetzt - wart mal lass mich mal nachdenken – das heißt jetzt ‚Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland!‘ oder so ähnlich.”
Wolfgang: „Woher weißt du denn das alles?“
Hans: „Ich hab Internetanschluss im Büro. Da kann man alles bei www.deutschlandlied.de nachlesen. Der Text ist von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.“
Wolfgang: „Hat der wirklich so geheißen, oder war der Mitglied in einer mehrköpfigen gleichgeschlechtlichen Bedarfsgemeinschaft?“
Gerhard (lacht): „Super Wolli – und das mit den blühenden Landschaften hat er sich bei Helmut Kohl geklaut!“
Hans: „Nein, aber der Helmut Kohl hat zusammen mit dem Richard von Weizsäcker festgelegt, dass die dritte Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn die offizielle Nationalhymne für das deutsche Volk ist.“
Ulla: „Ach Mensch, jetzt versteh ich aber gar nix mehr. Hat jetzt der Helmut Kohl die deutsche Nationalhymne komponiert, oder wer?“
Gerhard, Hans und Wolfgang (einstimmig): „Ach Ulla, ach Ullala, wir singen dir noch ein Trullala!“

Nachdem der Wagen mit den vier Insassen in der Dunkelheit verschwunden war und das Geräusch des mit Vollgas im zweiten Gang gequälten Motors am Horizont verklingt, lösten sich aus dem Schatten einer alten Scheune zwei obdachlose Landstreicher, die den ganzen Vorgang beobachtet hatten. Der eine hat früher bei Opel gearbeitet, der andere bei Karstadt.

„Konntest du das Auto erkennen?“, fragt der Karstädter.
„Nee, das war kein Opel und andere gute Autos gibt es nicht mehr“, meint der Opelianer.
„Aber Opel gibt es auch nicht mehr“, sagt der Karstädter.
„Genau wie Karstadt“, gibt der Opelianer zurück, „aber hast du gesehen, wer da aus dem Auto ausgestiegen ist?“
„Nee hab ich nicht! Gestiegen kann man ja nicht sagen – eher geklettert. Ziemlich kleinwüchsig, eigentlich zu klein um am Steuer eines solchen Geländewagens zu sitzen. Könnte aber auch ne Frau gewesen sein“, meint der Karstädter.
„Genau“, sagt der Opelianer, „irgendwie kam mir die Figur bekannt vor, ich glaub ich kenn die“
„Und wer ist es deiner Meinung nach gewesen?“, will der Karstädter wissen.
„Also, ich würde auf Angela Merkel oder den Hessen-Koch tippen“, meint der Opelianer, „aber kannst du mir sagen, warum der Fahrer erst aussteigt, sich dann lange mit der Wildsau unterhält, die ihm da vors Auto gelaufen ist. Und dann schreibt er ihr noch seine Adresse auf einen Zettel und legt ihn zusammen mit einem Euro neben das Tier, bevor er wieder einsteigt, den Wagen startet, Vollgas gibt und vorwärts nochmals über die arme Sau drüberfähr. Und dazu gröhlt er zur Melodie der ehemaligen Hymne der Deutschen irgendwas vom König in Deutschland.“
„Ne, keine Ahnung“, meint darauf der Karstädter, „muss aber ein ziemlich durchgeknallter Typ sein, der jetzt mit Vollgas wieder in die Richtung fährt aus der er ursprünglich gekommen ist. Kannst du dich noch an den Text der ehemaligen Nationalhymne der Deutschen erinnern?“
„Ja“, sagt der Opelianer und beginnt zu summen „lass mich mal kurz nachdenken, das ist schon lange her. Aber ich glaube der Text ging so:

Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand:
Blüh im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland!

Mein Gott, waren das noch Zeiten!“

Vorhang.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben am 26. Dezember 2004 um 05:45:42 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Was bisher geschah.

2. Akt.

Kurze Zeit später kommt Gerhard zurück, startet den Wagen und fährt weiter.

Gerhard: „Alles erledigt!“
Wolfgang: „Was hast du gemacht?“
Gerhard: „Ich hab mit ihm gesprochen und hab ihm die Situation in aller Ruhe erklärt. Er wollte sich dazu zwar nicht äußern, schien aber generell Verständnis für die Lage zu haben, in die er sich durch eigenes Verschulden gebracht hat. Und da hab ich ihm dann vereinbarungsgemäß den Euro neben den Kopf gelegt.“
Hans: „Und was hast du auf den Zettel geschrieben. Ich hab genau gesehen, das du was auf einen Zettel geschrieben hast.“
Gerhard (lacht): „Wollt ihr das wirklich wissen?“
Ulla, Wolfgang und Hans: „Ja.“
Gerhard: „Ich habe draufgeschrieben: Ich habe sie angefahren weil sie auf der Straße rumlaufen statt zu arbeiten. Leider steht zu vermuten, dass Passanten der Vorfall beobachtet haben und jetzt hierher schauen. Die glauben, dass ich Ihnen jetzt meine Adresse auf diesen Zettel schreibe. Das tu ich aber nicht! Gute Besserung!“
Wolfgang (bewundernd): „Das ist Klasse, Gerhard –sowas kannst nur du!“
Ulla: „Das habe ich jetzt nicht verstanden. Wieso gute Besserung, kommt der Mann jetzt doch ins Krankenhaus. Wir hatten doch vereinbart, dass …“
Hans: „Ach Ulla, hör schon auf. Manchmal ist es mit dir wirklich nicht zum Aushalten.“
Gerhard: „Also Schluss jetzt! Wir fahren wieder vorwärts! Leg mal die Kassette mit dem schönen Lied über Deutschland ein, das mir Doris zum letzten Geburtstag aufgenommen hat. Und jetzt singen wir alle zusammen ….
Das alles und ohne Sinn, könn wir machen, weil ich König von Deutschland bin …“.
Hans: „Gerhard! Ich hab dir schon hundert Mal gesagt, dass das der falsche Text zum falschen Lied ist. Du singst den Text von „Ton, Steine, Scherben“ zur Melodie der Deutschen Nationalhymne von Josef Haydn.“
Ulla: „Der Text mit dem König von Deutschland ist nicht von Ton, Steine, Scherben, sondern von Rio Reiser.“
Gerhard: „Ist mir doch egal, wer das ist. Ich find den Text einfach gut. Also jetzt alle, zwo, drei vier …
Deutschland, Deutschland über Aahhalles, üüüber Aaahalles in der Welt, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt …..”
Hans: „Gerhard! Ich hab dir schon tausendmal Mal gesagt, dass das der falsche Text für dieses Lied ist. Diese Strophe singt man nicht mehr. Das heißt jetzt - wart mal lass mich mal nachdenken – das heißt jetzt ‚Blüh’ im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland!‘ oder so ähnlich.”
Wolfgang: „Woher weißt du denn das alles?“
Hans: „Ich hab Internetanschluss im Büro. Da kann man alles bei www.deutschlandlied.de nachlesen. Der Text ist von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.“
Wolfgang: „Hat der wirklich so geheißen, oder war der Mitglied in einer mehrköpfigen gleichgeschlechtlichen Bedarfsgemeinschaft?“
Gerhard (lacht): „Super Wolli – und das mit den blühenden Landschaften hat er sich bei Helmut Kohl geklaut!“
Hans: „Nein, aber der Helmut Kohl hat zusammen mit dem Richard von Weizsäcker festgelegt, dass die dritte Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn die offizielle Nationalhymne für das deutsche Volk ist.“
Ulla: „Ach Mensch, jetzt versteh ich aber gar nix mehr. Hat jetzt der Helmut Kohl die deutsche Nationalhymne komponiert, oder wer?“
Gerhard, Hans und Wolfgang (einstimmig): „Ach Ulla, ach Ullala, wir singen dir noch ein Trullala!“

Nachdem der Wagen mit den vier Insassen in der Dunkelheit verschwunden war und das Geräusch des mit Vollgas im zweiten Gang gequälten Motors am Horizont verklingt, lösten sich aus dem Schatten einer alten Scheune zwei obdachlose Landstreicher, die den ganzen Vorgang beobachtet hatten. Der eine hat früher bei Opel gearbeitet, der andere bei Karstadt.

„Konntest du das Auto erkennen?“, fragt der Karstädter.
„Nee, das war kein Opel und andere gute Autos gibt es nicht mehr“, meint der Opelianer.
„Aber Opel gibt es auch nicht mehr“, sagt der Karstädter.
„Genau wie Karstadt“, gibt der Opelianer zurück, „aber hast du gesehen, wer da aus dem Auto ausgestiegen ist?“
„Nee hab ich nicht! Gestiegen kann man ja nicht sagen – eher geklettert. Ziemlich kleinwüchsig, eigentlich zu klein um am Steuer eines solchen Geländewagens zu sitzen. Könnte aber auch ne Frau gewesen sein“, meint der Karstädter.
„Genau“, sagt der Opelianer, „irgendwie kam mir die Figur bekannt vor, ich glaub ich kenn die“
„Und wer ist es deiner Meinung nach gewesen?“, will der Karstädter wissen.
„Also, ich würde auf Angela Merkel oder den Hessen-Koch tippen“, meint der Opelianer, „aber kannst du mir sagen, warum der Fahrer erst aussteigt, sich dann lange mit der Wildsau unterhält, die ihm da vors Auto gelaufen ist. Und dann schreibt er ihr noch seine Adresse auf einen Zettel und legt ihn zusammen mit einem Euro neben das Tier, bevor er wieder einsteigt, den Wagen startet, Vollgas gibt und vorwärts nochmals über die arme Sau drüberfähr. Und dazu gröhlt er zur Melodie der ehemaligen Hymne der Deutschen irgendwas vom König in Deutschland.“
„Ne, keine Ahnung“, meint darauf der Karstädter, „muss aber ein ziemlich durchgeknallter Typ sein, der jetzt mit Vollgas wieder in die Richtung fährt aus der er ursprünglich gekommen ist. Kannst du dich noch an den Text der ehemaligen Nationalhymne der Deutschen erinnern?“
„Ja“, sagt der Opelianer und beginnt zu summen „lass mich mal kurz nachdenken, das ist schon lange her. Aber ich glaube der Text ging so:

Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand:
Blüh im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland!

Mein Gott, waren das noch Zeiten!“

Vorhang.

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