Schöne Bescherung

24. Dezember 2004 05:45

Mein lieber Freund!


Weihnachten ist ein Fest der Liebe, ein Fest der Besinnung.
Wenn da nur nicht immer diese Lieder wären, die so gar nicht zum Rest des fast vergangenen Jahres passen. „Vom Himmel hoch, da komm ich her
ich bring Euch gute neue Mär,
der guten Mär bring ich so viel,
davon ich sing’n und sagen will.

Die gute Mär, die kennen wir!
Mär Steuern, mär Abgaben, mär Arbeitslosigkeit, mär soziale Ungerechtigkeit, mär Bürokratie!
Der guten „Mär“ haben wir schon zuviel, die hätten sich die da oben ruhig schenken können
Und noch „mär“ Märchen in der Sylvesternacht, um uns den Gürtel noch „mär“ enger zu schnallen.

Also, wenn ich dieses Jahr an Weihnachten denke, dann verliere ich die Besinnung und von Liebe ist auch weit und breit nichts zu sehen.
Kaum eine Gazette, kaum eine Meldung, bei der es mir nicht „mär“ den Magen hebt. So kurz vor Jahresende scheint sich da noch eine ganze LaOla-Welle erfreulicher Nachrichten anzukündigen oder ins Licht der Weihnachtskerzen gezerrt zu werden.

Alle Jahre wieder“ scheint für unsere Politiker und Parteien der Startschuss zu sein, um zum Schwachfug vom letzten Jahr noch einiges Selbstgebasteltes nachzulegen.

Auch „Es ist ein Ros entsprungen“ wird nicht als knospendes, lieblich duftendes Blümchen verstanden, sondern als großes weißes Pferd vom Amt, das in der Republik herumäpfeln darf, dass es eine wahre Freude ist.

Dem Ruf „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ würden wir als Bürger im zeugungsfähigen Alter ja gerne nachkommen, wenn der Unterhalt für die Nachkommen nicht immer stärker unser Auskommen gefährden und uns zu entmündigten Kunden eines maroden Bildungssystems am Rande des sozialen Abstiegs machen würde.

Stille Nacht, heilige Nacht“ dürfte wohl auch bald der Vergangenheit angehören, angesichts der knurrenden Mägen und weinenden Kinder in den ALG II Bedarfsgemeinschaften. Von den klappernden Zähnen der Obdachlosen unter den Brücken dieser Republik erst gar nicht zu reden.

Macht hoch die Tür“ möchte man rufen, damit sich zwischen den von Rot-Grün selbstgebastelten Geschenken der letzten Jahre in der Reparaturwerkstatt dieser Republik noch irgendwo Platz finden lässt für die Erfindungen des laufenden und kommenden Jahres:
Öko-Steuer, Krankenversicherung, Zinsabschlagsteuer, Dosenpfand, Tabaksteuer, Hartz IV, Mineralölsteuer, Mehrarbeit, Autobahnmaut, Pendlerpauschale, Spekulationssteuer, Pflegeversicherung, Sparerfreibetrag, Steuervergünstigungsabbaugesetz, Rezeptgebühr, Rentenversicherung, Solidaritätszuschlag, Praxisgebühr, ALG II, Versicherungssteuer, Erbschaftssteuer, Eigenheimpauschale, KFZ-Steuer und Puffsteuer und und …

Noch nicht einmal „Oh Tannenbaum“ traut man sich mehr zu singen, angesichts des maroden Zustands unseres Waldes.
Und können Sie sich noch daran erinnern, als Sie zum letzten Mal bei „Oh du fröhliche“ vorsichtig mitgebrummelt haben? Das muss ja schon Jahre her sein.

Man müsste die ganzen unverlangten Geschenke von oben irgendwie zurückschicken können!
Oder einfach zurückschießen, nach oben auf diesen Planeten der unbeirrbaren Dampfplauderer und weintrinkenden Pharisäer der Republik Absurdistan.

Da fällt mir doch glatt Elvis Presley ein.
Der hat mal, ich glaub das war nach seiner Militärzeit in Deutschland, „Return to sender“ gesungen, „adress unknown, no such number, no such home“.
Irgendwie muss der Elvis damals schon so eine Ahnung gehabt haben, was bei uns in der wiedervereinigten BRddr abgehen wird.

Oder verwechsle ich das jetzt mit „In the ghetto“?

Fröhliche Weihnachten

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 24. Dezember 2004 um 05:45:13 und abgelegt unter Rauchzeichen | Add to mister Wong. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Zum Ende springen und Kommentar hinterlassen. Trackbacks sind geschlossen.

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Weihnachten ist ein Fest der Liebe, ein Fest der Besinnung.
Wenn da nur nicht immer diese Lieder wären, die so gar nicht zum Rest des fast vergangenen Jahres passen. „Vom Himmel hoch, da komm ich her
ich bring Euch gute neue Mär,
der guten Mär bring ich so viel,
davon ich sing’n und sagen will.

Die gute Mär, die kennen wir!
Mär Steuern, mär Abgaben, mär Arbeitslosigkeit, mär soziale Ungerechtigkeit, mär Bürokratie!
Der guten „Mär“ haben wir schon zuviel, die hätten sich die da oben ruhig schenken können
Und noch „mär“ Märchen in der Sylvesternacht, um uns den Gürtel noch „mär“ enger zu schnallen.

Also, wenn ich dieses Jahr an Weihnachten denke, dann verliere ich die Besinnung und von Liebe ist auch weit und breit nichts zu sehen.
Kaum eine Gazette, kaum eine Meldung, bei der es mir nicht „mär“ den Magen hebt. So kurz vor Jahresende scheint sich da noch eine ganze LaOla-Welle erfreulicher Nachrichten anzukündigen oder ins Licht der Weihnachtskerzen gezerrt zu werden.

Alle Jahre wieder“ scheint für unsere Politiker und Parteien der Startschuss zu sein, um zum Schwachfug vom letzten Jahr noch einiges Selbstgebasteltes nachzulegen.

Auch „Es ist ein Ros entsprungen“ wird nicht als knospendes, lieblich duftendes Blümchen verstanden, sondern als großes weißes Pferd vom Amt, das in der Republik herumäpfeln darf, dass es eine wahre Freude ist.

Dem Ruf „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ würden wir als Bürger im zeugungsfähigen Alter ja gerne nachkommen, wenn der Unterhalt für die Nachkommen nicht immer stärker unser Auskommen gefährden und uns zu entmündigten Kunden eines maroden Bildungssystems am Rande des sozialen Abstiegs machen würde.

Stille Nacht, heilige Nacht“ dürfte wohl auch bald der Vergangenheit angehören, angesichts der knurrenden Mägen und weinenden Kinder in den ALG II Bedarfsgemeinschaften. Von den klappernden Zähnen der Obdachlosen unter den Brücken dieser Republik erst gar nicht zu reden.

Macht hoch die Tür“ möchte man rufen, damit sich zwischen den von Rot-Grün selbstgebastelten Geschenken der letzten Jahre in der Reparaturwerkstatt dieser Republik noch irgendwo Platz finden lässt für die Erfindungen des laufenden und kommenden Jahres:
Öko-Steuer, Krankenversicherung, Zinsabschlagsteuer, Dosenpfand, Tabaksteuer, Hartz IV, Mineralölsteuer, Mehrarbeit, Autobahnmaut, Pendlerpauschale, Spekulationssteuer, Pflegeversicherung, Sparerfreibetrag, Steuervergünstigungsabbaugesetz, Rezeptgebühr, Rentenversicherung, Solidaritätszuschlag, Praxisgebühr, ALG II, Versicherungssteuer, Erbschaftssteuer, Eigenheimpauschale, KFZ-Steuer und Puffsteuer und und …

Noch nicht einmal „Oh Tannenbaum“ traut man sich mehr zu singen, angesichts des maroden Zustands unseres Waldes.
Und können Sie sich noch daran erinnern, als Sie zum letzten Mal bei „Oh du fröhliche“ vorsichtig mitgebrummelt haben? Das muss ja schon Jahre her sein.

Man müsste die ganzen unverlangten Geschenke von oben irgendwie zurückschicken können!
Oder einfach zurückschießen, nach oben auf diesen Planeten der unbeirrbaren Dampfplauderer und weintrinkenden Pharisäer der Republik Absurdistan.

Da fällt mir doch glatt Elvis Presley ein.
Der hat mal, ich glaub das war nach seiner Militärzeit in Deutschland, „Return to sender“ gesungen, „adress unknown, no such number, no such home“.
Irgendwie muss der Elvis damals schon so eine Ahnung gehabt haben, was bei uns in der wiedervereinigten BRddr abgehen wird.

Oder verwechsle ich das jetzt mit „In the ghetto“?

Fröhliche Weihnachten

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